Die vielen Gesichter der Menschenrechte. Ein Resümee der (einen) Frühjahrstagung der DVPW-Theoriesektion

Die Grundlage der Menschenrechte ist philosophisch notorisch schwer zu bestimmen. Aus welcher Quelle entspringen unantastbare Rechte? Welche Fähigkeiten oder Sensibilitäten, obwohl sie faktisch ungleich verteilt oder ausgebildet sein können, konstituieren moralische Gleichheit? Knifflige Fragen, die einem Skeptiker wie Raymond Geuss zufolge nicht weit führen, weil die Gründe, aus denen sich heute innerhalb einer politischen Kultur auf eine bestimmte moralische Kategorie gestützt wird, meist kontingente sind: Der Versuch, eine politische Theorie auf einer ahistorischen Idee subjektiver Rechte zu gründen (wie etwa Robert Nozick), ende, schreibt er in Philosophy and Real Politics, in einer „philosophischen Sackgasse“. In eine solche verrannte sich die virtuelle DVPW-Sektionstagung Die Grundlagen der Menschenrechte (11./12. März) jedoch keineswegs: Sie versuchte, die moralische, politische und soziale Dimension der Menschenrechte kohärent zusammenzuführen, ohne Spannungsverhältnisse zu verdecken, und das Potenzial relationaler Ansätze zu erkunden. Im Folgenden bespreche ich schlaglichtartig jene Vorträge, bei denen grundlegende theoretische Herausforderungen, denen Begründungsversuche der Menschenrechte gegenüberstehen, auf besonders erhellende und unterschiedliche Weisen zutage traten.

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Programm Sektionstagung „Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert“ (Göttingen)

Am 3. und 4. Juni 2021 findet die digitale Göttinger Tagung der DVPW-Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ zum Thema „Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert“ statt. Das Programm steht nun fest und kann hier abgerufen werden. Die Keynotes werden von Michael Freeden (Oxford) und Sandra Seubert (Frankfurt) gehalten. Alle Interessierten sind eingeladen, sich unter grundbegriffe@uni-goettingen.de anzumelden. Die Zugangs-Links werden dann unmittelbar vor der Veranstaltung verschickt.

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Programm zur Sektionstagung „Die Grundlage der Menschenrechte“ (Dresden)

Im Rahmen der „doppelten“ Tagung der Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte der DVPW findet (im Anschluss an die verschobene Tagung zu „Migration – Herausforderungen im Spannungsfeld von Theorie und Praxis“) am 11. und 12.3. die Frühjahrstagung 2021 zum Thema „Die Grundlagen der Menschenrechte: moralisch, politisch oder sozial?“ statt. Das Programm ist hier zu finden.

Die Tagung wird an der TU Dresden von Johannes Haaf, Luise Müller, Esther Neuhann und Markus Wolf ausgerichtet; sie findet über Zoom statt. Um eine Anmeldung wird bis zum 08.03.2021 gebeten, und zwar per Email an: menschenrechte2021@tu-dresden.de Die entsprechenden Zoom-Links werden kurz vor der Veranstaltung an alle angemeldeten Teilnehmer:innen versandt.

Die Keynotes sind auch ohne vorherige Anmeldung zugänglich, und zwar unter folgenden Links:

 

Donnerstag, 11.03., 18 Uhr
Ned Richardson-Little (Universität Erfurt): Human Rights beyond Liberalism: Dictatorship, Self-Determination and Socialist Rights in East Germany; link: Keynote Richardson-Little

 

Freitag, 12.03., 11 Uhr
Justine Lacroix (Université libre de Bruxelles): Human Rights: An Address to Their Critics; link: Keynote Lacroix

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Programm der Frühjahrstagung der Theoriesektion (TU Dresden)

Die Frühjahrstagung der Theoriesektion der DVPW findet vom 18. bis 20. März zum Thema „Migration – Herausforderungen im Spannungsfeld von Theorie und Praxis“ an der TU Dresden statt. Das Programm steht nun fest und kann hier abgerufen werden (und jetzt auch hier als Flyer). Die Keynotes werden von Anna Lübbe (Hochschule Fulda) und Lea Ypi (LSE) gehalten. Außerdem wird es ein Gespräch zwischen Bundesminister a.D. Thomas de Maizière und Hans Vorländer zum Thema „Gutes Regieren in Zeiten der Migration“ geben. Um Anmeldungen wird bis zum 8. März an midem.anmeldung@mailbox.tu-dresden.de gebeten.*

 

* Achtung: In einer früheren Fassung des Tagungsprogramms war eine falsche Anmeldeadresse vermerkt. Im Fall einer Fehlermeldung ist darum eine erneute Anmeldung über die oben genannte (nunmehr richtige) Adresse zielführend. Zudem wurde seitens der Organisator_innen darauf aufmerksam gemacht, dass parallel zur Sektionstagung eine Großveranstaltung in Dresden geplant ist, weshalb sich rechtzeitige Buchungen besonders empfehlen (team/Redaktion).

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Reminder: CfP Sektionstagung „Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert“ (Göttingen)

Noch zwei Wochen: Bis 31.01. freuen sich die Organisator*innen der diesjährigen Herbsttagung der DVPW-Sektion Politische Theorie & Ideengeschichte‘ über Beitragsvorschläge zum Thema ‚Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert‘. Die Tagung wird von 23.-25.9.2020 in Göttingen stattfinden und von einem Team bestehend aus Tobias Adler-Bartels, Sven Altenburger, Verena Frick und Tine Stein (Alle Göttingen) organisiert. Abstracts im Umfang von rund 300 Wörtern sollen an sekretariat.stein@uni-goettingen.de geschickt werden. Den ausführlichen Call und alle weiteren Infos finden sich hier

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Strategie und Methodik: Zum Verhältnis von Politischer Theorie und Politischer Philosophie (Bericht zur Hamburger Sektionstagung)

Politische Theorie ist die Verkörperung von Interdisziplinarität. Formal und inhaltlich zur Politikwissenschaft zugehörig, gibt es doch erhebliche Schnittmengen mit anderen Disziplinen, vielleicht in herausgehobener Weise mit der Politischen Philosophie. Was folgt aus dieser Nähe? Wie sollte sich die (Teil-)Disziplin der Politischen Theorie und Ideengeschichte strategisch und methodisch im Verhältnis zur Politischen Philosophie positionieren? Diese selbstreflexiven Fragen der Disziplin gewinnen an Dringlichkeit vor dem Hintergrund möglicherweise anhaltender Marginalisierungstendenzen der Politischen Theorie innerhalb der deutschen Politikwissenschaft.

Unter dem Titel Politische Theorie und Politische Philosophie in Wissenschaft und Öffentlichkeit fand vom 17. bis 19. September 2019 die Herbsttagung der Sektion für Politische Theorie und Ideengeschichte in der DVPW an der Universität Hamburg statt. OrganisatorInnen waren Peter Niesen und Svenja Ahlhaus sowie mitwirkend Matthew Braham (allesamt Hamburg) und Stefan Gosepath (Berlin). Den einleitenden Worten Niesens zufolge sollte die Tagung eine Bestandsaufnahme der an Universitäten und Forschungsinstituten institutionalisierten Politischen Theorie in Deutschland zwischen Abgrenzung und Nähe zur Politischen Philosophie leisten und damit einen inhaltlichen und strategischen Reflexionsprozess anstoßen. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass seit den 1990er Jahren über philosophische Zugänge etwa im Bereich der Demokratie- und Gerechtigkeitstheorie Anknüpfungen an den internationalen Forschungsdiskurs stattgefunden hätten. Dies wiederum habe die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht und damit den schleichenden Niedergang der Politischen Theorie verhindert, aber auch die Frage nach disziplinärer Zugehörigkeit der Politischen Theorie neu aufgeworfen. (mehr …)

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Reminder: Das Programm der Herbst-Sektionstagung in Hamburg – Zügige Buchung empfohlen!

„Politische Theorie und Politische Philosophie in Wissenschaft und Öffentlichkeit“ – lauten Titel und Thema der von Peter Niesen, Svenja Ahlhaus, Matthew Braham und Stefan Gosepath organisierten DVPW-Sektionstagung, die vom 17. bis zum 19.09.2019 an der Universität Hamburg stattfindet. Am Dienstag geht es um die Stellung der Politischen Theorie und Politischen Philosophie im Wissenschaftssystem, Außenperspektiven auf die politische Theorie und Philosophie in Deutschland sowie das Verhältnis zwischen Theorie und Philosophie ganz grundsätzlich. An Tag 2 liegt der Fokus auf aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen: auf Fragen nach dem Verhältnis von Wirtschaft und Gerechtigkeit bzw. Demokratie sowie auf Herausforderungen der Digitalisierung. Und schließlich geht es am Donnerstagvormittag um politische Theorie und Philosophie in der Praxis/Öffentlichkeit. Das vollständige Programm findet sich hier online. (Hinweis: Das Programm wurde aktualisiert. Die hinterlegte Datei haben wir entsprechend am 11. Juli ausgetauscht.)

Wichtig: Da in Hamburg zur Zeit der Konferenz zugleich Festival-Zeit ist, sind Schlafmöglichkeiten ein knappes Gut. Alle Interessierten sollten sich deshalb möglichst umgehend um ihre Unterbringung kümmern.
Die Veranstalter*innen bitten ihrerseits um Anmeldung bei kim.kristin.henningsen@uni-hamburg.de bis zum 3. September.

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CfP „Demokratie und Wahrheit“ (DVPW-Sektionstagung, Bremen)

Das Verhältnis von Demokratie und Wahrheit ist vom 13. bis zum 15. März 2019 Gegenstand der Frühjahrstagung der DVPW-Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte. Martin Nonhoff und Frieder Vogelmann laden dazu an die Universität Bremen. Andrea Kern (Leipzig) und Frank Nullmeier (Bremen) haben Vorträge bereits zugesagt. Vorschläge für Beiträge, die weitere – ideengeschichtliche, ideologiekritische, empirische, demokratietheoretische, etc. – Perspektiven auf das Tagungsthema eröffnen, können bis zum 1.8.2018 in Form von kurzen Abstracts (300 Worte) an wahrheit@uni-bremen.de gesendet werden. Der vollständige Call findet sich hier oder auch nach dem Klick.

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„Formwandel der Demokratie“. Bericht zur DVPW-Sektionstagung in Trier

Die „Krise der repräsentativen Demokratie“ ist kein neuer Topos des Fachs. Doch hat das bereits vor zwei Jahren auserkorene Thema „Formwandel der Demokratie“ der Frühjahrstagung der DVPW-Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“, zu der Winfried Thaa (Universität Trier) und Christian Volk (FU Berlin) vom 29. bis zum 31. März 2017 nach Trier einluden, vor dem Hintergrund jüngster Entwicklungen neue Brisanz erhalten: In Zeiten eines Erstarkens des Rechtspopulismus sowie autoritärer und antipluralistischer Tendenzen in vielen europäischen Ländern, des „Brexit“ oder der polarisierenden Wahl Donald Trumps in den USA gilt es, die aktuellen Entwicklungen politik- und demokratietheoretisch einzuordnen sowie konzeptionelle Antworten auf diese Herausforderungen zu entwickeln. Der für Ambivalenzen offene Begriff des „Formwandels“ – von den Gastgebern als bewusste Abgrenzung zum Terminus der „Postdemokratie“ gewählt – erscheine angesichts der aktuellen Entwicklungen beinahe als Euphemismus, so Winfried Thaa in seiner Eingangsrede. Zugleich macht der Begriff auf den zentralen Ausgangspunkt der Tagung aufmerksam: Potentiell demokratiegefährdenden Entwicklungen stehen gegenläufige Tendenzen wie die Ausweitung individueller Rechte und die Institutionalisierung neuer Partizipationsformen gegenüber. Zentrale Themen und Fragen der Tagung waren daher neben der demokratietheoretischen Analyse des Formwandels auch normative Bestimmungs- und Selbstvergewisserungsversuche: Wie manifestiert sich der Formwandel der Demokratie und wieviel Formwandel verträgt sie? (mehr …)

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Formwandel der Demokratie (Trier): Programm und Informationen

Die Sektionstagung zum Formwandel der Demokratie wirft ihre Schatten voraus. Die von Winfried Thaa und Christian Volk organisierte Tagung findet vom 29.-31.03.2017  in Trier statt. Nun veröffentlicht ist das Programm, sowie ein Informationsflyer für Trier und die Unterbringung in der Stadt. Insgesamt wird es sechs Panel geben und zwar zum allgemeinen Formwandel, zu Protest und Populismus, zu Partizipationsformen, Medien und Öffentlichkeit, dem Subjekt der Demokratie und Demokratiekonzeptionen. Dazu kommen Keynotes von Catherine Colliot-Thélène und Wolfgang Merkel sowie eine Podiumsdiskussion mit Patrizia Nanz, Robin Celikates und Ingolfur Blühdorn. Eine Anmeldung für die Tagung ist über formwandel@uni-trier.de möglich, alles weitere entnehmt bitte dem Programmflyer.

— Update: Die Mitgliederversammlung der Sektion ist auf Donnerstag, den 30. März, 18 Uhr terminiert. Die Nachwuchsversammlung findet ebenfalls am Donnerstag statt und zwar zwischen 13 und 14 Uhr. Kinderbetreuung für die Tagung ist möglich, gebt dies bitte bei eurer Anmeldung unter formwandel@uni-trier.de an.

— Anmerkung (20.02.2017): Nach einer kleinen Korrektur ist nun der aktuelle Programmflyer online verfügbar und verlinkt.

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