Call for Blogposts: Neuanfang!?

Nach dem durchschlagenden Erfolg in den vergangenen beiden Jahren schreibt der Theorieblog diesen Sommer zum dritten Mal einen Call for Blogposts aus. Nach „Heimat“ (2018) und „Solidarität“ (2019) freuen wir uns dieses Jahr über eure Ideen und Beiträge zum Thema „Neuanfang“.

Initium ut esset, creatus est homo – damit ein Anfang sei, wurde der Mensch geschaffen“ zitiert Hannah Arendt Augustinus am Ende ihrer berühmten Studie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Damit setzt sie zugleich den stur-optimistischen Ton, der ihr gesamtes Denken unerschütterlich durchziehen wird: Trotz allem – d.h. in Arendts Fall: trotz des Zivilisationsbruchs im 20. Jahrhundert, trotz zunehmender Weltentfremdung, trotz ökonomischer Imperative und anderer Handlungsbeschränkungen: Ein (politischer) Neuanfang ist immer möglich!

Das von Arendt in der politischen Theorie etablierte Theorem das Neuanfangs hat jüngst – auch über die akademische Debatte hinaus – eine gleichsam tagesaktuelle Dringlichkeit bekommen. Denn angesichts der Corona-Krise stellt sich in der politischen Theorie wie in der zivilgesellschaftlichen Diskussion die Frage nach dem Neuanfang erneut. Braucht es nach der globalen Pandemie einen politischen, gesellschaftlichen und/oder ökonomischen Neuanfang?  Müssen wir die Art, wie wir gesellschaftliches Zusammenleben organisieren neu überdenken? (mehr …)

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Habilitieren und Reisen: Erinnerungen an Rainer Schmalz-Bruns (2/2)

Zum Gedenken an Rainer Schmalz-Bruns, der am 31. März 2020 verstorben ist und mit dem die Politische Theorie und Ideengeschichte eine ihrer  prägenden Figuren verloren hat, sind bereits im Mai anstelle einer öffentlichen Gedenkveranstaltung einige Erinnerungen von WeggefährtInnen auf diesem Blog erschienen. Mit Hubertus Buchsteins und Andreas Vasilaches untenstehenden Beiträgen setzen wir dieses digitale Gedenken nun fort. (mehr …)

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Twitter-Rückschau

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CfA: Postdoc-Stelle in Oldenburg

Im Rahmen der neu eingerichteten DFG-Forschungsgruppe „Freiwilligkeit“ ist eine Postdoc-Stelle in der Philosophie ausgeschrieben. Gesucht wird nach Kenntnissen in den Bereichen der Freiheitstheorie und Demokratietheorie sowie – erwünscht – in der Kritischen Theorie. Die Stelle soll zum 01. Oktober besetzt werden, Bewerbungen werden bis zum 29. Juli erwartet. Alle Infos zur Stelle findet ihr hier in der Ausschreibung als PDF.

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CfP: JFR-Tagung „Kritische Theorie(n) des Rechts“

Die 29. Tagung des Jungen Forums für Rechtsphilosophie (JFR) findet vom 6. bis 8. Mai 2021 am Seminar für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig statt. Sie wird organisiert von Esther Neuhann (Hamburg) und Claudia Wirsing (Braunschweig). Die Tagung fragt danach, wie eine Kritische Theorie des Rechts heute zu denken und zu konzipieren ist. Welche Funktion(en) hat sie zu erfüllen? Inwieweit ist sie um feministische, dekoloniale und poststrukturalistische bzw. dekonstruktive Rechtskritiken zu erweitern? Worin besteht die Einheit einer solchen Theorie? Oder zerfällt eine Kritische Theorie des Rechts, genau genommen, in eine Vielzahl kritischer Theorien des Rechts? Das Ziel der Tagung ist es, diese Fragen zu erörtern und so Aufschluss darüber zu gewinnen, worin das besondere Erbe der Kritischen Theorie des Rechts besteht, an welchen Stellen diese Theorie einer Revision bedarf bzw. selbst einer Kritik unterzogen werden muss, und inwieweit eine Auseinandersetzung mit dieser Theorietradition auch heute noch bedenkenswerte Antworten für das Rechtsdenken liefert.

Die Ausschreibung richtet sich an junge Nachwuchswissenschaftler:innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (z.B. Philosophie, Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften oder
Soziologie).  Vorträge sollten eine Länge von 20 bis max. 30 Minuten haben. Bewerbungen sind bis zum 15.8.2020 möglich und Frauen werden besonders zur Bewerbung aufgefordert. Alle Details stehen hier im Pdf.

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CfP: Politische Theorie der digitalen Konstellation

Unter dem Titel “Politische Theorie der digitalen Konstellation“ geben Sebastian Berg (Weizenbaum-Institut),  Daniel Staemmler (FU Berlin) und ich ein Sonderheft der Zeitschrift für Politikwissenschaft (ZPol) heraus. Dessen Ziel ist es, politiktheoretische Perspektiven auf den Zusammenhang von Politik und Digitalisierung zu versammeln. Den ausführlichen Call for Papers findet ihr hier in deutscher oder englischer Sprache. Bis zum 30. September 2020 müssen Beitragsvorschläge in Form von extended abstracts mit max. 800 Wörtern (deutsch oder englisch) eingreicht werden , für die vollständigen Beiträge ist bis zum 30. Januar 2021 Zeit. Beitragsvorschläge werden erbeten an: zpol.digitheo@wzb.eu

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Online-Vortrag: Policing Black Lives

Im Kontext der aktuellen Proteste und Debatten um Rassismus in und jenseits der Polizei sowie stärker werdenden abolitionistischen Forderungen lädt die Sektion „Human Rights and Democracy“ des Gießener Graduiertenkollegs für Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften zusammen mit dem Gießener Politische Theorie Kolloquium zu einem Online Vortrag mit Vanessa Eileen Thompson ein. Der Vortrag von Thompson und die daran anschließende offene Diskussion stehen unter dem Motto „Policing Black Lives. On Conditions of (Un-)Breathing and Abolitionist Horizons“. Alle Interessierten sind zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden sich auf der Seite der Sektion oder auf dem Flyer zur Veranstaltung.

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Schuldig im Sinne der Anklage. Eine Erwiderung auf Jörg Scheller

In einem Beitrag, der unter dem Titel Die falsche Anklage: Es ist kein Privileg, ein Weißer zu sein. Eine dringend notwendige Begriffsklärung am 02.07. im Streit-Ressort der ZEIT erschienen ist, setzt sich der Züricher Kunsthistoriker Jörg Scheller kritisch mit der gegenwärtig grassierenden Verwendung des Begriffs des Privilegs im Zuge feministischer (MeToo) und antirassistischer (Black Lives Matter) Bewegungen auseinander. Scheller beklagt, dass „die nobel tönende Vokabel“ in den sozialen Medien und in journalistischen Meinungsstücken als Kampfbegriff missbraucht werde, um diejenigen mundtot zu machen, die im gesellschaftlichen Wettbewerb vergleichsweise gut dastehen. Ihre ehrlich erarbeiteten oder glücklich (rechtlich oder biologisch) ererbten Vorteile würden durch die Bezeichnung als Privileg als Produkt einer unfairen, hierarchisch gesteuerten Verteilung desavouiert, was der eigentlichen Bedeutung des Begriffs als rechtlicher Bevorzugung zuwiderlaufe.

Schellers Beitrag ist der kasuistische Versuch, der Kritik an der strukturellen Benachteiligung von Frauen und People of Color durch eine künstlich verengte Lesart des Privilegienbegriffs den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er scheitert jedoch an den methodischen Schwächen der vorgetragenen Begriffsanalyse und der Naivität der normativen Prämisse, dass nur formale Diskriminierungen mit liberalen Werten unvereinbar seien.

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