Schuldig im Sinne der Anklage. Eine Erwiderung auf Jörg Scheller

In einem Beitrag, der unter dem Titel Die falsche Anklage: Es ist kein Privileg, ein Weißer zu sein. Eine dringend notwendige Begriffsklärung am 02.07. im Streit-Ressort der ZEIT erschienen ist, setzt sich der Züricher Kunsthistoriker Jörg Scheller kritisch mit der gegenwärtig grassierenden Verwendung des Begriffs des Privilegs im Zuge feministischer (MeToo) und antirassistischer (Black Lives Matter) Bewegungen auseinander. Scheller beklagt, dass „die nobel tönende Vokabel“ in den sozialen Medien und in journalistischen Meinungsstücken als Kampfbegriff missbraucht werde, um diejenigen mundtot zu machen, die im gesellschaftlichen Wettbewerb vergleichsweise gut dastehen. Ihre ehrlich erarbeiteten oder glücklich (rechtlich oder biologisch) ererbten Vorteile würden durch die Bezeichnung als Privileg als Produkt einer unfairen, hierarchisch gesteuerten Verteilung desavouiert, was der eigentlichen Bedeutung des Begriffs als rechtlicher Bevorzugung zuwiderlaufe.

Schellers Beitrag ist der kasuistische Versuch, der Kritik an der strukturellen Benachteiligung von Frauen und People of Color durch eine künstlich verengte Lesart des Privilegienbegriffs den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er scheitert jedoch an den methodischen Schwächen der vorgetragenen Begriffsanalyse und der Naivität der normativen Prämisse, dass nur formale Diskriminierungen mit liberalen Werten unvereinbar seien.

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CfP: Politische Theorie der digitalen Konstellation

Unter dem Titel “Politische Theorie der digitalen Konstellation“ geben Sebastian Berg (Weizenbaum-Institut),  Daniel Staemmler (FU Berlin) und ich ein Sonderheft der Zeitschrift für Politikwissenschaft (ZPol) heraus. Dessen Ziel ist es, politiktheoretische Perspektiven auf den Zusammenhang von Politik und Digitalisierung zu versammeln. Den ausführlichen Call for Papers findet ihr hier in deutscher oder englischer Sprache. Bis zum 30. September 2020 müssen Beitragsvorschläge in Form von extended abstracts mit max. 800 Wörtern (deutsch oder englisch) eingreicht werden , für die vollständigen Beiträge ist bis zum 30. Januar 2021 Zeit. Beitragsvorschläge werden erbeten an: zpol.digitheo@wzb.eu

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Online-Vortrag: Policing Black Lives

Im Kontext der aktuellen Proteste und Debatten um Rassismus in und jenseits der Polizei sowie stärker werdenden abolitionistischen Forderungen lädt die Sektion „Human Rights and Democracy“ des Gießener Graduiertenkollegs für Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften zusammen mit dem Gießener Politische Theorie Kolloquium zu einem Online Vortrag mit Vanessa Eileen Thompson ein. Der Vortrag von Thompson und die daran anschließende offene Diskussion stehen unter dem Motto „Policing Black Lives. On Conditions of (Un-)Breathing and Abolitionist Horizons“. Alle Interessierten sind zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden sich auf der Seite der Sektion oder auf dem Flyer zur Veranstaltung.

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Drei Stellen am MPIL in Heidelberg

Am Max Planck Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht sind noch einmal drei Stellen ausgeschrieben – diesmal in der neuen Forschungsgruppe MAGGI “The Multiplication of Authorities in Global Governance Institutions”, die sich ab Januar 2021 mit der Autorität staatlicher, zwischenstaatlicher und nicht-staatlicher Akteure in internationalen Institutionen auseinandersetzt. Darunter sind eine Post-Doc-Stelle (TVL 14, 100%, 2 Jahre) und zwei Stellen für Doktorand*innen (TVL 13, 50%, 3 Jahre). In allen Fällen bestehen ggf. Verlängerungsmöglichkeiten. Alle Infos zur Post-Doc-Stelle sowie zu den Doktorandenstellen finden sich online. Die Bewerbungsfrist ist der 15. September 2020. Fragen beantwortet Janne Mende.

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„Politische Theorie in der Pandemie“ (Göttingen)

Am 24.09.2020 findet in Göttingen  eine Podiumsdiskussion der Theoriesektion der DVPW zum Thema „Politische Theorie in der Pandemie“ statt, veranstaltet von Tobias Adler-Bartels, Sven Altenburger, Verena Frick und Tine Stein. Die Veranstaltung ist als Hybrid mit einem kleinen Kreis von Präsenzgästen und der virtuellen Mitwirkung der restlichen Sektion konzipiert.

Der voraussichtliche Ablauf ist

  • 14.00 Uhr: Early Career („Nachwuchs“-) Versammlung
  • 15.00 Uhr: Podiumsdiskussion
  • 17.00 – 18.00 Uhr: Sektionsversammlung

Ein detailliertes Programm der Podiumsdiskussion (inkl. Tagesordnung für die Sektionsversammlung) folgt noch.

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CfA: Promotionsstelle Politische Theorie (Uni Hamburg)

An der Professur für Politische Theorie der Universität Hamburg (Peter Niesen) ist ab dem 01.10.2020 eine 50%-Stelle als Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in zur Promotion zu besetzen. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet und mit einem Deputat von 2 SWS verbunden. Ein abgeschlossenes Studium ist Einstellungsvoraussetzung, ein Schwerpunkt in Politischer Theorie und Ideengeschichte oder Politischer Philosophie sowie Interesse an Internationaler Politischer Theorie, Demokratietheorie und der politischen Theorie kollektiven Entscheidens von Vorteil. Bewerbungen sind bis zum 16.08.2020 möglich. Die Ausschreibung findet sich hier auf Deutsch und hier auf Englisch.

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Ausschreibung der FU-Berlin: Juniorprofessur für Praktische Philosophie (W 1 mit Tenure Track W3)

Die Freie Universität Berlin schreibt im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Tenure-Track-Programm) eine Juniorprofessur für Forschung und Lehre im Fach Praktische Philosophie aus, mit Schwerpunkten in Moralphilosophie und politischer Philosophie. Bewerbungsende ist der 30. Juli 2020. Alle weiteren Informationen finden sich hier.

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CfP Frühjahrstagung „Die Grundlagen der Menschenrechte“

Am 11./12. März 2021 findet in Dresden die Frühjahrstagung der DVPW-Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ zum Thema „Die Grundlagen der Menschenrechte“ statt – und zwar in direktem Anschluss an die Nachholtagung zur Migration, ebenfalls in Dresden am 9./10. März. Bis Mitte August können nun Abstracts eingereicht werden – alle Infos finden sich im Folgenden: (mehr …)

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CfA: Mitarbeiterstelle im DFG-Projekt (MPIL Heidelberg, TVL E13, 85%, 14 Monate)

Am MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht ist eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (TVL E 13, 85%) im DFG-Projekt „Unternehmen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit: Autorität, Legitimität und Verantwortung im Menschenrechtsregime der Vereinten Nationen“ ausgeschrieben. Die Stelle ist befristet auf 14 Monate (Restlaufzeit des Projektes). Eine Verlängerung wird angestrebt. Erwünscht sind Kandidat*innen mit Promotion oder mit Aussicht auf den zeitnahen Abschluss der Promotion. Die umfassendere Beschreibung des Projekts und der Anforderungen findet sich unter folgenden Links in der Ausschreibung – deutsch und englisch. Bewerbungsfrist ist der 19.07.2020.

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