Frauen* in der Politischen Theorie. Eine feministische Kritik am Zustand unserer Disziplin

Die Politische Theorie ist männlich und weiß. Für Frauen* und People of Colour ist es offensichtlich deutlich schwieriger, sich in der Politischen Theorie zu etablieren. In Sachen Diversität hinkt die Disziplin anderen Geistes- und Sozialwissenschaften hinterher. In einem Fach, dessen Gegenstand die Reflexion gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse ist, erscheint dieser Zustand besonders verwunderlich. Warum also ist das so und was können wir dagegen tun? (mehr …)

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CfP: Normentheorie im digitalen Zeitalter

Am 23. und 24. Oktober 2020 findet in Köln ein von Frauke Rostalski und Milan Kuhli organisierter interdisziplinärer Workshop zum Thema „Normentheorie im digitalen Zeitalter“ statt. An den zwei Tagen soll es unter anderem darum gehen, welche Konsequenzen die digital Transformation für rechtliche und politische Konstrukte wie Verantwortung, Schuld, Haftung und Eigentum hat. Auch wird schon im Call thematisiert, wie Normtheorie und Grundrechtsdebatten zur digitalen Konstellation passen.  Wer sich für diese Fragen interessiert und teilnehmen möchte, kann bis zum 28. Februar einnen Abstract einreichen, alle Infos findet ihr hier im Call als PDF.

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Symposium „Das Volk – ein ‚Problem‘ der Demokratie?“ (Berlin)

Für Kurzentschlossene: Anlässlich des 80. Geburtstags von Ulrich K. Preuß findet am 6.12. an der Hertie School Berlin ein Symposium statt, das entlang der Frage „Das Volk – ein ‚Problem‘ der Demokratie?“ aktuelle Herausforderungen für Repräsentation, Parteiensystem und Demokratie diskutiert. Das Symposium wird von Claudio Franzius, Isabelle Ley und Tine Stein organisiert. Das ausführliche Programm findet sich hier.

Achtung kurze Anmeldefrist: Es steht eine begrenzte Anzahl Plätze für Interessierte zur Verfügung. Eine Anmeldung ist bis zum 5.12.2019 möglich, und zwar unter: sekretariat.stein@uni-goettingen.de.

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Twitter-Rückschau

  • Im Juni 2020 beschäftigt sich der 3. Annual Junior Scholars Workshop an der Stanford University vor allem mit Theme… https://t.co/dmABKRMYz7 ->
  • Veranstaltung: #Anerkennung im Wandel des Digitalen – Nächste Runde der #Netzdialoge am 04.12 – 19.30 (… https://t.co/j7cLd9h3RY ->
  • RT @antje_wiener: Exzellenter Artikel zu Tradition, Praxis & Wirkung der massiven Gender-Schieflage in der dt PT.
    Wir werden die Anregungen… ->
  • RT @mamartmat: Die Fragen dieses tollen Beitrags werden auch Gegenstand der Tagung „Un|Sichtbarkeit“ sein, die übermorgen in Frankfurt stat… ->
  • CfA: Am Van Leer Jerusalem Institute sind bis zu 7 Polonsky Fellowships für bis zu 4 Jahre zu vergeben. Bewerbungsf… https://t.co/5sZniCABOh ->

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Symposium: “Normativity Beyond the West: African and Arabo-Islamic Perspectives on Justice” (5./6.12., Münster)

Im Festsaal der Universität Münster findet am 05. und 06.12.2019 ein Symposium mit internationalen Gästen zu „Normativität jenseits des Westens“ statt. Es ist Teil des Forschungsprojektes „Diversität, Macht und Gerechtigkeit: Transkulturelle Perspektiven“ von Franziska Dübgen und Ina Kerner. Die Veranstalterinnen bitten um Anmeldung. Die nötigen Informationen dafür sowie das vollständige Programm finden sich hier.

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CfA: Fellowships am Humanities and Social Change Center (Berlin)

Am Humanities and Social Change Center, das von Rahel Jaeggi an der Humboldt-Universität zu Berlin geleitet wird, sind Fellowships für das akademische Jahr 2020/21 ausgeschrieben. Das Center beschäftigt sich grundsätzlich mit der Krise von Demokratie und Kapitalismus. In dem ausgeschriebenen Zeitraum soll dabei ausgehend von der Erosion von Solidarität ein besonderer Fokus darauf liegen, Krisen und Pathologien der Arbeitswelt zu untersuchen. Bewerber*innen sollten die Promotion abgeschlossen haben und eine Projektskizze auf drei Seiten mit der Bewerbung einreichen. Weitere Informationen – einschließlich einer FAQ-Liste – finden sich hier. Bewerbungsschluss ist am 16.12.2019.  (mehr …)

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CfA: Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft: Transformation der Gegenwart durch Szenarien der Digitalisierung“ (Oldenburg)

In dem Promotionsprogramm zur Transformation der Gegenwart durch Szenarien der Digitalisierung sind 8 Lichtenberg-Stipendien zum 01.05.2020 ausgeschrieben. Sie laufen jeweils drei Jahre. Das Promotionsprogramm ist stark interdisziplinär angelegt, wobei die Philosophie einen Schwerpunkt auf die Themen Dateneigentum und Datenökonomie setzt. Das Programm wird von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit der Jade Hochschule Wilhelmshaven-Oldenburg-Elsfleth und dem Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst durchgeführt. Ausführliche Informationen zu den Fragestellungen, beteiligten Personen und Bewerbungsmodalitäten finden sich hier. Bewerbungen sind bis zum 20.01.2020 möglich

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Tagung: Akademisierung der Kritischen Theorie – Kritische Theorie der Akademisierung (Gießen, 25./26.01.)

Am 25. und 26. Januar 2020 findet an der Universität Gießen die Tagung „Drinnen und Draußen: Akademisierung der Kritischen Theorie – Kritische Theorie der Akademisierung“ statt. Sie widmet sich einer Kritischen Theorie der Universität und fragt gleichzeitig, ob und wie Kritische Theorie innerhalb des aktuellen Hochschulsystems möglich ist – und welche Räume es außerhalb der Universität gäbe. Veranstaltet wird die Tagung in Zusammenarbeit des studentischen Arbeitskreis zur Gastprofessur für kritische Gesellschaftstheorie mit dem aktuellen Gastprofessor Dennis Wutzke. Alle Informationen zum Programm finden sich hier.

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Alle im selben Boot? Schiffbruch, Seenotrettung und die Grenzen der Solidarität

— Nachdem bereits Felix Anderl eine postkoloniale Perspektive auf Solidarität eröffnet hatte, vertieft Jeanette Ehrmann im letzten Beitrag zu unserer Solidaritäts-Debatte diese weiter – und nimmt dabei mit der Seenotrettung ein ebenso besonders aktuelles wie besonders umstrittenes Feld der Solidarität in den Fokus. —

 

Banksy, 2015: We’re not all in the same boat

Der Schiffbruch ist eine zentrale Metapher in der Geschichte des europäischen Denkens, so Hans Blumenberg in seiner Untersuchung „Schiffbruch mit Zuschauer“ (1979). Gerade in der Haltung des unbeteiligten, auf festem Lande stehenden Zuschauers angesichts der Katastrophe eines bevorstehenden oder überstandenen Schiffbruchs offenbare sich die Erfahrung der jeweiligen Zeit. Doch was bedeutet es für die politische Gegenwart, dass sich derzeit täglich reale Szenen des Schiffbruchs an den Grenzen Europas ereignen? Die Flucht über das Mittelmeer, eine der am höchsten überwachten Meereszonen der Welt, ist zur weltweit tödlichsten Migrationsroute auf dem Seeweg geworden. Seit 2014 sind dem Missing Migrants Project zufolge 17.419 Menschen im Mittelmeer zu Tode gekommen, und dies sind nur die dokumentierten Todesfälle. Während noch immer über eine gemeinsame europäische Seenotrettung, über Aufnahmekapazitäten und Verteilungsschlüssel gestritten wird, sind in diesem Jahr bereits 1.091 Menschen auf den „left-to-die boats“ gestorben, jenen namenlosen Booten, die von der libyschen Küste abfahren und keinen sicheren Hafen mehr erreichen. Was bedeutet es für unsere Zeit, so fragt Paul Gilroy, dass wir Zuschauer*innen einer fortgesetzten Katastrophe des Schiffbruchs sind?

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Solidarität über Grenzen hinweg? Die Kritik des Globalen und das reflexive Potenzial gemeinsamer Praxis

— Nach dem starken Plädoyer von Brigitte Bargetz, Alexandra Scheele und Silke Schneider für feministische Perspektiven gerade auch auf umkämpfte Solidaritäten, blickt Felix Anderl im vorletzten Beitrag unserer Solidaritäts!?-Debatte heute auf den potentiell expansiven Charakter der Solidarität im globalen Horizont. —

“Das Eins hat schlechthin nur Wahrheit als viele Eins.“ (Karl Marx)

 Solidarität hat etwas Expansives. Sie reicht einer Gegenüber die Hand und erwirkt damit eine Einheit, die zuvor nicht bestand. Ihr Horizont ist globale Gerechtigkeit. Dies lässt sich gut an Institutionen wie dem Weltsozialforum zeigen, aber auch an der Entwicklungspolitik oder der Erweiterungspolitik der Europäischen Union, die auf dem Versprechen aufbaut(e), dass es – durch europaweite solidarische Politik – allen Europäerinnen einmal so gut gehen würde wie jenen im „Kerneuropa“. Dass dies nicht nur die leere Rhetorik eines neoliberalen Clubs war, zeigt sich etwa in der Verwendung von Solidarität in der Kritischen Theorie. Hauke Brunkhorst (1997, ähnlich Fraser) definiert Fortschritt als die Ausweitung der Solidarität unter Freunden auf die Solidarität mit Fremden. Die Verallgemeinerung der Solidarität in diesem Zusammenhang ist ein Prozess, in dem sich der Kreis derer, für die wir mitfühlend und verantwortlich sind, sukzessive erweitert. (mehr …)

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