Patberg-Buchforum (2): Ein Plädoyer für die Zweistufigkeit der Legislative

In der zweiten Runde unseres Buchforums wird Markus Patbergs „Usurpation und Autorisierung – Konstituierende Gewalt im globalen Zeitalter“ kommentiert von Esther Neuhann.

Das Phänomen, das Markus Patberg in seinem Buch Usurpation und Autorisierung einer Reflexion aus Sicht der Politischen Theorie unterziehen möchte, ist die „suprastaatliche Verfassungspolitik“ (10). Wenn unter einer Verfassung „die rechtliche Grundordnung eines politischen Systems“ (9) verstanden wird, ist Verfassungspolitik der Modus, in dem diese Grundordnung gestaltet wird, „sei es im Gründungsmoment oder bei Revisionen“ (9). Bei suprastaatlicher Verfassungspolitik handelt es sich also um die politische Gestaltung der rechtlichen Grundordnung von politischen Systemen oberhalb der staatlichen Ebene, etwa der Europäischen Union.

In meinen Rückfragen an Patberg werde ich mich insbesondere auf das vierte und fünfte Kapitel des Buches beziehen.

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Patberg-Buchforum (1): Konstituierende Gewalt zwischen Faktizität und Geltung

Den Auftakt zu unserem Buchforum zu Markus Patbergs „Usurpation und Autorisierung – Konstituierende Gewalt im globalen Zeitalter“ macht Rainer Schmalz-Bruns.

Die von Markus Patberg im Januar dieses Jahres in der Reihe „Theorie und Gesellschaft“ im Campus Verlag veröffentlichte und höchst bemerkenswerte Arbeit lässt wenig Spielraum, nicht schlicht beeindruckt zu sein. Was fasziniert und unmittelbar einnimmt, ist die intellektuelle Verve, mit der hier das Projekt verfolgt wird, suprastaatliche Verfassungspolitik als eine Praxis von freien und gleichen Bürgern zu fassen und zu gestalten. Was aspirativ und vom Anspruch her überzeugt, ist der Versuch, das Konzept der pouvoir constituant für diese Zwecke als Kategorie der demokratischen Legitimität gegen verbreitete Widerstände in der verfassungstheoretischen, internationalrechtlichen und politikwissenschaftlichen Diskussion zu reaktivieren und sie im Rahmen eines aufwändigen, mehrstufigen und mehrdimensionalen Verfahrens der Rekonstruktion in eine neue, transnationale Konzeption zu überführen. Was schließlich dazu führt, dass man sich dem Sog der äußerst umsichtig angelegten und bis in die Details der Durchführung höchst instruktiven begrifflichen und konzeptionellen Überlegungen gerne überlässt, ist der Umstand, dass Patberg diese am Ende auf eine konstruktive Pointe zulaufen lässt, mit der er ein Modell der institutionellen Gewährleistung und Hegung einer auf Dauer gestellten demokratischen Praxis konstitutioneller Selbsttransformation politischer Gemeinschaften auf nationaler und transnationaler Ebene anzubieten vermag – ein Modell, das trotz seiner visionär-aspirativen Züge nicht einfach als bloße Projektion eines Geistersehers abgetan werden kann, sondern als freilich verdichteter Ausdruck praktisch bereits wirksamer Spuren kommunikativer Vernunft verstanden werden kann und soll.

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Buchforum zu Markus Patbergs „Usurpation und Autorisierung“

Unsere Buchforen gehen in eine neue Runde, zur Debatte steht diesmal Markus Patbergs „Usurpation und Autorisierung – Konstituierende Gewalt im globalen Zeitalter“ (Campus Verlag, 2018). Ausgehend von der Frage, wie ein legitimer Modus der Autorisierung konstitutioneller Normsetzung jenseits des Staates aussehen könnte, unternimmt Patberg (Universität Hamburg) darin den Versuch, die Kategorie der verfassunggebenden Gewalt für die suprastaatliche Ebene neu zu entwickeln.

Wir freuen uns, Rainer Schmalz-Bruns (der heute den Anfang macht), Esther Neuhann (12.11.) sowie Andreas Busen (19.11.) für kritische Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven gewonnen zu haben. Markus Patberg (26.11.) wird das Forum mit einer Entgegnung abschließen. Wir hoffen auf lebhafte und lehrreiche Diskussionen in den kommenden Wochen!

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Konferenz: Republics and Republicanism (Venedig)

Vom 3.-5. Mai findet in Venedig eine internationale Konferenz mit dem Titel „Republics and Republicanism – Theory and Pratice. Heritage / Present and Future Perspectives„. Der Ort und dass die Keynote von Philip Pettit kommt, ist ja schonmal äußerst passend. Wer nun selbst noch etwas beitragen möchte, kann sich bis zum 10. Dezember mit einem 250 Wörter Abstract bewerben und zwar für eine der drei Kategorien: Political theory and philosophy of Republicanism; The historical manifestations of Republicanism in ideas, movements, regimes and the arts; The study of contemporary political practices which are explicitly or implicitly republican and their future prospects. Alle Infos finden sich auf der Konferenzwebseite.

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Workshop mit Christoph Möllers in Würzburg

Am 28. November 2018 findet in Würzburg ein Workshop mit Christoph Möllers (HU Berlin) zum Thema „Schalten Normen Alternativen frei zu dem, was ist?“ statt. Im Rahmen des Workshops wird insbesondere Möllers‘ Buch „Die Möglichkeit der Normen. Über eine Praxis jenseits von Moralität und Kausalität“ diskutiert werden.

Die Veranstaltung wir organisiert und moderiert von Wolfgang M. Schröder (Professur für Philosophie am Institut für Systematische Theologie der Universität Würzburg). Interessierte sind herzlich eingeladen. Alle Informationen zu Veranstaltungszeit und -ort finden sich gebündelt hier.

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Konferenz: Making Crises Visible/Invisible (Berlin)

Am 12./13. September findet in Berlin die Konferenz „Making Crises Visible/Invisible“ statt. Ausrichter ist der Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“ und die Konferenz wird die Frage stellen, wie wir Krisen wahrnehmen und gesellschaftlich bearbeiten. Insgesamt gibt es über die zwei Tage verteilt fünf Panel, die sich mit Aspekten wie der permanenten Krise politischer Institutionen, dem Ende des Multilateralismus oder der Räumlichkeit von Krisen befassen. Zudem eine Keynote des Filmemachers Peter Herrmann, die sich mit dem Thema „Sichtbare und unsichtbare Krisen im Film: Über Routinen der Bewältigung und Grenzen des Mediums“ befasst. Das ganze Programm und ausführliche Beschreibungen der Panels findet ihr hier im Programmheft oder stets aktuell auf der Konferenzwebseite . Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung aber erforderlich bis zum 22. November 2018 an: siurkus@hsfk.de. (mehr …)

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Vortrag von Joshua D. Broggi über Universitäten in Zeiten der Digitalisierung (Würzburg)

Am 06. Dezember 2018 hält Joshua D. Broggi (University of Oxford), Gründer und Direktor der Woolf Blockchain University, in Würzburg einen Vortrag über „From Humboldt to Blockchain. On the Spirit of University Reform in the Digital Age“. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung wir organisiert und moderiert von Wolfgang M. Schröder (Professur für Philosophie am Institut für Systematische Theologie der Universität Würzburg). Der Vortrag beginnt um 16 Uhr (c. t.) und findet im Toscanasaal der Residenz Würzburg statt. Alle Informationen finden sich gebündelt noch einmal hier.

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CfA W1-Professur (Tenure Track) im Bereich „Empirical Democratic Theory“ (Köln)

Die Universität zu Köln schreibt eine W1-Professur im Bereich „Empirical Democratic Theory“ mit Tenure Track zu W2 aus. Geeignete Kandidat*innen sollen einen Schwerpunkt in theoretisch angeleiteter empirischer Demokratieforschung mitbringen. Darüber hinaus sind Kompetenzen im Bereich der positiven bzw. empirisch-analytischen politischen Theorie erwünscht.

Die Stelle soll ab April 2019 besetzt werden, Bewerbungen sind noch bis 19. November 2018 möglich. Die ausführliche Ausschreibung findet sich hier.

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Vortrag Ute Daniels „Die Wahrheit der ‚Fake News'“ (Frankfurt)

Am 14. November 2018 findet der zweite Vortrag der IfS-Vortragsreihe »Demokratie und Wahrheit« im Rahmen der Frankfurter Positionen 2019 mit der Historikerin Ute Daniel zum Thema »Die Wahrheit der ›Fake News‹« statt. Der Vortrag analysiert ausgehend vom Phänomen gezielter Falschmeldungen die spannungsreichen Beziehungen zwischen Medien, Politik und Wissenschaft.

Es folgen Vorträge von Frieder Vogelmann, Micha Brumlik und Susanne Lüdemann. Alle Vorträge der Vortragsreihe beginnen um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Frankfurt am Main. Die Teilnahme ist kostenfrei. Alle Termine und Informationen zu der Vortragsreihe finden sich hier.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der bereits angekündigte Vortrag von Jan Assmann leider ausfällt. Stattdessen konnte Micha Brumlik für den Vortrag am 12. Dezember 2018 gewonnen werden.

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CfP „Umkämpfte Solidaritäten“ Schwerpunktheft der Femina Politica

Für ein Schwerpunktheft zum Thema „Umkämpfte Solidaritäten“ der Zeitschrift Femina Politica suchen die Herausgeberinnen Brigitte Bargetz, Alexandra Scheele und Silke Schneider Beiträge, die vor dem Hintergrund gegenwärtiger politischer Entwicklungen auf nationalstaatlicher sowie supranationaler Ebene die Frage nach Solidarität(en) aus feministischer, queerer und postkolonialer Perspektive neu stellen.

Erwünscht sind unter anderem theoretische Beiträge, die die multiplen geschlechterpolitischen Bedingungen und Effekte im Hinblick auf veränderte Solidaritätsverhältnisse untersuchen oder danach fragen, was (intersektionale) feministische Solidarität heute bedeuten kann. Ein- bis zweiseitige Abstracts werden bis zum 30. November 2018 erbeten; der ausführliche Call for Abstracts findet sich hier.

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CfA Wiss. Mitarbeiterstelle (befristet) am IASS Potsdam (100%)

Das Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS) in Potsdam schreibt ab 1.1.2019 eine volle Mitarbeiter_innenstelle (TVöD Bund) zum Themenbereich Politische Theorie, Zukunft und Nachhaltigkeit aus. Die Stelle ist befristet bis zum 31.12.2019.

Die vollständige Ausschreibung findet sich hier, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 2.12.2018.

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Workshop „Dissensus, Judgment, Universality: Rethinking Lyotard’s Politics“ in Frankfurt

Am 30. November und 1. Dezember 2018 findet am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main ein internationaler Workshop statt, der sich dem politischen Denken von Jean-François Lyotard widmet. Ziel des Workshops ist es, die Bedeutung des politischen Denkens Lyotards für gegenwärtige politische und sozialphilosophische Debatten um Gerechtigkeit, Kritik, Universalismus und Kommunikation zu ergründen.

Organisiert wird der Workshop von Javier Burdman und Martin Saar; das Programm findet sich hier. Um Anmeldung wird gebeten unter: burdman@normativeorders.net.

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