Zur demokratischen Repräsentation des Volkes. Ein Tagungsbericht aus Leipzig

Wer das Volk zu vertreten, in seinem Namen zu sprechen oder es als „Wir“ selbst zu verkörpern beansprucht, tritt nicht gerade bescheiden auf: Nicht nur behauptet man, den Willen des gesamten Volkes zu kennen, sondern auch, ihn als einzige Instanz oder Gruppe legitimerweise artikulieren zu können. Als Objekt der politischen Repräsentation schlechthin wird das Volk von vielen Seiten umworben. Diesen oftmals konkurrierenden Repräsentationsansprüchen widmete sich die studentisch organisierte Tagung „‚Im Namen des Volkes‘ – Zur Kritik eines politischen Anspruchs“, die am 8. und 9. November 2018 in Leipzig stattfand und von Marvin Neubauer, Max Stange, Charlott Resske und Frederik Doktor veranstaltet wurde. Die Organisator*innen nahmen dabei die derzeit unter anderem von populistischen Parteien angezweifelte Legitimität repräsentativer Demokratien zum Anlass, um die vielerorts diagnostizierte Notlage der Demokratie als Krise der politischen Repräsentation zu untersuchen. Dieser Krise und ihrem Gegenstand näherten sich die Vortragenden aus den Geistes- und Rechtswissenschaften aus drei verschiedenen Richtungen: So wurden grundlegende theoretische Reflexionen über die Funktionsweise von politischer Repräsentation angestrengt, divergierende Abwägungen zwischen Allgemeinwohl und Partikularinteressen artikuliert und mit Nachdruck auf die temporale Dimension von Repräsentation hingewiesen.

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In eigener Sache: Theorieblog ist „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“

Zu unserer großen Freude und Überraschung wurden wir zum „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“ gewählt und erhalten damit eine Auszeichnung, die der Blog Wissenschaft kommuniziert“ von Reiner Korbmann seit einigen Jahren vergibt. Wir sind zwar – anders als die Laudatio es will – kein in nur einer Stadt konzentrierter Blog und wurden überdies von vielen Gründermüttern und -vätern ins Leben gerufen. Aber es ist schön zu sehen, dass Politische Theorie, Ideengeschichte und Philosophie in Blogform so viel Aufmerksamkeit und Anerkennung erfährt – oder wie es bei „Wissenschaft kommuniziert“ heißt: Theorie ist Gold!

Da die Entscheidung über die Auszeichnung in den Händen des Wahlvolkes lag, danken wir an dieser Stelle vorrangig allen, die an der Abstimmung teilgenommen haben, die den Theorieblog lesen und unterstützen und dafür gesorgt haben, dass der Theorieblog auch außerhalb des Faches bekannter wird.

Wir versprechen euch auch für das Wissenschaftsjahr 2019 spannende Debatten, informative Tagungsberichte und Lesenotizen und unsere gewohnten „Service“-Leistungen.
Das alles wäre natürlich ohne unsere vielen Gastautor*innen nicht möglich. Daher sei euch an dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Wir freuen uns auch 2019 auf viele neue Einsendungen und Ideen!

 

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CfA WiMi-Stelle (50%) im Bereich Praktische Philosophie, Oldenburg – Frist: 20.2.19

Nur noch bis zum 20. Februar 2019 läuft die Bewerbungsfirst für die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin bzw. eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (3 Jahre, 50%, 13 TV-L, 2 SWS) mit Gelegenheit zur Promotion im Arbeitsbereich Praktische Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zu den Einstellungsvoraussetzungen gehören ein überdurchschnittlich abgeschlossenes Studium der Philosophie, pädagogische Eignung und herausragende Kenntnisse in der Praktischen Philosophie. Erwünscht ist insbesondere Forschung in der Politischen Philosophie oder Sozialphilosophie. Diese und weitere Details zur Ausschreibung finden sich online.

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CfP „Complicity in Human Rights Violations“, Dubrovnik

Vom 1. bis zum 7. September stehen Menschenrechtsverletzungen und Fragen von Verantwortung und Komplizenschaft im Mittelpunkt des diesjährigen Workshops „The Diversity of Human Rights“ am Inter-University Center in Dubrovnik. Forscher*innen aus den Bereichen Philosophie, Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft sind dabei genauso eingeladen, Beiträge einzureichen, wie auch Menschenrechtsaktivist*innen. Die Frist zur Einreichungen verstreicht am 31. März 2019.
Als Keynote-Vortragende sind angekündigt: Miles Jackson, Christopher Kutz und Chiara Lepora. Organisiert wird der Workshop in diesem Jahr von Anna Goppel, Andreas Cassee und Corinna Mieth. Alle Details zum Thema wie auch zum Call findet ihr hier oder nach dem Klick. (mehr …)

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Institutionen des Politischen. Theorie und Kritik (Wien)

Vom 13.-15. März 2019 findet in Wien ein Workshop zum Thema „Institutionen des Politischen. Theorie und Kritik“ statt. Die von Oliver Marchart, Matthias Flatscher, Thomas Bedorf und Steffen Herrmann organisierte Tagung wird sich mit der Frage befassen, wie ein Institutionendesign aussehen könnte, welches sich auf die Bodenlosigkeit des Politischen gründet. Weitere Details findet ihr im Programm, das jetzt hier abrufbar ist.

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CfA WiMi-Stelle im Projekt „Partizipation und Ungleichheit“, Berlin

An der FU Berlin ist im DFG-Projekt „Partizipation und Ungleichheit ‚beyond the state’“ von Christian Volk eine Stelle als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Praedoc, 65%, 3 Jahre, E13 TV-L) ausgeschrieben. Zu den Aufgaben zählt vor allem die Mitarbeit im Forschungsprojekt, genauer an der Ausarbeitung von Projektdesign und Methodik, der Weiterentwicklung des theoretischen Rahmens und gemeinsamen Publikationen und Workshops. Gelegenheit zur Promotion besteht. Bewerber*innen müssen ein Geistes- bzw. Sozialwissenschaftliches Hochschulstudium abgeschlossen haben und sollten u.a. Fertigkeiten im Bereich der qualitativen Sozialforschung und Kenntnisse im Bereich der Demokratietheorie mitbringen. Die Bewerbungsfrist endet am 11.03.19.
Alle weiteren Informationen zum Projekt und zur Stelle gibt es online auf Deutsch und Englisch und bei uns nach dem Klick ebenfalls auf Deutsch. (mehr …)

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CfP Democracy and Social Unreason (International Summerschool Critical Theory)

Im Sommer geht die International Summer School Critical Theory, die das Center for Humanities and Social Change der HU Berlin zusammen mit dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt und der New School for Social Research organisiert, in die dritte Runde. Vom 1. bis zum 6. Juli 2019 geht es an der HU Berlin dabei um das Thema „Democracy and Social Unreason“. Instructors sind in diesem Sommer Andrew Arato, Jean Cohen, Fabian Freyenhagen, Rahel Jaeggi, Regina Kreide und Frederick Neuhouser.

Bewerbungen zur Teilnahme – mit kurzer inhaltlicher Stellungnahme zum Thema sowie Lebenslauf – können bis zum 15. März 2019 an die Organisatorinnen geschickt werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung, zum Call und zum Bewerbungsprozess finden sich online und auch nach dem Klick.

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Ringvorlesung „Contemporary Approaches to Feminist Philosophy“ (Frankfurt)

Im kommenden Sommersemester findet in Frankfurt eine Kristina Lepold und Marina Martinez Mateo organisierte internationale Ringvorlesung mit dem Titel „Contemporary Approaches to Feminist Philosophy„. Ziel der Ringvorlesung ist es, neuere Diskussionen der feministischen Philosophie bekannt zu machen – etwa um Geschlecht als „social kind“, die Frage epistemischer Gerechtigkeit oder das Verhältnis von feministischem Denken und postkolonialer Kritik. Den Anfang macht am 29. April Charlotte Witt mit einer Vorlesung zum Thema „What is Gender Essentialism?“, weitere Vorlesungen kommen von anderen höchst renommierten Forscher_innen wie Patricia PurtschertHelen Longino, José MedinaSerene J. Khader und Estelle Ferrarese. Die Vorlesungen finden jeweils Montags um 17 Uhr statt (Casino 1.801). Mehr Informationen entnehmt bitte dem Plakat oder der Webseite.

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Tractatus-Essaypreis 2019 des Philosophicums Lech

Das Philosophicum Lech schreibt auch in diesem Jahr den Tractatus-Preis für philosophische Essayistik aus. Deutschsprachige Essays der Jahre 2018 und 2019, die relevante philosophische Fragen und originelle Denkansätze für eine breitere Öffentlichkeit verständlich diskutieren, können dabei bis zum 28. März 2019 ins Rennen geschickt werden. Weitere Informationen zur Ausschreibung, zur Jury und zum Bewerbungsprozess finden sich hier oder nach dem Klick.

Die Preisverleihung findet übrigens am 27. September 2019 im Rahmen des 23. Philosophicums Lech statt, das sich in diesem Jahr mit dem Thema „Die Werte der Wenigen. Eliten und Demokratie“ auseinandersetzt.

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Für (relativ) Kurzentschlossene: Buchvorstellung „Exodus oder dialektische Negation“ (Berlin)

Anlässlich der Publikation seiner Dissertation stellt Victor Kempf  am 13. Februar um 18 Uhr an der Berliner Humboldt Uni seine Überlegungen zur zeitgenössischen Kapitalismuskritik zur Diskussion. Eva von Redecker wird hierauf mit einem Kommentar antworten, Daniel Loick moderiert die Veranstaltung. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Details zur Veranstaltung finden sich hier. Das hier im Fokus stehende Buch, „Exodus oder dialektische Negation. Paradigmen der Kapitalismuskritik im Widerstreit“, erscheint übrigens in der neuen, von Julia Christ, Daniel Loick, Titus Stahl und Frieder Vogelmann herausgegebenen Reihe „Philosophie & Kritik“.

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