CfA: Fellowships am Humanities and Social Change Center (Berlin)

Am Humanities and Social Change Center, das von Rahel Jaeggi an der Humboldt-Universität zu Berlin geleitet wird, sind Fellowships für das akademische Jahr 2020/21 ausgeschrieben. Das Center beschäftigt sich grundsätzlich mit der Krise von Demokratie und Kapitalismus. In dem ausgeschriebenen Zeitraum soll dabei ausgehend von der Erosion von Solidarität ein besonderer Fokus darauf liegen, Krisen und Pathologien der Arbeitswelt zu untersuchen. Bewerber*innen sollten die Promotion abgeschlossen haben und eine Projektskizze auf drei Seiten mit der Bewerbung einreichen. Weitere Informationen – einschließlich einer FAQ-Liste – finden sich hier. Bewerbungsschluss ist am 16.12.2019.  (mehr …)

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Wirtschafts- und fiskalpolitische „Größen“ der Demokratie (Buchforum „Die Größe der Demokratie“, Teil 4)

Dass Dirk Jörkes Die Größe der Demokratie der tatsächlichen und der potentiellen demokratischen Qualität großräumiger Herrschaft und Integration besonders Europas skeptisch gegenübersteht, ist in den bisherigen Diskussionen zum Werk stets festgestellt worden. Dazu wird hier keine Position bezogen, auch eine Gesamtwürdigung des Bandes wird im Sinne der thematischen Arbeitsteilung des vorliegenden Buchforums unterbleiben müssen. Stattdessen möchte ich mich Jörkes neuem Buch maßgeblich aus einer wirtschafts- und finanz- bzw. fiskaltheoretischen Sichtweise der Politischen Theorie und Ideengeschichte nähern. Darum konzentriere ich mich auf dessen sechstes Kapitel, d.h. auf Jörkes Ausführungen über „Rückgewinnung wirtschaftspolitischer Souveränität“.

Dass dieser Fokus gleichwohl aufs Ganze zielt, wird dadurch deutlich, dass Jörke selbst sein Buch über die Demokratiekrise Europas und der europäischen Staaten mit einer wirtschafts- und fiskalpolitischen Skandalisierung einleitet. Eurokrise, Wohnungsfrage, Lohnsklaverei, Finanztransaktionssteuerdiskussion, Steuerflucht und -vermeidung u.v.a.m. führt er an. Solche Kritik ist mit guten Gründen Standard geworden. Von Thomas Piketty über Wolfgang Streeck bis Jean-Claude Michéa wird die heutige europäische Demokratiekrise vom liberalen bis ins radikale Spektrum als Konsequenz einer irrlichternen Wirtschaftsideologie vorgeführt. Dem schließt sich Jörke an. (mehr …)

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Programmiert auf freie Zeit: Lesenotiz zu Antonio Negris „Über das Kapital hinaus“

Negri, Antonio: Über das Kapital hinaus
Abb.: Dietz Verlag

Antonio Negri: Über das Kapital hinaus, Karl Dietz Verlag, Berlin 2019, 263 Seiten.

Ist Marx ein Denker der Industrialisierung, oder hat er uns auch heute in Zeiten von Überwachungskapitalismus, Big Data und Industrie 4.0 noch etwas zu sagen? Die Arbeitswelt ist seit Ende der 1970er nicht länger eine der Hochöfen und des Fließbandes. Der sogenannte Postfordismus ist vielmehr zunehmend automatisiert, global diversifiziert und flexibilisiert. Insbesondere ist es nun auch das allgemeine Wissen und die darauf aufbauende Kreativität der Lohnarbeitenden, derer sich die kapitalgetriebene Produktion heute bemächtigt.

Am Beginn dieses Flexibilisierungs- und Automatisierungsprozesses, der auch das Ende der Arbeit (Jeremy Rifkin, 1995) erahnen ließ, machte sich Antonio Negri erneut an das marxsche Werk, indem er sich auf Einladung Louis Althussers in einer Vorlesung in Paris den Grundrissen widmete. Die Erstveröffentlichung dieser neun Teile erfolgte 1979 unter dem italienischen Titel Marx oltre Marx. Vierzig Jahre später ist der Vorlesungszyklus nun auch auf Deutsch erschienen. (mehr …)

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It’s not over until it’s over. Adam Tooze zu zehn Jahren Finanzkrise

Auf dem Höhepunkt der durch einen Bankenkrach in den USA ausgelösten und sich rasant über den halben Erdball verbreitenden Wirtschaftskrise 1857 bemerkte Karl Marx, seine Arbeit sei nun eine „doppelte“: die Ausarbeitung der ökonomischen Theorie in den Grundrissen sowie die Abfassung einer Broschüre über die Krise (MEGA III/8, S. 221). Marx hat die Broschüre nicht geschrieben, aber dazu Material über den Verlauf der Krise auf den Geld-, Industrie- und Rohstoffmärkten, ihre Ausdehnung über den Globus und die Rolle des Staats bei ihrer Moderation zusammengetragen. Anders als die reine Theorie hat es die Krisenanalyse mit einer konkreten Konstellation der bürgerlichen Gesellschaft zu tun. Weil die 2007 ausgebrochene Finanzkrise das welthistorisch bedeutendste Ereignis der vergangenen Dekade gewesen ist – sie zeitigte nicht nur globale und weit über rein ökonomische Belange hinausgehende Folgen, es ist auch ungewiss, ob sie überhaupt vorüber ist –, sind Synthesen dazu dringlich. Umso wichtiger ist Crashed, das neue Buch des britischen, an der New Yorker Columbia University lehrenden Historikers Adam Tooze über die Krise und ihr Weiterleben in der Gegenwart. (mehr …)

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Koordinationsstelle HU Berlin: Center for Humanities and Social Change

Am gerade im Aufbau befindlichen Center for Humanities and Social Change der Humboldt-Unversität in Berlin ist nun eine Stelle für Wissenschaftliche Koordination ausgeschrieben. Das Zentrum zielt auf eine Erforschung von Krisen in Demokratie und Kapitalismus aus vornehmlich sozialphilosophischer Perspektive ab und wird von Rahel Jaeggi geleitet. Bewerbungen sind bis zum 15. Mai möglich, die Details lauten folgendermaßen: (mehr …)

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CfP: Transition Impossible? (Wien)

Vom 19. bis 21. September 2018 findet am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit der Wirtschaftsuniversität Wien eine internationale Konferenz mit dem Titel „Transition Impossible? Ambigous Transformations and the Resilience of Unsustainability“ statt. Hierfür nehmen die Organisatoren Daniel Hausknost, Michael Deflorian und Ingolfur Blühdorn noch bis zum 28. Februar Vortrags-Vorschläge entgegen. Weitere Details zur Veranstaltung und zur Bewerbung finden sich hier.

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Kolloquium über Kapitalismus, Affektivität und ihre Kritik

Am 15. und 16. September 2016 wird an der Humboldt-Universität zu Berlin über Kapitalismus und Affektivität diskutiert. Das interdisziplinäre Kolloquium „Living Capital – Economics, Affects, Critique“ fragt, wie sich Ökonomie und Affekte beeinflussen und wie dies in eine Kritik des Kapitalismus einbezogen werden kann. Die Veranstaltung ist in Englisch und findet im Festsaal der Humboldt Graduate School in der Luisenstraße 56 statt. Alle Informationen über Sprecher*innen und Veranstalter*innen finden sich auf dem Flyer des Kolloquiums.

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Demokratie und Kapitalismus: DVPW-Tagung in Darmstadt

Vom 23. bis zum 25. Juni veranstalten die Sektionen „Politische Theorie und Ideengeschichte“ und „Politische Ökonomie“ in Darmstadt gemeinsam mit der Schader-Stiftung die Tagung „Ziemlich beste Feinde: Das spannungsreiche Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus“. Vielversprechend ist das Programm nicht nur wegen hochrelevanter Themenbeiträge aus beiden Teilbereichen – under anderem von Wolfgang Streeck –, sondern auch dank einer Reihe von „Praxisimpulsen“. Alle Infos finden sich hier, um Anmeldung bis zum 15. Juni wird gebeten.

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