Buchworkshop: „Wirtschaft, Demokratie und liberaler Sozialismus“ (Dortmund)

Am 16. und 17. März 2023 findet an der TU Dortmund ein Workshop zu dem neu erschienenen Buch „Wirtschaft, Demokratie und liberaler Sozialismus“ (Campus) von Hannes Kuch statt. Der Workshop widmet sich der Diskussion dieses Buches, das unterschiedliche Alternativen zum Kapitalismus analyisiert. Der kapitalistische Markt unterwandere das, was G.W.F. Hegel ‚Sittlichkeit‘ nannte: ein lebendiges, wirksames Ethos demokratischer Gerechtigkeit. Daraus ergibt sich für Kuch die Forderung, dass demokratische Fähigkeiten bereits in der Wirtschaft eingeübt und wachgehalten werden müssen. Der Workshop findet hybrid statt. Anmeldungen sind bis zum 9. März 2023 an christian.neuhaeuser@udo.edu möglich. Das Programm kann hier eingesehen werden.

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Buchvorstellung & Diskussion: „Der erschöpfte Staat. Eine andere Geschichte des Neoliberalismus“

Mit Diskussionsbeiträgen von Thomas Biebricher, Bernhard Rieger, Uwe Schimank und Wolfgang Streeck stellt die Historikerin Ariane Leendertz ihr Buch „Der erschöpfte Staat: Eine andere Geschichte des Neoliberalismus“ (Hamburger Edition) vor.  Die Veranstaltung wird am 23. Februar 2023 am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln stattfinden. Anmeldungen sind bis zum 15. Februar an info@mpifg.de erbeten.

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Philosophie für das Silicon Valley: Longtermism

Wenn es in der Philosophie so etwas wie populäre Trends gibt, dann gehört der Longtermism gegenwärtig sicher zu den einflussreichsten. Longtermism beschäftigt die Frage nach der moralischen Verantwortung auf lange Sicht. Es ist ein Trend der weniger in Academia als in Podcasts, populären Büchern und privaten Stiftungen stattfindet. Im Silicon Valley erfreut er sich großer Popularität. Zuletzt ist ihm größere Aufmerksamkeit zugekommen, weil einer seiner prominentesten Förderer, der inzwischen bankrotte Krypto-Unternehmer Sam Bankman-Fried, sich als Betrüger herausgestellt hat. Einer der wichtigsten theoretischen Vertreter des Longtermism ist der Shooting Star William MacAskill, junger Assistenzprofessor für Philosophie in Oxford, zeitweise jüngster Philosophieprofessor weltweit. In seinem neuen Buch „What We Owe the Future“ möchte er die zentralen Thesen des Longtermism einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Elon Musk sieht das Buch nah an seiner eigenen Philosophie. Bill Gates nennt MacAskill einen „Data nerd after my own heart”.

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Bataille reloaded: Für einen radikal aufgeklärten Souveränitätsbegriff

Weiter geht es in unserer Blogpost-Reihe zu Souveränität mit Daniel Liebs Plädoyer für einen Souveränitätsbegriff, der radikal aufgeklärt ist.

Meine Angst ist endlich absolut und souverän. Meine tote Souveränität liegt auf der Straße“. Diese Zeilen stellt der Schriftsteller Georges Bataille (1897 – 1962) seinem Frühwerk Madame Edwarda voran. Mit dieser zunächst verwirrenden Formulierung wird das tradierte Verständnis von Souveränität, das von Bodin über Hobbes bis hin zu Batailles Zeitgenossen Carl Schmitt reicht, einer Irritation unterzogen: Bataille leitet seinen Souveränitätsbegriff augenscheinlich nicht vom Staat respektive vom Volk, sondern vom individuellen Seelenleben (Meine Angst) ab. Wie ein Blick in Batailles theoretisches Werk zeigt, ist damit eine Kultur- und Kapitalismuskritik verbunden, die an der Dichotomie von Natur versus Kultur ansetzt: er postuliert, dass infolge der Unterwerfung der Natur im Zuge der europäischen Aufklärung eine sukzessive Verdrängung vieler Aspekte einherging, die jenseits der Ratio liegen. Dieser Prozess – so die These dieses Blogposts – hat sich im Zuge des Neoliberalismus seit den 1970er Jahren noch einmal radikalisiert. Neben dem (vermeintlich) Nicht-Menschlichen betrifft diese Verdrängung auch die Felder der Emotionalität sowie kollektiver Existenzen. Ziel dieses Blogposts ist es, Batailles Kritik an der rationalen Epistemologie der Nützlichkeit und Verwertbarkeit aus ihrem diskursiven Schattendasein hervorzuholen und mit aktuellen Debatten um eine Neue radikale Aufklärung zu verknüpfen. Souveränität erscheint so einerseits als Moment einer innersubjektiven Versöhnung von Rationalität und Emotionalität, indem anstelle eines singularisierten Zwangs zur (Selbst-)Ausbeutung der Arbeitskraft eine neue kollektive Autonomie eröffnet wird. Andererseits als äußere Versöhnung des Menschen mit der Welt, indem an die Stelle einer Ausbeutung natürlicher Ressourcen eine solidarische Haltung rückt, die eine nachhaltige Koexistenz von Mensch und Natur antizipiert. (mehr …)

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Symposium: „Contested Social and Ecological Reproduction“ in Dresden

Am 23. September findet an der TU Dresden ein internationales Symposium zum Thema „Umkämpfte soziale und ökologische Reproduktion/Contested Social and Ecological Reproduction“ statt, das den Umgang unterschiedlicher politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure sowie sozialer Bewegungen mit anhaltenden multidimensionalen Krisen und der Gefährdung menschlicher Lebensgrundlagen zum Gegenstand hat. Der erste Teil des Symposiums zum Thema „Care and Supply“ findet in deutscher, die weiteren Teile – darunter auch ein Gespräch mit Nancy Fraser zu ihrem Buch Cannibal Capitalism – in englischer Sprache statt. Eine Anmeldung zu dieser öffentlichen Veranstaltung, die im Victor-Klemperer-Saal in Dresden sowie online stattfindet, ist bis zum 20. September 2022 unter constanze.stutz@tu-dresden.de möglich. Das komplette Programm mit Infos zu den unterschiedlichen Beiträgen findet sich online hier.

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Herrschaft und Organisation aus Sicht der kritischen Theorie. Ein Konferenzbericht

Ist Herrschaft unabdingbar? Und was ist das Verhältnis von Herrschaft und Organisation? Mit diesen zentralen Fragen beschäftigte sich die vierte Konferenz des Peter-Bulthaup-Archivs am 25. Juni 2022 in Hannover. Leitthese der Konferenz war, dass es eine problematische Vermischung der Begriffe Herrschaft und Organisation in den Gesellschaftswissenschaften gebe. Hierdurch würde einerseits alle Organisation fälschlicherweise einer Herrschaftskritik unterzogen, während andererseits Herrschaft nicht als machtasymmetrisches Beziehungsgefüge erfasst werden könne. Ohne eine analytisch-begriffliche Differenzierung bleibe es jedoch unmöglich, insbesondere die anonymisierte Herrschaftsform der kapitalistischen Gesellschaft kritisch zu betrachten. (mehr …)

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Gemeinsamer Arbeitskampf statt Identitätspolitik? Nancy Frasers Benjamin Lectures 2022

Nancy Fraser werde ja schon fast wie ein Popstar gefeiert, so Rahel Jaeggi zur Eröffnung der diesjährigen „Benjamin-Lectures“, was angesichts des mit 1000 Zuhörenden voll besetzten Haus der Kulturen der Welt keine Übertreibung darstellte. Zum dritten Mal hatte das von Rahel Jaeggi und Robin Celikates geleitete „Center for Humanities and Social Change“ an der Humboldt-Universität einen sehr prominenten Gast als Inhaberin des „Benjamin-Chairs“ ausgewählt. In ihrer Vorstellung machte Rahel Jaeggi bereits deutlich, was in den nächsten Tagen zu erwarten wäre. Vorträge, die sich – genau wie die Vortragende selbst – an der Schnittstelle von Theorie und praktischer politischer Intervention verorten lassen würden. (mehr …)

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Tagung: „Philosophie und Rassismus“ (Münster / hybrid, 06.-08.10.22)

Vom 06.-08. Oktober wird die ursprünglich schon für Januar 2022 geplante Tagung über „Philosophie und Rassismus“ an der Universität Münster nachgeholt. Auf der Tagung soll Rassismus aus philosophischer Perspektive analysiert und im Zusammenhang mit anderen Formen der Beherrschung diskutiert werden.  Neben der Präsenzteilnahme kann man die Tagung auch per Livestream verfolgen. Alle Informationen dazu und zum Programm finden sich hier.

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Vortrag: „Unpayable Debt“ und „Future Perfect“ mit Denise Ferreira da Silva (Berlin)

Die Theoretikerin und Künstlerin Denise Ferreira da Silva spricht am 25.06. und 30.06. in Berlin über ihr kommendes Buch Unpayable Debt und die darin vertretene „poethische“ Perspektive auf Kolonialität und globales Kapital. Organisiert werden die beiden Veranstaltungen vom Lehrstuhl Theorie der Politik der HU Berlin zusammen mit FG DeKolonial und Savvy Contemporary. Alle weiteren Informationen gibt es hier und hier.

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Benjamin-Lectures: Nancy Fraser über „Three Faces of Capitalist Labor“ (Berlin 14.-16.6.))

Nancy Fraser wird in diesem Jahr die Benjamin-Lectures in Berlin halten. Sie spricht am 14./15./16. Juni 2022 über „The three faces of capitalist labor. Uncovering the hidden ties among gender, race and class“. Im Zentrum der Lectures steht die folgende Frage: Sollten wir die heutigen antirassistischen, antiimperialistischen und feministischen Kämpfe als unerkannte Arbeitskämpfe betrachten? Fraser widmet sich der verborgenen Verbindungen zwischen Geschlecht, Rasse und Klasse, indem sie sie mit drei Formen der kapitalistischen Arbeit verknüpft: ausbeuterische Arbeit, entrechtete Arbeit und Hausarbeit. Die öffentlichen Vorlesungen finden jeweils von 18-20 Uhr im Haus der Kulturen der Welt statt; eine Anmeldung ist nicht notwendig. Alle ausführlichen Informationen findet Ihr hier.

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