„Transparenz, Öffentlichkeit, Urteilskraft“ – Tagung des Hannah Arendt-Zentrums

Vom 8.-10. November veranstaltet das Hannah Arendt-Zentrum an der Universität Oldenburg eine Tagung zum Thema „Transparenz, Öffentlichkeit, Urteilskraft“. Im Zentrum steht die Digitalisierung der Öffentlichkeit und das Aufkommen von Transparenzforderungen, die analysiert und mit Hannah Arendts Kategorien von Erfahrung und Urteilskraft neu durchdacht werden sollen. Organisiert wird die Tagung von Prof. Dr. Johann Kreuzer, Dr. Nils Baratella und Héla Hecker. Das Tagungsprogramm und die Abstracts zu den Vorträgen finden sich hier.

Weiterlesen

Marschieren für die Wahrheit – dieses leichte Unbehagen. Eine etwas zu persönliche Reflexion über den March for Science

Am Wochenende waren an vielen Orten in Deutschland und auf der ganzen Welt Bildungsbürgerinnen auf den Straßen – so auch die Verfasserin dieser Zeilen, die dem Spektakel im beschaulichen Freiburg beiwohnte. Man versammelte sich unter dem Motto „Zu Fakten gibt es keine Alternative“, denn man ist beunruhigt, ja alarmiert, durch all das Postfaktentum, das da vermeintlich in der Welt heutzutage herumgeistert, personifiziert durch Donald Trump und seine ‚alternativen Fakten‘. Man ist bemüht, die Bedeutung des Wissens und der Wissenschaften im Streit der Meinungen durch den symbolischen Akt des Marschierens wieder ins Gedächtnis zu rufen, und scheint sich einig, dass es unverhandelbare Tatsachen gibt, die wissenschaftlicher Reflexion und Methode in die treusorgenden Hände zu legen sind. Wahrscheinlich muss man nicht einmal Hannah Arendt (Wahrheit und Lüge in der Politik) bemühen, um sich des Eindrucks zu vergewissern, dass die Gleichsetzung von Tatsachen und Meinungen im Bereich des Politischen nicht nur unangebracht sondern gefährlich ist – an Anschauungsmaterial (siehe hier und hier) mangelte es eigentlich nie. Wegen solcherlei Erwägungen stand man also zusammen: Professorinnen, Studentinnen, Privatdozentinnen, wissenschaftliches Prekariat und jede Menge Alumni. Das unangenehme Gefühl der Selbstbeweihräucherung wurde um der guten Sache willen im Kauf genommen. Man ignorierte für einen Samstagmittag all die Grabenkämpfe um Mittelkürzungen und prekäre Anstellungsverhältnisse und war sich einmal einig.

Doch bei einem Blick auf die Statements und Schilder wurde mir bestätigt, was zuvor eher dumpfe Ahnung war: Das Problem ist und bleibt das „Man“, das Gruppengefühl, die vermeintlich gemeinsame Sache, eben diese Einigkeit. (mehr …)

Weiterlesen

Flucht, Migration und Integration. Zwei Vorträge in Freiburg

Zum Auftakt ins neue Jahr lädt die Freiburger Professur für Politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte gemeinsam mit dem Colloquium Politicum der Universität Freiburg erneut zu Vorträgen zu Flucht, Migration und Integration ein. Am 11. Januar trägt Frauke Kurbacher von der FU Berlin „Gedanken zu einer Philosophie der Migration“ vor und sucht die Figur und Situation des Flüchtlings zu greifen. Am 25. Januar unternimmt Sybille De La Rosa (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) dann „Demokratietheoretische Überlegungen zur Inklusion und Exklusion von Geflüchteten“. Alle Zeiten und Orte finden sich unter folgendem Link und auch noch einmal nach dem Klick.

(mehr …)

Weiterlesen

Tagung: Critique of Love – Love as Critique (St. Gallen)

Am 2. und 3. Dezember findet in St. Gallen eine Tagung zu „Critique of Love – Love as Critique“ statt. Die von Federica Gregoratto und Dieter Thomä organisierte Tagung untersucht Liebe in einer sozialen und politischen Perspektive und es gibt unter anderem Beiträge zu Arendt, Adorno, Marx und Nussbaum. Wer sich für die Tagung interessiert, findet hier eine ausführlichere Beschreibung und Programm und hier den Flyer.

Weiterlesen

Workshop: Materialismus und politisches Handeln (Frankfurt)

Am Mittwoch, den 16.12.2015, findet in Frankfurt am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ ein von Kolja Möller organisierter Workshop zu „Materialismus und politisches Handeln“ statt. Mit von der Partie sind. Es wird diskutiert über Modelle politischen Handelns (Möller/Schink), Performativität und Befreiung (Kajewski), Superforecasting (Rauer), Machiavelli und Gewalt (Hölzing) und Realismus und Materialismus (Wagner). Wer teilnehmen will, schicke eine Anmeldung an Kolja Möller. Ablauf und Programm könnt ihr hier einsehen.

Weiterlesen

Konferenz: Hannah Arendt – 40 Jahre später (Paris)

Am 03. und 04. Dezember findet in Paris eine Konferenz anlässlich des 40sten Todestages von Hannah Arendt statt. Am ersten Tag gibt es einen Roundtable, in dem unterschiedlichen Rezeptionsdiskursen nachgegangen wird (Dana Villa für die USA, Carole Widmaier für Frankreich, Christian Volk für Deutschland). Der zweite Tag geht verschiedenen Aspekten der heutigen Arendt-Rezeption nach (von den Räten über die Depolitisierung bis zum Feminismus). Zudem wird der Arendt-Film von Margarethte von Trottas (Trailer, unsere Besprechung) gezeigt. Alle Infos findet ihr hier im Programm der Konferenz.

Weiterlesen

CfP: Hannah Arendt in Chile

Am 25. und 26. September findet an der Universidad Diego Portales, Santiago de Chile eine Konferenz zum 50sten Erscheinungsjahr von Hannah Arendts Klassiker „On Revolution“ statt (interessant, dass es einen sehr langen deutschen, aber keinen englischen Wikipedia-Artikel zum Buch gibt). Die Keynotes werden Jean Cohen und Robert Fine halten, die Möglichkeit sich selbst mit einem Abstract zu bewerben, besteht noch bis zum 28.06. Hier der CfP.

Weiterlesen

Tagungsbericht: Raum und Zeit. Denkformen des Politischen bei Hannah Arendt

Als Denkerin des öffentlichen Raumes ist Hannah Arendt in der Politischen Theorie omnipräsent. Dass sich in ihrem Werk auch eine dazu komplementäre zeitliche Dimension entdecken ließe, wird dagegen meistens übersehen. Auf dieses Forschungsdesiderat wies der Gastgeber Karlfriedrich Herb (Universität Regensburg) bereits in den einleitenden Bemerkungen zur internationalen Konferenz Raum und Zeit. Denkformen des Politischen bei Hannah Arendt hin, die am 10. und 11. November 2011 in Regensburg stattfand. Genau dieser Lücke wollte sich die Tagung widmen; dabei sollten besonders die vielfältigen Verknüpfungen von Raum und Zeit in den Blickpunkt gerückt werden Als internationale Gäste konnten Garrath Williams (Lancaster University) und Gerson Brea (Universidade de Brasília) begrüßt werden. (mehr …)

Weiterlesen