Tagungsberichte

Alte Veranstaltungen und CfP

Anstatt eines Konferenzberichts: Gedanken zu G.A. Cohen, Menschenrechten und dem praktischen Wert von Kritik

In Frankfurt a.M. fand am 8. und 9. April ein spannender Workshop mit dem Titel  „G.A. Cohen and Socialism“ statt. Statt eines klassischen Workshopberichts möchte ich an dieser Stelle einige Gedanken zur Diskussion stellen, die sich mir im Anschluss an den Workshop gebildet haben. Diese münden am Ende  in einen Vorschlag, Cohen neu zu lesen. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Tagungsbericht: Aktualität als Moment der Tradition – Marburg auf der Suche nach der Kritischen Theorie

Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften der Marburger Universität gelten gemeinhin als Fachbereiche, deren Mitglieder eine lange Tradition kritischen Denkens fortführen. In dieser Tradition steht auch der 1978 verstorbene Soziologe Heinz Maus. Sein 100. Geburtstag wurde von der Arbeitsgruppe Kritische Theorie daher zum Anlass genommen, ihn vom 25. bis 27. März mit einer Tagung zu ehren und die Frage nach der Aktualität jener Tradition zu stellen. Unter dem Titel „Aktualität und Traditionalität – Zur Aufgabe kritischer Theorie“ lockte die Tagung zahlreiche Lehrende und Studierende auf den Marbuger Campus der Geisteswissenschaften, der von Bergen, Burgen und Flüssen derart umringt ist, dass man gerne glaubt, hier einen gut geschützten Ort kritischen Denkens gefunden zu haben. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Grenzen und Rechte – Ein Tagungsbericht aus Dresden

Wenn in der Politischen Theorie Migration und Zuwanderung zum Thema werden, so meist im Kontext von Integration und Zusammengehörigkeit. Die Tagung „Über die Unverfügbarkeit der Menschenrechte. Formen und Grenzen des Rechtsausschlusses von Einwanderern“, die am 18. und 19. Februar in Dresden (SFB „Transzendenz und Gemeinsinn) stattfand, näherte sich dem Thema auf eine andere Weise: Was legitimiert die Konstitution von Grenzen? Wie lässt sich deren Bewehrung mit dem universalistischen Pathos der Grund- und Menschenrechte vereinbaren? Wie mit jenen umgehen, die drinnen sind und es aus der Perspektive der Ordnung doch nicht sein dürften?

Alte Veranstaltungen und CfP

Constitutionalism beyond the state? – Ein Konferenzbericht

Unter dem Titel „Constitutionalism in a new key? Cosmopolitan, Pluralist and Public Reason-Oriented“ fand am vergangenen Wochenende in Berlin eine prominent besetzte Konferenz statt, die von der Humboldt Universität und dem WZB ausgerichtet wurde.

In den Rechtswissenschaften läuft schon seit einiger Zeit eine rege Diskussion darüber, wie die globale Rechtsentwicklung konzeptionell adäquat erfasst und bewertet werden kann. Die Konstitutionalisierungsthese markiert dabei eine, vielleicht die prominenteste Position in einem breiten Spektrum von Deutungsvorschlägen (Global Administraive Law-Ansatz, legal-pluralism-Ansatz, Verrechtlichungsthese etc.).

Alte Veranstaltungen und CfP

Grenzen ziehen in Frankfurt – Bericht von der Nachwuchskonferenz „Norms in Conflict“ am Exzellenzcluster, 3.-5.12.2010

Konflikte basieren auf dem Ziehen von Grenzen. Wo und wie jeweils die Grenzen zwischen den Konfliktparteien gezogen werden, bestimmt, um welche Art von Konflikten es geht. Der Aufgabe einer solchen Grenzziehung stellten sich in Frankfurt über 70 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die auf 24 interdisziplinären Panels den Zusammenhang von Konflikten und Normen diskutierten. Das Themenspektrum der Konferenz war breit: Es ging um konkrete Konflikte in einer Reihe von Politikfeldern (z.B. Krieg und Frieden, Entwicklungspolitik, Menschenrechte, Wissenstransfer) genauso wie um abstraktere Konfliktlinien zwischen Universalem und Partikularem oder Globalem und Lokalem. Vielfältig waren auch die vertretenen Disziplinen, die von der Philosophie über Geschichts- und Politikwissenschaft bis zur Ethnologie reichten. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Vom Nutzen und Nachteil einer kritischen Sozialwissenschaft – Bericht von einer Aachener Podiumsdiskussion

Den ca. neunzig ZuhörerInnen im randvoll gefüllten Saal des Philosophischen Instituts der RWTH Aachen wurde ein gehaltvoller theoretischer Disput geboten: Neben Helmut König, dessen 60. Geburtstag den Anlass der Veranstaltung darstellte, nahmen mit Hauke Brunkhorst und Heinz Bude zwei Soziologen teil, die um bisweilen polarisierende Zeitdiagnosen nicht verlegen sind. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Tagungsbericht: „Capturing the Political“

Politik lediglich im Rahmen des Nationalstaats verstehen zu wollen, das scheint im Zuge der Globalisierung nicht mehr auszureichen. Vor diesem Hintergrund versammelte sich am 21.-23. Oktober 2010 eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, um der Frage nachzugehen, wie man das Politische heutzutage eigentlich erforschen kann und sollte.

Zu dieser Tagung hatten Ina Kerner (HU Berlin), Klaus Schlichte (Bremen) und Daria Isachenko (Uni Magdeburg) in die Berlin Graduate School of Social Sciences der Humboldt-Universität geladen (das Programm findet sich hier). Der Veranstaltungsort wies damit eine eigene politische Geschichte auf, da das Gebäude einst die königliche Tierarzneischule der preußischen Kavallerie und später das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der DDR beherbergte, wie Klaus Schlichte in seiner Eröffnungsrede hervorhob. …

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Philosophischer Meisterkurs mit Axel Honneth: Das Recht der Freiheit – Grundzüge einer demokratischen Sittlichkeit

Der diesjährige philosophische Meisterkurs des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover fand vom 15.-19. September 2010 im St. Jakobushaus in Goslar statt. Die Meisterkurse stellen eine Mischung aus Workshop und Konferenz dar: Neben intensiven, vormittags stattfindenden Arbeitssitzungen mit dem „Meister“ – in den vergangenen Jahren waren dies u.a. Hans Joas, Charles Taylor und Ottfried Höffe – gab es für die TeilnehmerInnen (eine gute Mischung aus Studierenden, Promovierenden, Promovierten und Professoren) die Möglichkeit, in am Nachmittag platzierten Parallelsessions eigene Arbeiten zu präsentieren. …

Alte Veranstaltungen und CfP

„Der Gehorsam ist das Erklärungsbedürftige“ – Bericht zur Erfurter DVPW-Tagung

Dem Thema Macht in all seinen „Variationen“ widmete sich die durch André Brodocz (Universität Erfurt) organisierte Herbsttagung der DVPW-Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte in der Kleinen Synagoge Erfurts. Angelegt war die Tagung als erste Hälfte einer umfassenderen Sektionsverhandlung zum Thema, eine Fortsetzung der „Variationen der Macht“ wird im Frühjahr 2011 in Augsburg durch Marcus Llanque organisiert. Günstig ist diese zeitliche Zweiteilung einerseits aufgrund des dadurch gewährleisteten ‚längeren Atems‘ für individuelle oder gemeinsame Reflexionen der Teilnehmenden. Andererseits könnten sich dadurch einige jener Nachteile kompensieren lassen, die durch eine überwiegend parallele Panelstruktur der Erfurter Veranstaltung entstehen mussten. Die thematische Breite der Diskussionen hat von dieser Anlage indes spürbar profitiert. Der folgende Bericht versteht sich entsprechend nur als ein Ausschnitt und wird zunächst das Tagungsanliegen sowie einen Schwerpunktvortrag rekapitulieren, um anschließend einen Einblick in zwei der insgesamt acht Panel zu geben. Näher und tiefer Gehendes wird spätestens der geplante Tagungssammelband bieten können; ein umfänglicher Tagungsbericht ist ferner für die nächste Ausgabe der „Zeitschrift für Politische Theorie“ vorgesehen. Eine vollständige Auflistung des Tagungsprogramm findet sich hier. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Bericht: Sommerkurs zur Begriffsgeschichte in Helsinki

Vom 4. bis zum 19. August 2010 fand im Rahmen der Helsinki Summer School bereits zum sechsten Mal die vom internationalen Forschungsnetzwerk CONCEPTA ausgerichtete „Introduction to Conceptual History“ statt. Der Kurs stellt ein Herzstück der Arbeit des Netzwerkes dar, das sich in Ergänzung zu den Aktivitäten der History of Political and Social Concepts Group die methodische Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Feld der Erforschung von politischem und sozialen Bedeutungswandel zum Anliegen gemacht hat. …

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Tagungsbericht zur Meisterklasse Konstanz: „Clash of Cultures?“

Die 1999 gegründete „Konstanzer Meisterklasse“ versteht sich als Summer School besonderen Zuschnitts: Eine internationale, interdisziplinäre Gruppe von (Post-)DoktorandInnen („Fellows“) trifft auf renommierte „Meister“ ihres jeweiligen Faches und verhandelt ein oftmals der Kultursoziologie entlehntes Streitthema. Ganze acht Tage lang – strukturiert in morgendliche Vorträge der älteren „Meister“ und nachmittägliche Projektvorstellungen der Nachwuchswissenschaftler – verbringt die rund 30-köpfige Gruppe mit diesem Thema. Zentral für die Veranstaltung ist dabei nicht ein in irgendeiner Weise materielles Produkt; die vergangenen Meisterklassen sind in keinerlei Publikationen gemündet. Im Mittelpunkt steht vielmehr die von solchen unmittelbaren Zwecken freie Diskussion  mit KollegInnen verschiedener Fächer, und nicht zuletzt die Möglichkeit, mit eher selten verfügbaren Koryphäen der Geistes- und Sozialwissenschaften in Kontakt zu treten. …

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