Liberalismus

Service, Veranstaltungen & CfP

Tagung: „Dialektik der Teilhabe“, Frankfurt a.M.

Am 15. und 16. Oktober 2026 lädt das Promotionskolleg „Dialektik der Teilhabe. Dynamiken demokratisch-kapitalistischer Gesellschaften“ zur Abschlusstagung an die Goethe-Universität Frankfurt ein. Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Forschungsergebnisse des Kollegs zur Frage, wie sich gesellschaftliche Teilhabe in demokratisch-kapitalistischen Gesellschaften zwischen Erweiterung und Einschränkung bewegt. Die Beiträge beleuchten die Dialektik der Teilhabe aus sozialstruktureller, räumlicher und politischer Perspektive.

Debatte, Service, ZPTh-Debatte

Militarisierung der Politikwissenschaft? Kommentar zu Astrid Sévilles ZPTh-Beitrag „Kitsch und Krise“

Vor Kurzem ist die neue Ausgabe der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTh) erschienen! Das aktuelle Heft ist mit einer Reihe spannender Beiträge gefüllt: Unter der Rubrik „Abhandlungen“ diskutiert Kolja Lindner verschiedene Perspektiven materialistischer Eurozentrismuskritik, und Finn Starken untersucht in seinem Aufsatz die Frage: „Wie stabil ist Rawls‘ Modell der Eigentumsdemokratie?“

Neben diesen beiden Abhandlungen versammelt das Heft zudem drei essayistische „Standpunkte“ zum Thema „Lost in emancipation. Das Ende vom Ende der großen Erzählungen“ – eingeleitet von Frauke Höntzsch. Fast 50 Jahre nachdem Jean-François Lyotard in seinem Buch „La condition postmoderne“ (1979) das „Ende der großen Erzählungen“ diagnostizierte, gehen Walter Reese-Schäfer, Astrid Séville und Sara Gebh in ihren Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven der These vom gegenwärtigen „Ende des Endes der großen Erzählungen“ nach. Astrid Sévilles Essay „Kitsch und Krise“ haben wir für die Debatte auf dem Theorieblog ausgewählt. Er steht damit zugleich hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

Außerdem enthält die aktuelle Ausgabe ein Interview von Christian Marks mit Nikita Dhawan zum Thema „Die Aufklärung und Europa zwischen Versprechen und Verhängnis“ sowie zwei besondere „Ideengeschichtliche Fundstücke“: eine Rezension Carl Schmitts zu Otto Kirchheimers Buch „Political Justice. The Use of Legal Procedures for Political Ends“ (1961) mit einem Kommentar von Hubertus Buchstein, sowie einen Wiederabdruck von fünf Briefen Robert A. Dahls mit einer Einleitung von Stefan Meyer. Das Heft schließt mit einem Nachruf auf Michael Becker (1958-2024) von Hans-Joachim Lauth.

Wir freuen uns sehr, dass Albrecht Koschorke mit einem Kommentar zum Beitrag von Astrid Séville die ZPTh-Debatte auf dem Theorieblog im Folgenden eröffnen wird. Astrid Séville wird später in Form einer Replik darauf antworten. Wie immer sind alle herzlich eingeladen, in den Kommentarspalten mitzudiskutieren! Wir wünschen eine gute Lektüre und übergeben nun das Wort an Albrecht Koschorke.

Debatte

Falsche Freunde? Verfassungsgerichtsbarkeit und Liberalismus

Die Kontroverse um die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin hat das Verhältnis von Recht und Politik schlagartig ins Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt. In kritisch-polemischen Darstellungen erscheint ihre Kandidatur oft als Versuch, über den „Karlsruher Umweg“ eine weltanschaulich (polemisch als linksliberal umschriebene) Agenda – von reproduktiven Fragen bis hin zu Regulierungsthemen wie Impfquoten – in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu verankern. In Anlehnung an Clausewitz ließe sich dieser Vorwurf pointiert so formulieren: Verfassungsrecht sei linksliberale Politik mit anderen Mitteln. Oder, in den Worten der ehemaligen Bundesverfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolffs, Ausdruck einer tiefgreifendenDemophobie”.  

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Workshop „Life After Death: Feminist and Queer Perspectives on the Global Now” (28.-29. Mai 2026, Wien)

An der Universität Wien findet am 28. und 29. Mai 2026 ein Workshop zum Thema „Life After Death: Feminist and Queer Perspectives on the Global Now” statt. Die Absicht des Workshops ist es, feministische, queere, anti-rassistische, dekoloniale und ökologische Forschungsperspektiven auf aktuelle Krisenerscheinungen sowie auf „possibilities of renewal“ miteinander ins Gespräch bringen.

Neben dem öffentlichen Keynote-Vortrag von Eva von Redecker zu „‘Rage against the dying of the light.’ Fossil fascism and foreclosed futurity” umfasst der Workshop die folgenden 5 Panels zu „Schlüsselthemen unserer globalen Gegenwart“:

Veranstaltungen & CfP

Veranstaltung, Berlin (04. Dezember 2025): „Wer trägt die Freiheit? Eine neue Verbindung von Liberalismus und Republikanismus“

Im Rahmen der zweiten Veranstaltung der Reihe „‚Der Sinn von Politik ist Freiheit‘ (Hannah Arendt). Anforderungen an einen zeitgemäßen Liberalismus“ widmet sich die Berliner Landesvertretung Baden-Württemberg der Frage, wie Freiheit und Gemeinsinn im gesellschaftlichen Alltag neu zusammenfinden können. …

Veranstaltungen & CfP

CfA: Workshop „Kämpfe um den Liberalismus“ (Hamburg, 19./20.02.26)

Patrick Samtlebe, Lennart Riebe und Jonas von Bockel veranstalten am 19. und 20. Februar in Hamburg den Workshop „Kämpfe um den Liberalismus: Zur Theorie, Geschichte und Kritik liberalen Denkens“ und laden vor allem Promovierende und (frühe) PostDocs zur Bewerbung mit Beitragsvorschlägen ein. Ziel ist, vor dem Hintergrund der komplexen Debatten um liberales und post-liberales Denken insbesondere jüngere Forschende miteinander ins Gespräch zu bringen

  • über Begriff und theoretische Bestimmungen des Liberalismus sowie Beziehungen zu benachbarten oder entgegengesetzten Formen politischen Denkens,
  • über die historische Konstitution und Entwicklung liberaler Theorie(n) und Praktiken,
  • über Liberalismus im Spannungsfeld von demokratischer Selbstregierung und autoritärer Politik und schließlich
  • über Probleme, Kritiken und Krise(n), aber auch unausgeschöpfte Potentiale des Liberalismus.

Abstracts für Beitragsvorschläge (max. 300 Wörter + Kurz-CV) dürfen bis 8. Dezember 2025 gesendet werden an patrick.samtlebe[at]uni-hamburg.de. Weitere Informationen zu Inhalt und Organisation finden sich im vollständigen Call online.

Veranstaltungen & CfP

Für Kurzentschlossene: Der Liberalismus und seine Kritiker (Berlin)

Das Zentrum liberale Moderne lädt heute, Donnerstag, 17. Juli, zu einem Fachgespräch mit Philip Manow nach Berlin ein. Die Veranstaltung widmet sich den blinden Flecken des Liberalismus und stellt die Frage, inwiefern Populismus als vitalisierende – vielleicht auch legitime – Reaktion auf eine zunehmende Entpolitisierung verstanden werden kann. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr und findet im Tieranatomischen Theater in Berlin statt. Näheres und Anmeldung hier.

Debatte, ZPTh-Debatte

Wirtschaftsdemokratie als Einübungspraxis. Hannes Kuchs ZPTh-Artikel in der Diskussion

Es ist wieder so weit: eine neue Ausgabe der Zeitschrift für Politische Theorie ist erschienen! Martin Oppelt und Paul Sörensen betreuten einen Schwerpunkt zum Thema „Der oikos des demos: Auf dem Weg zu einer demokratischen Ökonomie“. Mit sieben Beiträgen war der Schwerpunkt in diesem Heft besonders ausführlich: Den Auftakt machen Dirk Jörke und David Salomon. In ihrem Beitrag setzen sie sich mit der Genossenschaftsidee bei John Stuart Mill auseinander. Im Beitrag von Falko Blumenthal steht Otto Brenner als gewerkschaftlicher Ideenpolitiker im Fokus. Die gesellschaftstheoretischen Voraussetzungen der Demokratie im Nachdenken von John Dewey behandelt Katharina Liesenberg in ihrem Beitrag. Heiner Koch denkt in seinem Beitrag über Vergesellschaftung als Entprivatisierung nach. Samia Zahra Mohammed unternimmt eine radikaldemokratietheoretische Lesart der sozialistischen Planwirtschaftsdebatte und im open-access verfügbaren Beitrag von Sara Gebh geht es um den Plebejanismus und die politische Ökonomie der Radikaldemokratie.

Auch Hannes Kuch veröffentlichte einen Beitrag im Schwerpunkt. Unter dem Titel Wirtschaftsdemokratie als Einübungspraxis (ebenfalls online frei verfügbar) setzt er sich mit den normativen Grundlagen einer Demokratisierung der Wirtschaft auseinander. Wir freuen uns ganz besonders, dass unser Redaktions-Mitglied Theresa Gerlach den Kommentar zum Beitrag von Hannes Kuch übernimmt. Anschließend antwortet der Autor in Form einer Replik. Wie immer sind alle herzlich eingeladen, in den Kommentarspalten mitzudiskutieren! Wir wünschen eine gute Lektüre und übergeben nun das Wort an Theresa Gerlach. 

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Essaypreis „Demokratie und Wirtschaft“

Das „Zentrum Liberale Moderne“ und die WirtschaftsWoche schreiben auch 2025 einen Essaypreis zum Thema „Demokratie und Wirtschaft“ aus. Die prämierten Texte werden in der WirtschaftsWoche veröffentlicht und im Herbst auf der internationalen Konferenz „Vordenker der Liberalen Moderne – was hat uns der Liberalismus heute zu sagen?“ vorgestellt. Die prämierten Texte sind darüber hinaus mit bis zu 3.000 € dotiert.

Debatte

Lefort-Schwerpunkt: Reboot der Radikaldemokratie? Zur Kritik an Claude Leforts vermeintlichem Liberalismus

Schon vor einiger Zeit haben Dirk Jörke und Christoph Held die Radikalität der Demokratietheorie Chantal Mouffes bezweifelt und ihr unterstellt, in die „Lefortsche Liberalismusfalle“ geraten zu sein, ja sich in dieser gar „verstrickt“ zu haben. Zu sehr stütze Mouffe sich seither auf liberale Autor*innen und habe sich damit einen „problematischen institutionellen Universalismus“ eingekauft, der in letzter Konsequenz gegen ihre Absicht zu einer Verstetigung gesellschaftlicher Machtungleichgewichte führen müsse. Insbesondere die Übernahme der Lefortschen Figur der „leeren Mitte der Macht“ habe sie übersehen lassen, dass sich liberale Institutionenarrangements mit Lefort nicht radikal verändern ließen, wo diesen der Ausschluss der Massen von der Politik eingeschrieben sei. 

Debatte

Schwerpunkt: 100 Jahre Lefort

In diesem Jahr wäre Claude Lefort 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dessen wird es auf dem Theorieblog einen Schwerpunkt rund um sein Denken geben. Als Denker des Politischen ist Lefort, durch seine Auseinandersetzungen mit der Demokratie und dem Totalitarismus, mit seinem geflügelten Wort des “leeren Ortes der Macht”, seiner Kritik an politischen Wissenschaften, aber auch durch seine Machiavelli-Lesart sowie seinem frühen Engagement in der Revue “Socialisme ou Barbarie” bis heute in Erinnerung geblieben und Referenzpunkt aktueller Debatten in der politischen Theorie.  

In dieser und der kommenden Woche werden sich fünf verschiedene Beiträge mit unterschiedlichen Aspekten seines Werkes beschäftigen: Ragna Verhoeven widmet sich in vergleichender Absicht der Rezeption Leforts im deutsch- und französisch-sprachigen Raum. Oliver Flügel-Martinsen erörtert die Rolle der befragenden Kritik im Werk Leforts. Welchen Stellenwert demokratische Institutionen im Denken Leforts einnehmen, arbeiten Sara Gebh und Sergej Seitz in ihrem Beitrag heraus.  Anschließend zeigt Paula Diehl, dass sich mit den Ressourcen von Leforts Theorie das Verhältnis von Populismus und Totalitarismus erhellen lässt. Zum Abschluss behandelt Martin Oppelt in seinem Beitrag die Frage, inwiefern Lefort als ein liberaler Denker gelesen werden kann.  

Wir freuen uns sehr auf die kommenden Wochen und wünschen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!   

Eure Theorieblog-Redaktion 

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