Veranstaltungsreihe „Demokratie(n) am Abgrund“, Evangelische Akademie Oldenburg

Zwischen dem 10. Mai und dem 22. November 2019 widmet die Evangelische Akademie Oldenburg dem Thema „Demokratie(n) am Abgrund“ vier Studientage und eine Lesung mit Philipp Weiss. Vor dem Hintergrund aktueller Krisendiagnosen und -erfahrungen stehen Begründungen von Demokratie, vor allem aber auch mögliche Wege der Revitalisierung von Demokratie zur Debatte. Zu den Themen zählen deshalb Populismus und radikale Demokratie genauso wie die Bedeutung von Ungleichheit, Eigentum und Solidarität sowie die Frage nach den Subjekten von Demokratisierung. Aus dem Bereich der Politischen Theorie sind Jens Hacke, Regina Kreide, Anna Meine und Martin Nonhoff dabei. Das vollständige Programm findet sich hier.

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DVPW 2018: Die liberale Demokratie vor neuen Herausforderungen?!

Zum Jahresausklang blicken wir in den nächsten beiden Wochen zurück auf den 27. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft, der von 25. bis 28. September in Frankfurt am Main stattgefunden hat. Der heutige Text bildet den Auftakt für insgesamt vier Tagungsberichte, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf die Diskussionen in den zahlreichen Panels zurückschauen: Tobias Adler-Bartels berichtet heute über die diagnostizierten Herausforderungen der liberalen Demokratie, Manon Westphal verfolgt die Debatten um innovative demokratische Praktiken (13.12.), Anton Haffner, Laura Gorriahn und Daniel Staemmler nehmen sich die Diskussionen um soziale Bewegungen vor (18.12.) und Sebastian Berg und Ann-Kathrin Koster interessieren sich für materielle Grenzen der Demokratie (20.12.). Nicht verpassen: Am 19.12. präsentieren wir Euch Tim Königs Twitter-Auslese, die mit einer umfassenden Analyse des digitalen Gezwitschers rund um „#dvpw18“ aufwartet!

„Grenzen der Demokratie“ – das Thema des 27. Kongresses der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft zielte auf die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Polarisierungen, die sich schon in der Doppeldeutigkeit des Kongressmottos selbst widerspiegeln: Während rechtspopulistische Bewegungen oder autokratische Regime die Limitierung einer weiteren Demokratisierung fordern, macht der politikwissenschaftliche Diskurs gerade diese vielfältigen Negationen, Pathologien und Herausforderungen der imperfekten liberalen Demokratie und deren progressive Überwindung zum Thema. (mehr …)

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CfP „Die Krise des demokratischen Rechtsstaats im 21. Jahrhundert“ Junges Forum Rechtsphilosophie (Salzburg)

Von 24. bis. 26. April 2019 findet an der Paris-Lodron Universität Salzburg die 27. Tagung des Jungen Forums Rechtsphilosophie (JFR) statt. Das Thema der Tagung lautet „Die Krise des demokratischen Rechtsstaats im 21. Jahrhundert – oder: wie sich die Geschichte gegen ihr Ende wendet“; der ausführliche Call und alle Informationen finden sich hier.

Interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen (d.h. vom Studium bis zur Berufung) sind eingeladen, ein Abstract (maximal 800 Wörter) einzureichen. Bewerbungen aus den Rechtswissenschaften, der Politikwissenschaft, Philosophie, Psychologie und Soziologie sind willkommen. Ausgewählte Beiträge werden in einem Beiheft des „Archiv für Rechts-und Sozialphilosophie“ (ARSP) veröffentlicht.

Das Abstract (anonymisiert, Dateiname: „Nachname_Abstract“), ein maximal einseitiger Lebenslauf sowie die Angabe, ob man bereits auf einer JFR-Tagung vorgetragen hat, werden bis zum 1. Dezember 2018 an jfr2019@sbg.ac.at erbeten. Die Rückmeldung erfolgt bis spätestens 15. Dezember 2018.

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Koordinationsstelle HU Berlin: Center for Humanities and Social Change

Am gerade im Aufbau befindlichen Center for Humanities and Social Change der Humboldt-Unversität in Berlin ist nun eine Stelle für Wissenschaftliche Koordination ausgeschrieben. Das Zentrum zielt auf eine Erforschung von Krisen in Demokratie und Kapitalismus aus vornehmlich sozialphilosophischer Perspektive ab und wird von Rahel Jaeggi geleitet. Bewerbungen sind bis zum 15. Mai möglich, die Details lauten folgendermaßen: (mehr …)

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E.-Richter-Buchforum (3): Demokratie ohne Stabilität?

— Teil 3 unseres Buchforums zu Emanuel Richters „Demokratischer Symbolismus“. Teil 1 gestalteten Luzia Sievi und Marcel Vondermaßen, den zweiten Teil 2 lieferte Anna Meine. Eine Gesamtreplik des Autors folgt in Kürze.

 

Was ist Demokratie? Diese alte Frage diskutiert und beantwortet Emanuel Richter im Modus einer hermeneutischen Suchbewegung. „Vorhandene[] Erscheinungsformen der Demokratie in der Praxis wie auch in der Modelltheorie“, von Richter Demokratie „erster Ordnung“ genannt, werden auf eine „allgemeine Funktionsbestimmung“ hin re-interpretiert (22). Richter bringt die hermeneutische Suchbewegung und das Ergebnis dieser Demokratietheorie „zweiter Ordnung“ (22) – den „Sinn der Demokratie“ (68) – auf den Begriff „demokratischer Symbolismus“ (23). Er steht damit in der Tradition einer politischen Hermeneutik, die auf die Trias von Verstehen, Erfahrung und Demokratie abstellt. (mehr …)

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CfP: Studentische Konferenz zu „Kritiken der Krise“ (Frankfurt)

Vom 29.-30. Juni 2018 veranstaltet die studentische Initiative „Kritiken der Krise“ an der Goethe-Universität in Frankfurt eine Konferenz zu eben diesem Thema. Die Veranstaltung richtet sich explizit an Studierende. Bewerbungen können noch bis zum 28. Februar eingereicht werden. Eine ausführlichere Beschreibung der Konferenzthematik sowie alle Details zur Bewerbung finden sich im Call for Papers.

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Krise und Wandel des Politischen. Vortragsreihe in Freiburg

An der Universität Freiburg stellen die Professur für Politische Theorie, die Freiburger AG ‚Krise und Wandel des Politischen‘ und das dortige Colloquium Politicum im beginnenden Semester erneut eine Vortragsreihe auf die Beine – diesmal unter der Überschrift ‚Krise und Wandel des Politischen‘. Den Auftakt macht Thomas Biebricher (Frankfurt), der sich kritisch mit dem politischen Denken des Neoliberalismus auseinandersetzt. Anhand der Idee des Föderalismus gibt uns Wolfgang Heuer (FU Berlin) Anregungen für ein Neudenken föderaler Traditionen und Strukturen an die Hand. Anna Meine (Siegen) wird sich schließlich Zukunftsfragen von demokratischer Mitgliedschaft im Staat und jenseits des Staates zuwenden. Nähere Informationen zu allen Vorträgen finden sich online und auch nach dem Klick.

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Politikwissenschaft – Krise, Zukunft?!

Die deutsche Politikwissenschaft plagen Selbstzweifel. Wie steht das Fach im öffentlichen Diskurs da? Wie gegenüber der Politik? Und wie im Vergleich zu anderen Disziplinen? Und wer ist schuld, wenn sich herausstellt, dass früher oder anderswo sicher alles besser war oder ist? Die öffentlich betriebene Nabelschau weckt – zumindest innerhalb der Zunft – viel Interesse. Meinung und Gegenmeinung werden mobilisiert, der Diskurs auch munter in die Institutionen wie die DVPW getragen. Das im April erscheinende Heft der Zeitschrift für Politikwissenschaft (ZPol) nimmt den Ball auf, gibt ihm aber noch einmal einen anderen Twist: Angefragt wurden 17 Beiträge von Vertreterinnen und Vertretern aller Teile der Disziplin und über die Senioritätslevel hinweg. Die Aufgabenstellung lautete: Formuliert kurz und knapp, was die nahe Zukunft – die nächsten fünf Jahre – mit dem Fach machen werden. Welche Eisberge harren der Umschiffung, welche Chancen müsste man nutzen?

Das Ergebnis ist erwartbar bunt: Die Schwerpunktsetzungen reichen von der Diskussion, ob das Fach gerade wegen seiner inhaltlichen und methodischen Pluralität stark ist (Uwe Jun), ob es nicht besser seine disziplinäre Identität herausarbeiten sollte, um interdisziplinär anschlussfähig zu sein (Herfried Münkler), oder ob man Ausdifferenzierung und Integration nicht durch eine stärkere Trennung von Forschung und Lehre balancieren könnte (Kai-Uwe Schnapp). Lehre ist auch ein Thema bei Monika Oberle, die an deren Bedeutung für die Gesellschaft erinnert. Der von Carlo Marsala geschriebene Beitrag fordert die Politisierung der Politikwissenschaft und hat schon vorab in einer Variation für die ZEIT für viele Diskussionen gesorgt. Auch Dirk Jörke verlangt nach einer für politische Kontexte sensibleren Politikwissenschaft, Sabine Manzel hingegen klagt ganz pointiert mehr „cojones“ ein, während Manfred G. Schmidt sarkastisch gegen Kleinteiligkeit und Drittmittellogik ätzt. Auch Internationalisierung wird mehrfach und kontrovers thematisiert, etwa bei Ton Nijhuis, der das Verblassen deutscher Besonderheiten (auch) als Schwäche diagnostiziert. Gabi Schlag und ich schließlich schütten noch aus einem anderen Fass Wasser in den Wein, wenn wir daran erinnern, dass Politikwissenschaft nicht nur Disziplin, sondern auch Beruf ist – und besser einer wäre (oder ein besserer wäre), wenn die Mehrheit der ihn Ausübenden weniger prekär von ihm leben könnten.

Wir nehmen die Veröffentlichung des ZPol-Forums zum Anlass, um unter dem Strich noch einmal die verschiedenen Beiträge der schon mehr als ein Jahr laufenden Debatte zu rekapitulieren und euch eine Übersicht über alle Beiträge des Sonderhefts zu geben. (mehr …)

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E.-Richter-Buchforum (2): Zwischen Republikanismus und Radikaldemokratie

— Teil 2 unseres Buchforums zu Emanuel Richters „Demokratischer Symbolismus“: Teil 1 (Luzia Sievi und Marcel Vondermaßen)

Ausgangspunkt für Emanuel Richters Demokratischen Symbolismus ist die breit diagnostizierte Krise von Demokratie und Demokratietheorie zwischen Allgegenwärtigkeit und Beliebigkeit. Damit Demokratie im aktuellen Gewirr von Begriffen, Idealen und Forderungen nicht zu einem „hohlen Allgemeinplatz“ (7) verkomme, ist es sein Ziel, eine grundlegende Funktionsbestimmung der Demokratie vorzulegen. Nicht eine weitere Idealisierung unter vielen soll diese „Demokratietheorie zweiter Ordnung“ (22) bilden, sondern einen allgemeinen analytischen Orientierungspunkt sowie eine kritische Prüfinstanz für partikulare demokratietheoretische Ideale und die demokratische Praxis. Demokratischer Symbolismus bezeichnet in diesem Kontext die hermeneutische Suchbewegung nach den „zumeist unbewussten Sinngrundlagen und Bedeutungszuschreibungen im realen politischen Handeln“ (22), die an den Punkt vorzudringen beabsichtigt, „der eine für alle Menschen verallgemeinerungsfähige Funktionsbestimmung demokratischen Handelns beschreibt“ (23).

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