Demokratietheorie

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Unruly Climates, Contested Futures II

Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur Gegenstand umweltpolitischer Debatten, sondern wirft grundlegende Fragen nach Zukunft, Transformation und politischem Handeln auf. Der Sammelband Unruly Climates, Contested Futures II: Imaginaries, Framings, and Politics of Resistance in the Majority World widmet sich dieser Thematik und lädt zu Beiträgen ein.

Im Mittelpunkt stehen Zukunftsimaginationen (future imaginaries) als analytischer Zugang zu sozial-ökologischen Konflikten und kollektiven Widerstandsformen. Gefragt wird etwa danach, wie klimagerechte Zukünfte entworfen und praktisch erprobt werden, welche Naturverständnisse soziale Bewegungen prägen und wie Klimaaktivismus zwischen unterschiedlichen globalen Regionen verflochten ist. Der Call gliedert sich in drei Themenfelder: 1. Theoretische Perspektiven auf Zukunft und Widerstand, 2. Empirische Analysen von Klimabewegungen und Transformationskonflikten, 3. Globale Verflechtungen, Solidaritäten und Machtasymmetrien des Klimaaktivismus.

Interessierte sind eingeladen, bis zum 9. August 2026 einen Extended Abstract (2–3 Seiten) sowie eine Kurzbiografie (max. 150 Wörter) einzureichen. Ausführliche Informationen finden sich hier.

Jobs & Stipendien

CfA: WiMi-Stelle (PostDoc) in Hamburg

Bis zum 28. Juni 2026 läuft die Bewerbungsfrist für eine Stelle als wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in mit Schwerpunkt Politische Theorie an der Universität Hamburg (zunächst 3 Jahre, TVL E 13, 100%) . Die Stelle umfasst Aufgaben in Forschung und Lehre (5 LVS) sowie die Beiteiligung an der akademischen Selbstverwaltung. Die eigene Weiterqualifikation zum Zweck der Habilitation ist vorgesehen. Neben einer abgeschlossenen Promotion sollten Interessierte Fachkenntnisse und Interesse an politischer Philosophie, Demokratietheorie, der Theorie kollektiven Entscheidens und/oder der politischen Theoriegeschichte sowie Kenntnisse in der Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Aspekten mitbringen. Alle weiteren Infos zu Stelle, Bewerbungsverfahren und Kontaktmöglichkeiten sind unter diesem Link zu finden.

Jobs & Stipendien

CfA: 12 Promotionsstellen „Collective Decision-Making“ (Hamburg)

Im DFG-Graduiertenkolleg „Collective Decision-Making“ an der Universität Hamburg sollen zum 01.11.2026 gleich 12 Promotionsstellen im Umfang von je 75% besetzt werden. Die Ausschreibung richtet sich vorrangig an Kandidat:innen aus der Ökonomie, der Politikwissenschaft und der Philosophie. Auch Politische Theoretiker:innen dürfen sich ausdrücklich angesprochen fühlen. Die Bewerbungsfrist ist der 31.03.2026. Zur ganzen Ausschreibung geht es hier.

Debatte

Falsche Freunde? Verfassungsgerichtsbarkeit und Liberalismus

Die Kontroverse um die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin hat das Verhältnis von Recht und Politik schlagartig ins Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt. In kritisch-polemischen Darstellungen erscheint ihre Kandidatur oft als Versuch, über den „Karlsruher Umweg“ eine weltanschaulich (polemisch als linksliberal umschriebene) Agenda – von reproduktiven Fragen bis hin zu Regulierungsthemen wie Impfquoten – in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu verankern. In Anlehnung an Clausewitz ließe sich dieser Vorwurf pointiert so formulieren: Verfassungsrecht sei linksliberale Politik mit anderen Mitteln. Oder, in den Worten der ehemaligen Bundesverfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolffs, Ausdruck einer tiefgreifendenDemophobie”.  

Veranstaltungen & CfP

Öffentlicher Vortrag: „Migration, Epistemic Injustice and Differentiated Rights: It’s not You, It’s Your Passport!“ (Berlin)

Im Rahmen der vom Fachbereich Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin veranstalteten „Politics Lecture Series“ hält Esma Baycan-Herzog (Genf) am 20. Januar 2026 von 12.00-13.00 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Migration, Epistemic Injustice and Differentiated Rights: It’s not You, It’s Your Passport!”. Der Vortrag befasst sich mit der Debatte um Rechtsdifferenzierung hinsichtlich des rechtlichen Status von Migrant*innen. Dabei werden zwei normative Modelle der Rechtsdifferenzierung vorgestellt und untersucht. Abschließend soll ein neuer Begriff der Rechtsdifferenzierung ausgearbeitet werden, der die Debatte epistemisch und normativ voranbringen soll.

Der Vortrag findet in Raum 002, Universitätsstr. 3b, statt. Alle sind willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle weiteren Infos findet ihr auf der Veranstaltungsseite.

Service, Veranstaltungen & CfP

Tagung: „Interlocking Forms of Discrimination and Exclusion (in Higher Education): Concepts, Struggles, and Strategies“ (22.-23. Januar 2026, Koblenz)

Am 22. und 23. Januar findet an der Universität Koblenz die Tagung „Interlocking Forms of Discrimination and Exclusion (in Higher Education): Concepts, Struggles, and Strategies“ statt.

Anmeldungen (für den zweiten Tag — für den ersten sind sie nicht nötig) sind bis zum 19. Januar 2026 möglich per Mail an polwiss-fb2[at]uni-koblenz.de. Das Tagungsprogramm und alle weiteren Infos finden sich hier auf dem Plakat zur Veranstaltung.

Service

CfA: 5 Postdoc-Stellen in Ethik und Politischer Philosophie an der Université de Fribourg (Schweiz)

An der Université de Fribourg (Schweiz) sind gleich fünf Postdoc-Stellen in Ethik und Politischer Philosophie ausgeschrieben:

  • Drei Postdoc-Stipendien (für 4 Jahre) zum „Non-Identity-Problem“ im Rahmen des gleichnamigen Forschungsprojekts, gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds und unter Leitung von Prof. Ralf Bader; Bewerbungsfrist: 15. Februar 2026.
  • Ein Postdoc-Stipendium (für 2 Jahre) im Rahmen des Forschungsprojekts „Liberty, Equality, and Utility: Assessing the trade-offs between individual liberty, well-being, and material equality”, gefördert von der John Templeton Foundation und unter Leitung von Prof. Ralf Bader; Bewerbungsfrist: 1. Februar 2026.
  • Ein Postdoc-Stipendium in Ethik und Politischer Philosophie (für 1 Jahr). Neben der eigenen Forschungstätigkeit gehört zum Aufgabenbereich auch Lehrtätigkeit (einsemestriges BA-Seminar auf Französisch oder Deutsch) sowie die Unterstützung bei administrativen Aufgaben und den Forschungstätigkeiten des Lehrstuhls für Ethik und Politische Philosophie (Prof. Ralf Bader). Bewerbungsfrist: 1. Februar 2026.

Alle weiteren Informationen finden sich hier in der vollständigen Ausschreibung.

 

Debatte, Tagungsberichte

Über Grenzgänge und -kämpfe an und in der Öffentlichkeit: Tagungsbericht „Politische Öffentlichkeiten Teil II – Akteure und Strategien“

Vom 30.09. bis zum 02.10.2025 fand in Erlangen der zweite Teil der DVPW-Doppeltagung „Politische Öffentlichkeiten“ statt. Widmete sich der erste Teil der Tagung dem Anliegen, „Öffentlichkeit“ vor dem Hintergrund struktureller Transformation(en) begrifflich und theoretisch greifbar zu machen, was beinahe unweigerlich zuvorderst zu einem Rekurs auf habermasiansche Ansätze führen musste (Campbell MacGillivray berichtete für den Theorieblog), trat der zweite Teil mit dem Anspruch an, die um und in der Öffentlichkeit ringenden Akteure, ihre Zielsetzungen und ihr strategisches Handeln genauer zu betrachten. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei jenen „vermachteten Öffentlichkeitszusammenhängen“ gelten, die über die durch den liberal-demokratischen Konsens normierte Sphäre der Öffentlichkeit hinausreichen sei dies der aus normativer, (radikal-)demokratietheoretischer Perspektive problematisierte Ausschluss marginalisierter Gruppen oder das Problem eines (vermeintlichen) Zersetzungsprozesses demokratischer Öffentlichkeit.

Wie im Grußwort der Veranstalter*innen herausgestellt wurde, galt es dabei insbesondere auch, neue methodologische Wege jenseits der für die Politische Theorie und Ideengeschichte üblichen schriftsprachlichen Quellen zu bestreiten. Hiervon wurde sich auch eine Wendung von den abstrakten Höhenflügen der Demokratietheorie zu mehr „hermeneutischem Bottom-up“ (Eva Marlene Hausteiner) erhofft.

Service, Veranstaltungen & CfP

Buchsymposium zu „Labor in the Boardroom“ (München, 29.01.26)

Am 29. Januar 2026 findet an der LMU München ein Buchsymposium zu „Labor in the Boardroom: The Political Theory of Workplace Democracy“ von Iñigo González Ricoy (Barcelona) statt. Kommentiert wird das Buchmanuskript von Christian Neuhäuser (Dortmund), Philipp Stehr (München) and Eva Weiler (Duisburg-Essen). Es folgen jeweils eine Replik des Autors sowie eine gemeinsame Diskussion. Nähere Informationen zur Veranstaltung, aber auch zum Buch könnt ihr dem Flyer oder der Homepage entnehmen.

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Workshop „Illiberales Christentum. Christliche Akteure und der Aufstieg der ,Neuen Rechten‘“ (Heidelberg, 15.-18.10.2026)

Welche Bedeutung kommt christlich-religiösen Akteuren bei der Verbreitung illiberaler Weltanschauungen in liberaldemokratischen Gesellschaften zu? Wie tragen sie dazu bei, die Erwartungshaltungen der Bürger:innen gegenüber dem Gemeinwesen gemäß den machtpolitischen Interessen der ‚Neuen Rechten‘ zu formen? Wie organisieren sie sich und welche Netzwerke bilden sie?

Der vom 15.-18.10.2026 an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg stattfindende interdisziplinäre Workshop möchte mit Blick auf u.a. diese Fragen den Zusammenhang zwischen der Krise der Demokratie und der Verbreitung illiberaler Weltanschauungen durch christlich-religiöse Akteure diskutieren. Vorschläge für Impulsreferate oder Lektüreberichte können noch bis zum 5. Januar 2026 an die Veranstalter Magnus Schlette (Heidelberg), Max Stange (München) und Rasmus Wittekind (Bonn) geschickt werden (magnus.schlette[at]fest-heidelberg.de). Alle Informationen und weitere inhaltliche Anregungen findet ihr gebündelt hier im CfP.

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