Die Theorieblog-Redaktion hat ein neues Mitglied

Wir begrüßen heute Ann-Kathrin Koster als neues Mitglied in unserem Redaktions-Team!

Ann-Kathrin ist Promotionsstipendiatin am Schaufler Kolleg der Technischen Universität Dresden und beschäftigt sich dort aus demokratietheoretischer Perspektive mit Künstlicher Intelligenz. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der Demokratietheorie, der feministischen und postkolonialen Theorie sowie des Wechselverhältnisses von (digitaler) Technik und Demokratie.  Veröffentlicht hat sie dabei z.B. zum radikaldemokratischen Moment des Hashtag-Aktivismus (Forschungsjournal Soziale Bewegungen) und mit Sebastian Berg und Tim König zu „Political Opinion Formation as Epistemic Practice: The Hashtag Assemblage of #metwo“ (Media & Communication).

Damit übergeben wir dann auch gleich Ann-Kathrin selbst das Wort: In ihrem Einstiegsbeitrag skizziert sie ihre Sicht auf die Bedeutung politiktheoretischer Forschung für die Erfassung und Reflexion von Digitalisierung. Sie fordert die politische Theorie zugleich auf, für Bedeutung und Ambivalenzen der Technik wieder sensibel zu werden, um auf diese Weise ihren Begriffs- und Theorieapparat zu erweitern und zu präzisieren sowie ihren perspektivischen Pluralismus wirklich gewinnbringend ausspielen.

Wir denken, dass Ann-Kathrin  unser Team personell und thematisch ganz wunderbar ergänzt und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Liebe Ann-Kathrin, herzlich willkommen!

 

 

 

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Institutionen des Politischen. Lesenotiz zur Gretchenfrage radikaler Demokratietheorie

Das Problemfeld politischer Institutionen erweist sich zunehmend als Gretchenfrage für Theorien radikaler Demokratie. Im Raum steht der Vorwurf, dass radikale Demokratietheorien einseitig auf die Kontingenz- und Konfliktdimension des Politischen fokussieren und dabei die institutionellen Bedingungen und Ordnungsstrukturen der Politik aus dem Blick verlieren. Die Einsicht in die Grundlosigkeit und Veränderbarkeit sozialer Verhältnisse gehe mit einem Desinteresse, ja mit Geringschätzung für Fragen der Bewertung und Gestaltung demokratischer Institutionen einher.

Diese Bedenken wurden wiederholt sowohl von Kritiker*innen als auch, im Rahmen einer Binnenkritik, von Parteigänger*innen der radikalen Demokratietheorie vorgebracht. Sie stehen etwa im Zentrum der Debatte zwischen Hubertus Buchstein und Oliver Flügel-Martinsen, die hier anlässlich der Veröffentlichung von Flügel-Martinsens Band Radikale Demokratietheorien zur Einführung (2020) angestoßen wurde. Mit ihrer Edition Institutionen des Politischen. Perspektiven der radikalen Demokratietheorie versammeln die Herausgeber Steffen Herrmann und Matthias Flatscher nun vierzehn radikaldemokratische Beiträge zur Institutionenfrage. Insofern der Band die Pluralität radikaler Demokratietheorien abbildet, darf man sich von der Lektüre keine definitiven Antworten erwarten. Er liefert aber viele Denkanstöße und eröffnet mehrere, durchaus konfligierende Pfade, entlang derer radikaldemokratische Ansätze auf Institutionen reflektieren können. (mehr …)

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Buchforum: Radikale Demokratietheorien zur Einführung

Wer kann einer so freundlich-polemischen Gesprächseinladung schon widerstehen?

Eine Replik auf Hubertus Buchsteins Kritik radikaler Demokratietheorien

Hubertus Buchstein hat meine kleine Einführung in die radikalen Demokratietheorien zum Anlass einer kritischen Auseinandersetzung mit dem radikaldemokratischen Denken genommen, die er als freundliche Polemik untertitelt – und tatsächlich ist sein Text durchgängig wertschätzend und dialogorientiert im Tonfall. Buchstein wäre aber nicht der mit allen argumentativen Wassern gewaschene Autor, als der er sich in einer Vielzahl an maßgeblichen Beiträgen zur Demokratietheorie der Gegenwart in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erwiesen hat, wenn er nicht wüsste, dass so freundlich vorgetragen die inhaltliche Härte der Einwände umso nachhaltiger wirkt.  (mehr …)

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CfP: „Marginalized Meanings of Democracy“ (Special Issues, hrsg. v. A. Weiß und J.-P. Gagnon)

Das Journal of Democratic Theory will zwei Special Issues zum Thema „Marginalized Meanings of Democracy in the World“ veröffentlichen, die von Alexander Weiß und Jean-Paul Gagnon herausgegeben werden. Die Herausgeber bitten um Abstracts bis zum 15. Dezember 2020, die Beiträge wären ggf. zum 01. April 2021 einzureichen. Einen ausführlichen Call mit weiteren Informationen findet sich hier.

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Buchforum: Radikale Demokratietheorien zur Einführung

Buchforum mal anders! Vor kurzem ist Oliver Flügel-Martinsens neues Buch Radikale Demokratietheorien zur Einführung im Junius-Verlag erschienen. Der Band versucht den Spagat, von radikalen Demokratietheorien im Plural zu sprechen und die kleineren (und manchmal größeren) Differenzen zwischen den verschiedenen Vertreter*innen dieses Diskurses zu berücksichtigen, zugleich aber die Gemeinsamkeiten herauszustellen, die es überhaupt erst rechtfertigen könnten, von einem zusammenhängenden Ansatz zu sprechen. Flügel-Martinsens Buch ist entsprechend nicht anhand einzelner Autor*innen gegliedert, sondern über (geteilte) Grundannahmen, Konzepte und Themen.

Hubertus Buchstein hat dieses den Diskurs sortierende Vorgehen zum Anlass genommen, eine kritische Zwischenbilanz des radikaldemokratischen Diskurses zu ziehen. Seine ins Grundsätzliche gehenden Rückfragen veröffentlichen wir nun auf dem Theorieblog. Am Mittwoch antwortet Oliver Flügel-Martinsen hier!

Alle Leser*innen sind aufgerufen, sich an der hiermit eröffneten Debatte zu beteiligen!

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CfA W3-Professur Wuppertal „Politikwissenschaft, insbesondere Demokratietheorie und Regierungssystemforschung“

An der Bergischen Universität Wuppertal ist aktuell eine W3-Professur „Politikwissenschaft, insbesondere Demokratietheorie und Regierungssystemforschung“ zu besetzen. Von dem/der künftigen Stelleninhaber*in wird erwartet, aus einer demokratietheoretischen Perspektive unter Einbeziehung des Systems der BRD insbesondere Transformationen von Prozessen und Strukturen westlicher Demokratien zu erforschen. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2020. Alle ausführlichen Informationen finden sich hier.

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Politische Theorie und politische Beratung

Die folgenden Ausführungen sind eine überarbeitete Fassung eines Vortrags im Rahmen der Herbsttagung der Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) in Zusammenarbeit mit der AG Politische Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) an der Universität Hamburg im September 2019.

Eignet sich die vermeintlich so praxisferne politische Theorie als Ausgangspunkt für die Politikberatung? Diese Frage ist grundsätzlicher Natur, für mich aber auch ganz persönlich: Nach einigen Jahren in der politischen Theorie arbeite ich nun bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Die SWP wird seit 60 Jahren aus dem Bundeshaushalt finanziert und hat die Aufgabe, Bundesrat und Bundestag zu Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik zu beraten. Im Folgenden möchte ich auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen bei der SWP einige Überlegungen dazu vorstellen, welche Herausforderungen sich beim Übergang von der politischen Theorie zur Politikberatung ergeben. Nicht jede politische Theoretikerin, nicht jeder politischer Theoretiker, will und muss politische Beratung anbieten; in ähnlicher Form sind diese Herausforderungen aber wohl doch für all jene relevant, die aus der politischen Theorie heraus am öffentlichen Diskurs teilnehmen. Zunächst werde ich in zwei Hinsichten meinen Ausgangspunkt darlegen und dann vier Herausforderungen aufzeigen, die sich mir stellen.

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Tagung „Öffentliche Güter und ihre Finanzierung – Herausforderung für die Demokratie“ (27.-28. Juni 2019 im Schader-Forum, Darmstadt)

Unter dem Titel „Öffentliche Güter und ihre Finanzierung – Herausforderung für die Demokratie“ widmet sich eine interdisziplinäre Tagung rechts-, politik-, geschichts- und sozialwissenschaftlichen und praxisnahen Perspektiven auf den Status Quo der berühmten Losung „No taxation without representation!“. Angesichts der heute zerfaserten steuerstaatlichen Souveränität und der globalen Machtzugewinne neuer Finanzakteure muss diese Losung offenbar hinterfragt und für die demokratischen Gesellschaften auf der Höhe der Zeit reformuliert werden. Viele Muster der Regelfinanzierung des demokratischen Wohlfahrtsstaates sind längst einem Wandel ausgesetzt. Die Idee des Steuer- und Sozialversicherungsstaates ist durch Finanzmarktimperative, Staatsverschuldungsspiralen und „Refeudalisierungs“-Tendenzen in gegenwärtigen Demokratien zwar nicht abgelöst, allemal aber herausgefordert. Staatsfinanzierung bedeutet heute, öffentliche Güter unter marktwirtschaftlichen Vorzeichen begreifen zu müssen und das Ergänzungsverhältnis von Privateigentum, Privatwirtschaft und staatlich koordinierter Wirtschaftssphäre zu betrachten. So sind Produktion und Bereitstellung öffentlicher Güter durch Demokratien reich an Varianten.

Die Tagung soll die Besonderheiten und Vielfalt der Finanzierung von Demokratien sowie der Bereit­stellung öffentlicher Güter in Demokratien in einer interdisziplinären wie praxisinteressierten Art er­kunden – einschließlich der Thematisierung etwaiger Überforderungen fiskalischer Selbstregierung, ihrer Herausforderungen, Irrwege und Alternativen. Im Zentrum stehen Zusammenhänge öffentlicher Güter­bereitstellungen und Finanzpolitik in der Demokratie.

Ausführlichere Beschreibungen finden sich hier, das Programm findet sich auch unten. Weitere Informationen zur Tagung hier www.schader-stiftung.de/oeffentlichegueter, wo sich im Anschluss an die Tagung auch ausgesuchte Ergebnisse und -rückblicke präsentiert finden werden. (mehr …)

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Konferenz: Technologien der Emotionalisierung (Stuttgart)

Organisiert von Felix Heidenreich und Florian Weber-Stein findet Ende nächster Woche (23. bis 25. Mai) in Stuttgart eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Technologien der Emotionalisierung“ statt. Ausgehend von der Frage, welchen Veränderungen das menschliche Gefühlsleben in technisierten Lebens- und Arbeitskontexten ausgesetzt ist, geht die Konferenz auch auf Fragen der Demokratietheorie, der Bildungspolitik und der Medienregulierung ein. Eine Keynote gibt es von Ute Frevert, die am Donnerstagabend zu Gefühlen und Geschichte vorträgt. Alle weiteren Informationen findeProgrammflyern sich auf der Webseite oder im .

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CfP: Workshop zu Politischer Repräsentation (Zürich)

Am 9. und 10. September findet an der Universität Zürich ein Workshop zum Thema „Political Representation in Democratic Systems“ statt. Die Keynote kommt von Jane Mansbridge, darüber hinaus bitten die VeranstalterInnen bis 10. Juni um Beitragsvorschläge von höchstens 300 Wörtern. Alle Informationen gibt es auf der Website der Veranstaltung und in diesem Call for Papers.

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