Den Staat wieder spüren – Heimat und Infrastruktur

— Amina Nolte und Carola Westermeier richten zum Start der letzten Woche unserer Heimat!?-Reihe den Blick auf die Bedeutung von Infrastruktur und damit auf die materielle Dimension von Heimat und Heimatpolitik. —

„Zusammenhalt“ und „gleichwertige Lebensverhältnisse“ sind die erklärten Ziele des Bundesministeriums des Innern, für Bau und – seit dieser Legislaturperiode – Heimat. Viele öffentliche Beiträge, die sich mit dem Heimatbegriff beschäftigen, haben darauf aufmerksam gemacht, dass Diskurse um Zugehörigkeit auch immer Ausgrenzungsprozesse erzeugen und dass ein Gefühl von Heimat mitunter Ergebnis eines langen Prozesses sein kann. Was in diesen Diskussionen wenig Beachtung gefunden hat, sind die sich konkretisierenden politischen Maßnahmen, die keineswegs nur auf Identitätsdiskurse und Leitkultur abzielen, sondern eine durchaus handfeste materielle Dimension implizieren. Ganz konkret geht es dem Bundesministerium in Bezug auf Heimat weniger um Emotionen und Identitäten als „um Infrastruktur, um Kultur, um Daseinsvorsorge. Da müssen sehr handfeste strukturpolitische Entscheidungen getroffen werden,” wie der Abteilungsleiter des neuen Heimatministeriums kürzlich im STERN erklärte. Auf diese Weise bekommt der eher abstrakte und umstrittene Heimatbegriff mittels des scheinbar unproblematischen Begriffs der Infrastruktur eine konsensfähige materielle Grundlage. Denn angesichts maroder Straßen, schlechter Netzversorgung und chronisch überlasteter Bahntrassen wird der Aufruf zum Infrastrukturausbau gemeinhin sehr begrüßt. Der Ausbau und Betrieb von Infrastrukturen als zentralen Versorgungssystemen, die Gesellschaft erst ermöglichen, steht jedoch in einem engen Zusammenhang mit dem Ausbau der Sicherung eben dieser Systeme. Infrastrukturpolitik, hier verstanden als techno- und biopolitische Regierung der Gesellschaft, wird somit zum Gegenstand sicherheitspolitischer Bedenken und Maßnahmen, durch die staatliche Akteure in Kooperation mit privaten Anbietern ihren Zugriff auf die Bevölkerung unhinterfragt ausbauen können. Der Zusammenhang von Heimat, (privatisierter) Infrastruktur und Sicherheit soll deshalb in diesem Beitrag einer kritischen Analyse unterzogen werden. (mehr …)

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CfA: Mitarbeiterstelle in Freiburg

An der Professur für Politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte in Freiburg ist ab sofort und bis Mitte 2018 eine Stelle für eine_n akademische_n Mitarbeiter_in (50% / TVL E 13) zu vergeben: Gesucht werden Kandidat_innen mit abgeschlossenem Hochschulstudium und Interesse an politiktheoretischer Lehre und Forschung – insbesondere am Themenbereich von Sicherheit und Resilienz. Die komplette Stellenanzeige findet ihr hier sowie nach dem Klick.

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Tagung: „(De-)Securitization. Actors, Processes, Communication“ (Marburg)

Am 12. Und 13. Oktober veranstaltet der Sonderforschungsbereich/Transregio 138 „Dynamiken der Sicherheit“ in Marburg eine internationale Konferenz zum Thema „(De-)Securitization. Actors, Processes, Communication“. Keynote speakers sind Mark Duffield, University of Bristol, und Mohammed Ayoob, Michigan State University. Einige letzte Plätze sind noch frei, Interessierte können sich gern über die SFB-Geschäftsstelle (sfb.sicherheit@uni-marburg.de) anmelden. Mehr Infos zum Konzept der interdisziplinären Tagung gibt es hier, das vollständige Programm findet Ihr unter diesem Link.

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Konferenz: The Politics of Security (Gießen)

Vom 1.-3. Juni 2016 findet in Gießen im Rahmen des SFB „Dynamiken der Sicherheit“ die Konferenz „The Politics of Security: Understanding and Challenging the Securitization of Europe’s Roma“ statt. Die Tagung setzt sich zum Ziel die Praktiken, Diskurse und Mechanismen der Versicherheitlichung zu untersuchen, mit denen die Roma im Europa nach 1989 zunehmend konfrontiert wurden. Das Programm der Tagung entnehmt bitte dem Poster oder der Konferenzwebseite.

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CfP: „Human Rights and Security“

Vom 4.-10. September findet am Inter University Center Dubrovnik eine Tagung zum Thema “Human Rights and Security” statt. Die Tagung ist Teil der jährlich stattfindenden Reihe „The Diversity of Human Rights“ und zielt auf den interdisziplinären Austausch zwischen Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft. Organisiert wird die Tagung von Bernd Ladwig (Berlin), Georg Lohmann (Berlin), Ana Matan (Zagreb), Christian Neuhäuser (Dortmund) und Arnd Pollmann (Magdeburg). Bewerbungsschluss ist der 1. April. Das Programm mit allen Details gibt es hier als pdf.

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#dvpw15 – Ein Blick zurück auf die inhaltlichen Diskussionen

Unter dem Oberthema “Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit” fand in der vergangenen Woche der 26. Kongress der Deutschen Vereinigung Politikwissenschaft in Duisburg statt. Für viel Aufregung sorgten die Gremienwahlen im Rahmen der Mitgliederversammlung. Die Kurzzusammenfassung: Michael Zürn wurde zum Vorsitzenden gewählt, trat jedoch nur wenige Stunden später wieder zurück. Ein Vorstand wurde gewählt und schließlich auch ein Beirat (alle Ergebnisse hier). Allerdings werden sowohl der Vorstand als auch der Beirat rechtzeitig zur 3-Länder-Tagung im September in Heidelberg zurücktreten und damit den Weg für einen neuen Wahlgang freimachen, dann unter aktiver Wahlbeobachtung durch die Kollegen aus Österreich und der Schweiz. Bis dahin soll es einen Diskussionsprozess über die Strukturen und Verfahren innerhalb der DVPW geben. Wir überlegen gerade noch, ob und in welcher Form wir diesen Diskussionsprozess auch hier auf dem Theorieblog begleiten wollen. Zunächst möchte ich jedoch mit diesem Beitrag einen, notwendig subjektiven, Blick zurück auf die inhaltlichen Beiträge und Diskussionen werfen, die sich in Duisburg mit dem Verhältnis von Sicherheit, Freiheit und Legitimität beschäftigt haben (hier noch einmal das Gesamtprogramm, hier ein Rückblick der Kollegen vom Göttinger Institut für Demokratieforschung). (mehr …)

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#dvpw15 – 2. Tag: Theorie, Sicherheit, Legitimität im Sektionspanel

Neben einer Reihe anderer Veranstaltungen – nicht zuletzt der Nachwuchs- und Frauenversammlungen am Abend – stehen für heute Nachmittag die ersten Sektionspanels an. Die Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ hat, organisiert von Dirk Jörke und Eva Hausteiner, das breite Thema zum Anlass einer Problematisierung der Sicherheits- und Legitimationsbegriffe genommen: Unter der doppeldeutigen Frage „Was rechtfertigt Sicherheit?“ wurde im Call for Papers nach politiktheoretischen oder ideengeschichtlichen (oder beides verbindenden!) Perspektiven auf den Zusammenhang von Sicherheit und Legitimation gesucht. Das Spektrum möglicher Leitfragen war groß; um nur drei zu nennen: Welche Sicherheitssemantiken konkurrieren in der Politik, und welche Funktionen erfüllen Konzeptionen militärischer, aber auch ziviler,sozialer oder ökonomischer Sicherheit in der Legitimation von Herrschaft? Welche Akteure beanspruchen mit welcher Plausibilität, Sicherheit zu garantieren, und welche Vorstellungen von Gemeinwohl spielen hier eine Rolle? Welche Formen nimmt Widerstand gegen hegemoniale Sicherheitsregime an? (mehr …)

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#dvpw15 – Ein Überblick

Heute Abend beginnt in Duisburg der alle drei Jahre stattfindende Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Er steht in diesem Jahr unter der Überschrift “Vorsicht Sicherheit!” Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit” (das Gesamtprogramm findet ihr hier, eine Übersicht hier, letzte Programmänderungen hier). Einige von uns sind vor Ort und wir werden versuchen, euch kontinuierlich auf dem Blog und über Twitter vom Kongress und seinen Veranstaltungen zu berichten. Dabei freuen wir uns natürlich über alle virtuellen oder realen Diskussionen. Zum Auftakt möchten wir einen kurzen Überblick über den Kongress und jene Veranstaltungen geben, die aus unserer Sicht besonders interessant zu werden versprechen. Wenn wir etwas übersehen haben, tragt es gerne in den Kommentaren nach.  (mehr …)

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CfP: Panel zu Kritik und Sicherheit beim DVPW-Kongress 2015

Unter dem Titel „Bitte verhalten Sie sich ruhig. Die Praxis der Kritik und die Politik der Sicherheit“ veranstalten Ingmar Hagemann, Matthias Lemke und Henrik Schillinger ein Panel zum Verhältnis von Kritik und Sicherheit im Rahmen des DVPW-Kongresses, der vom 21.-25. September in Duisburg stattfindet. Wie aus dem Call hervorgeht, freuen sich die Veranstalter vor allem auf Vorschläge, die theoretische und empirische Perspektiven kombinieren. Die Deadline für Bewerbungen ist der 28.02., alle weiteren Details finden sich im Call for Papers.

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DVPW-Kongress CfP: Was rechtfertigt Sicherheit?

Der nächste DVPW-Kongress findet vom 21. bis 25. September 2015 in Duisburg zum Thema „Vorsicht Sicherheit“ statt – und die Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ veranstaltet zwei Panels zur Fragestellung  „Was rechtfertigt Sicherheit?“. Thema sind die politische Dimensionen und Funktionen von  Sicherheit und das Spannungsverhältnis zwischen Legitimation und Sicherheit.  PolitiktheoretikerInnen und IdeenhistorikerInnen sind eingeladen, bis zum 15. Januar 2015 Vorschläge einzureichen. Den vollständigen Call gibt es hier.

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