Call for Blogposts: Neuanfang!?

Nach dem durchschlagenden Erfolg in den vergangenen beiden Jahren schreibt der Theorieblog diesen Sommer zum dritten Mal einen Call for Blogposts aus. Nach „Heimat“ (2018) und „Solidarität“ (2019) freuen wir uns dieses Jahr über eure Ideen und Beiträge zum Thema „Neuanfang“.

Initium ut esset, creatus est homo – damit ein Anfang sei, wurde der Mensch geschaffen“ zitiert Hannah Arendt Augustinus am Ende ihrer berühmten Studie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Damit setzt sie zugleich den stur-optimistischen Ton, der ihr gesamtes Denken unerschütterlich durchziehen wird: Trotz allem – d.h. in Arendts Fall: trotz des Zivilisationsbruchs im 20. Jahrhundert, trotz zunehmender Weltentfremdung, trotz ökonomischer Imperative und anderer Handlungsbeschränkungen: Ein (politischer) Neuanfang ist immer möglich!

Das von Arendt in der politischen Theorie etablierte Theorem das Neuanfangs hat jüngst – auch über die akademische Debatte hinaus – eine gleichsam tagesaktuelle Dringlichkeit bekommen. Denn angesichts der Corona-Krise stellt sich in der politischen Theorie wie in der zivilgesellschaftlichen Diskussion die Frage nach dem Neuanfang erneut. Braucht es nach der globalen Pandemie einen politischen, gesellschaftlichen und/oder ökonomischen Neuanfang?  Müssen wir die Art, wie wir gesellschaftliches Zusammenleben organisieren neu überdenken? (mehr …)

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Schuldig im Sinne der Anklage. Eine Erwiderung auf Jörg Scheller

In einem Beitrag, der unter dem Titel Die falsche Anklage: Es ist kein Privileg, ein Weißer zu sein. Eine dringend notwendige Begriffsklärung am 02.07. im Streit-Ressort der ZEIT erschienen ist, setzt sich der Züricher Kunsthistoriker Jörg Scheller kritisch mit der gegenwärtig grassierenden Verwendung des Begriffs des Privilegs im Zuge feministischer (MeToo) und antirassistischer (Black Lives Matter) Bewegungen auseinander. Scheller beklagt, dass „die nobel tönende Vokabel“ in den sozialen Medien und in journalistischen Meinungsstücken als Kampfbegriff missbraucht werde, um diejenigen mundtot zu machen, die im gesellschaftlichen Wettbewerb vergleichsweise gut dastehen. Ihre ehrlich erarbeiteten oder glücklich (rechtlich oder biologisch) ererbten Vorteile würden durch die Bezeichnung als Privileg als Produkt einer unfairen, hierarchisch gesteuerten Verteilung desavouiert, was der eigentlichen Bedeutung des Begriffs als rechtlicher Bevorzugung zuwiderlaufe.

Schellers Beitrag ist der kasuistische Versuch, der Kritik an der strukturellen Benachteiligung von Frauen und People of Color durch eine künstlich verengte Lesart des Privilegienbegriffs den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er scheitert jedoch an den methodischen Schwächen der vorgetragenen Begriffsanalyse und der Naivität der normativen Prämisse, dass nur formale Diskriminierungen mit liberalen Werten unvereinbar seien.

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„Politische Theorie in der Pandemie“ (Göttingen)

Am 24.09.2020 findet in Göttingen  eine Podiumsdiskussion der Theoriesektion der DVPW zum Thema „Politische Theorie in der Pandemie“ statt, veranstaltet von Tobias Adler-Bartels, Sven Altenburger, Verena Frick und Tine Stein. Die Veranstaltung ist als Hybrid mit einem kleinen Kreis von Präsenzgästen und der virtuellen Mitwirkung der restlichen Sektion konzipiert.

Der voraussichtliche Ablauf ist

  • 14.00 Uhr: Early Career („Nachwuchs“-) Versammlung
  • 15.00 Uhr: Podiumsdiskussion
  • 17.00 – 18.00 Uhr: Sektionsversammlung

Ein detailliertes Programm der Podiumsdiskussion (inkl. Tagesordnung für die Sektionsversammlung) folgt noch.

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CfA: Promotionsstipendien (Oldenburg)

Das interdisziplinär ausgerichtete und in Oldenburg ansässige Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft“ schreibt zum 01. Oktober 2020 bis zu 10 Promotionsstipendien aus. Mindestens eine davon – in der Philosophie mit dem Schwerpunkt politische Ökonomie der Digitalisierung – ist auch für Politische Theoretiker*innen interessant. Alle weitere Infos könnt ihr dem PDF entnehmen. Deadline ist der 22.06.2020.

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Corona und die Grenzen der Kontingenz?

Die Feststellung, dass die Corona-Pandemie gewichtige politik- und demokratietheoretische Probleme aufwirft, scheint mittlerweile eigenartig banal. Das betrifft auch radikaldemokratische Theorien – und zwar auf ganz grundlegender Ebene. Denn die globale Pandemie stellt einen Leitgedanken dieser Theorien in Frage: die Kontingenz des Politischen und der Politik. Das wurde nicht zuletzt auch durch die umstrittenen Einlassungen Giorgio Agambens  deutlich. Das Politische als kontingent zu fassen bedeutet, dass Politik nicht auf außerpolitischen Fundamenten, letzten Gründen und notwendigen Wahrheiten beruht. Es muss vielmehr als ein offener Möglichkeitsraum gefasst werden. Genau deswegen darf es eine „Absolutsetzung“ nicht geben; auch nicht die sich nun angeblich vollziehende absolute Reduktion auf das „nackte Leben“. Die letztlich einzig zulässige Notwendigkeit im Politischen ist im radikaldemokratischen Verständnis also diejenige der Kontingenz. Zu Recht? (mehr …)

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CfA: W2 „Politische Theorie“ an der Universität Duisburg-Essen

Zum 01. Oktober 2020 ist an der Universität Duisburg-Essen eine Universitätsprofessur für „Politische Theorie“ ausgeschrieben. Die Verantwortlichen haben uns gegenüber besonders hervorgehoben, dass es ihnen wichtig ist, dass sich gerade Frauen zur Bewerbung aufgerufen fühlen.
Thematisch wird von den Bewerber*innen Bezug zu mindestens einem der folgenden fünf Felder erwartet: (a) Demokratie- und Herrschaftstheorien, (b) Theorien politischer Normativität, (c) Theorien der Steuerung in nationalen, inter- oder transnationalen Kontexten, (d) Theorien individuellen und kollektiven Handelns in der Politik, (e) Theorien des Politischen.
Bewerbungen müssen bis zum 06.02.2020 eingehen, alle weiteren Infos entnehmt bitte hier der Ausschreibung als PDF. Für weitere Nachfragen steht, wie im Ausschreibungstext ausgeführt, Prof. Dr. Achim Goerres zur Verfügung.

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Frauen* in der Politischen Theorie. Eine feministische Kritik am Zustand unserer Disziplin

Die Politische Theorie ist männlich und weiß. Für Frauen* und People of Colour ist es offensichtlich deutlich schwieriger, sich in der Politischen Theorie zu etablieren. In Sachen Diversität hinkt die Disziplin anderen Geistes- und Sozialwissenschaften hinterher. In einem Fach, dessen Gegenstand die Reflexion gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse ist, erscheint dieser Zustand besonders verwunderlich. Warum also ist das so und was können wir dagegen tun? (mehr …)

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CfA: Assistant Professor (Amsterdam)

Am Institut für Politikwissenschaften der Universiteit van Amsterdam ist zum 01. Januar 2020 eine Assistenzprofessur (mit tenure track) ausgeschrieben. Gesucht wird eine Kandidat*in, die die politische Theorie in Forschung und Lehre vertritt. Abgesehen davon ist die Ausschreibung recht offen: Das Institut hat Lehrbedarf in normativer internationaler politischer Theorie, Gewalt- und Konfliktforschung, Theorien des (gerechten) Krieges, Politics, Philosophy, and Economics (PPE), Sozialtheorie, Geschlechts- und Diversitätstheorie, nicht-westlicher Philosophie sowie in vergleichender politischer Theorie. Niederländisch-Kenntnisse müssen zum Bewerbungszeitpunkt noch nicht nachgewiesen werden. Bewerbungsschluss ist der 28. Oktober 2019. Noch viel mehr Infos findet ihr nach dem Klick.

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Reminder und aktualisiertes Programm: Herbsttagung in Hamburg

Hiermit sei noch einmal daran erinnert, dass die  VeranstalterInnen weiterhin herzlich zur Herbsttagung der Sektion mit dem Titel „Politische Theorie und Politische Philosophie in Wissenschaft und Öffentlichkeit“ einladen. Die Tagung findet vom 17.-19. September an der Universität Hamburg statt. Noch bis zum 3. September sind alle Interessierten aufgerufen, sich per E-Mail an kim.kristin.henningsen@uni-hamburg.de für die Tagung anzumelden.

Es gibt außerdem ein aktualisiertes Programm. Ihr findet es hier.

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CfA: W2-Professur – Moderne Politische Theorie (Oldenburg)

Am Institut für Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist zum 01.04.2020 eine neu eingerichtete W2-Professur für Moderne Politische Theorie zu besetzen. Die Stellenausschreibung fragt nach einem Forschungsschwerpunkt in Positiver Politischer Theorie (z.B. neue politische Ökonomie, Spiel- und Entscheidungstheorie). Bewerbungen inklusive aller Unterlagen können bis zum 20. Juni 2019 eingereicht werden. Alle weiteren Infos zur Professur und zu den Bewerbungsmodalitäten findet ihr hier.

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