Axel Honneths Benjamin Lectures: Arbeit als Mittel zum Zweck der Demokratie

Es war – mal wieder – eine Veranstaltung im Zeichen der Pandemie. Und zwar in gleich zweifacher Hinsicht. Zum einen war den Organisator*innen rund um Rahel Jaeggi und Robin Celikates die Freude und Erleichterung darüber anzumerken, dass es ihnen möglich gewesen ist, die Walter Benjamin Lectures 2021 tatsächlich in Präsenz durchzuführen: Axel Honneth hielt seine dreiteilige Vorlesung vom 16. bis 18. Juni vor geschätzten 200 Zuhörer*innen pro Abend in einem Freiluftkino in der Berliner Hasenheide. Zum anderen stand auch das von Honneth gewählte Thema, die Arbeit, während der Pandemie im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Dieses öffentliche Interesse an den „systemrelevanten Jobs“ verging jedoch so schnell wie es entstand, obwohl sich – trotz Systemrelevanz – nichts an den schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege, auf der Intensivstation oder an der Supermarktkasse verändert hat. Für sein (nicht nur) deshalb dringliches Vorhaben einer Kritik der Arbeitsverhältnisse setzt Honneth die Arbeit in ein „notwendiges Ergänzungsverhältnis“ zur Demokratie. Ohne die „vorpolitische“ Schule guter Arbeitsverhältnisse, so die Hauptthese seines Vortrages, sei eine gelingende Demokratie gar nicht möglich. Mit der Arbeit steht also auch die Demokratie auf dem Spiel.

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Walter Benjamin Lectures 2021: „Der arbeitende Souverän. Eine demokratische Theorie der Arbeitsteilung“

Am 16., 17. und 18. Juni 2021 wird Axel Honneth am Humanities and Social Change Center (HU und FU Berlin) die „Walter Benjamin Lectures“ zum Thema „Der arbeitende Souverän. Eine demokratische Theorie der Arbeitsteilung“ halten.
Aus dem Ankündigungstext:

„Es gehört zu den größten Mängeln fast aller Theorien der Demokratie, mit einer gewissen Hartnäckigkeit immer wieder zu vergessen, dass die meisten Mitglieder des lauthals beschworenen Souveräns stets auch arbeitende Subjekte sind. So gerne man sich auch vorstellt, die Bürgerinnen und Bürger wären vor allem damit beschäftigt, sich engagiert an politischen Auseinandersetzungen zu beteiligen, so falsch ist dies in der sozialen Realität; nahezu alle, von denen da die Rede ist, gehen tagtäglich und viele Stunden lang einer bezahlten oder unbezahlten Arbeit nach, die es ihnen aufgrund von Anstrengung und Dauer unmöglich macht, sich in die Rolle einer Teilnehmerin an der demokratischen Willensbildung auch nur hineinzuversetzen. Deshalb ist der blinde Fleck der Demokratietheorie dasjenige, was ihrem Gegenstand stets vorausliegt und ihn doch bis in seine feinsten Kapillaren hinein durchdringt: (mehr …)

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Das Problem der Sittlichkeit

Lesenotitz zu „Debating Critical Theory. Engagements with Axel Honneth“, herausgegeben von Julia Christ, Kristina Lepold, Daniel Loick & Titus Stahl

Bald dreißig Jahre nach ihrem Erscheinen ist Axel Honneths Habilitationsschrift von ungebrochener Aktualität. Kämpfe um Anerkennung sind offensichtlich ein Signum unserer Zeit. Doch um Anerkennung wird nicht nur von links gerungen. Den migrantischen Kämpfen um politische und kulturelle Teilhabe (um nur ein Beispiel zu nennen) steht die rechtspopulistische Forderung gegenüber, nationale Identitäten und angestammte Privilegien zu schützen und zu respektieren. Diese pluralisierte Aktualität eines Kampfes um Anerkennung führt auch zu einer gewissen Verunsicherung. Einerseits liegt das normative Urteil über den Rechtspopulismus „für uns“ mehr oder weniger deutlich auf der Hand. Andererseits hat die Kritische Theorie von Hegel bis Honneth (und darüber hinaus) herausgestellt, dass solchen Urteilen solange die Gefahr der Willkürlichkeit innewohnt, wie sie nicht auch aus einer „normativen Rekonstruktion“, „bestimmten Negation“ oder „immanenten Kritik“ der artikulierten Anerkennungsansprüche selbst heraus erwachsen.  (mehr …)

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CfP: Körperlichkeit und Theorien der Anerkennung (Aachen)

Vom 25.03.2021-26.03.2021 findet in Aachen ein Workshop zum Thema „Körperlichkeit und Theorien der Anerkennung“ statt, der sich ausdrücklich an Nachwuchswissenschaftler*innen der Politischen Theorie und Sozialphilosophie richtet. Abstracts für Vorträge oder Inputs im Umfang von ca. 500 Wörtern können bis 24.01.2021 an Edgar.Hirschmann@ipw.rwth-aachen.de gesendet werden. Den ausführlichen Call und alle weiteren Details findet ihr im PDF.

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CfP: Axel Honneth and the Frankfurt School Project

Unter dem Titel „Crossroads of Critique: Axel Honneth and the Frankfurt School Project“ findet vom 6-8 Juni, 2019  an der Sciences Po in Paris eine spannende Graduiertenkonferenz in Politischer Theorie statt. Die Konferenz beschäftigt sich sowohl – wie der Titel unschwer erahnen lässt – mit dem Werk Axel Honneths, als auch mit der Frage der Aktualität des Projekts der Frankfurter Schule im Allgemeinen. Die Keynote wird von Axel Honneth gehalten. Weitere Plenarvorträge kommen von Katia Genel und Daniel Loick. Alle weiteren Infos zu Thema und Formalia findet ihr in der ausführlichen Ausschreibung. Abstracts werden bis zum 18. März erbeten an: graduateconference@sciencespo.fr

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Podcast: Fabian Freyenhagen – Orthodoxie als Zukunft der Kritischen Theorie?

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Was ist die Quintessenz der Kritischen Theorie? – fragt Fabian Freyenhagen in seinem Vortrag, den er in ähnlicher Form bereits im Rahmen der Berufungsvorträge für die Honneth-Nachfolge auf dem Lehrstuhl für Sozialphilosophie der Universität Frankfurt gehalten hat. Freyenhagen macht zu Beginn seines Vortrags die Kombination aus Ideologiekritik, die statt auf eine Rechtfertigung der Verhältnisse auf deren Kritik zielt, und das Denkbild der Sozialen Pathologien zum Alleinstellungsmerkmal der Kritischen Theorie. In einer parteiischen Welt hat die Kritische Theorie ein Interesse an der Emanzipation. Es sind diese Annahmen, vor denen er nun plausibel machen will, dass Kritische Theorie um kritischen zu sein, auf ein Begründungsprogramm, wie es sich bei Jürgen Habermas, Axel Honneth und Rainer Forst findet, gerade verzichten muss. Ein Begründungsprogramm setzt einen neutralen Standpunkt voraus, arrangiert sich so immer schon mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und reproduziert in seinem Argumentationsgang letztlich deren Begriffe – wodurch der ideologiekritische Zugang verlorengeht.  Mit dem Begriff der Sozialen Pathologien versucht Freyenhagen, diese unbequeme Stellung ohne Rückgriff auf gesellschaftlich anerkannte Begriffe und übergesellschaftliche Subjekte philosophisch haltbar zu machen. Gesellschaftliches Unrecht geht, so Freyenhagen, der Theoriebildung voraus und statt auf Begründung, die der Theorie das Primat einräumt, muss die Kritische Theorie deshalb auf Sichtbarmachung des Unrechts setzen – Folter ist an sich falsch, es bedarf keiner Begründung um das zu erkennen.

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Podiumsdiskussion und Workshop: Aktualität des Sozialismus (Berlin)

Am Dienstag, den 05.07.2016 findet an der HU Berlin eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Die Aktualität des Sozialismus“ statt. Es diskutieren Axel Honneth, Christoph Menke, Gesine Schwan und Sarah Wagenknecht. Die von Rahel Jaeggi und Lukas Kübler organisierte Diskussion findet im Audimax statt, eine Anmeldung ist nicht nötig. Alle Infos in der PDF.

Am Tag danach, dem 06.07, findet zudem ein Workshop zu Axel Honneths letztem Buch „Die Idee des Sozialismus“ statt (Rezensionen bei NZZ, FR, Soziopolis). Für diesen ist eine Anmeldung bis zum 12. Juni an workshops.sozialphilosophie@hu-berlin.de zu richten (begrenzte Platzzahl). Auch hier die Infos in der PDF.

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Podcast: Thomas Bedorf – Verkennende Anerkennung

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Anerkennungstheorie ist eines der vielen Felder, in denen die praktische Philosophie in die politische Theorie hineinragt und die Grenzen der Disziplinen zunehmend verwischen. Thomas Bedorf verkörpert diese Interdisziplinarität, denn er unterrichtet als Professor für Philosophie auch Politische Theorie an der FernUniversität Hagen. Bedorf hat in seiner Habilitationsschrift, auf der dieser Vortrag fußt, eine Theorie der Anerkennung entwickelt, in der die Anerkennung selbst zu einer politischen Praktik wird. In Abgrenzung von Charles Taylors Theorie multikultureller Anerkennung, Axel Honneths „intersubjektivistischer“ Anerkennungstheorie und Judith Butlers Theorie subjektivierender Anerkennung entwickelt Bedorf seinen eigenen Begriff. Die bestehenden Ansätze, so die These, können die Radikalität der Alterität des Anderen nicht angemessen erfassen. Bedorf versucht deshalb unter Rückgriff auf die alteritätstheoretischen Annahmen von Emmanuel Lévinas die Zeitstruktur der Anerkennung offenzulegen. Das Auftreten des Anderen fordert uns zu einer anerkennenden Reaktion heraus, die die Andersheit des Anderen aber nie vollständig erfassen kann. Sie entzieht sich jeder Fixierung. Übrig bleibt nur die strategische, stets unvollständige Anerkennung des Anderen auf eine bestimmte Weise. Der Andere wird immer nur als dieser oder jener aber nie in seiner umfassenden Andersheit anerkannt. Es bleibt nur eine politische, weil interpretationsbedürftige Verdopplung des Anerkannten, die eine verkennende Anerkennung bleiben muss.

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Dynamics of the Administered World (Graeber/Honneth) – Frankfurt

2016-04-06_Graeber_HonnethZu David Graebers neuem Bürokratie-Buch (Rezensionen bei Perlentaucher) wird es in Frankfurt eine vom Exzellenzcluster Normative Ordnungen organisierte Podiumsveranstaltung geben. Graber diskutiert seine Thesen mit Axel Honneth und zwar am Mittwoch, den 06.04, um 19:30 Uhr. Ort ist die Frankfurter Zentralbibliothek. Der Eintritt ist frei, Informationen zu der Veranstaltung hier auf der Webseite oder einfach unter dem Strich.

Wer sich in Frankfurt befindet, wird außerdem vielleicht noch am Lichter-Filmfest interessiert sein, dass vom 29.03-03.04 läuft, sich dem Thema „Grenzen“ widmet und ein umfangreiches wissenschaftliches Begleitprogramm mit vielen Vorträgen und Podiumsdiskussionen aufwartet (etwa eine Podiumdiskussion zu Europa: Außen.Grenzen.Innen oder die Agora) (mehr …)

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Master Class mit Axel Honneth in Luzern

Vom 2. bis 6. Mai 2016 findet in Luzern eine Master Class mit Axel Honneth statt, unter dem Titel “Towards a Critical Theory of Markets”.  Die Master Class richtet sich international an Doktoranden der Philosophie, der Kultur-, Politik- und Sozialwissenschaften. Die Beschreibung klingt vielversprechend:  „In this Master Class I will attempt, in close collaboration with the participants, to develop a concept of capitalist markets that allows as much an adequate description of their central features as a critical elaboration of possible improvements of them.” Bewerbungsschluss ist der 1. März, alle Details zu Kosten, Organisation und Programm hier.

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