Lesenotiz zu Hannah Arendts „The Modern Challenge to Tradition“

Lesenotiz zu Hannah Arendt: The Modern Challenge to Tradition: Fragmente eines Buches (= Kritische Gesamtausgabe/Complete Works. Critical Edition, Bd. 6, Göttingen 2018).

 

Der Band The Modern Challenge to Tradition: Fragmente eines Buches markiert den Auftakt für die Publikation der historisch-kritischen Gesamtausgabe des Werkes von Hannah Arendt.Dabei handelt es sich um den sechsten Band einer in siebzehn thematische Komplexe gegliederten Werkschau. Und man kann schon jetzt sagen, dass dem Herausgeber/innen-Team um Barbara Hahn, Thomas Wild, Anne Eusterschulte, Eva Geulen, Hermann Kappelhoff, Patchen Markell und Annette Vowinckel mit diesem Band im Besonderen und der Konzeption der Gesamtausgabe im Allgemeinen ein großer Coup gelungen ist, der in jeder Hinsicht begeistert: die editorische Gründlichkeit ist beeindruckend, die Kommentierung in Tiefe und Länge sehr klug ausbalanciert, die Darstellung der Textfassungen übersichtlich, die Orientierung im Band gestaltet sich für den Leser/die Leserin problemlos und die für 2019 in Aussicht gestellte Digitalausgabe, die computergestützte Analysen der Texte Arendts ermöglichen soll, wirkt auf Arendt-Forscher/innen gleichsam elektrisierend. (mehr …)

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Zum Auftakt der Kritischen Hannah-Arendt-Gesamtausgabe: Ein Interview mit Barbara Hahn & Thomas Wild

Dieser Wochen erscheint mit Modern Challenge to Tradition das erste gedruckte Exemplar einer Kritischen Gesamtausgabe von Hannah Arendts Schriften. Eine Gelegenheit für theorieblog.de, Barbara Hahn und Thomas Wild, zwei Herausgeber*innen der Gesamtausgabe, zum Projekt zu befragen. Die Modern Challenge to Tradition wird für theorieblog.de zugleich von Christian Volk besprochen. In den kommenden Jahren wird theorieblog.de auf weitere Neuerscheinungen der Gesamtausgabe aufmerksam machen und freut sich insbesondere auf die ab 2019 geplante digitale Ausgabe der „Hybrid“-Version.
Zu diesen und weiteren Vorhaben und Merkmalen der Gesamtausgabe nun aber Barbara Hahn, Max Kade Foundation Chair in German Studies an der Vanderbilt University, und Thomas Wild, Chair des German Studies Department und Research Director am Hannah Arendt Centers des Bard College. (mehr …)

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Veranstaltung: Hannah Arendt Tage Hannover

Vom 23. bis 27. Oktober 2018 finden die 21. Hannah Arendt Tage Hannover an verschiedenen Orten in Hannover statt. Zum diesjährigen Thema „Protest!“ sind unter anderem Beiträge von Milo Rau, Daniel Cohn-Bendit, PD Dr. Annette Vowinckel, Prof. Dr. Sabrina Zajak, dem Peng!Kollektiv und dem Institut für Widerstand im Postfordismus geplant. Weitere Informationen finden sich hier auf dem Flyer, der Website oder auf Facebook.

 

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CfP: Politische Institutionentheorie und -kritik

Vom 13.-15. März 2019 findet in Wien ein Workshop eine Tagung zum Thema „Politische Institutionentheorie und -kritik“ statt. Die von Oliver Marchart, Matthias Flatscher, Thomas Bedorf und Steffen Herrmann organisierte Tagung wird sich unter anderem im Anschluss an Hannah Arendt mit der Frage befassen, wie ein Institutionendesign aussehen kann, welches sich auf die Bodenlosigkeit des
Politischen gründet. Eine ausführliche Beschreibung des Zuschnitts findet sich im Call for Papers, der bis zum 4.11 Zeit einräumt, um einen eigenen Vorschlag zu machen.

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CfP: Deutsch-französisches Graduierten-Colloquium zu Hannah Arendt

Das Internationale Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) lädt jährlich deutsche und französische Doktoranden zu einem interdisziplinären Forschungskolloquium nach Stuttgart. Thema des diesjährigen Kolloquiums, das von 25. bis 27. Oktober stattfindet, ist „Hannah Arendt in Frankreich und Deutschland: Neue Perspektiven auf Person, Werk und Wirkung“. Doktorandinnen und Doktoranden werden gebeten bis zum 1. Juli 2018 einen Themenvorschlag mit einer Zusammenfassung von max. zwei Seiten sowie einen Lebenslauf einzureichen. Den ausführlichen Call gibt es sowohl auf Deutsch also auch auf Französisch.

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CfP: Hannah Arendt: Challenges of Plurality (Paderborn)

Vom 13.-15. Dezember 2018 findet an der Universität Paderborn eine internationale Konferenz zu Hannah Arendts Begriff der Pluralität statt. Die Konferenz fragt nach den Herausforderungen ebenso wie nach den Potentialen, die das Konzept für aktuelle Theoriebildung darstellt. Abstracts im Umfang von maximal 500 Worten dürfen explizit interdisziplinär ausgerichtet sein und sollten bis zum 15. Februar an maria.robaszkiewicz@upb.de geschickt werden. Mehr Infos zur Konferenz, möglichen Fragestellungen und Bewerbungsmodalitäten findet ihr hier.

 

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Mit Rechten reden: Arendt-Edition

Am 12. und 13. Oktober fand am Hannah Arendt Center for Politics and Humanities am Bard College die Konferenz “Crises of Democracy: Thinking in Dark Times” statt. Um diese bzw. genauer um die Einladung von Marc Jongen als Vortragender entspinnt sich derzeit eine öffentliche Diskussion. Jongen ist Mitglied der jüngst gewählten AfD Bundestagsfraktion und wurde von der FAZ 2016 als Parteiphilosoph der AfD porträtiert. Die Veranstaltung ist in Gänze hier anzusehen, Jongens Vortrag sowie die Erwiderung von Ian Buruma und die anschließende Diskussion mit dem Publikum gibt es hier als Video. Im Anschluss an die Veranstaltung  begann eine Initiative einen mittlerweile veröffentlichten offenen Brief zu formulieren.

Bereits vor dessen Veröffentlichung nahm der Direktor des Hannah Arendt Centers, Roger Berkowitz, Stellung und verteidigte die Entscheidung, Jongen einzuladen. Neben dem offenen Brief, der von sehr viele politischen Philosophen und Arendt-Kennern unterzeichnet ist, gibt es auf Medium noch eine separate Diskussion, in der zunächst Patchen Markell die Einladung Jongens durch Berkowitz Einladung kritisiert, ohne sich aber dem offenen Brief anzuschließen. Auf diese liegt mittlerweile auch eine weitere Erwiderung von Berkowitz vor, unter der Antwort sammeln sich zudem weitere Stellungnahmen. Die Diskussion ist sicher auch im deutschen Kontext von großem Interesse, da es neben Fragen der freien Meinungsäußerung und der Universität als Ort des Streits unterschiedlicher Sichtweisen, um generelle Dinge wie die Politik offener Briefe, den Diskurs mit Rechten, die Rolle von Twitter für den politischen Diskurs und die Frage der Position/Vereinnahmung Hannah Arendts geht.

– Update: Neue Replik von Corey Robin auf Berkowitz –

– Update 2: Roger Berkowitz hat auf den offenen Brief reagiert: Sein Statement findet ihr: hier

– Update 3: Christian Volk im Interview mit dem Deutschlandfunk zu Einladung und offenen Brief: hier

– Update 4: Artikel von John Ganz in The Baffler, der auf Einladung, Vortrag und Arendts Engagement abstellt: hier

– Update 5: In der ZEIT hat Hannes Bajohr einen Überblick und Bewertung der Auseinandersetzung veröffentlicht: hier

– Update 6: Weitere Überblicke/ Stellungsnahmen zur Debatte in Frankfurter Rundschau (hier) und Frankfurter Allgemeine Zeitung (hier) –

– Update 7: Ian Buruma, der auf der Konferenz Jongen kommentierte, hat seine Sicht der Kontroverse aufgeschrieben: hier

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Twitter-Rückschau

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Konferenz: Arendt and Critical Theory Today (Oldenburg)

Vom 13.-15. Juli 2017 findet in Oldenburg eine Konferenz zum Thema „Arendt and Critical Theory Today“ statt. Wie der Titel schon andeutet, wird versucht Arendts politische Theorie mit dem Denken der kritischen Theorie ins Gespräch zu bringen und für aktuelle politische Theoriebildung fruchtbar zu machen. Die Keynotes halten Jay M. Bernstein, Zeynep Gambetti und Lars Rensmann.

Bei der Konferenz handelt es sich um die Fortsetzung der im vergangenen Jahr an der Boğaziçi University in Istanbul ins Leben gerufenen Istanbul Critical Theory Conference. Aufgrund der aktuellen politischen Lage in der Türkei haben sich die Veranstalter_innen dafür entschieden, die Konferenz dieses Jahr in Oldenburg „im Exil“ stattfinden zu lassen. Alle weiteren Infos und das Programm findet ihr hier. Um vorherige Anmeldung unter criticaltheoryistanbul@gmail.com wird gebeten.

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Lesenotiz zu Grit Straßenbergers „Hannah Arendt zur Einführung“

Noch eine Einführung?

Kaum einer politischen Theoretikerin wird so viel Aufmerksamkeit zuteil wie Hannah Arendt. Spätestens seit der Verfilmung von Arendts Verarbeitung des Eichmann-Prozesses durch Margarethe von Trotta aus dem Jahr 2013 ist sie auch außerhalb des akademischen Betriebs bekannt. Im Kontext dieses, ja fast schon Arendt-Hypes, hat Grit Straßenberger 2015 eine neue Einführung in Arendts Denken vorgelegt; noch dazu im Junius-Verlag, der mit Karl-Heinz Breiers älterem aber bisher stets wieder neu aufgelegten Band schon eine Einführung im Programm hatte. Angesichts der ohnehin schon inflationär anmutenden Arendt-Publikationen stellt sich die Frage: noch eine Einführung? Macht das Sinn? Um das Ergebnis dieser Lesenotiz vorwegzunehmen: Ja, das tut es! Die Gründe dafür liegen sowohl in der Rezeptionsgeschichte Arendts, die einer ständigen Revision unterliegt, als auch in der Qualität von Straßenbergers Buch.

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