CfP: AutorInnen Workshop zu politischen Narrativen in Duisburg

Dass erzählende Werke wie Prosa, Filme, Bilder oder Serien auch aus politiktheoretischer Perspektive interessant sein können, haben wir (d. h. unser Gastautor Andreas Oldenbourg) hier erst kürzlich mit Blick auf die grandiosen TV-Shows The Wire, West Wing und Sopranos thematisiert. Der grundsätzlichen Bedeutung von Erzählungen für Politik und Politikwissenschaft möchte nun ein Workshop nachgehen, der von Frank Gadinger, Sebastian Jarzebski und Taylan Yildiz am 23.11.2012 an der Universität Duisburg-Essen veranstaltet wird. Aus den Beiträgen des Workshops soll ein Sammelband entstehen, der im kommenden Jahr bei VS erscheinen soll. Die Deadline für Abstracts ist der 30.09., die fertigen Beiträge müssen bis zum 09.11. vorliegen. Den Call for Papers und alle weiteren Details nach dem Klick:

Call for Papers- Autorenworkshop
Politische Narrative
Möglichkeiten eines politikwissenschaftlichen Analysekonzepts
Hg. Frank Gadinger/Sebastian Jarzebski/Taylan Yildiz
Käte Hamburger Kolleg/NRW School of Governance (Universität Duisburg-Essen)
Datum: Freitag 23. November 10:00 – 19:00 Uhr
Ort: NRW School of Governance, Lotharstraße 53, 47057 Duisburg, Raum: LS 105

Die Welt steckt voller Geschichten. Spätestens mit der „narrativen Wende“ hat sich diese Einsicht aus den Kultur- und Literaturwissenschaften auch in der politikwissenschaftlichen Forschungspraxis niedergeschlagen. Denn Narrative – so die zentrale Annahme – funktionieren als grundlegender Modus der Kommunikation und tragen maßgeblich zu den vielfältigen Deutungen der Welt bei. Dabei bleiben Erzählungen nicht auf Texte beschränkt. Auch Bilder, Filme, TV-Serien, Architektur und Design werden als Text und damit als Träger von politischen Erzählungen verstanden. Das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Erzählungen scheint in der Politik, wie auch in der Politikwissenschaft gestiegen zu sein. Es bleibt jedoch unklar, welche Bedeutung dieser Entwicklung beizumessen ist: Handelt es sich um einen neuen Reflexionsbegriff der Politikwissenschaft oder um einen Arbeitsbegriff, der in der praktischen Politik strategisch genutzt wird?

Angestrebt wird eine Publikation zu den Möglichkeiten der Erforschung politischer Narrative. Zwar haben Erzählungen sowohl in der strategischen Kommunikation als auch in der Diskursforschung bereits ihre Erwähnung gefunden, als eigenständiger Analysezugang und Forschungsgegenstand fehlen Narrative jedoch bislang. Die Herausgeber sehen Narrative als Bindeglieder zwischen Akteuren und Strukturen; diese bilden möglicherweise einen Schlüssel zu einem besseren Verständnis der sozialen Welt. Dabei heben Erzählungen die Dynamik politischer Prozesse hervor, unterstreichen den performativen Charakter von Sprache in der Politik und dienen der Kontingenzbewältigung im Alltag.
Der Stellenwert von Narrativen in der sprachlichen Konstruktion politischer Realitäten wird in vielen gegenwärtigen Problemsituationen deutlich: So geht es beispielsweise in der globalen Finanzkrise, der EU-Staatsschuldenkrise, im Arabischen Frühling, im Prozess um die Band Pussy Riot sowie in der bundespolitischen Debatte um das Betreuungsgeld und die Frauenquote immer auch um erzählerischen Erfindungsreichtum und die Überzeugungskraft eines Plots.

Mögliche Beitragsthemen
Disziplinäre Forschungsperspektiven
(kultur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Zugänge);
Bisherige Analysezugänge in der Politikwissenschaft;
Methoden der Narrativanalyse: Narrative als Erweiterung interpretativer Methoden;
Abgrenzung und Schnittmengen zu strategischer Kommunikations- und Diskursforschung;
Demokratietheoretische Überlegungen;
Legitimität durch Narrative;
Möglichkeiten und Grenzen einer narrativen Wende;
Konsequenzen einer kulturwissenschaftlichen Öffnung in der Politikwissenschaft;
Anwendungsfelder und empirische Studien: Für Beispiele sind die Herausgeber offen und freuen sich über vielfältige Beiträge.

Ablauf, Fristen & Fahrplan
Der Workshop wird am 23. November 2012 in Duisburg stattfinden und zielt auf die Veröffentlichung eines Konzeptbandes zu Politischen Narrativen. Er richtet sich an Doktoranden, Post-Docs und Professoren gleichermaßen. Es werden Vorschläge aus dem politikwissenschaftlichen Feld, aber auch aus den benachbarten sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen erbeten. Die Tagung soll genutzt werden, um die geplanten Beiträge kritisch zu diskutieren und den Austausch über erste Ergebnisse, Fragen und Probleme bei der Erforschung politischer Narrative zu fördern.
Das Buch soll im kommenden Jahr im Springer VS-Verlag erscheinen.
Abstracts der Beiträge (max. 1000 Wörter): 30. September 2012
Deadline des Workshop-Beitrags (min. 5.000 max.10.000 Wörter): 9. November 2012

Die Beiträge senden Sie bitte an:
sebastian.jarzebski@uni-due.de
0203 / 379-2468

Die Einladung zum Workshop ist nicht als endgültige Publikationszusage zu verstehen.

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