“Marx und die ‘Kritik im Handgemenge'” in Osnabrück

Der Modus der Marxschen Kritik als konfliktuelle Praxis steht im Fokus einer Tagung, zu der Matthias Bohlender, Anna-Sophie Schönfelder und Matthias Spekker vom Forschungsprojekts “Marx und die ‘Kritik im Handgemenge’. Zu einer Genealogie moderner Gesellschaftskritik” einladen. Am 3. und 4. März 2017 werden unterschiedliche Aspekte des Marx’schen Kritik-, Wahrheits-, Wissenschafts- und Politikverständnisses diskutiert.  Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Um Anmeldung wird jedoch gebeten. Alle Details und weitere Informationen finden sich im Programmflyer.

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Piketty-Buchforum (5): Marx is just a four letter word

Trotz seines Eingeständnisses, Karl Marx’ Das Kapital niemals wirklich gelesen zu haben, lässt es sich der Starökonom Thomas Piketty in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert nicht nehmen, Marx gehörig die Leviten zu lesen. Seine mehrfach vorgetragene Behauptung, Marx habe „die Möglichkeit eines dauerhaften technischen Fortschritts und einer anhaltenden Produktivitätssteigerung völlig außer Acht gelassen“ (S. 24; ähnlich S. 47, 302), dürfte einen neuen Höhepunkt akademischer Marx-Verballhornung darstellen, schließlich ist für Marx das permanente Bemühen des individuellen Kapitalisten um die Steigerung der Arbeitsproduktivität durch die Einführung neuer Maschinerie und Technologie zum Zweck des Wettbewerbsvorteils die Kehrseite der Akkumulation und das zentrale Argument seiner Theorie der historischen Dynamik dieser Produktionsweise. Für Marx ist darin der zentrale Widerspruch der kapitalistischen Produktionsweise eingeschlossen: Denn um in der Konkurrenz bestehen zu können, ist das individuelle Kapital auf das höchste Produktivitätsniveau angewiesen und operiert damit von einem immer größeren Maschinisierungsgrad aus, weshalb zur Herstellung einer Ware immer weniger Arbeitszeit benötigt wird und das Kapital langfristig zur Verdrängung der Arbeitskraft aus dem Produktionsprozess tendiert, obwohl es sich doch nur durch die Anwendung („Ausbeutung“) lebendiger Arbeit erhalten kann. (mehr …)

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Politische Ideengeschichte als immanente Kritik: Nachruf auf Iring Fetscher (1922-2014)

Iring Fetscher ist in erster Linie für seine Arbeiten zur Politischen Ideengeschichte bekannt geworden. Er edierte bedeutende Werke selbst oder leitete ihre Edition an (von Arbeiten von Auguste Comte bis zu Hobbes‘ Leviathan, von umfangreichen Kompilationen zu Arbeiten zum Marxismus bis zu den politischen Hauptwerken von Lenin). Mit den fünf Bänden zum Gesamtüberblick zur Politischen Ideengeschichte im Piper-Verlag, die er zusammen mit Herfried Münkler veranstaltete, liegt ein Werk vor, das in dieser Breite und mit ihrem auch außereuropäischen Blick weiterhin Standards setzt. Aber Fetschers wissenschaftliches Werk ist deswegen keineswegs primär historisch gewesen. Neben die Tradierung und Kultivierung der Ideengeschichte treten zahlreiche Arbeiten zu politischen Grundfragen, mit denen er in zentrale Debatten ihrer Zeit intervenierte. Bei genauerer Betrachtung erkennt man ferner, dass auch die ideengeschichtlichen Arbeiten politische Interventionen darstellten, denn die Ideengeschichte war für Fetscher kein von anderen Teildisziplinen der Politikwissenschaft isoliertes Gebiet, sondern eine Form politischer Argumentation. Politische Ideengeschichte war für Fetscher immanente Kritik. (mehr …)

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Konferenz: Anerkennung und Sozialismus

Morgen, am 18. Juli, findet in Frankfurt die Konferenz Anerkennung und Sozialismus statt – zu Ehren des 65. Geburtstags von Axel Honneth. Unter anderem wird es um die marxschen Grundlagen, die Theorietraditionen, in die Honneth sich gestellt hat und die diagnostisch-prognostischen Qualitäten seiner Theorie gehen. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Das ganze Programm lässt sich hier einsehen.

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Das Kapital in Berlin: MEGA-Tagung

Zum Abschluss der “Kapital”-Abteilung der Marx-Engels-Gesamtausgabe, dem 1970 begonnen Großeditionsprojekt, laden Friedrich-Ebert-Stiftung, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Internationale Marx-Engels-Stiftung am 31. Januar zu einer Tagung nach Berlin. Neben einer von Harald Bluhm moderierten Podiumsdiskussion sprechen Herfried Münkler und Heinz D. Kurz. Um Anmeldung wird gebeten; Programm und alle Infos finden sich hier.

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Breaking (Sonntags-)News: Marx als Hegelianer

Soeben erreicht uns ganz exklusiv die Nachricht, dass auf der großen Berliner Marx-Konferenz “Re-thinking Marx” – die nächstes Wochenende (20.-22.05) an der Humboldt-Universität stattfindet – zur ohnehin illusteren Sprecherschar (u.a. Wendy Brown, Saskia Sassen, Axel Honneth, Moishe Postone und Étienne Balibar) auch noch Terry Pinkard gestoßen ist. Sein Vortrag ist betitelt “Should Marx Have Been a Hegelian?” und er fügt sich perfekt ins Line-Up der sonntagabendlichen Endrunde ein.

Sicher ein Highlight an einem ohnehin theorieschweren kommenden Wochenende: Samstag von 18-21 Uhr findet schließlich auch noch in Frankfurt die Diskussion zwischen Judith Butler und Gayatri Chakravorty Spivak unter dem Titel “What is Critique”  statt. Über die neue Konkurrenz politiktheoretischer Veranstaltungen zu großen Samstagsabendshows wird man zwar nochmal nachdenken müssen – aber vielleicht nicht am kommenden Wochenende, da gibt es wirklich zu viel Spannenderes zu erfahren…

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