Berliner Sommerakademie: Begriffsgeschichte

Eine spannende Veranstaltung lockt im Sommer nach Berlin und auf die Spuren der Begriffsgeschichte: Vom 9. bis 14. September veranstaltet das Zentrum für Kulturforschung eine Sommerakademie mit dem Titel „Aktuelle Tendenzen der Begriffsgeschichte“, für die sich NachwuchswissenschaftlerInnen verschiedener Fächer – und natürlich auch der Politikwissenschaften – bis zum 30. April bewerben können. Alles Weitere nach dem Klick.

Auch nach dem Abschluss der großen begriffsgeschichtlichen
Unternehmungen (Geschichtliche Grundbegriffe, Historisches Wörterbuch
der Philosophie, Ästhetische Grundbegriffe u.a.) reißt das Interesse an
Begriffsgeschichte nicht ab. Reinhart Kosellecks Ansatz erlebt eine
breite internationale Rezeption und wird mit den methodischen Ansätzen
der ‚Cambridge School‘ verbunden. In den Kulturwissenschaften, die es
genuin mit historischen Bedeutungen zu tun haben, sowie in der
Wissenschaftsgeschichte ist ein neues Interesse an
begriffsgeschichtlichen Methoden zu erkennen. Unter den Stichworten
Übertragung und Metaphorologie, Diskurstheorie und Interdisziplinärität,
Ikonologie und Praktiken bedarf es allerdings einer Relektüre der einst
wesentlich geisteswissenschaftlich-hermeneutisch geprägten
Begriffsgeschichte. Diese soll auf der Sommerschule in der
Auseinandersetzung mit Texten von Hans Blumenberg, Ludwik Fleck, Michel
Foucault, Quentin Skinner u.a. unternommen werden. Das Zentrum für
Literatur- und Kulturforschung Berlin, an dem schon die Ästhetischen
Grundbegriffe erarbeitet wurden und das sich seitdem mit dem Konzept
einer ‚Interdisziplinären Begriffsgeschichte‘ beschäftigt, lädt
Doktoranden und Postdoktoranden ein, an der Internationalen
Sommerakademie mit namhaften Wissenschaftlern die facettenreiche
epistemologische Bedeutung der Begriffsgeschichte für die
Kulturwissenschaften heute zu diskutieren.

Angesprochen sind alle historisch arbeitenden
NachwuchswissenschaftlerInnen (DoktorandInnen und Postdocs), die auf
verschiedenen Feldern (z.B. Wissenschaftsgeschichte, Kultur- und
Medienwissenschaften, Komparatistik, Soziologie, Politologie oder
Sprachwissenschaft) theoretisch oder praktisch zur Begriffsgeschichte,
historischen Semantik oder vergleichbaren Methoden arbeiten. Besonders
erwünscht sind Projektvorstellungen und Erkenntnisinteressen, die sich
auf begriffliche Austauschprozesse zwischen verschiedenen Diskursen und
Disziplinen einschließlich der Naturwissenschaften beziehen.

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Programm:
Die Sommerschule beginnt am Sonntag, 9. September, ab 14.00 Uhr mit
einer thematischen Stadtführung.

Montag-Freitag:

Vormittags Close Readings von zentralen Texten zur Begriffsgeschichte
(u.a. Reinhart Koselleck, Ludwik Fleck, Hans Blumenberg, Michel
Foucault, Quentin Skinner).

Nachmittags Projektvorstellungen der Teilnehmer: 20-minütige
Präsentation der Arbeitsvorhaben mit anschließender Diskussion.

Keynote-Lectures (mit anschließender Diskussion): Ian Hacking (Toronto),
Christian Geulen (Koblenz).

Die folgenden Wissenschaftler des ZfL werden während der Sommerschule
anwesend sein und Moderationen übernehmen: Birgit Griesecke, Herbert
Kopp-Oberstebrink, Ernst Müller, Falko Schmieder und Georg Toepfer.

Zur Vorbereitung wird an alle Teilnehmer ein Reader mit den
Grundlagentexten sowie den Materialien der Teilnehmer für die
Nachmittagspräsentation verschickt.

Organisatorische Eckdaten:

Termin: Sonntag, 9., bis Freitag, 14. September 2012

Ort: Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Schützenstr. 18, 10117
Berlin

Wissenschaftliche Leitung und Organisation: PD Dr. Ernst Müller, Dr.
Falko Schmieder

Teilnehmer/innen: DoktorandInnen und Post-Docs aus dem In- und Ausland

Teilnehmerzahl: 12-15 Teilnehmer + 5 inhaltlich verantwortliche
ZfL-Mitarbeiter

Arbeitssprachen: Deutsch und Englisch. Vorausgesetzt werden ein gutes
Hörverständnis und eine sehr gute Lesekompetenz der deutschen Sprache,
da die Quellentexte im Original gelesen werden; die Präsentation der
Projekte durch die Doktoranden kann auf Englisch erfolgen.

Teilnahme:

Bewerbung: Lebenslauf und zweiseitige Projektskizze
bis 30.4.2012 per E-Mail an Jana Wolf, wolf@zfl-berlin.org
Die Zusage erfolgt bis zum 15.5. 2012

Unterkunft: gemeinsame Unterbringung aller Teilnehmer in einem
Hostel/Hotel

Unkosten: für 6 Übernachtungen incl. Frühstück, 5 x Mittagessen,
Pausenverpflegung und Seminar-Materialien zusammen 500 Euro
Reisekosten und Abendessen: tragen die Teilnehmer

Im Einzelfall kann ein begründeter Antrag auf Übernahme der Reise- und
Aufenthaltskosten durch das ZfL gestellt werden; ausländische Teilnehmer
können außerdem Finanzierungsanträge beim DAAD stellen.

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