Sicherheitskulturen live aus München

In den kommenden Tagen herrscht wieder Ausnahmezustand in München: einem jährlichen Ritual folgend versammeln sich die Elite der internationalen Sicherheitspolitik, Friedensbewegte und Sicherheitskräfte auf engstem Raum jedoch an verschiedenen Orten der Innenstadt – und die Münchner weichen stoisch zur Seite. Jede dieser Gruppen hat eine eigene Sicht auf dieses Ereignis – Sicherheit auf der einen Seite, Frieden auf der anderen. Zum Dialog kommt es nur selten.

Frieden und Sicherheit sind die zwei politische Grundbegriffe, um deren praktische Relevanz in dieser Woche gerungen wird: auf der „Münchner Sicherheitskonferenz“, bei der im Bayerischen Hof hochrangige Politiker, Diplomaten, Militärs und Sicherheitsexperten aus aller Welt über aktuelle Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik debattieren – und bei der parallel stattfindenden Gegenveranstaltung „Internationale Münchner Friedenskonferenz“, die von der Friedensbewegung organisiert wird. Christopher Daase, Professor für Internationale Organisation an der Goethe-Universität, ist einer der wenigen Forscher, der zu dieser Sicherheitskonferenz eingeladen wurde. Zusammen mit seinem Forschungsteam beobachtet und kommentiert er in München nicht nur die Vorträge und Diskussionen dieser Experten, sondern auch die zahlreichen zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen der Alternativ-Konferenz – also genau jene Diversität und gegenseitige Abhängigkeit von verschiedenen Sicherheitskulturen.

Sicherheitskultur, verstanden als grundlegende Überzeugungen und Praktiken über die Bedeutung von Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen, werden also vergleichend erlebt, beobachtet und kritisch reflektiert. Über ein multimediales Angebot auf der Internetseite des Forschungsprojekts könnt ihr euch informieren und mitmachen. Es werden die Eindrücke und Erfahrungen der Sicherheitskonferenz, der zivilgesellschaftlichen Aktivitäten sowie auch aus der Innenstadt München im Dialog diskutiert. Ein Filmteam produziert kurze Clips von der Friedenskonferenz und aus der Innenstadt, die dem offiziellen Multimedia-Angeboten der Sicherheitskonferenz gegenüber gestellt werden. Schließlich werden die Konferenzen in einer Fotoserie dokumentiert. Diese Angebote werden für alle Interessierten von Donnerstag (3. Februar 15 Uhr) bis Sonntag (6. Februar um 15 Uhr) fortlaufend aktualisiert und sind hier zu finden. All diese Aktivitäten sind Teil des Frankfurter Forschungsprojekts „Sicherheitskultur im Wandel„. Die Forscher gehen der Frage nach, wie und warum sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sicherheit und Unsicherheit, von Schutz und Gefahr verändert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.