CfA: Zwei Doktorandenstellen zu zivilem Ungehorsam (Amsterdam)

26. August 2014, Thorsten Thiel

In dem von Robin Celikates geleiteten, gerade anlaufenden Forschungsprojekt “Transformations of Civil Disobedience: Democratization, Globalization, Digitalization” sind zwei Doktorandenstellen ausgeschrieben. Das Projekt ist an der Amsterdam School for Cultural Analysis angesiedelt, die auch ein umfangreiches Trainingsprogramm für Doktoranden enthält. Die erste Stelle legt den Fokus auf den Globalisierungkontext, die zweite auf digitalen zivilen Ungehorsam. Beide Stellen sind für vier Jahre ausgeschrieben und die Bewerbungen müssen bis zum 01. Oktober eingegangen sein. Alle weiteren Informationen zu den Stellen findet ihr hier auf der Webseite. Viel Erfolg beim Bewerben!

Ein moderner Ablasshandel? Der Fall Ecclestone zwischen „Kassenjustiz“ und „Justizvertrauen“

25. August 2014, Sebastian Huhnholz

Die parlamentarische Sommerpause gilt traditionell als die halbtote Phase, in der das politische Reservepersonal seine fifteen minutes of fame aus dem Mediennirvana abrufen darf. Die Vorschläge reichen auch derzeit wieder einmal von der Ausweisung deutscher Dschihadisten bis zum Fällen solcher Alleebäume, die dem provinziellen Fahranfängerstil im Wege stehen. Die Sommerpause birgt allerdings auch gemeinhin unterschätzte Chancen für die Artikulation politischer Fragen jenseits der Berufspolitik. Die Sommerpause ist nämlich nicht zuletzt die große Zeit der Gastautoren. Ein Zeitfenster, in der Differenzierte gegen die im Routinebetrieb so schrillen Talkshow-Dampfplauderer anreden und -schreiben dürfen.

In dieser Hinsicht verdient auch eine unlängst im Deutschlandfunk ausgestrahlte „Kontrovers“-Sendung Beachtung, die sich unter dem Titel „Ecclestones Deal mit dem Gericht – ein Fall von Kassenjustiz?“ der realdemokratisch nicht eben unwichtigen Frage annahm, was an der Aufsehen erregenden, weil gegen Rekordsumme garantierten Verfahrenseinstellung und dem Zustandekommen der gegen „Formel-1-Chef“ Bernie Ecclestone erhobenen Korruptionsvorwürfe eigentlich Regel deutscher Strafrechtspraxis ist und was tatsächlich un- und außergewöhnlich (zur Erinnerung hier der Fallabschluss in Kürze).
Den vollständigen Beitrag lesen…

Viva Blogonia: Ein Blogkarneval für unsere Disziplin

22. August 2014, Thorsten Thiel

Die Blogs Zoon Politikon, IR Blog und Bretterblog rufen zu einem kleinen Blogkarneval auf. Eine (hoffentlich) muntere und thesenstarke Diskussion über die unterschiedlichen Plattformen unserer Disziplin hinweg zur Rolle und den Entwicklungschancen von Blogs. Das Ganze geht zurück auf einen jüngst in der ZIB erschienenen Artikel von Ali Arbia zur Repulik der Gelehrten 2.0 (Kurzfassung hier, zudem gab es in derselben Ausgabe einen ebenfalls frei zugänglichen Beitrag zu Lehre und Neuen Medien). Der Theorieblog unterstützt das Anliegen sehr und ist ja auch selbst schon mit solcher Art der Reflexion/Nabelschau hervorgetreten (es sei an den ZPTH-Beitrag Theorie in Blogsatz von Cord und Daniel erinnert und unseren Workshop zu Blogs in den Sozialwissenschaften).

Drei Thesen sind zunächst in den Raum gestellt und sollen nun diskutiert, verworfen oder ergänzt werden:

1. Blogs werden in der Zukunft einen wichtigen Platz im wissenschaftlichen Diskurs haben. Darauf muss sich unsere und andere Disziplinen einstellen.
2. Die Internationalen Beziehungen eigenen sich gut wenn nicht sogar besser als viele andere sozialwissenschaftliche Fächer um vom Potential von Blogs zu profitieren, insebesondere wenn es um die Kommunikation nach Aussen geht.
3. Die Deutschsprachige IB-Welt ist dabei diese wichtige Entwicklung zu verschlafen. Dies könnte desaströse Folgen für die Zukunft des Fachs im deutschsprachigen Raum haben.

Auch wir sind gespannt auf die Debatte. Führt sie gerne bei uns in den Kommentaren oder gleich bei Zoon Politikon, wo auch die Liste der auf anderen Blogs veröffentlichten Beiträge aktuell gehalten wird.

Twitter-Rückschau

22. August 2014, Theorieblog-Team

CfA: Drei volle Mitarbeiterstellen bei Justitia Amplificata

20. August 2014, Thorsten Thiel

Die Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata geht in eine neue Förderperiode und soeben sind drei volle Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter ausgeschrieben worden. Alle drei Stellen setzen eine abgeschlossene Promotion in Politischer Theorie oder Politischer Philosophie voraus. Zwei Stellen sind TVöD 13, eine sogar TVöD 14. Interesse an Gerechtigkeitsfragen ist ein Muss, deutsche und englische Sprachbeherrschung ebenso. Die Stellen sind in Frankfurt angesiedelt, alle weiteren Infos entnehmt ihr am besten direkt der Ausschreibung als PDF. Bewerbungsschluss für alle drei Stellen ist der 15.09. Wir wünschen wie immer viel Erfolg.

Draußen, vor dem Institut – Ein Dialog über die beruflichen Aussichten des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich Politische Theorie

20. August 2014, Hubertus Buchstein & Tobias Müller

Auf dem Institutsflur, am Rande von Fachkonferenzen oder beim Zusammensein nach Feierabend: die Zukunftsperspektiven sind für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Politischen Theorie und Ideengeschichte Dauerthema. Dass diese wesentlich mit der Gesamtentwicklung des Teilbereichs verflochten sind, wird hingegen häufig nicht berücksichtigt. Hubertus Buchstein und Tobias Müller haben sich über diese Themen unterhalten und ihr Gespräch für uns dokumentiert.
Den vollständigen Beitrag lesen…

„Identität ist etwas, das einen greift“ – Psychologie und Politische Theorie

18. August 2014, Ulrike Spohn

„Man kann die Welt weder von einem beliebigen noch von gar keinem Standort aus betrachten, sondern nur aus der eigenen, besonderen Position heraus.“ Mit diesen Worten beginnt der Aufsatz Globalisierung, Migration und Psyche des indischen Psychoanalytikers und Schriftstellers Sudhir Kakar. Dessen Buch Kultur und Psyche. Psychoanalyse im Dialog mit nicht-westlichen Gesellschaften (Psychosozial-Verlag 2012) geht der Frage nach, welche Bedeutung der Kultur im Prozess der Konstituierung der menschlichen Psyche zukommt. Dabei diskutiert er in den einzelnen Kapiteln ein breites Themenspektrum, das den Einfluss von Kultur auf so verschiedene Bereiche wie Theorie und Praxis der Psychotherapie, Konzepte von Liebe und das Verständnis von Religion umfasst. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Beschäftigung mit Identitätsbildung und Migration im Zuge von Globalisierungsprozessen. Die anregende Lektüre Kakars wirft die Frage auf, ob psychologischen Beschreibungs- und Erklärungsmustern in der Politischen Theorie nicht (wieder) mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Eine interdisziplinäre Öffnung für Perspektiven der Psychologie könnte das Verständnis politischer (Gruppen-)Dynamiken vertiefen und Fehlentwicklungen in der politischen Theoriebildung entgegenwirken.
Den vollständigen Beitrag lesen…

Politische Ideengeschichte als immanente Kritik: Nachruf auf Iring Fetscher (1922-2014)

13. August 2014, Marcus Llanque

Iring Fetscher ist in erster Linie für seine Arbeiten zur Politischen Ideengeschichte bekannt geworden. Er edierte bedeutende Werke selbst oder leitete ihre Edition an (von Arbeiten von Auguste Comte bis zu Hobbes‘ Leviathan, von umfangreichen Kompilationen zu Arbeiten zum Marxismus bis zu den politischen Hauptwerken von Lenin). Mit den fünf Bänden zum Gesamtüberblick zur Politischen Ideengeschichte im Piper-Verlag, die er zusammen mit Herfried Münkler veranstaltete, liegt ein Werk vor, das in dieser Breite und mit ihrem auch außereuropäischen Blick weiterhin Standards setzt. Aber Fetschers wissenschaftliches Werk ist deswegen keineswegs primär historisch gewesen. Neben die Tradierung und Kultivierung der Ideengeschichte treten zahlreiche Arbeiten zu politischen Grundfragen, mit denen er in zentrale Debatten ihrer Zeit intervenierte. Bei genauerer Betrachtung erkennt man ferner, dass auch die ideengeschichtlichen Arbeiten politische Interventionen darstellten, denn die Ideengeschichte war für Fetscher kein von anderen Teildisziplinen der Politikwissenschaft isoliertes Gebiet, sondern eine Form politischer Argumentation. Politische Ideengeschichte war für Fetscher immanente Kritik.
Den vollständigen Beitrag lesen…

Konferenz: Kritische Theorie und Film

12. August 2014, Thorsten Thiel

Unter dem Titel “Critical Theory, Film and Media: Where is Frankfurt Now?” findet vom 20.-23. August an der Goethe-Universität in Frankfurt eine große Konferenz statt. Ein äußerst interessantes und breites Programm von Film- und Medientheorie bis Kritischer Theorie wird geboten, zudem gibt es zwei Keynotes (Gertrud Koch und Fabian Steinhauer), ein Conference Dinner im Filmmuseum und eine Conference Party (im Orange Peel). Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten. Alle Infos hier in der PDF.

Wiedergelesen: Intoleranz ist Toleranz ist Intoleranz: Herbert Marcuses “Repressive Toleranz”

11. August 2014, Stefan Wallaschek

Wiedergelesen-Beitrag zu: Marcuse, Herbert (1984 [1965]): Repressive Toleranz. Mit einer Nachschrift von 1968. In: Herbert Marcuse Schriften. Band 8. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 136-166.

 

Die „Frankfurter Schule“ wird in der Klassikerrezeption oft auf Adorno und Horkheimer reduziert. Dabei wird verkannt, dass mit Herbert Marcuse ein ebenso engagierter Intellektueller die Kritische Theorie entscheidend mitprägte. Marcuses dezidiert politische Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen machen seine Wichtigkeit für die Kritische Theorie aus. In der Verknüpfung aus theoretischer Reflexion und politischem Engagement unterscheidet sich Marcuse erheblich von gegenwärtigen TheoretikerInnen; diese suchen vor allem fachwissenschaftlichen Auseinandersetzungen und greifen nur noch selten als kritische Intellektuelle in die öffentlichen Debatten ein.

Ich will mich in die inhaltliche Auseinandersetzung mit Marcuses aufwirbelndem Essay „Repressive Toleranz“ aus dem Jahr 1965 begeben. Toleranz, so meine These im Anschluss an Marcuse, kann nur als ambivalenter Begriff für Theorie und Praxis verstanden werden. Während Toleranz theoretisch zwischen Verschleierung und Wahrheit pendelt, bewegt sie sich in der Praxis zwischen Duldung und Emanzipation (siehe Abb.1).
Den vollständigen Beitrag lesen…








Und zum Schluss: Die meistgenutzten Schlagwörter...

Berlin CfA CfP Demokratie Demokratietheorie Doktorandenstelle Dresden DVPW Ethik Europa Feminismus Frankfurt/Main Freiheit Gerechtigkeit Gesellschaftstheorie Gießen Globale Gerechtigkeit Globalisierung Habermas Hamburg HU Berlin Ideengeschichte Internationale Politische Theorie Internet Justitia Amplificata Kapitalismus Konferenz Konstitutionalismus Kritik Kritische Theorie Kulturtheorie Lesenotizen Menschenrechte Methoden Migration Münster Normative Ordnungen Philosophie Politikwissenschaft politische Philosophie Postdoc Postkolonialismus Postnationale Konstellation Recht Rechtstheorie Religion Sozialwissenschaften Soziologie Stellenausschreibungen Stipendien Summer School Tagung Tagungen Tagungsberichte Theorie meets Popkultur Twitter Verfassung Völkerrecht Wien Workshop