Demokratietheorie-Programme und Demokratie-Programme – ein unvermittelter Gegensatz? ZPTh-Replik auf Emanuel Richter

Emanuel Richter formuliert in seiner Auseinandersetzung mit meinem Aufsatz sehr grundlegende Einwände gegen meinen Versuch, Rosanvallons Begriff der Gegen-Demokratie auf seine Folgen für die Organisation des Politischen zu befragen. Diese Kritik gibt mir die Gelegenheit, den entscheidenden Punkt meiner Argumentation noch klarer herauszuarbeiten und möglichst präzise zu benennen, inwiefern unsere beiden Perspektiven auf Rosanvallon divergieren.

Zunächst betont Emanuel Richter, er könne meine Einschätzung nicht teilen, die Rezeption Rosanvallons im deutschsprachigen Raum stehe noch am Anfang. Womöglich hätte ich klarer benennen müssen, welche Vergleichsgrößen mir bei dieser Aussage vor Augen standen. Michel Foucault starb 1984 – und noch immer wird jede neue Edition oder Übersetzung seiner Vorlesungen mit Spannung erwartet. Die Regale mit Sekundärliteratur zu Foucault füllen sich beständig; sein Werk ist in aktuellen Debatten (bspw. um die Theorien der individuellen oder kollektiven Subjektivierung) ein beständiger Referenzpunkt; seine Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus hat die Perspektive einer ganzen Generation geprägt. Wie anders indes bei Rosanvallon: Hier wird nicht jedes Manuskript mit großer Akribie bei Suhrkamp verlegt; vielmehr engagiert sich die Hamburger Edition mit großem Einsatz, um zunächst einmal die Hauptwerke auf Deutsch zugänglich zu machen. Gerade im Gegensatz zu den von Emanuel Richter genannten radikaldemokratischen Autoren fehlt Rosanvallon womöglich der radical chic, um eine größere Resonanz zu finden. Umso verdienstvoller scheint mir daher Wim Weymans, Paula Diehls oder eben Daniel Schulz’ Arbeit an der Vermittlung seiner Werke in den deutschsprachigen Raum.

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CfA: 9 Doktorandenstellen in Rostock

Das interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg “Deutungsmacht” an der Universität Rostock hat zum 1. April 2017 neun wissenschaftliche Mitarbeiter*innenstellen (EG 13 TV-L, 26 h/Wo) ausgeschrieben. Das Graduiertenkolleg untersucht unter der Perspektive von Deutungsmacht Fragestellungen, die exemplarisch im Kontext von Religion und belief systems angesiedelt sind. Beteiligte Fächer sind unter anderem auch Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie. Bewerbungen können bis zum 6. Januar 2017 eingereicht werden. Weitere Informationen findet ihr in der Ausschreibung.

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CfA: Pragmatismus-Meisterkurs mit Richard J. Bernstein in München

Der 1932 geborene Richard J. Bernstein von der New School for Social Research in New York ist bekannt für seinen pluralistischen Zugang zu philosophischen Traditionen und insbesondere dafür, den Pragmatismus mit anderen philosophischen Ansätzen ins Gespräch zu bringen und zu vermitteln. Er hat insbesondere zu John Dewey’s Metaphysik, zum Fallibilismus als epistemologisches, ethisches und politisches Prinzip, zur kritischen Urteilskraft und zu den Phänomenen des Bösen und der Gewalt gearbeitet. Zu erwähnen ist darüber hinaus sein großes Interesse an der Relevanz von Philosophie für demokratische Gesellschaften.

Im Meisterkurs mit Bernstein, der vom 20.-22. März 2017 an der Hochschule für Philosophie in München stattfindet, soll es darum gehen, diese Themen und andere pragmatistische Forschungsinteressen in konstruktiver Atmosphäre zu diskutieren. Insbesondere Vetreter von Minderheiten in der Philosophie sind dazu eingeladen, sich für die Teilnahme an dem dreitägigen Meisterkurs zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 10. Februar 2017. Detaillierte Informationen zum Call finden sich auf der Website der HfP.

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CfP: Workshop für politische Philosophie in Flensburg, Juli 2017

Für den 6. und 7. Juli 2017 laden Fabian Wendt und David Schweikard zu einem Workshop zu Fragen der politischen Philosophie nach Flensburg ein. Der Workshop ist thematisch offen, “allerdings werden Vorträge bevorzugt, die systematische (statt rein ideengeschichtliche) Fragen der Politischen Philosophie behandeln.” Ihre Teilnahme zugesagt haben bereits Herlinde Pauer-Studer (Wien) und Michael Schefczyk (Karlsruhe). Deadline für den CfP ist der 31.01.2017. Alle weiteren Infos findet ihr unter diesem Link oder nach dem Klick:

Call for Papers (Flensburg, deadline: 31.1.2017)

Workshop für Politische Philosophie

Am 6. und 7. Juli 2017 findet in Flensburg ein Workshop für Politische Philosophie statt. Der Workshop soll insbesondere (aber nicht ausschließlich) jüngeren Politischen Philosophinnen und Philosophen die Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Thematisch ist der Workshop nicht weiter eingegrenzt, allerdings werden Vorträge bevorzugt, die systematische (statt rein ideengeschichtliche) Fragen der Politischen Philosophie behandeln. Die Vorträge können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden. Alle Teilnehmer sollten deshalb beide Sprachen verstehen und in beiden Sprachen diskutieren können. Inklusive Diskussion stehen für jeden Vortrag 45 Minuten zur Verfügung. Eingeladene Hauptvortragende sind Herlinde Pauer-Studer (Wien) und Michael Schefczyk (Karlsruhe).

Abstracts können bis zum 31.1.2017 eingereicht werden. Bitte schicken Sie eine PDF-Datei mit einem anonymisierten Kurzabstract (ca. 250 Wörter) und einer ebenfalls anonymisierten längeren Version (ca. 750-1.000 Wörter) an die Organisatoren David Schweikard (david.schweikard@uni-flensburg.de) und Fabian Wendt (fabian.wendt@uni-bielefeld.de).

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CfP: Phänomenologie und das Politische

Vom 13.–16. September 2017 findet in Hagen die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung statt. Thema der Tagung ist: Die Phänomenologie und das Politische und der Call erörtert, dass es um eine Analyse der Politisierungstendenzen der Gegenwart unter Rückgriff auf die Erfahrungsperspektive phänomelogischer Forschung gehen soll. Wer an der Tagung als aktiver Redner_in teilnehmen möchte, hat noch bis zum 15.02 Zeit, sich mit einem 500-Wort-Abstract zu bewerben (an Steffen Herrmann richten). Alle Infos und eine Beschreibung der Konferenz und ihres Anliegens hier in der PDF oder unter dem Strich. (mehr …)

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CfP: Dimensions of Poverty (Berlin)

Im Haus der Kulturen der Welt in Berlin findet am 8./9. Juni 2017 die Konferenz “Dimensions of Poverty” statt. Veranstaltet wird sie von Valentin Beck, Stefan Gosepath, Henning Hahn und Robert Lepenies von der Kolleg-Forschergruppe “Justitia Amplificata” an der Freien Universität. Gefragt wird nach neuen Perspektiven auf absolute und relative Armut innerhalb und zwischen Nationen.  Als Keynote-Speaker haben bereits zugesagt: Sabina Alkire (OPHI, Oxford), Sakiko Fukuda-Parr (New School, N.Y.C.), Varun Gauri (World Bank, Washington DC), Stephan Klasen (University of Göttingen), Onora O’Neill (University of Cambridge), Sanjay Reddy (New School, N.Y.C.), Mitu Sengupta (Ryerson, Toronto), Leif Wenar (King’s College, London) und Jo Wolff (UCL, London). Auf Twitter läuft die Diskussion unter dem Hashtag #berlinpoverty17.

Philosophen und Sozialwissenschaftler aller Qualifikationsstufen, die sich theoretisch oder empirisch mit dem Thema der Armut beschäftigen, sind aufgefordert, bis zum 31. Januar Abstracts für einen Workshop-Beitrag einzureichen. Eine Auswahl der Aufsätze wird in der neuen Buchreihe “Poverty and Philosophy” bei Springer veröffentlicht. Weitere Informationen gibt es auf dieser Website.

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Neue Buchreihe “Philosophy and Poverty”

Bei Springer erscheint eine neue Buchreihe “Philosophy and Poverty”, die von Henning Hahn (Berlin), Gottfried Schweiger (Salzburg) und Clemens Sedmak (Salzburg/London) herausgegeben wird. Das Anliegen der Reihe ist es, ein Forum für das gesamte Spektrum der philosophischen Forschung zu Armut, Armutsforschung und Armuntsminderung bereitzustellen. Dabei ist die Reihe nicht auf ein bestimmtes Verständnis von Armut oder einen einzigen philosophischen Zugang beschränkt, auch nicht auf normative Fragen der Ethik, Gerechtigkeit oder der Menschenrechte. Vielmehr ist die Reihe sowohl für normative, als auch wissenschaftstheoretische, erkenntnistheorietische oder philosophiegeschichtliche Fragestellungen offen. Ab sofort können Sammelbände und Monographien vorgeschlagen werden. Alle Veröffentlichungen in der Reihe durchlaufen einen Peer-Review-Prozess. Weitere Informationen zur neuen Reihe und der möglichen Themenvielfalt stehen auf der Website der Buchreihe und können in direktem Kontakt mit den Herausgebern besprochen werden.

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CfP: Workshop “Responding to an Uncertain Future” (Graz)

Vom 21. bis zum 23. Juni 2017 findet an der Karl-Franzens-Universität Graz ein internationaler Workshop zum Thema “Responding to an Uncertain Future – Normative Theories of Risk and Climate Change Policy” statt. Darin geht es um die Definition, Beurteilung, moralische Bewertung und den Umgang mit Risiken und Ungewissheiten. Bis zum 31. Januar können Abstracts aus einem breiten disziplinären Spektrum eingereicht werden. Ausführliche Informationen gibt es im Call for Abstracts.

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