Buchforum zu Jan-Werner Müllers “Was ist Populismus?”

Im Frühjahr diesen Jahres ist bei Suhrkamp Jan-Werner Müllers Antwort auf die Frage “Was ist Populismus?” erschienen. In dieser und der kommenden Woche wollen wir im Rahmen eines Buchforums die von Müller angestoßene Diskussion fortführen. Den Auftakt macht der heutige Kommentar von Daniel Jacob (Berlin), es folgen zwei weitere Kommentare von Richard Gebhardt (Aachen) und Dirk Jörke (Darmstadt). Zum Abschluss wird Jan-Werner Müller auf die Kommentare reagieren. Wir freuen uns sehr auf die Diskussion und möchten euch herzlich dazu einladen, euch über die Kommentarfunktion daran zu beteiligen. Der Kommentar von Daniel Jacob folgt nach dem Klick:
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Podcast: Thomas Bedorf – Verkennende Anerkennung

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Anerkennungstheorie ist eines der vielen Felder, in denen die praktische Philosophie in die politische Theorie hineinragt und die Grenzen der Disziplinen zunehmend verwischen. Thomas Bedorf verkörpert diese Interdisziplinarität, denn er unterrichtet als Professor für Philosophie auch Politische Theorie an der FernUniversität Hagen. Bedorf hat in seiner Habilitationsschrift, auf der dieser Vortrag fußt, eine Theorie der Anerkennung entwickelt, in der die Anerkennung selbst zu einer politischen Praktik wird. In Abgrenzung von Charles Taylors Theorie multikultureller Anerkennung, Axel Honneths „intersubjektivistischer“ Anerkennungstheorie und Judith Butlers Theorie subjektivierender Anerkennung entwickelt Bedorf seinen eigenen Begriff. Die bestehenden Ansätze, so die These, können die Radikalität der Alterität des Anderen nicht angemessen erfassen. Bedorf versucht deshalb unter Rückgriff auf die alteritätstheoretischen Annahmen von Emmanuel Lévinas die Zeitstruktur der Anerkennung offenzulegen. Das Auftreten des Anderen fordert uns zu einer anerkennenden Reaktion heraus, die die Andersheit des Anderen aber nie vollständig erfassen kann. Sie entzieht sich jeder Fixierung. Übrig bleibt nur die strategische, stets unvollständige Anerkennung des Anderen auf eine bestimmte Weise. Der Andere wird immer nur als dieser oder jener aber nie in seiner umfassenden Andersheit anerkannt. Es bleibt nur eine politische, weil interpretationsbedürftige Verdopplung des Anerkannten, die eine verkennende Anerkennung bleiben muss.

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2 wiss. MitarbeiterInnenstellen (50%) im Forschungsprojekt “Zukünftige Generationen als Leerstelle der Demokratie” (HfP)

Für das Forschungsprojekt „Zukünftige Generationen als Leerstelle der Demokratie – Repräsentation und Beteiligung angesichts ökologischer und institutioneller Herausforderungen“, das an der Hochschule für Philosophie in München am Lehrstuhl für Praktische Philosophie (Prof. Dr. Michael Reder) angesiedelt ist und von der Fritz Thyssen-Stiftung finanziert wird, sind zum 1. Oktober 2016 zwei befristete Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (50 %) zu besetzen.

Nähere Informationen finden Sie hier: hier.

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Towards a New Multiculturalism? Workshop und Vortrag mit Charles Taylor (Jena)

Ulf Bohmann und Paul Sörensen veranstalten am 30. Mai einen Workshop mit Charles Taylor in Jena. Die Veranstaltung verspricht spannend zu werden: Angesichts der aktuellen politischen Situation wird Taylor Thesen zur Flüchtlingsfrage, zur Krise des Westens und zu einem neuen Multikulturalismus formulieren, die auf dem Workshop diskutiert werden. Die Veranstaltung endet mit einem Abendvortrag von Taylor zum Thema: “Democracy and Diversity – a Western Crisis”. Hier geht es zur Website und hier direkt zum Programm.

 

 

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Vortragsreihe: Populismus und Extremismus in Europa (Aachen)

In Aachen findet vom 30.05-09.06 eine Vortragsreihe mit insgesamt acht Vorträgen zum Thema “Populismus und Extermismus in Europa” statt. Unter anderem sprechen Claus Leggewie (30.05), Volker Heins (02.06), Ulrike Guérot (06.06), Paula Diehl (07.06) und Hans Vorländer (08.06). Die Veranstaltungen finden jeweils um 19 Uhr statt. Alle Infos entnehmt bitte dem Flyer oder der Webseite.

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Podcast: Paula Diehl – Politische Repräsentation neu gedacht

Wie versprochen, präsentieren wir heute den verschobenen Vortrag von Paula Diehl. Da sie viel mit Bildern arbeitet um Ihren Vortrag zu illustrieren, empfehle ich heute nachdrücklich das Video. In der Reihe nicht auszutreibende Kinderkrankheiten: Wie schon bei Franziska Martinsen hat das Video leichte Probleme mit der Synchronität von Bild und Ton.

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Paula Diehl arbeitet seit Jahren in verschiedenen Projekten daran, Politische Repräsentation jenseits klassischer Vertretungskonzepte neuzudenken; zuletzt als Leiterin des Projekts „Symbolik der Demokratie. Inszenierung, Repräsentation und die Konstitution des politischen Imaginären“ der VolkswagenStiftung, aus dem auch dieser Vortrag hervorgegangen ist. Diehl beginnt mit einer Kritik von Hanna Pitkins Modell der Repräsentation als Interessensvertretung und verortet sich anschließend in Auseinandersetzung mit Lisa Disch und Michael Saward im „Representative Turn“ (Näsström) der Politikwissenschaft. Der gegenwärtige US-Wahlkampf, so Diehl, zeigt in den Kampagnen von Trump und Sanders, dass es nicht nur um die Auswahl der „besten“ Repräsentanten geht, sondern dass Repräsentation den normativen Horizont einer politischen Gemeinschaft herausfordern oder bestätigen kann. Dafür ist eine Erweiterung des Repräsentationsverständnisses um das Symbolische und Imaginäre nötig. Repräsentation erzeugt einen symbolischen Überschuss, der identitätsbildend wirkt – das ist die performative Seite politischer Repräsentation. Symbolische Repräsentation bleibt dabei auf das Imaginäre angewiesen, das sich als „Resonanzraum“ (Göhler) des Symbolischen verstehen lässt: die kulturellen und gesellschaftlichen Narrative und die Emotionen, die die Symbole erst verständlich machen. Das Symbolische greift aber, wie sich wieder an den populistischen Wahlkämpfen von Trump und Sanders zeigen lässt, selbst in die Strukturierung des Imaginären ein und transformiert die (normativen) Vorstellungen davon was Politik ist oder sein sollte.

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