Das Problem der Sittlichkeit

Lesenotitz zu „Debating Critical Theory. Engagements with Axel Honneth“, herausgegeben von Julia Christ, Kristina Lepold, Daniel Loick & Titus Stahl

Bald dreißig Jahre nach ihrem Erscheinen ist Axel Honneths Habilitationsschrift von ungebrochener Aktualität. Kämpfe um Anerkennung sind offensichtlich ein Signum unserer Zeit. Doch um Anerkennung wird nicht nur von links gerungen. Den migrantischen Kämpfen um politische und kulturelle Teilhabe (um nur ein Beispiel zu nennen) steht die rechtspopulistische Forderung gegenüber, nationale Identitäten und angestammte Privilegien zu schützen und zu respektieren. Diese pluralisierte Aktualität eines Kampfes um Anerkennung führt auch zu einer gewissen Verunsicherung. Einerseits liegt das normative Urteil über den Rechtspopulismus „für uns“ mehr oder weniger deutlich auf der Hand. Andererseits hat die Kritische Theorie von Hegel bis Honneth (und darüber hinaus) herausgestellt, dass solchen Urteilen solange die Gefahr der Willkürlichkeit innewohnt, wie sie nicht auch aus einer „normativen Rekonstruktion“, „bestimmten Negation“ oder „immanenten Kritik“ der artikulierten Anerkennungsansprüche selbst heraus erwachsen.  (mehr …)

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Summer School „Foundations of Solidarity“ in Berlin

Vom 5. bis 10. Juli findet die „2021 International Critical Theory Summer School“ statt, organisiert vom Center for Humanities and Social Change an der Berliner Humboldt-Universität; beteiligt sind auch die Uni Frankfurt und die New School. Zu Gast sind unter anderem Regina Kreide, Frederick Neuhouser, Hauke Brunkhorst, Robin Celikates und Rahel Jaeggi. Deadline ist der 8. März, alle Infos zu Thema, Bewerbung, Pandemiemodalitäten und Teilnahmegebühren finden sich hier.

 

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Zwei Vorträge in Gießen

Im Rahmen des Gießener Politische Theorie Kolloquiums und der Sektion „Menschenrechte und Demokratie“ des Gießener Graduiertenzentrums für Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) finden zwei Vorträge statt, zu denen auch Nicht-Gießener herzlich eingeladen sind:
An diesem Mittwoch, den 16. Dezember 2020, trägt Frieder Vogelmann vor zu „Critical Theory and Political Epistemology. Six Theses on Untruth in Politics“. Los geht es um 18.15 Uhr. Im neuen Jahr steht dann am 20. Januar 2021 ein Vortrag von Gundula Ludwig auf dem Plan: „‚Politik ist nichts Weiter als Medizin im Großen.‘ Zur Bedeutung von Körperpolitiken in der Genealogie der Demokratie“. Start ist dann schon um 17.15 Uhr. Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung bei Hannes Kaufmann (hannes.s.kaufmann@sowi.uni-giessen.de) verschickt.

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CfP: JFR-Tagung „Kritische Theorie(n) des Rechts“

Die 29. Tagung des Jungen Forums für Rechtsphilosophie (JFR) findet vom 6. bis 8. Mai 2021 am Seminar für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig statt. Sie wird organisiert von Esther Neuhann (Hamburg) und Claudia Wirsing (Braunschweig). Die Tagung fragt danach, wie eine Kritische Theorie des Rechts heute zu denken und zu konzipieren ist. Welche Funktion(en) hat sie zu erfüllen? Inwieweit ist sie um feministische, dekoloniale und poststrukturalistische bzw. dekonstruktive Rechtskritiken zu erweitern? Worin besteht die Einheit einer solchen Theorie? Oder zerfällt eine Kritische Theorie des Rechts, genau genommen, in eine Vielzahl kritischer Theorien des Rechts? Das Ziel der Tagung ist es, diese Fragen zu erörtern und so Aufschluss darüber zu gewinnen, worin das besondere Erbe der Kritischen Theorie des Rechts besteht, an welchen Stellen diese Theorie einer Revision bedarf bzw. selbst einer Kritik unterzogen werden muss, und inwieweit eine Auseinandersetzung mit dieser Theorietradition auch heute noch bedenkenswerte Antworten für das Rechtsdenken liefert.

Die Ausschreibung richtet sich an junge Nachwuchswissenschaftler:innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (z.B. Philosophie, Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften oder
Soziologie).  Vorträge sollten eine Länge von 20 bis max. 30 Minuten haben. Bewerbungen sind bis zum 15.8.2020 möglich und Frauen werden besonders zur Bewerbung aufgefordert. Alle Details stehen hier im Pdf.

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Es könnte alles anders sein: Lesenotiz zu Thomas Pikettys „Kapital und Ideologie“

Thomas Pikettys neues Buch Kapital und Ideologie bietet eine Globalgeschichte der Ungleichheit. Grundlage bilden die Ergebnisse eines jahrzehntelangen Forschungsprojekts, in dessen Rahmen über 100 Forscher*innen Daten zur weltweiten Ungleichheitsentwicklung zusammengetragen haben. Dass hier, wie schon in der früheren Studie Das Kapital im 21. Jahrhundert, gegenüber dem eher statischen Konzept der Ungleichheit eine Vorstellung von Klassenkampf kaum vorkommt, hat Piketty scharfe Kritik von links eingebracht. Gleichwohl schlägt er im letzten Teil des Buchs einen „partizipativen Sozialismus“ vor. Im Licht dieses Anspruchs auf Veränderung lässt sich seine Analyse historischer Transformationen diskutieren.

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Kritische Theorien in der Pandemie: (k)eine Finissage zum Corona-Glossar

Bei der Spendenaktion rund um die Beiträge aus der YouTube-Reihe des Frankfurter Arbeitskreises „Kritische Theorie in der Pandemie: Ein Glossar zur Corona-Krise“ sind 13.200 Euro zusammengekommen, die an die Medico Nothilfe und an Project Shelter überwiesen wurden.

Nach dem missglückten Livestream im März, vor allem aber aufgrund des großen Interesses an den Beiträgen und dem Bedürfnis nach Diskussion und Austausch darüber, was kritische Theorien zu einem besseren Verständnis der Pandemie in ihren komplexen Verschränkungen mit anderen Krisen beitragen können, findet an diesem Sonntag noch einmal ein Live-Event statt:

Unter dem Titel: Kritische Theorie in der Pandemie – (k)eine Finissage wird es am Sonntag, 3. Mai 2020, ab 17:00 eine Live-Diskussion auf dem YouTube-Kanal des Frankfurter Arbeitskreises geben: https://www.youtube.com/watch?v=RQJTvNR7FEs

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Kritische Theorien in der Pandemie. Ein Glossar zur Corona-Krise (29. März 2020 ab 17:00 – online)

Zum 29. März 2020 organisiert der Frankfurter „Arbeitskreis für Politische Theorie und Philosophie“ zur Unterstützung von „Medico-Nothilfe“ und „Project Shelter“ Kurzvorträge über „Kritische Theorien in der Pandemie“, namentlich zu
Ausnahmezustand (Jonas Heller),
Black Feminism (Vanessa Thompson),
Care (Mike Laufenberg),
Familie (Marina Martinez Mateo),
Grenzen (Robin Celikates),
Immunisierung (Andreas Folkers),
Natur (Katharina Hoppe),
Ökonomie (Thomas Biebricher),
Propaganda (Frieder Vogelmann),
Revolution (Eva von Redecker),
Sicherheit (Daniel Loick),
Kämpfe (Sandro Mezzadra),
Vulnerability (Estelle Ferrarese).

 

Das Event findet ab 17.00 hier statt: https://youtu.be/9qkUuc6buEM. Spenden werden hierüber erbeten: https://paypal.me/pools/c/8nDba16NVA.

Die Einnahmen gehen zu 50 % an die Medico-Nothilfe (https://www.medico.de/nothilfe/), zu 50 % an das Project Shelter (https://turnthecorner.de/).

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CfA: Critical Theory Summer School 2020 zu Grundlagen der Solidarität

Auch in diesem Jahr organisiert das Center for Humanities and Social Change an der HU Berlin in Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung und der New School for Social Research eine ‚Critical Theory Summer School‘. Das Thema lautet in diesem Jahr: „Foundations of Solidarity“. Mit dabei sind Hauke Brunkhorst, Robin Celikates, Asad Haider, Rahel Jaeggi, Serene Khader, Regina Kreide, Andreas Malm, Frederick Neuhouser, Lea-Riccarda Prix, Christian Schmidt und Lea Ypi. Bewerbungen (in englischer Sprache) können bis zum 1. März eingesendet werden. Alle Informationen zu Thema und Veranstaltung sowie Antworten auf viele FAQs finden sich unter http://criticaltheoryinberlin.de/summer_school/.
 

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Tagung: Akademisierung der Kritischen Theorie – Kritische Theorie der Akademisierung (Gießen, 25./26.01.)

Vor einiger Zeit hatten wir auf die Tagung „Drinnen und Draußen: Akademisierung der Kritischen Theorie – Kritische Theorie der Akademisierung“ hingewiesen, die am 25. und 26. Januar 2020  an der Universität Gießen stattfindet (Beschreibung siehe unten). Da der jüngst erfolgte Cyber-Angriff auf die Uni Gießen allerdings die dortige IT auf absehbare Zeit außer Gefecht gesetzt hat, dürfen wir im Namen der Veranstalter auf das aktualisierte Programm hinweisen, das hier zu finden ist – und unter anderem funktionierende Mail-Adressen zur Kontaktaufnahme aufweist.

Die Tagung widmet sich einer Kritischen Theorie der Universität und fragt gleichzeitig, ob und wie Kritische Theorie innerhalb des aktuellen Hochschulsystems möglich ist – und welche Räume es außerhalb der Universität gäbe. Veranstaltet wird die Tagung in Zusammenarbeit des studentischen Arbeitskreis zur Gastprofessur für kritische Gesellschaftstheorie mit dem aktuellen Gastprofessor Dennis Wutzke.

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Vortragsreihe: „Die Auflösung des liberalen Konsenses“ (Freiburg)

An der Universität Freiburg wird in diesem Wintersemester die Vortragsreihe zur kritischen Rechtstheorie fortgesetzt, die der Lehrstuhl für Politische Theorie, Philosophie und Ideengeschichte und das Colloquium politicum seit dem Sommersemester veranstalten. In diesem Semester bildet „Die Auflösung des liberalen Konsenses“ das übergeordnete Thema der Vortragsreihe. Den Auftakt macht am 26.11.2019 Svenja Ahlhaus mit einem Vortrag über „Demokratie, Grenzen und Mitgliedschaft“. Am 13.01.2020 spricht Jelena von Achenbach über „Geschlecht und demokratische Repräsentation unter dem Grundgesetz“ und am 27.01.2020 trägt Elisabeth Holzleithner vor (Vortragstitel bisher noch nicht bekannt). Zusätzlich zum Vortrag findet jeweils ein Workshop statt, zu dem man sich anmelden kann. Alle Informationen und Abstracts zu den ersten Vorträgen finden sich hier.

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