Ästhetik

Service, Veranstaltungen & CfP

Konferenz: Krisendialektik und radikale Imagination (Wien)

Am 21. und 22.09.2026 findet am Institut für Wissenschaft und Kunst in Wien eine trans- und interdisziplinäre Konferenz zum Thema „Krisendialektik und radikale Imagination“ statt. Die Konferenz wird von Prof. Dr. Nadja Meisterhans und Dr. Alexander Neupert-Doppler im Rahmen des DFG-Projekts ‚Dialektik der Pandemie – Zwischen Autoritarismus und Utopie‘ (Karlsruhe) ausgerichtet.

Veranstaltungen & CfP

CfA: (Postdoc-)Stipendium zum Thema „Gemeinsinn zwischen Ästhetik und Politik“ (Halle)

Im Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ an der Martin-Luther-Universität in Halle ist ein einjähriges Forschungsstipendium zum Thema „Gemeinsinn zwischen Ästhetik und Politik“ für Postdocs ausgeschrieben. Das Stipendium dient der Erforschung des frühneuzeitlichen Konzepts des Gemeinsinns, des Common Sense‘ und soll sich der Debatte um dieses Konzepts widmen. Wie steht es beispielsweise zu möglichen Nachbarkonzepten der Solidarität, der Anerkennung oder des Respekts? Welche (politischen) Institutionen bilden den Gemeinsinn ab? Ist der Gemeinsinn modernen pluralen Demokratien ein sinvollerweise zu bedenkendes Konezpt? In welchem Verhältnis stehen Gemeinsinn, Kunst und Gesellschaft/Politik? Diese und weitere Fragen können Gegenstand der Forschungsarbeit im Rahmen des Stipendiums sein.

Mit dem Stipendium soll eine Kooperation auch mit anderen im Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ Forschenden ermöglicht werden. Bewerber*innen sollen eine angestrebte wissenschaftliche (Aufsatz-)publikation zum Thema vorschlagen und im Rahmen ihres Forschungsstipendiums eine wissenschaftliche Veranstaltung organisieren. Weitere Veranstaltungen für ein breiteres Publikum sind möglich. Das Stipendium umfasst €2200,- monatlich. Zzgl. können ein Familienzuschlag ermöglicht werden. Veranstaltungs- und publikationsbezogene Sachmittel sind ebenso vorhanden.

Die Bewerbung kann bis zum 15. Juli 2026 an margitta.drosdziok(at)arw.uni-halle.de gerichtet werden. Weitere Informationen gibt es in der detaillierten Ausschreibung sowie bei robert.buch(at)arw.uni-halle.de.

Debatte

Fanon Schwerpunkt: „Wacht auf, Verdammte dieser Erde.“ Frantz Fanon zur radikalen Imagination in Gewalt und Tanz

„Es schien mir nur furchtbar viel auf dem Spiel zu stehen.“ Diese Worte schreibt Fanon in einem Brief an seinen Verleger im Mai 1961 – Anfang Dezember erscheint Die Verdammten dieser Erde, nur wenige Tage später stirbt Fanon (Cherki 2011, 246). Das Buch ist ein letzter Appell, ein Warnruf, den Fanon an seine Weggefährt:innen im algerischen Befreiungskampf richtet. Er fürchtet die Machtlust einer neu entstehenden nationalen Bourgeoisie, die die kolonialen Herrschaftsstrukturen lediglich neu besetzen und die manichäische Welt weiterführen würde (Cedric Robinson (2019)betont dies in seiner Kritik an der frühen Fanon-Rezension in den Kulturwissenschaften und post-kolonialen Studien). Fanon pocht auf die Notwendigkeit einer zukunftsgerichteten Imagination einer freien Nation (im Sinne einer ‚radikalen Imagination‘ in Cornelius Castoriadis‘ parlé), die er mehr und mehr hinter politischen Intrigen und der naiven Sehnsucht nach einem ursprünglichen, authentischen Algerien verblassen sieht. Während Fanon besonders im europäischen Kontext herangezogen wird, um gewaltsamen Widerstand zu verstehen, gar zu rechtfertigen, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass für Fanon die (gewaltsame) Befreiung aus kolonialer Herrschaft nicht mit der Emanzipation eines Volkes gleichzusetzen ist. Im Folgenden möchte ich daher den Fokus auf die Rolle radikaler Imagination in Fanons politischen Schriften legen, denn damit lässt sich das politische Potential beurteilen von gewaltsamem Widerstand und von kulturellen Praktiken, besonders der des Tanzes. Nur in Form einer Erfahrung kollektiver Subjektivität stellen diese den Moment des Erwachens aus der Verdammung dar.  

 

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP „Politische Ästhetik zwischen Entdeckung und Konstruktion“ (Passau)

Für ihr Panel „Politische Ästhetik zwischen Entdeckung und Konstruktion“ auf der Tagung für Praktische Philosophie am 25. und 26.09. in Passau suchen Katharina Naumann und Larissa Wallner einschlägige Beiträge aus der politischen Theorie und Philosophie. Die Einreichungen werden bis 07.04.2025 erbeten. Details zum Call, mögliche Fragestellungen und alles Weitere findet ihr hier.

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CfA Konferenz: Die Ästhetik Ernst Jüngers und die Neue Rechte

Am 05. und 06. Juni 2025 wird an der RWTH Aachen die Konferenz „Die Ästhetik Ernst Jüngers und die Neue Rechte“ stattfinden.

Ästhetik und Politik stehen in einem spannungsreichen Wechselverhältnis. Diese Konstellation scheint insbesondere am Werk Ernst Jüngers auf. Jünger gilt als Vertreter der konservativen Revolution, verkörperte einen antidemokratischen Militarismus und aristokratischen Elitismus, dem moderne Gleichheitsvorstellungen gegenüberstehen. Aber er blieb gerade im Politischen doch auch nebulös. Darüber hinaus wir dieser umstrittene Autor heute vor allem von der Neuen Rechten ausführlich rezipiert. Anlässlich dessen sollen auf der Konferenz allgemeine Aspekte des Verhältnisses von Ästhetik und Politik, die sich dabei auch auf Ernst Jünger beziehen, sowie das Verhältnis Jüngers zur Neuen Rechten beleuchtet werden.

Organisiert wird die Konferenz von Edgar Hirschmann (edgar.hirschmann(at)ipw.rwth.aachen.de). Abstracts für Beiträge können bis zum 20. März 2025 an juenger(at)ipw.rwth-aachen.de gerichtet werden. Der ausführliche CfA findet sich hier nach dem Klick.

Veranstaltungen & CfP

Konferenz „After Autonomy: Toward a Decolonial Aesthetics and the Question of Minor Relationalities“ (Wien)

Vom 26.-27.09.2024 findet in der Akademie der bildenden Künste in Wien eine Konferenz zum Thema „After Autonomy: Toward a Decolonial Aesthetics and the Question of Minor Relationalities“ statt. Die von Katja Diefenbach, Çiğdem Inan, Ruth Sonderegger und Pablo Valdivia Orozco organisierte Konferenz widmet sich der Frage, welches soziale und politische Potenzial ästhetischen Praktiken innewohnt, um der vielfältigen Gewalt des racial capitalism zu widerstehen. Die These der Konferenz ist, dass philosophische Reflexionen über Alternativen zur kolonial-kapitalistischen Gesellschaft auch Konzepte des An/Ästhetischen, Un/Sinnlichen und Un/Wahrnehmbaren betrachten müssen. Gleichzeitig gilt es, die höchst ambivalente und gewaltgeschichtliche Rolle zu reflektieren, die der Diskurs der westlichen Ästhetik bei der Konstituierung und Rechtfertigung kolonial-kapitalistischer Nationalstaaten und ihrer Subjektivierungsdynamiken gespielt hat. Das Konferenzprogramm ist hier einsehbar. Wer teilnehmen möchte, soll sich vorab anmelden unter valdivia@europa-uni.de.

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CfA: „Spaces of Appearance. Aesthetics and Politics After Analog“

Im Anschluss an die Konferenz „Ästhetik demokratischer Lebensformen“ laden die Veranstalter:innen zur Teilnahme am Open-Access-Sammelbandprojekt „Spaces of Appearance. Aesthetics and Politics After Analog“ ein. Beitragsvorschläge im Umfang von ca. 500 Wörtern können noch bis zum 01. Juni 2024 an mr@martin-renz.net und ju.schwarzwaelder@gmail.com geschickt werden. Den vollständigen Call for Abstracts findet ihr hier.

 

Alte Veranstaltungen und CfP

Call for Entries: „Hybrid“

Das interdisziplinäre Literatur- und Kulturmagazin [kon]-paper such für seine 11. Ausgabe Beiträge zum Thema ›Hybrid‹. Die Redaktion freut sich dabei ausdrücklich auch über Beiträge aus der Politischen Theorie und Philosophie. Abstracts für Essay- und Feuilletonbeiträge im Umfang von ca. 300 Wörtern können bis zum 13.04.2024 eingereicht  werden. Alle weiteren Infos findet ihr im ausführlichen Call. 

Lesenotiz

Der Geschmack der Richter. Lesenotiz zu Sabine Müller-Malls „Verfassende Urteile“

1964 führte der Europäische Gerichtshof in seiner Entscheidung „Costa/E.N.E.L.“ den Anwendungsvorrang des europäischen Gemeinschaftsrechts ein – ein Prinzip, welches nicht im damaligen EWG-Vertrag auftauchte, sondern vom Gericht aus dem Sinn und Zweck der Gemeinschaftsordnung abgeleitet wurde. Das Problem, wie es sich innerjuristisch rechtfertigen lässt, wenn Gerichte demokratisch gesetztes Recht nicht nur anwenden, sondern dessen Geltungsumfang durch ihre Urteile auch ausweiten, beschäftigt die deutschsprachige Rechtstheorie wohl schon mindestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Dass dieser Frage auch eine demokratietheoretische Dimension immanent ist, tritt spätestens mit der wachsenden Bedeutung derart „expansiver“ Urteile für den selbstständigen Ausbau inter- und transnationaler Organisationen offen zutage: Woher bezieht ein Gericht schließlich die demokratische Legitimation, die verfassungsrechtlichen Grenzen der Politik nicht nur zu überprüfen, sondern selbst neu zu fassen? Sabine Müller-Mall begegnet dieser Fragestellung nun in „Verfassende Urteile“ mit einer prozessorientierten Perspektive: Nicht die Legitimation der Institution des Gerichtes ist ihr Ansatzpunkt, sondern der Prozess des Urteilens, welcher als solcher stets expansiv ist (S. 11). In der Konsequenz verbergen sich damit tatsächlich zwei, gelungen ineinander geschobene Werke in diesem Buch: eine Verfassungstheorie der Konstitutionalisierung und eine Rechtstheorie des Urteils.

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Konferenz: Ästhethik demokratischer Lebensformen (21.-23.09., Frankfurt am Main)

Vom 21. bis 23. September 2023 veranstaltet die Initiative „Die Ästhetik demokratischer Lebensformen“ in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung und der Forschungsintiative ConTrust eine gleichnamige internationale Graduiertenkonferenz an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie will versuchen, Ästhetik weder als eine zur Politik disparate, demokratiefeindliche Sphäre zu begreifen, noch als eine strukturanaloge Kontrastfolie für demokratische Politik zu verstehen. Ausgewiesen werden soll vielmehr, inwieweit ästhetische Phänomene Aufschluss über die demokratischen Lebensformen liefern können. Die Keynote hält Martin Jay, das gesamte Programm gibt es hier.

Debatte

Zur sozio-politischen Bedeutung der „(Un)Sichtbarkeit“ (Tagungsbericht) 

Verschiedene Politische Theorien referieren ein Vokabular, das auf das menschliche Sehvermögen, Visualität, Sichtbarkeit oder die räumliche Erscheinung setzt. Bei Hannah Arendt sind Politik und das öffentliche Miteinander als „Raum des Erscheinens“ gefasst. Claude Lefort spricht von der „doppelten Bewegung des Erscheinens und Verbergens“, in der sich soziale Verhältnisse instituieren. Und auch Jacques Rancière umschreibt die Institution gesellschaftlicher Ordnung in Bezug darauf, wie sich die „Verteilung der einzelnen Teile im Augenschein der sichtbaren Welt bestimmt.“ Diese Sprechweisen setzen alle voraus, dass Visualität als sozio-politische Kategorie von höchster Relevanz ist. 

Doch weshalb überhaupt kommt der „Sichtbarkeit“ bzw. „Unsichtbarkeit“ innerhalb sozio-politischer Fragestellung ein derartiges Gewicht zu? Und was bedeutet es in Folge für eine kritische politische Philosophie, über Fragen der sozialen Gerechtigkeit und demokratischen Partizipation auf Basis der Kategorie der Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit nachzudenken? Die von Michael Räber, Krystina Schaub und Martin Beckstein an der Universität Zürich organisierte Tagung „(In)Visibility: The aesthetic dimension of political participation“ widmete sich vom 30. Juni bis zum 02. Juli 2022 aus Perspektive unterschiedlicher Disziplinen dem ästhetisch-politischen Zusammenhang der „(Un)Sichtbarkeit“. 

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