In den letzten Jahren hat sich eine Abkehr sowohl von Nachhaltigkeitsverpflichtungen als auch von demokratischer Regierungsführung vollzogen. Auch wenn demokratischer Rückschritt und ökologische Krise oft miteinander verflochten erscheinen, verstärken sie sich nicht immer gegenseitig. Demokratie und Nachhaltigkeit sind auch keine natürlichen Verbündeten. Schließlich kann das Versprechen der Demokratie auf allgemeine Freiheit und Gleichheit selbst im Widerspruch zu Vorschlägen stehen, dass heutige Gesellschaften das Wirtschaftswachstum politisch einschränken müssen (sofern Wachstum gleichbedeutend mit Ressourcenverbrauch ist). Um dieser möglicherweise intrinsischen Spannung zu begegnen, konzentriert sich diese interdisziplinäre Konferenz auf ein politisches Konzept, das einen Rahmen für die Konzeptualisierung notwendiger Beschränkungen bieten könnte: die Idee der republikanischen Freiheit, bei der die individuelle Freiheit durch die „Freiheit anderer“ sowie durch die Regeln und Richtlinien, auf die sich die politische Gemeinschaft als Ganzes geeinigt hat, eingeschränkt wird. Die Teilnehmer untersuchen das Verhältnis zwischen republikanischen Einschränkungen der individuellen Freiheit und möglichen wirtschaftlichen Beschränkungen sowie das Verhältnis zwischen demokratischer Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum (sowohl auf der Ebene der Ideen als auch der Praxis).
CfP: Workshop „Do Parties Still Matter?“ (Heidelberg, 20.-21.02.)
Der jährliche Workshop von DemocracyNet findet 2026 am 20./21. Februar unter dem Titel „Do Parties Still Matter? – Rethinking ‚Democracy as we know it'“ an der Universität Heidelberg statt. Geplant ist unter anderem eine Keynote von Fabio Wolkenstein – und darüber hinaus sind Beitragsvorschläge noch bis zum 31. Dezember sehr willkommen. Den vollständigen Call for Papers mit allen weiteren Details gibt es hier.
Tagung „Ambivalenzen moderner Verwaltung. Wissenschaftliche Perspektiven auf Buerokratie und ihre Kritik“ (Speyer, März 2026)
Die Forderung nach Entbürokratisierung ist allgegenwärtig. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch den Koalitionsvertrag der deutschen Bundesregierung von 2025 und ist eine der wesentlichen Aufgaben des neu geschaffenen Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. In den USA sorgte das nach der Wahl von 2024 eingerichtete „Department of Government Efficiency” für die massenhafte Entlassung öffentlicher Bediensteter und verschaffte der Forderung nach Entbürokratisierung eine neue politische Wirklichkeit. (mehr …)
Call for Papers zur XIII. Tagung für Praktische Philosophie, 24./25. September 2026 (Universität Passau)
Die XIII. Tagung für Praktische Philosophie findet 2026 am 24. und 25. September an der Universität Passau statt. Judith Simon (Hamburg) und Christof Rapp (München) werden die Plenarvorträge halten. Darüber hinaus eingeladen sind alle Interessierten, mit und ohne universitäre Anbindung, Vorschläge für Vorträge, thematische Panels oder Runde Tische einzureichen. Dabei sind Vorträge aus dem gesamten Spektrum der praktischen Philosophie (angewandte Philosophie, Sozialphilosophie, Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie und Theorie, Handlungstheorie, sowohl in analytisch-systematischer wie auch in historischer Tradition) und verwandter Disziplinen willkommen. Die Einreichung ist bis 15. April 2026 auf www.tagung-praktische-philosophie.org möglich.
Buchvorstellung „The Sciences of the Democracies“ (Berlin, 8.12.)
An der HU Berlin findet am 8. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr eine Buchvorstellung – oder, wie es von Veranstalter:innenseite heißt: ein Book Launch – statt. Das Buch, um das es geht, trägt den Titel „The Sciences of the Democracies“ und ist schon deshalb bemerkenswert, weil es in Ko-Autor:innenschaft von einem Kollektiv von über 30 Wissenschaftler:innen verfasst wurde. Drei dieser Ko-Autor:innen – Norma Osterberg-Kaufmann, Christoph Mohamad-Klotzbach und Dannica Fleuß – sind bei der Vorstellung in Berlin mit dabei. Wer vorab schon einmal einen Blick ins Buch werfen möchte, kann dies per open access hier tun!
Workshop „Moderater und / oder radikaler Konservatismus?“ in Göttingen (4./5. Dezember)
Für Kurzentschlossene: Am Donnerstag und Freitag (4./5. Dezember) findet an der Georg-August-Universität Göttingen ein interdisziplinärer Workshop zum Thema „Moderater und / oder radikaler Konservatismus?“ statt. Die Veranstaltung wird von Tobias Adler-Bartels, Thomas Biebricher und Tine Stein organisiert und fragt u.a. nach den ideologischen Konstellationen, historischen Dynamiken sowie gegenwärtigen Ausprägungen des konservativen Denkens. Das Programm findet sich hier. Eine Teilnahme für Interessierte ist nach Anmeldung per Mail (tobias.adler-bartels@uni-goettingen.de) möglich!
Call for Papers Theoriekongress: Backsliding, Resilience, Renewal? Democracy in Eras of Transformation
Wie bereits angekündigt, geht der Theoriekongress im nächsten Jahr in die zweite Runde: Vom 05. – 07. Oktober 2026 wird er unter dem Titel „Backsliding, Resilience, Renewal? Democracy in Eras of Transformation“ an der Universität Passau stattfinden.
In einer durch vielfache Krisen geprägten Gegenwart rücken die Demokratie, deren Defekte und autoritäre Tendenzen, aber auch Potenziale demokratischer Widerstandsfähigkeit und Erneuerungschancen der Volksherrschaft verstärkt in den Fokus. Hier ist eine kritische Analyse durch die Politische Theorie und Ideengeschichte gefragt, die etablierte Deutungsmuster, Annahmen und Konzepte prüft, historische Vergleichsperspektiven einbringt sowie problembewusst die aktuellen Herausforderungen und mögliche Reformvorschläge adressiert. Der Kongress möchte Gegenwartsdiagnosen zu aktuellen Veränderungen in Demokratien genauso behandeln wie historische Perspektiven auf vergangene Krisen und Transformationsprozesse sowie konzeptionelle Analysen zu Demokratie, Transformation, Resilienz und Erneuerung. Vertreter:innen aller Teildisziplinen der Politischen Theorie und Ideengeschichte sowie angrenzende Nachbardisziplinen sind herzlich willkommen. Der Kongress findet in englischer sowie deutscher Sprache statt.
Nachdem in einer ersten Runde die Panel ausgewählt wurden, kann sich nun auf die offenen sowie halboffenen Panel beworben werden. Eine Übersicht über diese ist auf der Kongresswebseite zu finden, über die auch die Einreichungen laufen. Die Frist ist der 15. Dezember 2025. Hier geht es zum Call auf deutsch oder englisch.
Diesjährige Adorno-Vorlesungen von Katharina Pistor „Zur Neuordnung des Geldwesens“ online
Wie (auch von uns) angekündigt, hielt Katharina Pistor die diesjährigen Adorno-Vorlesungen. Die Aufzeichnungen der drei Veranstaltung „In guter Verfassung? Zur Neuordnung des Geldwesens“ sind nun online:
1. Vorlesung am 22.10.2025: Wesen des Geldes
2. Vorlesung am 23.10.2025: Geldverfassung der Gegenwart
3. Vorlesung am 24.10.2025: Neuordnung des Geldwesens
Bei Bedarf findet sich eine ausführlich Darstellung der Vorlesungsinhalte und Reaktionen darauf auch bei Soziopolis, verfasst von Florian Schmidt.
Ausschreibung: Thémis-Förderlinie des Jungen Forums Rechtsphilosophie (workshop- und Tagungsförderung)
Das Junge Forum für Rechtsphilosophie (JFR) schreibt erstmals die Thémis-Förderlinie zur Unterstützung von rechtsphilosophischen Tagungen nicht habilitierter Wissenschaflter*innen im deutschsprachigen Raum aus. Es werden zwei Veranstaltungen pro Jahr mit 500€ gefördert.
Die Ausschreibung läuft bis zum 15. Dezember 2025 für Veranstaltungen im Kalenderjahr 2026.
Tagung „Freyheit und Aufstand – Zur politischen Philosophie der Bauernkriege“ (12.-13. Dezember 2025)
Die größten Aufstandsbewegungen vor der Französischen Revolution – die Bauernkriege – jähren sich 2025 zum 500. Mal. Am 12. und 13. Dezember wird nun an der Universität Oldenburg unter dem Titel „Freyheit und Aufstand“ im Rahmen einer Tagung ausführlich über die „politische Philosophie“ der Bauernkriege diskutiert. Wie dem Programm der von Philipp Schink (Universität Oldenburg) und Kolja Möller (Universität Frankfurt) organisierten Veranstaltung zu entnehmen ist (unten), behandeln die Beiträge insbesondere das Verständnis der „Freyheit“ zwischen frührepublikanischen, sozialistischen und religiösen Motiven sowie die Rationalität der prägenden politischen Handlungsformen, etwa der Zusammenschlüsse in Bünden oder der Angriffe auf die Eigentumsverhältnisse.
Die Veranstalter freuen sich über Teilnehmer:innen und Mitdiskutant:innen. Anmeldung bitte an: philipp.schink[at]uni-oldenburg.de. (mehr …)

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