Wie (auch von uns) angekündigt, hielt Katharina Pistor die diesjährigen Adorno-Vorlesungen. Die Aufzeichnungen der drei Veranstaltung „In guter Verfassung? Zur Neuordnung des Geldwesens“ sind nun online:
1. Vorlesung am 22.10.2025: Wesen des Geldes
2. Vorlesung am 23.10.2025: Geldverfassung der Gegenwart
3. Vorlesung am 24.10.2025: Neuordnung des Geldwesens
Bei Bedarf findet sich eine ausführlich Darstellung der Vorlesungsinhalte und Reaktionen darauf auch bei Soziopolis, verfasst von Florian Schmidt.
Danke für die Einsichtsmöglichkeiten!
Systematisch gehört die von K. Pistor anfangs aufgeworfene, aber kaum beantwortete (später wie gewohnt mit der „Fiatgeld“-Plakette belegte) Frage nach dem „Woher?“ des Geldes, in den Bereich der Genealogie/n, – mit einem ordentlichen Schuss IDEENgeschichte und Ideengenese/-„genetik“/-genealogie/ darin.
Sie eilt rasch zur „Geldschöpfung“ vor, auch darin sehr üblich, ohne auf eine Hermeneutik der Geldentstehungen (eine erste Bedingung, überhaupt neues Geld schöpfen zu können, ist ja, dass Geld-Ideen entstanden sind, es Geld schon „gibt“.) zurückgreifen zu können.
Somit bleiben die Antworten auch zur Geldschöpfung so magisch-schlicht wie ein Harry-Potter-Hokuspokus: „Es werde Geld!“/fiat money/, – der aber bloß je so reichhaltige wie beliebige bouquets an denkbaren „Gründen“ hervorbringen kann, warum das sehr oft gar nicht klappt, obgleich doch alles „richtig gemacht“ wurde, die Rand- u. Vorbedingungen die Gleichen wie sonst auch waren, … etc.
dass geld(er) primärbedingt aus sozialen beziehungen hervorgeh/t/en/, von diesen geprägt wird/werden usw., ist inzwischen ja allseits nahezu fraglos gestellt, denn ohne „gesellschaft“ – und sei sie noch so marginal -, natürlich auch kein geld.
dem binsen-charakter dieser anfangsthese hätte man entgehen können, wenn dialektisch gedacht würde, und das hieße zunächst auch, die je inhärenten wendungen, klappungen, spiegelungen etc. eines diskursgegenstandes mitzudenken und in diesem fall bsplw. auf die möglicherweise auch beziehungsSTIFTENDE/-ermöglichende wirkung von geld(funktionen) hinzuweisen, anzuevaluieren usw. denn käme es zu einer bestätigung dessen, dann handelte es bei „geld/ern“ auch um autopoiesis, – phänomene, die die ursachen ihrer existenz selbst wieder produzieren, womit sie unter den engeren „system“-begriff fallen, zu dem schon wichtige episteme existieren, die analytisch vlt. auch den geld-fall nachhaltig erhellen könnten.