CfP: Sonderband „Politische Stabilität“

Für einen Sonderband zum Thema „Politische Stabilität. Ordnungsversprechen, Demokratiegefährdung, Kampfbegriff“ – ausgehend von der Tagung an der Uni Bonn im März 2018 – suchen die Herausgeber Grit Straßenberger, Felix Wassermann und Eva Hausteiner noch ergänzende Beiträge. Gefragt sind insbesondere Papiere zu Fragen internationaler Stabilität, zur normativen Fragen sowie zur Fragilität und Dynamik von Demokratie. Geplant ist eine Einreichung beim „Leviathan“.

Abstracts können bis zum 15. August eingereicht werden, die ausgewählten Beiträge müssten bis zum Jahresende fertiggestellt werden. Alle Infos finden sich nach dem Strich.

 

 

Call for Papers

 

für einen begutachteten Sonderband zum Thema:

 

Politische Stabilität.

Ordnungsversprechen, Demokratiegefährdung, Kampfbegriff

 

herausgegeben von:

Grit Straßenberger (Bonn), Eva Marlene Hausteiner (Bonn), Felix Wassermann (HU Berlin)

 

In einer bewegten politischen Welt werden derzeit vielerorts Stabilitätsanker gesucht und geworfen: Deutschland brauche eine stabile Regierung; die Europäische Union bedürfe nach innen und außen der Stabilitätspolitik; und die liberale Demokratie insgesamt müsse verschiedene Destabilisierungangriffe abwehren – nicht zuletzt die Herausforderung durch autokratische Stabilitätsversprechen. Politische Stabilität ist ein Balanceakt. Vielfach erscheint sie als Ordnungsversprechen, zuweilen aber auch als Gefahr: Wann und wie bedroht politische Stabilität die freiheitliche demokratische Ordnung? Als Kampfbegriff ist politische Stabilität heftig umstritten. Was taugt dieser Begriff für die Sozialwissenschaft?

 

Der für das Jahr 2019 geplante Band – angestrebt ist ein Sonderband der Zeitschrift „Leviathan“ – geht der Semantik und Metaphorik politischer Stabilität ideengeschichtlich auf den Grund und stellt ihren theoretischen sowie zeitdiagnostischen Mehrwert zur Diskussion. Er sucht die Stabilisierungsleistung und die Stabilitätsbedingungen politischer und insbesondere demokratischer Ordnungen zu bestimmen und regt hierzu die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen von Stabilitätspolitik an: Worin besteht das stabilisierende Potenzial demokratischer Regime gegenüber konkurrierenden politischen Ordnungen? Unter welchen Voraussetzungen kann die Demokratie diese Stabilisierung leisten, und wann schlägt Stabilität umgekehrt in Erstarrung, Verkrustung und Unfreiheit um und bedroht somit die Demokratie? Wodurch werden demokratische Ordnungen destabilisiert, also wann und warum können sie das ihnen demokratietheoretisch attestierte – oder auch demokratiekritisch bestrittene – ordnungspolitische Potenzial nicht entfalten?

 

Diese Fragen verweisen auf die Komplexität des politischen Stabilitätsbegriffs und auf das spannungsreiche sowie politisch umstrittene Verhältnis von Stabilität, Ordnung und Demokratie. Der Sonderband entfaltet diese spannungsreiche Komplexität, indem er unterschiedliche theoretisch-konzeptionelle, ideengeschichtliche, normative, politikfeldbezogene und international-vergleichende Zugänge zur Stabilitätsthematik versammelt. Er stellt das politische Stabilitätsversprechen auf die Probe, indem er die Auseinandersetzung mit folgenden – und vergleichbaren – Teilfragen anregt:

 

  • Auf welche Ideen, Denktraditionen und Bilder von Stabilität berufen sich TheoretikerInnen und AkteurInnen in unterschiedlichen Konstellationen? Welche Aspekte politischer Ordnung werden mit der Stabilitätssemantik jeweils thematisiert bzw. kritisiert, etwa solche der Dauerhaftigkeit, der inneren und äußeren Sicherheit, der Vermeidung bzw. Einhegung politischer Konflikte oder der Bewahrung bzw. Infragestellung politischer Identitäten?
  • Welche Dynamiken und AkteurInnen werden als Stabilitätshindernisse oder Destabilisierungsursachen und -auslöser identifiziert – und wann erscheint diese Destabilisierung problematisch, wann hingegen gerade wünschenswert, etwa im Sinne einer demokratischen Kritik-, Innovations- und Risikobereitschaft? Wie wird das Spannungsverhältnis zwischen Stabilität und anderen demokratischen Werten wie Freiheit und Gleichheit konzeptionell erfasst, und inwiefern lassen sich somit Stabilität und Demokratie theoretisch und politikpraktisch miteinander versöhnen oder gegeneinander ausspielen?
  • Welche Gegenmittel gegen den Verlust von Stabilität werden mit welchen Begründungen ins Spiel gebracht – bzw. gerade politisch und rhetorisch bekämpft? Wie werden Risiken von Stabilisierungsversuchen ihrerseits reflektiert, und wann erscheint eine kurz- und mittelfristige Destabilisierung, etwa in demokratischen Konstellationen, langfristig sogar erstrebenswert und stabilisierend?

 

Beitragsvorschläge, die sich von diesen und verwandten Fragen anregen lassen, sind herzlich willkommen. Besonders erwünscht sind Vorschläge, die inter- und transnationale Stabilitätsproblematiken und Destabilisierungstendenzen in den Blick nehmen und normative sowie dynamisch-pluralistische Perspektiven auf politische (In-)Stabilität entwickeln.

 

Abstracts von ein bis zwei Seiten werden bis zum 15. August 2018 erbeten an: evahausteiner@uni-bonn.de. Die Frist für die Ausarbeitung der angenommenen Beiträge ist der 31.12.2018.

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