CfA: Zwei Promotionsstellen zu „demokratischer Symbolik“ an der HU Berlin

Die Promotionsstellen sind in der Nachwuchsgruppe „Transformationen und Dynamiken der demokratischen Symbolik“ angesiedelt, die von Paula Diehl geleitet wird. Gesucht werden PolitikwissenschaftlerInnen, SoziologInnen oder GeschichtswissenschaftlerInnen, die im Bereich der politischen Theorie, Kultur oder Ideengeschichte arbeiten (möchten). Mit den Bewerbungen kann man sich allerdings noch etwas Zeit lassen, die Deadline ist der 30.04.2012. Da allerdings eine Projektskizze erwartet wird, ist etwas Vorlauf vielleicht gar nicht schlecht. Alles weitere, u.a. die detailierte Beschreibung der beiden Forschungsprojekte, nach dem Klick.

Am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin sind zum 01.09.2012

 

zwei wissenschaftliche MitarbeiterInnen (EG 13 TV-L) mit je ½ Teilzeit befristet auf 3 Jahre zur Promotion zu besetzen..

 

Die Promotionsstellen gehören zur neugegründeten Nachwuchsgruppe „Transformationen und Dynamiken der demokratischen Symbolik“ und ist am Projekt „Die Symbolik der Demokratie. Inszenierung, Repräsentation und die Konstitution des politischen Imaginären“ (VolkswagenStiftung) angesiedelt.

 

Die Nachwuchsgruppe ist im Bereich Politikwissenschaft angesiedelt und arbeitet mit einer interdisziplinären Perspektive. Das Projekt widmet sich der Symbolik der Demokratie und untersucht diese in zweierlei Hinsicht: als grundsätzliches Element für die Konstitution des politischen Imaginären und in ihrer historisch-kulturellen Modulierung (auch unter aktuellen massenmedialen Bedingungen). Dabei entstehen grundsätzliche Fragen zur Symbolisierung der Demokratie. Sie betreffen die (Un-)Möglichkeit der Symbolisierung von Volkssouveränität in der Demokratie und beziehen sich auf die Reifizierung der Legitimität von Politik durch Symbolisierungsverfahren sowie auf die Herstellung von Repräsentationsmodi, die die Veränderbarkeit der Gesellschaft symbolisch zum Ausdruck bringen (können). Ziel des Forschungsvorhabens ist deshalb, die intrinsischen Beziehungen zwischen symbolischer Repräsentation und Konstitution des politischen Imaginären der Demokratie zu untersuchen und dabei theoretische und methodische Ansätze zu entwickeln, die die politischen Repräsentationsverfahren wie Ästhetisierung, Visualisierung und Inszenierung berücksichtigen. Die MitarbeiterInnen sollen vor allem das Material der symbolischen Repräsentation der Demokratie in zweierlei Hinsicht untersuchen: 1) Form und Wandel des demokratischen Diskurses bzw. Begriffsgeschichte der Demokratie: Gibt es bestimmte Begriffe und diskursive Artikulationen, die den Rahmen der demokratischen Symbolik stecken? Wenn ja, welche? 2) im Hinblick auf historische Transformationsprozesse der demokratischen Symbolik: Wann entsteht und unter welchen Umständen verändert sich die Symbolik der Demokratie?

 

In diesem Rahmen können Promotionsprojekte angenommen werden, die sich mit einem der folgenden Felder oder beiden beschäftigen:

 

1. Begriffe und diskursive Konstruktionen der Demokratie und ihre Veränderungen (Politiktheorie, politische Ideengeschichte, Begriffsgeschichte, Diskursanalyse).

In diesem Teil des Projekts steht die Frage nach der diskursiven Struktur der Demokratie im Vordergrund. Hierfür sollen sowohl die spezifischen Begriffe, die im Zusammenhang der demokratischen Legitimation erscheinen, als auch die Artikulationen, die den Rahmen für die demokratische Repräsentation, Deliberationsprozesse und symbolische Markierungen der Demokratie stecken, untersucht werden. Gibt es spezifische Beziehungen Diskursformationen, die eine demokratische Repräsentationsstruktur entstehen lassen? Welche diskursiven Elemente entstehen mit den Revolutionen des 18. Jahrhunderts? Mit welchen Bildern, Ängsten, Utopien, Sehnsüchten und Forderungen werden sie in der Demokratie – und in den verschiedenen historischen Situationen – verbunden?

 

2. Die Entstehung und Transformationen der demokratischen Symbolik zu der Zeit der US-amerikanischen und Französischen Revolution im 18. Jahrhundert und danach (politische Kulturforschung, Kulturgeschichte, politische Ideengeschichte, Kulturwissenschaft).

Welche Inszenierungsformen, Symbole, Bilder, sprachliche Ausdrücke etc. kennzeichnen die demokratische Symbolik? Welche Variationen bzw. Spezifitäten erfahren sie in den verschiedenen nationalen Kulturen? Wie verändern sie sich in der Zeit? Mögliche Zuschnitte des Projekts: a) Die historische Entwicklung und Transformationen der demokratischen Repräsentation seit der Französischen und US-amerikanischen Revolution im Vergleich. b) Der diachrone Vergleich zwischen Entstehung und Transformationsphasen der politischen Symbolik. c) Die Entstehung der Mediendemokratie bis zu den 1990er Jahren in Frankreich, USA und Deutschland oder im deutsch-französischen Vergleich (auch Mediengeschichte).

 

 

Ihre Aufgaben innerhalb der Nachwuchsgruppe:

– Arbeit an einer Promotion im Rahmen des Projekts „Transformationen demokratischer Symbolik“

– Mitarbeit an der Konzeption, Planung und Organisation wissenschaftlicher Tagungen

– redaktionelle Betreuung von Publikationen

– Mitwirkung an gemeinsamen Studien

– Beitrag zur Lehre am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin (in der Regel ein Seminar im Jahr).

 

Erwartet werden:

– hohe Motivation, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit

– MA oder Magister in Politikwissenschaft, Soziologie oder Geschichtswissenschaft – mit Schwerpunkt politische Symbolik, politische Ideengeschichte, politische Kultur oder politische Theorie.

– Erfahrung im Lektorat und redaktioneller Betreuung von Publikationen

– Fähigkeit zu interdisziplinärer und interkultureller Kommunikation

– gute Kenntnisse des Englischen und Französischen, ein sehr hohes Niveau in Schrift und Sprache in mindestens einer der beiden Sprachen.

 

ProjektmitarbeiterInnen werden in ein internationales Netzwerk aufgenommen und dementsprechend betreut. Es ist ein Anliegen des Projekts, DoktorandInnen der Nachwuchsgruppe optimal zu betreuen.

 

Der Bewerbung sind folgende Unterlagen beizufügen:

– Tabellarischer Lebenslauf

– Zeugnisse

– Publikationsliste

– Kopie der Magister bzw. Abschlussarbeit (gerne elektronisch)

– Projektskizze (6-10 Seiten)

 

Weitere Informationen finden Sie unter

http://www.sowi.hu-berlin.de/lehrbereiche/theorie-der-politik/mitarbeiter-innen/1683561/projekte

oder bei Dr. Paula Diehl

 

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 30. April 2012 direkt an die Projektleiterin:

Dr. Paula Diehl

Projekt Symbolik der Demokratie

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Sozialwissenschaften

Unter den Linden 6

10099 Berlin

E-Mail: paulaDiehl@gmx.com

Tel.: 030 20934368/ 1344

 

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