Öffentlicher Vortrag: „Migration, Epistemic Injustice and Differentiated Rights: It’s not You, It’s Your Passport!“ (Berlin)

Im Rahmen der vom Fachbereich Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin veranstalteten „Politics Lecture Series“ hält Esma Baycan-Herzog (Genf) am 20. Januar 2026 von 12.00-13.00 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Migration, Epistemic Injustice and Differentiated Rights: It’s not You, It’s Your Passport!”. Der Vortrag befasst sich mit der Debatte um Rechtsdifferenzierung hinsichtlich des rechtlichen Status von Migrant*innen. Dabei werden zwei normative Modelle der Rechtsdifferenzierung vorgestellt und untersucht. Abschließend soll ein neuer Begriff der Rechtsdifferenzierung ausgearbeitet werden, der die Debatte epistemisch und normativ voranbringen soll.

Der Vortrag findet in Raum 002, Universitätsstr. 3b, statt. Alle sind willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle weiteren Infos findet ihr auf der Veranstaltungsseite.

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Über Grenzgänge und -kämpfe an und in der Öffentlichkeit: Tagungsbericht „Politische Öffentlichkeiten Teil II – Akteure und Strategien“

Vom 30.09. bis zum 02.10.2025 fand in Erlangen der zweite Teil der DVPW-Doppeltagung „Politische Öffentlichkeiten“ statt. Widmete sich der erste Teil der Tagung dem Anliegen, „Öffentlichkeit“ vor dem Hintergrund struktureller Transformation(en) begrifflich und theoretisch greifbar zu machen, was beinahe unweigerlich zuvorderst zu einem Rekurs auf habermasiansche Ansätze führen musste (Campbell MacGillivray berichtete für den Theorieblog), trat der zweite Teil mit dem Anspruch an, die um und in der Öffentlichkeit ringenden Akteure, ihre Zielsetzungen und ihr strategisches Handeln genauer zu betrachten. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei jenen „vermachteten Öffentlichkeitszusammenhängen“ gelten, die über die durch den liberal-demokratischen Konsens normierte Sphäre der Öffentlichkeit hinausreichen sei dies der aus normativer, (radikal-)demokratietheoretischer Perspektive problematisierte Ausschluss marginalisierter Gruppen oder das Problem eines (vermeintlichen) Zersetzungsprozesses demokratischer Öffentlichkeit.

Wie im Grußwort der Veranstalter*innen herausgestellt wurde, galt es dabei insbesondere auch, neue methodologische Wege jenseits der für die Politische Theorie und Ideengeschichte üblichen schriftsprachlichen Quellen zu bestreiten. Hiervon wurde sich auch eine Wendung von den abstrakten Höhenflügen der Demokratietheorie zu mehr „hermeneutischem Bottom-up“ (Eva Marlene Hausteiner) erhofft.

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Buchsymposium zu „Labor in the Boardroom“ (München, 29.01.26)

Am 29. Januar 2026 findet an der LMU München ein Buchsymposium zu „Labor in the Boardroom: The Political Theory of Workplace Democracy“ von Iñigo González Ricoy (Barcelona) statt. Kommentiert wird das Buchmanuskript von Christian Neuhäuser (Dortmund), Philipp Stehr (München) and Eva Weiler (Duisburg-Essen). Es folgen jeweils eine Replik des Autors sowie eine gemeinsame Diskussion. Nähere Informationen zur Veranstaltung, aber auch zum Buch könnt ihr dem Flyer oder der Homepage entnehmen.

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CfP: Polarized Democracies – New Lines of Division in Europe (11./12. Juni 2026, Dresden)

Theoretische Beiträge sind explizit erwünscht beim interdisziplinären wie internationalen Workshop „Polarized Democracies: New Lines of Division in Europe“, den das Mercator Forum Migration und Demokratie am 11. und 12. Juni 2026 in Dresden organisiert. Gegenstand und Ziel der Debatte ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Diagnose der politischen Polarisierung. Die vier Fokuspunkte des Workshops lauten entsprechend:

  • Affective Polarization, Identity, and Democratic Cohesion
  • Media, Misinformation, and Conspiracy Thinking
  • Radical Right Mobilization, Migration, and Party Competition
  • De-polarization and Democratic Resilience

Interessierte ‚Early Career Researchers‘ mögen Abstracts von bis zu 300 Worten Länge sowie eine Kurzbiografie bis zum 20. Januar 2026 per Mail an die Organisator*innen senden. Olivero Angeli beantwortet in der Zwischenzeit alle aufkommenden Fragen. Mehr Infos zum Inhalt und alle Infos zur Organisation finden sich zugleich im hier verlinkten Dokument.

 

 

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Interdisziplinäre Konferenz „The Politics of Limits: Sustainability and Democracy in Times of Changing Climates“ (8.-9. Dezember 2025, Duisburg-Essen)

In den letzten Jahren hat sich eine Abkehr sowohl von Nachhaltigkeitsverpflichtungen als auch von demokratischer Regierungsführung vollzogen. Auch wenn demokratischer Rückschritt und ökologische Krise oft miteinander verflochten erscheinen, verstärken sie sich nicht immer gegenseitig. Demokratie und Nachhaltigkeit sind auch keine natürlichen Verbündeten. Schließlich kann das Versprechen der Demokratie auf allgemeine Freiheit und Gleichheit selbst im Widerspruch zu Vorschlägen stehen, dass heutige Gesellschaften das Wirtschaftswachstum politisch einschränken müssen (sofern Wachstum gleichbedeutend mit Ressourcenverbrauch ist). Um dieser möglicherweise intrinsischen Spannung zu begegnen, konzentriert sich diese interdisziplinäre Konferenz auf ein politisches Konzept, das einen Rahmen für die Konzeptualisierung notwendiger Beschränkungen bieten könnte: die Idee der republikanischen Freiheit, bei der die individuelle Freiheit durch die „Freiheit anderer“ sowie durch die Regeln und Richtlinien, auf die sich die politische Gemeinschaft als Ganzes geeinigt hat, eingeschränkt wird. Die Teilnehmer untersuchen das Verhältnis zwischen republikanischen Einschränkungen der individuellen Freiheit und möglichen wirtschaftlichen Beschränkungen sowie das Verhältnis zwischen demokratischer Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum (sowohl auf der Ebene der Ideen als auch der Praxis).

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CfP: Workshop „Do Parties Still Matter?“ (Heidelberg, 20.-21.02.)

Der jährliche Workshop von DemocracyNet findet 2026 am 20./21. Februar unter dem Titel „Do Parties Still Matter? – Rethinking ‚Democracy as we know it'“ an der Universität Heidelberg statt. Geplant ist unter anderem eine Keynote von Fabio Wolkenstein – und darüber hinaus sind Beitragsvorschläge noch bis zum 31. Dezember sehr willkommen. Den vollständigen Call for Papers mit allen weiteren Details gibt es hier.

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Buchvorstellung „The Sciences of the Democracies“ (Berlin, 8.12.)

An der HU Berlin findet am 8. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr eine Buchvorstellung – oder, wie es von Veranstalter:innenseite heißt: ein Book Launch – statt. Das Buch, um das es geht, trägt den Titel „The Sciences of the Democracies“ und ist schon deshalb bemerkenswert, weil es in Ko-Autor:innenschaft von einem Kollektiv von über 30 Wissenschaftler:innen verfasst wurde. Drei dieser Ko-Autor:innen – Norma Osterberg-Kaufmann, Christoph Mohamad-Klotzbach und Dannica Fleuß – sind bei der Vorstellung in Berlin mit dabei. Wer vorab schon einmal einen Blick ins Buch werfen möchte, kann dies per open access hier tun!

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CfA: Konferenz „Enabling Democracy“ (Bonn, 30.09.-02.10.26)

Für die Konferenz „Enabling Democracy“, die vom 30.09-02.10.2026 an der Universität Bonn stattfinden wird, lädt das Tagungsteam um Prof. Laura Münkler zu Beiträgen ein, die sich mit den sozialen, institutionellen und normativen Ermöglichungsbedingungen und Bestandsvoraussetzungen demokratisch verfasster Gemeinwesen auseinandersetzen. Ziel der internationalen Konferenz ist es, ein vertieftes Verständnis darüber zu gewinnen, wie Demokratien resilient(er) werden können – durch rechtliche und institutionelle Sicherungen, aber auch über zivilgesellschaftliches Engagement, bürgerschaftliche Solidarität und neue Formen der Partizipation.

Konkret möchte die interdisziplinäre Konferenz politikwissenschaftliche, soziologische, rechtliche und philosophische Perspektiven zu u.a. den folgenden Themenbereichen ins Gespräch bringen:

  • Democratic capabilities and the enabling of civil society;
  • modes of participation;
  • the necessities of social inclusion;
  • social cohesion and collective building;
  • education and the organization of knowledge;
  • trust and commitment;
  • as well as modern mechanisms of democracy protection.

Abstracts für Beitragsvorschläge (max. 500 Wörter) und ein Kurz-CV dürfen bis zum 16. Januar 2026 an enablingdemocracy[at]uni-bonn.de geschickt werden. Weitere inhaltliche und formale Hinweise finden sich hier im vollständigen Call for Abstracts.

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Ist Hannah Arendt eine überzeugte Demokratin? Eine Replik auf Tobias Albrecht

Ich danke der Theorieblog-Redaktion für die Auswahl meines Beitrages und ganz besonders Tobias Albrecht für seine anregend-wohlwollende Auseinandersetzung mit meinem kleinen Text über Motive der Demokratiekritik bei Nietzsche und Arendt. Bevor ich mich mit Albrechts klugen Einwänden beschäftige, möchte ich mit einer kurzen Vorbemerkung über die Arendt-Rezeption in Deutschland starten. Sie soll zeigen, dass hierzulande eine „Verklärung und Glorifizierung“ (S. 467) Arendts erfolgt, die den Blick auf ihr tatsächliches politisches Denken immer mehr verstellt.  (mehr …)

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