Völkerrecht

Debatte

Souveränität – ein umkämpfter Begriff

Rezension zu Hent Kalmos und Quentin Skinners „Sovereignty in Fragments. The Past, Present and Future of a Contested Concept“, Cambridge University Press, 2010.

Der Begriff der Souveränität ist im Zuge der weltgesellschaftlichen Konstellation grundsätzlich in Frage gestellt: Ist der Begriff der Souveränität weiterhin geeignet, die politischen und rechtlichen Entwicklungen einzuordnen, zu beschreiben und verstehbar zu machen? Der von Hent Kalmo und Quentin Skinner herausgegebene Sammelband „Sovereignty in Fragments“ greift diese Debatte auf. In einer vorzüglichen Einleitung plädieren Kalmo und Skinner für einen interdisziplinären Dialog beim Nachdenken über Souveränität: da der Souveränitätsbegriff heute in so unterschiedlichen Bezügen verwendet werde, ließe sich nur durch einen solchen Dialog verhindern, dass man zentrale Bedeutungsdimensionen des Begriffs ausblendet und so ein unbrauchbares heuristisches Konzept erschafft – mit weitreichenden normativen Implikationen. Für die Politische Theorie bedeutet das, dass die rechts- und sozialwissenschaftlichen Diskurse das „Material“ für die Reflexion liefern; gleichzeitig heißt das aber, dass man auch bereit sein muss, sich von diesem „Material“ irritieren zu lassen. …

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Masterclass: Recht und Demokratie in der postnationale Konstellation

Vom 11.-14. Februar 2013 findet am Max Planck Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg eine Masterclass zu „Recht und Demokratie in der postnationalen Konstellation“ statt. Klingt nicht nur nach Habermas, sondern findet auch unter dessen Beteiligung statt. Klar, dass da die Plätze begrenzt sind. Wer teilnehmen will, muss eine Bewerbung mit Motivationsschreiben vorlegen, erhält dafür aber evtl. auch die Chance, seine eigene Arbeit vorzustellen. Alle Infos hier.

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Vortrag: Anne Orford zur R2P-Norm

Für Kurzentschlossene noch der Hinweis, dass heute Abend, 25. April 2012, Anne Orford in Berlin einen Vortrag zum Thema „Concluding the Reformation? On Peace, Protection an Political Theology“ hält. Gegenstand ist die Herausbildung der völkerrechtlichen Responsibility to Protect (R2P) Norm, über die Anne Orford ein vielbeachtetes Buch geschrieben hat. Die Lecture ist die diesjährige Rechtskulturen-Lecture. Das Ganze findet von 19 bis 21 Uhr im Raum 213 der Juristischen Fakultät der HU Berlin statt. Viel Spaß

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„Schlimmer als Krieg“: Daniel Goldhagen über Genozid

Genozid ist eine lange geplante und systematische Abschlachtung unerwünschter Völker. So lautete eine der fast schon trivialen, aber dafür nicht weniger treffenden und aufrüttelnden Thesen Daniel Goldhagens. Diese vertrat der Politikwissenschaftler und Holocaust-Forscher Ende Oktober an der Universität Basel: Denn Genozid scheint das zentrale Leitmotiv des 20. und 21. Jahrhundert zu sein, das mehr Aufmerksamkeit und vor allem mehr Gegenwehr erfordert als es bisher der Fall ist. …

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Ringvorlesung: Globaler Konstitutionalismus in Hamburg

In Hamburg wird in diesem Semester vom Centre for Globalisation and Governance eine Ringvorlesung zum Thema Globaler Konstitutionalismus abgehalten. Die Veranstaltung findet immer Mittwochs von 18 bis 20 Uhr statt. Bereits verpasst habt ihr Robert Howse, aber es gibt noch die Chance, sich unter anderem mit Neil Walker, Richard Bellamy und Christoph Möllers über Fragen von Souveränität, Völkerrecht oder Normativität zu unterhalten. Alle Infos: hier.

 

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Völkerrecht im Kontext. Ein Rückblick auf die Konferenz „Lauterpacht and Beyond“ „

Dass bei der Entstehung des modernen Völkerrechts zahlreiche deutsch-jüdische Autoren federführend wirkten, untersuchte eine Konferenz mit dem Titel „Lauterpacht and Beyond – Jewish-German Authorship and the History of International Law„, die am 12. September an der Berliner Humboldt-Universität stattfand und einen historischen Blick auf völkerrechtliche Diskussionen vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts warf. Ungewöhnlich ist diese Perspektive, herrscht doch an juristischen Fakultäten oft eine unzureichende historische Kontextualisierung juristischer Traditionen vor. Dem setzte die Konferenz, organisiert von der Rechtswissenschaftlerin Reut Y. Paz (Berlin), eine detailgenaue Analyse einzelner Akteure, ihrer Rechtstheorien und Biografien entgegen. …

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Konferenz zur Geschichte des Völkerrechts (Berlin)

Am Montag, den 12. September 2011, findet an der Juristischen Fakultät der HU-Berlin eine eintägige Konferenz zur deutsch-jüdischen Rechtstradition und deren Bedeutung für die Entwicklung des Völkerrechts statt. Die Konferenz steht unter dem Titel „Lauterpacht and Beyond: Jewish/German Authorship and the History of International Law“ und es werden unter anderem Koskenniemi, Stolleis, Crawford, Sands, Grimm und andere sprechen. Anlass der Konferenz ist die Neuauflage eines Klassikers der Völkerrechtsliteratur, der Studie „The Function of Law in the International Community“ von Hersch Lauterpacht. Das Thema ist weniger speziell als es klingt und nicht nur wegen der großen Namen dürfte es interessante Diskussionen geben. Mehr Infos auf der Webseite oder hier im Programm.

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Jürgen Habermas in Berlin: Vortrag zur EU und zum Völkerrecht (16.6)

Jürgen Habermas spricht – und zwar in Berlin, genauer an der HU, noch genauer: im Audimax, ganz genau: im Audimax der HU Berlin am Donnerstag, den 16.6, um 18 Uhr. Sein Vortrag ist überschrieben: „Die Krise der Europäischen Union im Lichte einer Konstitutionalisierung des Völkerrechts“.

Es steht zu erwarten, dass Habermas hier an jene seiner kleinen politischen Schriften anknüpft, die sich im Detail mit der postnationalen Konstellation und der Konstitutionalisierung des Völkerrechts auseinandergesetzt haben und diese zusammenführt mit jüngeren tagespolitischen Einwürfen, z.B. der viel diskutierten Abrechnung mit Merkels Außenpolitik, einer Debatte über Europa und die neue deutschen Frage, dem emphatischen Aufruf „Wir brauchen Europa“ sowie der Auseinandersetzung mit den Referenden zum Verfassungsvertrag und dem irischen Nein zu Lissabon (in jüngerer Zeit gibt es zudem viele Versuche in der Sekundärliteratur, die europa- und völkerrechtliche Position Habermas‘ in Bezug auf dessen Gesamtwerk zu verorten – beispielsweise von McCormick, Parker, Turner, LacroixGrewal, Fine/Smith). Kommunikatives Handeln darf also erwartet werden -wir wünschen allen eine gute Diskussion.

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Call for Panels: International Law and National Politics (in New York)

Vom 20. bis zum 22. Oktober findet in New York das International Law Weekend statt. Ein scheinbar recht großes und buntes Treiben, das zudem dieses Jahr mit dem Thema „International Law and National Politics“ einen Schwerpunkt setzt, der auch für Politikwissenschaftler anschlußfähig ist. Bis zum 04. Mai gilt die Aufforderung Vorschläge für Panels zu machen, die auch bereits die Namen von möglichen Diskutanten enthalten sollen. Wer interessiert ist, der lese nach dem Strich weiter. …

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