Service

CfA: Stelle als Forschungsleiter:in (Postdoc) am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) Berlin

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) sucht ein:e Forschungsleiter:in (Postdoc) für den Forschungsschwerpunkt „Demokratischer Wandel und Wissen“. Es handelt sich um eine bis September 2029 befristete Vollzeitstelle (mind. 75 %, Verlängerung möglich) in Berlin. Gesucht werden Personen mit einer abgeschlossenen Promotion in Politik-, Medien-, Kommunikations- oder Rechtswissenschaften, Soziologie, Philosophie oder einem verwandten Fach, die Forschungserfahrungen in mindestens einem der folgenden Felder mitbringen: epistemische Grundlagen der Demokratie, Wissenschaftsvertrauen und -feindlichkeit, Desinformation und Informationsökosysteme, KI und demokratische Öffentlichkeit, digitale Wissensordnungen. Zu den Aufgaben gehören die Leitung und strategische Weiterentwicklung des Schwerpunkts, Forschung und die Einwerbung von Drittmitteln. Bewerbungsschluss ist vorläufig der 24.08.2026. Mehr Informationen zur Stelle gibt es hier.

Service, Veranstaltungen & CfP

Workshop: trans* – Perspectives, Experiences, Spaces (Universität Koblenz), 9.-10.07.26

An der Universität Koblenz findet am 9. und 10. Juli 2026 ein internationaler Workshop unter dem Titel „trans* – Perspectives, Experiences, Spaces“ statt. Im Mittelpunkt stehen trans* Lebensrealitäten im Spannungsfeld von Körper, gesellschaftlicher Ausgrenzung, Gewalt und Repräsentation. Der Workshop beleuchtet, wie medizinische, rechtliche und kulturelle Institutionen Selbstbestimmung ermöglichen oder begrenzen und welche Formen von Widerstand und Solidarität trans*Communities entwickeln.

Im Rahmen des Workshops findet am 9. Juli 2026 um 18 Uhr ein öffentlicher Vortrag von Ligia Fabris Campos (Brasilien) mit dem Titel „Transgender Identity and the Broken Promise of Freedom in Right-Wing Liberalism“ statt.

Ein ausführliches Plakat mit allen Informationen findet sich hier. Für die Teilnahme am zweiten Tag wird um Anmeldung gebeten: polwiss-fb2[at|]uni-koblenz.de.

Debatte

Was bedeutet eigentlich politische Unabhängigkeit?  

Heute schließt unser Themenschwerpunkt anlässlich des 250. Jahrestages der Unabhängigkeitserklärung von 1776 nach Beiträgen von Manfred Brocker und Eva Marlene Hausteiner mit einem Text von Anna Meine. 

In der politischen Debatte ist das Ziel der Unabhängigkeit heute wie in der Vergangenheit relevant. Das zeigen nicht nur die sich zwar wandelnden, aber andauernden Debatten um die Zukunft Kataloniens und Schottlands, sondern auch die Auseinandersetzungen um den Status Grönlands, Neukaledoniens, oder Bougainvilles, des womöglich nächsten Staates der Erde. Im Kontext grenzüberschreitender ökonomischer, sozialer, ökologischer, vor allem aber auch politisch-institutioneller Interdependenzen, die Kontexte von Globalisierung und Europäisierung prägen und die – im Sinne der gegenseitigen Abhängigkeit – der Idee der Unabhängigkeit zu widersprechen scheinen, ist dem Begriff nicht nur seine Motivationskraft nicht abhandengekommen. Die empirische politikwissenschaftliche Forschung, nicht zuletzt zu oft integrationswilligen Unabhängigkeitsbewegungen in Europa, konstatiert zugleich: Die Bedeutung von Unabhängigkeit habe sich gewandelt, beinhalte nicht mehr die strikte Trennung und umfassende Eigenständigkeit politischer Ordnungen (beispielsweise Keating 2017). Was Unabhängigkeit nun bedeutet, bleibt jedoch in aller Regel unklar. 

Blickt man auf der Suche nach Antworten in die politiktheoretische Literatur, fällt vor allem auf, dass dem Begriff bisher kaum systematisch Aufmerksamkeit geschenkt wird. In der politisch-philosophischen Debatte um ein Recht auf Sezession wird das Ziel staatlicher Unabhängigkeit meist unhinterfragt gesetzt und nicht weiter thematisiert. Parallel wird Unabhängigkeit in unterschiedlichen theoretischen Kontexten genutzt, um andere Grundbegriffe zu erläutern oder zu präzisieren – sei es als Synonym für staatliche Souveränität oder als Variante von Freiheit. Aber das ist systematisch unbefriedigend und erklärt weder die Bedeutung noch die bleibende politische Relevanz dieser Idee. Was also bedeutet Unabhängigkeit?

Service, Veranstaltungen & CfP

Workshop: Verschränkungen (neu) denken. Öko-/feministische Perspektiven auf Natur, Mensch und Politik (Fankfurt an der Oder)

Am 16. Juli 2026 findet an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ein Workshop statt, der sich mit aktuellen öko-/feministischen, post-dualistischen und neuen materialistischen Ansätzen beschäftigt. Im Zentrum steht die Frage, welche theoretische und politische Relevanz feministische Philosophien, politische Ökologien und neuere materialistische Ansätze angesichts gegenwärtiger sozial-ökologischer Krisen besitzen. Der Workshop versteht sich als Versuch, die grundlegenden Verschränkungen von Natur, Körper, Wissen und Politik neu zu denken. …

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: On Displacement

Die Fachzeitschrift Metodo. International Studies in Phenomenology and Philosophy lädt Beiträge für das Sonderheft „On Displacement“ ein, welches von Michaela Bstieler und Marco Cavallaro betreut und herausgegeben wird.

Im Zentrum steht die Frage, wie Erfahrungen von Vertreibung, Entwurzelung und Desorientierung angesichts von Krieg, Flucht, Klimawandel oder sozialer Verdrängung das Verhältnis von Subjekt, Ort und politischer Ordnung verändern. Gefragt wird, wie sich Displacement phänomenologisch beschreiben lässt und welche Konsequenzen dies für Konzepte wie Zugehörigkeit, Staatsbürgerschaft, Demokratie, Grenzen, Macht und Klimagerechtigkeit hat. Der Call dürfte somit auch für Wissenschaftler*innen aus der Politischen Theorie und politischen Phänomenologie interessant sein. …

Debatte

Föderimperialismus? Über die (anti-)kolonialen Anfänge der USA 

Nach dem gestrigen Auftakt steuert Eva Marlene Hausteiner heute den zweiten Beitrag zu unserem Schwerpunkt anlässlich des 250. Jahrestages des US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung bei. 

In Selbst- und Fremdbeschreibungen werden die USA seit ihrer Gründung immer wieder als exzeptionell dargestellt – als Erschließung einer „neuen Welt“, als antiimperiale Befreiung von Großbritannien, als „Erfindung“ des modernen Föderalismus. Der exzeptionalistische Mythos der von Gott auserwählten „city on a hill“ (so der Puritaner John Winthrop in Anlehnung an die Bergpredigt) ist der nordamerikanischen Ideengeschichte seit der Siedlungsphase im 17. Jahrhundert eingeschrieben. Mit dem Krieg gegen Großbritannien und der sich zum 250. Mal jährenden Unabhängigkeitserklärung wurde dieser politische Exzeptionalismus revolutionär aufgeladen: gegen ein unterdrückerisches Empire und seinen tyrannischen König.  Die in der Folge geschaffene Verfassung gilt vielen bis heute als Geniestreich der Verbindung von Repräsentationsprinzip, checks and balances und Föderalismus. Eine politische Norm prangt über all diesen Zuschreibungen, nämlich die der Freiheit: Das „land of the free“ lebe von Institutionen, die die Freiheit des Individuums, die „life, liberty, and the pursuit of happiness“ ermöglichen, und es wurde geschaffen durch eine freiheitsorientierte Revolution gegen die imperialen Feinde der – ja, genau – Freiheit.  

Ob die US-amerikanische Ordnung und insbesondere ein als anti-kolonial stilisierter Föderalismus diesen verwegenen (Selbst-)Zuschreibungen und Erwartungen auch nur ansatzweise genügt, ist natürlich höchst umstritten. Aus ideengeschichtlicher und politiktheoretischer Perspektive interessanter ist die Frage, ob entsprechende normverletzende Tendenzen dem US-Projekt von Anfang an gewissermaßen „einprogrammiert“ waren oder ob es sich um spätere Pfadabweichungen handelt. Was ist dran am Lob des Geistes der US-amerikanischen Revolution und Unabhängigkeit, wie ihn etwa Hannah Arendt beschworen hat?  

Debatte

Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776, wiedergelesen. Zum 250. Jahrestag der Declaration of Independence

Wir freuen uns zum 250. Jubiliäum der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung den ersten von drei Beiträgen zu präsentieren, die sich aus ihrer Perspektive mit dem Thema Unabhängigkeit auseinandersetzen. Den Einstieg macht Prof. em. Manfred Brocker, der für uns die Declaration of Independence wiedergelesen und kommentiert hat. 

Am 4. Juli 1776 nahm der Zweite Kontinentalkongress in Philadelphia die Unabhängigkeitserklärung der dreizehn vereinigten nordamerikanischen Kolonien an. Mit ihrer Abfassung war ein fünfköpfiger Ausschuss betraut, doch die eigentliche Feder führte Thomas Jefferson, der den Entwurf binnen weniger Wochen niederschrieb; Benjamin Franklin und John Adams steuerten nur kleinere Korrekturen bei, der Kongress strich und schärfte nach. Jefferson schöpfte unverkennbar aus dem Denken John Lockes, dessen Zweite Abhandlung über die Regierung (1689) die Lehre von den natürlichen Rechten der Menschen, vom Gesellschaftsvertrag und vom Widerstandsrecht bereitgestellt hatte. …

Veranstaltungen & CfP

CfA: (Postdoc-)Stipendium zum Thema „Gemeinsinn zwischen Ästhetik und Politik“ (Halle)

Im Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ an der Martin-Luther-Universität in Halle ist ein einjähriges Forschungsstipendium zum Thema „Gemeinsinn zwischen Ästhetik und Politik“ für Postdocs ausgeschrieben. Das Stipendium dient der Erforschung des frühneuzeitlichen Konzepts des Gemeinsinns, des Common Sense‘ und soll sich der Debatte um dieses Konzepts widmen. Wie steht es beispielsweise zu möglichen Nachbarkonzepten der Solidarität, der Anerkennung oder des Respekts? Welche (politischen) Institutionen bilden den Gemeinsinn ab? Ist der Gemeinsinn modernen pluralen Demokratien ein sinvollerweise zu bedenkendes Konezpt? In welchem Verhältnis stehen Gemeinsinn, Kunst und Gesellschaft/Politik? Diese und weitere Fragen können Gegenstand der Forschungsarbeit im Rahmen des Stipendiums sein.

Mit dem Stipendium soll eine Kooperation auch mit anderen im Forschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ Forschenden ermöglicht werden. Bewerber*innen sollen eine angestrebte wissenschaftliche (Aufsatz-)publikation zum Thema vorschlagen und im Rahmen ihres Forschungsstipendiums eine wissenschaftliche Veranstaltung organisieren. Weitere Veranstaltungen für ein breiteres Publikum sind möglich. Das Stipendium umfasst €2200,- monatlich. Zzgl. können ein Familienzuschlag ermöglicht werden. Veranstaltungs- und publikationsbezogene Sachmittel sind ebenso vorhanden.

Die Bewerbung kann bis zum 15. Juli 2026 an margitta.drosdziok(at)arw.uni-halle.de gerichtet werden. Weitere Informationen gibt es in der detaillierten Ausschreibung sowie bei robert.buch(at)arw.uni-halle.de.

Service, Veranstaltungen & CfP

CfA: WiMi-Stelle, Postdoc, 100% (Würzburg)

Am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Würzburg wird zum 01. Oktober 2026 eine WiMi-Stelle, 100% ausgeschrieben. Vorausgesetzt ist eine abgeschlossene Promotion. Die Stelle ist hat 10 SWS Lehrdeputat, das insbesondere die Vorlesung „Einführung in die Politische Theorie“ einschließt. Unter der Voraussetzung, dass durch Jobsharing ganztägig Aufgaben wahrgenommen werden können, ist die Stelle auch teilzeitfähig. Befristet ist sie auf zwei Jahre.

Bewerbungen können bis zum 15. Juli 2026 an vorstand-ips(at)uni-würzburg gerichtet werden. Nähere Informationen und eine detaillierte Stellenausschreibung sind, wie immer, zu finden hinter roten Worten.

Debatte

Negt, Kluge, Habermas und die politische Öffentlichkeit

Innerhalb kurzer Zeit sind mit Oskar Negt, Jürgen Habermas und Alexander Kluge drei zentrale Vertreter der zweiten Generation der Kritischen Theorie verstorben. Die drei Intellektuellen prägten die theoretischen und politischen Debatten der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg maßgeblich. Trotz durchaus unterschiedlicher Positionen verband sie die gemeinsame Leitfrage nach der Konstitution und Funktion von Öffentlichkeit: Habermas analysierte die normativen und institutionellen Voraussetzungen demokratischer Öffentlichkeit und verständigungsorientierter Kommunikation und intervenierte zahlreich und strittig in politische Diskurse auf der Suche nach dem „eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Arguments“; Negt entwickelte gemeinsam mit Kluge das Konzept einer proletarischen bzw. gegen-hegemonialen Öffentlichkeit, die die Erfahrungen derjenigen sichtbar machen sollte, die in der bürgerlichen Öffentlichkeit kaum Gehör finden. Kluge wiederum suchte in seinen literarischen, filmischen und tele-visuellen Arbeiten nach Formen, solche Erfahrungen zu erzählen und ihnen einen öffentlichen Ausdruck zu verleihen. So markieren ihre Werke nicht nur unterschiedliche Antworten auf die Herausforderungen moderner Gesellschaften, sondern auch verschiedene Perspektiven auf die Bedingungen demokratischer Öffentlichkeit selbst. 

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