Vortrag: „Demokratie und Urteilskraft im digitalen Zeitalter“ (Frankfurt)

Am 9. Januar 2019 findet der letzte Vortrag der IfS-Veranstaltungsreihe »Demokratie und Wahrheit« zu den Frankfurter Positionen 2019 mit Prof. Dr. Susanne Lüdemann zum Thema »Demokratie und Urteilskraft im digitalen Zeitalter. Am Beispiel von Chemnitz« statt. Die Literaturwissenschaftlerin Susanne Lüdemann untersucht die medialen Ereignisse in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. am 27. August 2018 und nimmt sie zum Anlass für einige grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von Demokratie und Urteilskraft im digitalen Zeitalter. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Frankfurt am Main. Die Teilnahme ist kostenfrei. Alle Termine und Informationen gibt es auf dem Vortragsflyer, dem Plakat und der Webseite der Veranstaltungsreihe oder auch auf Facebook.

Am 1. Februar folgt im Übrigen die Lange Nacht der Sozialforschung im MMK1 mit Kurzvorträgen von u. a. Michael Butter, Petra Gehring, Katharina Hoppe, Oliver Marchart, Martin Saar, Christiane Schnell, Martin Seel, Jasmin Siri, Felix Trautmann und Paula-Irene Villa.

 

Weiterlesen

DVPW 2018: Materielle Grenzziehungen der Demokratie – ein Tagungsbericht als Spurensuche

Heute begibt sich unsere Kongressberichtsreihe auf die Zielgerade: Last but not least blicken Sebastian Berg und Ann-Kathrin Koster auf den DVPW-Kongress zurück und zeigen, inwiefern in Frankfurt die materiellen Grenzen der Demokratie diskutiert wurden.

Die Voraussetzungen der Demokratie – technische, ökologische, territoriale oder ökonomische – schienen beinahe im postfundamental turn demokratischer Ungründbarkeit und virtueller Entgrenzung des Digitalen verschwunden gewesen zu sein. Doch die Prekarisierung des einstigen demokratischen Siegeszugs in der Gegenwart realisiert sich auch in Begleitung sozioökonomischer Verteilungsfragen und technischer Entfremdungskritik, so dass für die Politikwissenschaft eine „Wiederkehr der Dinge“ (Balke) konstatiert werden kann, in denen sich Grenzen der Demokratie manifestieren. Auf dem 27. DVPW-Kongress wollten wir daher den materiellen Spuren dieser Grenzziehungen folgen und ihre Bedeutung für die Gegenwartsdiagnosen der Demokratie entlang dreier Dimensionen näher beleuchten: das Materielle als Bedingung, seine Kontrolle sowie als Verlusterfahrung. (mehr …)

Weiterlesen

#DVPW18: Tweeps, Tweets und Topics aus der digitalen Sphäre

Was den Soziolog_innen die DGS, den Historiker_innen der Historikertag, den digitalen Bürger_innen die re:publica, das ist den Politikwissenschaftler_innen in Deutschland die DVPW-Tagung. Auch als Masterstudent mit Ambitionen und einem Hintergrund in Politikwissenschaften sollte man sicherlich dabei sein, um live und vor Ort an den Lippen der Besten seines Fachs, sogar dem Bundespräsidenten persönlich, zu hängen. Oder auch nicht, denn: Institutsgelder sind begrenzt und der eigene Geldbeutel schmal, Wissenschaft lebt eben auch nicht nur von Erkenntnisdrang und Forschergeist. Wie schon bei der diesjährigen re:publica muss ambitionierten Studierenden stattdessen die moderne Technik als Prothese dienen, um aus der Ferne teilzuhaben. What a time to be alive. Und wie passend, dass die Tagung unter dem Titel „Grenzen der Demokratie“ den Twittervogel gleich im Logo trägt. Was also liegt näher, als die Konferenz auf Twitter zu verfolgen – und hier nun zu berichten, was man aus der Ferne so mitbekommen konnte? (mehr …)

Weiterlesen

DVPW 2018: Soziale Bewegungen als Korrektiv und Gefahr der Demokratie?

Im dritten DVPW-Kongressbericht widmen sich Anton Haffner, Laura Gorriahn und Daniel Staemmler heute der Bedeutung sozialer Bewegungen. Morgen steht dann unser Twitter-Bericht rund um #dvpw18 an.

Der 27. Kongress der DVPW trat an, die „Grenzen der Demokratie“ auszuloten und zu diskutieren. Bereits in der Eröffnungsveranstaltung wurde die Verunsicherung der Politikwissenschaft gegenüber der Gefährdung der Demokratie durch rechte Parteien und Bewegungen deutlich – sowie ihre Entschlossenheit, dieser Gefährdung entgegen zu treten. So erinnerte die Frankfurter Dekanin Sigrid Roßteutscher an die Begründung der Disziplin als Demokratiewissenschaft und beschwor sie als „Pflege-, Kontroll- und Reparaturdienste […] immer im Sinne der Erhaltung und Verbesserung demokratischer Prozesse“. Die Diskussion um den Zustand der Demokratie sowie die Frage, welche Werkzeuge an welche Probleme angesetzt werden sollten, zogen sich als roter Faden durch den Kongress.

Das Agieren rechtspopulistischer oder rechter Regierungen, Parteien und Bewegungen diente dementsprechend als Hintergrund für viele Beiträge. Bereits die Themenbeschreibung des Kongresses verwies darauf, dass diese, indem sie den Wert der Demokratie infrage stellten und ihre Begrenzung forderten, „Grenzen der Demokratie“ zu Tage förderten. Allerdings blieben in der Debatte die Benennung des Phänomens sowie dessen Ursachen umstritten. Welche politikwissenschaftlichen Forschungsansätze die autoritäre Revolte überzeugend erklären könnten und welche politischen Gegenstrategien daraus abgeleitet werden müssten, wurde auf dem Kongress dementsprechend kontrovers diskutiert.

(mehr …)

Weiterlesen

CfA: Doktorandenstipendien zur Erforschung der Sozialen Demokratie

Die Friedrich-Ebert-Stiftung schreibt 4 Doktorandenstipendien in ihrem Programm zur „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen“ aus. Gesucht werden u.a. politik-, diskurs- und ideengeschichtliche Promotionsvorhaben, die sich mit dem Wandel von Themen, Politikverständnissen und Organisationsweisen im Umfeld der Sozialdemokratie auseinandersetzen. Die Bewerbungsfrist ist der 10. April 2019. Nähere Informationen zu Förderung und Bewerbungsprozess finden sich hier und einen ausführlichen Ausschreibungstext gibt es hier.

Weiterlesen

Tagung „Problems of Property“ und „Barrikadengespräch“ zur Wohnungsfrage (Berlin)

Am 17. und 18.12.2018 findet im Senatssaal der HU Berlin eine Tagung über Eigentum aus der kritischer Perspektive statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Rahel Jaeggi and Eva von Redecker vom Center for Humanities and Social Change an der HU. Das volle Programm findet sich hier. Passend zum Thema der Tagung wurde von den beiden Veranstalterinnen außerdem ein „Barrikadengespräch“ über Aneignung und Enteignung in der Wohnungsfrage organisiert: Am 19.12.2018 von 18 Uhr bis 21 Uhr debattieren Jenny Weyel, Canan Bayram und Daniel Loick über progressive Vorstöße in der Berliner Wohnungspolitik. Das Gespräch findet in den Räumen der „Vierten Welt“ statt (Adalbertstraße 4). Nähere Informationen gibt es hier.

Weiterlesen

In eigener Sache: Theorieblog auf der Shortlist für den „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“

Der Blog „Wissenschaft kommuniziert“ von Reiner Korbmann vergibt seit einigen Jahren den Titel „Wissenschafts-Blog des Jahres“ – um die besten und populärsten Wissenschaftsblogs vor- und herauszustellen und zugleich zu zeigen, wie Forscher*innen, Institute und Verantwortliche ihre Informationen für die Internetöffentlichkeit zugänglich machen können.
Auf der Shortlist für das Jahr 2018 stehen nun beispielsweise nicht nur die Blogs des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, des Forschungszentrums Jülich, des Kuratoriums Pfahlbauten, der FAZ oder der Helmholtz-Gemeinschaft, genauso wie Blogs von individuellen Wissenschaftler*innen aus Archäologie, Weltraumforschung oder Mathematik. In diesem Jahr stehen auch wir mit auf der Liste und freuen uns darüber!

Der weitere Ablauf ist nun ganz demokratisch: Es wird gewählt.
Und das können wir doch hoffentlich!
Zur Shortlist wie zum Voting führt folgender Link: Wählen Sie den „Wissenschafts-Blog des Jahres 2018“

Wir freuen uns über jede Stimme, die wir bei der offenen Publikumswahl bis zum 1. Januar 2019 (24.00 Uhr) erhalten.

Weiterlesen

DVPW 2018: Neue Antworten auf neue Herausforderungen – Perspektiven auf Innovationen demokratischer Praxis

Heute folgt Teil zwei unserer DVPW-Kongressberichtsreihe. Nachdem Tobias Adler-Bartels über die neuen Herausforderungen liberaler Demokratien berichtet hat, nimmt Manon Westphal die Debatte über demokratische Innovationen in den Blick. Am kommenden Dienstag setzen wir die Reihe fort – mit einem Bericht über die Rolle sozialer Bewegungen.

Wenn in diesen Zeiten nach den Grenzen der Demokratie gefragt wird, wundert es nicht, dass die Debatten beim Thema Rechtspopulismus zusammenlaufen. Der Rechtspopulismus thematisiert die Grenzen der Demokratie in vielerlei Hinsicht. Er besteht auf Grenzen (zum Beispiel, wenn es um die Begrenzung von Migration geht), er behauptet Grenzen (etwa jene einer angeblichen ‚Leitkultur‘), er beklagt Grenzen (die der in seinen Augen von political correctness belastete öffentliche Diskurs zieht). Er lässt aber auch die Frage nach den Grenzen etablierter Verständnisse von Demokratie und eingespielter demokratischer Praxen virulent werden. Dabei ist nicht entscheidend, ob in der Art und Weise, wie demokratische Politik lange Zeit funktioniert hat, eine Teilerklärung für die aktuelle Erfolgsgeschichte des Rechtspopulismus gesehen wird. Allein der Umstand, dass diese Entwicklung liberale Demokratien vor eine neuartige Herausforderung stellt, macht es erforderlich, dass bei der Suche nach Antworten auf den Rechtspopulismus auch die gegenwärtige demokratische Praxis und das analytische Instrumentarium der Politikwissenschaft kritisch auf ihre Grenzen hin befragt werden. Eine Reihe von Panels und Podiumsdiskussionen des diesjährigen DVPW-Kongresses nahmen sich dieser Herausforderung an. (mehr …)

Weiterlesen

DVPW 2018: Die liberale Demokratie vor neuen Herausforderungen?!

Zum Jahresausklang blicken wir in den nächsten beiden Wochen zurück auf den 27. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft, der von 25. bis 28. September in Frankfurt am Main stattgefunden hat. Der heutige Text bildet den Auftakt für insgesamt vier Tagungsberichte, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf die Diskussionen in den zahlreichen Panels zurückschauen: Tobias Adler-Bartels berichtet heute über die diagnostizierten Herausforderungen der liberalen Demokratie, Manon Westphal verfolgt die Debatten um innovative demokratische Praktiken (13.12.), Anton Haffner, Laura Gorriahn und Daniel Staemmler nehmen sich die Diskussionen um soziale Bewegungen vor (18.12.) und Sebastian Berg und Ann-Kathrin Koster interessieren sich für materielle Grenzen der Demokratie (20.12.). Nicht verpassen: Am 19.12. präsentieren wir Euch Tim Königs Twitter-Auslese, die mit einer umfassenden Analyse des digitalen Gezwitschers rund um „#dvpw18“ aufwartet!

„Grenzen der Demokratie“ – das Thema des 27. Kongresses der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft zielte auf die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Polarisierungen, die sich schon in der Doppeldeutigkeit des Kongressmottos selbst widerspiegeln: Während rechtspopulistische Bewegungen oder autokratische Regime die Limitierung einer weiteren Demokratisierung fordern, macht der politikwissenschaftliche Diskurs gerade diese vielfältigen Negationen, Pathologien und Herausforderungen der imperfekten liberalen Demokratie und deren progressive Überwindung zum Thema. (mehr …)

Weiterlesen

Essay-Wettbewerb: „Gelebte Verfassung – Lebendige Verfassung“

Das Hamburger Verfassungsgericht lädt zusammen mit den Rechtswissenschaften der Universität Hamburg und der Brucerius Law School Studierende der Rechts-, Politik- und Geschichtswissenschaften ein, einen Essay zu einem bundesweiten Wettbewerb zum Thema „Gelebte Verfassung – Lebendige Verfassung“ einzureichen. Perspektiven aus der politischen Theorie, Philosophie und Ideengeschichte sollten dabei natürlich nicht fehlen. Die Essays sollen maximal 25.000 Zeichen haben und Einsendeschluss wäre der 02. Februar 2019. Wer Interesse hat, findet hier mehr Informationen, unter anderem über die Preise und die Leitfragen des Wettbewerbs.

Weiterlesen