CfA Jahrbuch Praktische Philosophie in globaler Perspektive 2/2018

Das Jahrbuch Praktische Philosophie in globaler Perspektive bittet um Beiträge sowohl zum allgemeinen Beitragsteil als auch zum Schwerpunktteil, in dem es in diesem Jahr um ‚Natur‘ als Bezugspunkt der praktischen Philosophie geht.
Das Auswahlverfahren verläuft in zwei Schritten: Bis zum 01. September 2017 können Abstracts von 500-750 Wörtern eingereicht werden, die von den Herausgebern geprüft werden. Nach positiver Begutachtung wird um Einreichung der fertig ausgearbeiteten Beiträge (6.000 bis 8.000 Wörter) bis zum 31. Dezember 2017 gebeten. Das Jahrbuch erscheint im Sommer 2018 beim Karl Alber Verlag.

Hinsichtlich der philosophischen Methode bestehen keine Einschränkungen. Allein die wissenschaftliche Qualität und Innovationskraft der Beiträge sind ausschlaggebend. Beiträge des philosophischen Nachwuchses sind besonders erwünscht. Alle eingereichten Beiträge werden doppelt-blind begutachtet.

Einreichungen zum allgemeinen Beitragsteil
Die praktische Philosophie beschäftigt sich heute mit globalen Fragen in unterschiedlicher Weise: Vor dem Hintergrund der Globalisierung müssen traditionelle Probleme – wie etwa die Begründung politischer Ordnung, Modus und Inhalt ethischen Handelns, oder Verfasstheit und Verhältnis von Episteme und Macht – jenseits eurozentrischer Denkgewohnheiten neu verhandelt werden. Selbstverständlich erscheinende Antworten, die auf den Staat oder andere „klassisch“ gewordene Akteure verweisen, werden zunehmend fragwürdig. Nicht zuletzt sind mit den Auswirkungen des Klimawandels und den Unzulänglichkeiten des globalen Finanzsystems ganz neue Problemlagen entstanden. Das neue Jahrbuch Praktische Philosophie in globaler Perspektive veröffentlicht in seinem allgemeinen Beitragsteil Arbeiten, die sich in diesem Problemfeld verorten, und ist offen für Arbeiten aus benachbarten Disziplinen, die philosophisch anschlussfähig sind.
Einreichungen zum Schwerpunktteil: ‚Natur’ als Bezugspunkt der praktischen Philosophie Spätestens seit Beginn der Neuzeit gilt die Berufung auf ‚Natur‘ und insbesondere die ‚Natur des Menschen‘ als feste normative Bezugsgröße in ethischen und politischen Fragen als problematisch und hat deshalb sukzessive an Bedeutung verloren. Zugleich häufen sich die Stimmen, die eine Rückbesinnung auf anthropologische Fragen fordern. Bekannt ist etwa Jürgen Habermas mit seinem Plädoyer für eine Gattungsethik. Damit schließt er sich dem Rechtswissenschaftler und politischen Soziologen Wolfgang van der Daele an, der gar eine „Moralisierung der menschlichen Natur“ verlangt. Darüber hinaus können auch verschiedene Formen von ethischem Naturalismus, die in der zeitgenössischen Ethik diskutiert werden (man denke an Autorinnen wie Philippa Foot, Rosalind Hursthouse, Martha Nussbaum oder John McDowell), als Indiz dafür gewertet werden, dass der Rekurs auf Natur in der Ethik wieder an Bedeutung gewinnt. Dies wird flankiert von einer Hinwendung der politischen Philosophie zu Themen der politischen Ökologie, des Anti-Essentialismus, des Transhumanismus oder der Mensch-Tier-Beziehungen, für die ‚Natur‘ immer wieder als umkämpfter Begriff eine wichtige Rolle spielt. Dies schließt explizit kritische Stimmen mit ein, die anthropologischen Fragen allgemein und einem Rekurs auf ‚Natur’ im Besonderen kritisch gegenüberstehen. Das Jahrbuch für Praktische Philosophie in globaler Perspektive möchte in seinem diesjährigen Schwerpunktteil philosophische Arbeiten veröffentlichen, die diese Entwicklung (kritisch) reflektieren und weiterdenken, und ist offen für Arbeiten aus benachbarten Disziplinen, die an diesen Diskurs anschließen.

Die ausgewählten Beiträge ergänzen die Diskussion der wissenschaftlichen Tagung zum genannten Thema am 30. Juni und 1. Juli 2017 in München. Neben einem Interview zu dem Thema mit Otfried Höffe, wird das Jahrbuch eingeladene Beiträge publizieren von: Tobias Müller, Theda Rehbock und Andreas Trampota.

Artikelvorschläge können sich beziehen auf:
• ‚Natur‘ und ‚Freiheit‘ als ethische Grundbegriffe
• Problemstellungen der angewandten Ethik (Enhancement, Reproduktionsmedizin,
Stammzellenforschung, Eugenik)
• Medienethische Perspektiven auf Szientismus und Konservatismus in der
Öffentlichkeit
• ‚Natur‘ und ‚Natürlichkeit‘ als Bezugsgrößen in der Umweltethik
• Anthropologische Differenz oder Kontinuität zwischen Mensch und Tier
• Politische Perspektiven auf die ‚menschliche Natur‘
• Transhumanismus und Technikethik
• Pragmatistische Perspektiven jenseits von ‚Natur‘ und ‚Kultur‘
• Neo-Aristotelismus in der praktischen Philosophie

Informationen und Kontakt
Bitte senden Sie Ihren Artikelvorschlag im Word- oder ODT-Format an den Herausgeber Prof. Dr. Michael Reder michael.reder@hfph.de, sowie in Kopie an rottendorf@hfph.de.

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