Preisausschreiben: Expertise für normativ-ethische Fragen

Die Joachim Jungius Stiftung hat einen Wissenschaftliches Preisausschreiben veröffentlicht. Gesucht werden Antworten auf die Frage: „Worin kann Expertise für normativ-ethische Fragen bestehen?“ Der Beschreibungstext drück aus, dass dabei sowohl philosophische Positionen als auch soziologischer angelegte Antworten interesssieren. Ausgelobt werden 5.000 Euro und teilnahmeberechtigt sind nur Teilnehmer unter 40 Jahren. Unter bestimmten Umständen dürfen auch bereits publizierte Arbeiten eingereicht werden. Einsendedatum ist der 31.03.2014, alle Infos zur Ausschreibung findet ihr unter dem Strich oder hier.

Und weil es so schön passt: Im russisch-deutschen philosophischen Kreis an der HU Berlin wird derzeit – in Anlehnung an die klassische Berliner Mittwochsgesellschaft und das berühmte „Was ist Aufklärung?“ – nach einer Frage von allgemeinem Interesse gesucht, zu der man dann einen Workshop veranstaltet. Die Infos hierzu findet ihr hier.

 

Wissenschaftliches Preisausschreiben

Joachim Jungius-Preis 2014

Die Joachim Jungius-Stiftung der Wissenschaften zu Hamburg schreibt den Joachim Jungius-Preis 2014 zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit zum Thema

„Worin kann Expertise für normativ-ethische Fragen bestehen?“

Institutionen wie der Nationale Ethikrat oder fachspezifische Ethikkommissionen erwecken den Eindruck, dass es Expertengremien gibt, die die Öffentlichkeit in ethisch relevanten Fragen in ähnlich wissenschaftlich objektiver Weise beraten können wie etwa Sachverständige  in einem Prozess. Dieser Eindruck beruht auf zahlreichen problematischen Annahmen. So muss in metaethischer Hinsicht vermutlich unterstellt werden, dass es sich bei normativ-ethischen Urteilen um wahrheitsfähige Aussagen – und nicht etwa um den Ausdruck von Emotionen – handelt. Genau das wird aber von sog. metaethischen Non-Kognitivisten bestritten. Selbst wenn man zugesteht, dass ethische Urteile Träger von Wahrheitswerten sind, bleibt die Frage, ob es Ethik-Experten geben kann – d.h. Personen, die in besonderer Weise qualifiziert sind, den Wahrheitswert solcher Aussagen zu erkennen. Was zeichnet ethische Experten aus? Welche Ausbildung müssen sie durchlaufen haben? Welche Art von Expertise kann man von ihnen erwarten? Wie kann man gute von schlechter ethischer Expertise unterscheiden? Wie ist die vermeintliche Verbindlichkeit der Empfehlungen ethischer Experten mit ergebnisoffenen demokratischen Entscheidungsprozessen in Einklang zu bringen? Was heißt es, mit den Empfehlungen entsprechender Gremien rational umzugehen? Inwieweit entspricht der tatsächliche Umgang mit derartigen Gremien diesen Rationalitätskriterien? Was erwartet die Öffentlichkeit von derartigen Gremien, und was kann sie zu Recht erwarten?

Über die Zuerkennung des Preises entscheidet der Stiftungsvorstand nach Anhörung einer Jury.  Der Preis ist mit einem Preisgeld von Euro 5.000,- ausgestattet. Die Preisverleihung erfolgt in einer öffentlichen Veranstaltung der Stiftung, in deren Rahmen die ausgezeichnete Arbeit vom Preisträger vorgestellt wird. Entsprechend der Widmung des Preises wird das zulässige Höchstalter von Bewerbern zum Zeitpunkt der Einreichung auf 40 Jahre festgesetzt.

Je Bewerbung kann nur eine einzelne wissenschaftliche Arbeit eingereicht werden; kumulative Einreichungen sind ausgeschlossen. Die wissenschaftliche Arbeit kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Wurde sie bereits publiziert, darf ihr Erscheinungsdatum zum Zeitpunkt der Einreichung nicht mehr als 24 Monate zurückliegen.

Wissenschaftliche Arbeiten sind auf dem Postweg in fünffacher Ausfertigung bis

31. März 2014

an den Vorsitzenden der Joachim Jungius-Stiftung der Wissenschaften zu Hamburg

Postanschrift: Christian-Albrechts-Universität Kiel, Olshausenstraße 40, D-24118 Kiel, zu senden.

Hamburg, im Dezember 2013

Prof. Dr. Jörn Henning Wolf (Stiftungsvorsitzender)

 

Informationen über die Joachim Jungius-Stiftung finden Sie unter www.jungius-stiftung.de.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.