Zukunftsvorstellungen

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Unruly Climates, Contested Futures II

Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur Gegenstand umweltpolitischer Debatten, sondern wirft grundlegende Fragen nach Zukunft, Transformation und politischem Handeln auf. Der Sammelband Unruly Climates, Contested Futures II: Imaginaries, Framings, and Politics of Resistance in the Majority World widmet sich dieser Thematik und lädt zu Beiträgen ein.

Im Mittelpunkt stehen Zukunftsimaginationen (future imaginaries) als analytischer Zugang zu sozial-ökologischen Konflikten und kollektiven Widerstandsformen. Gefragt wird etwa danach, wie klimagerechte Zukünfte entworfen und praktisch erprobt werden, welche Naturverständnisse soziale Bewegungen prägen und wie Klimaaktivismus zwischen unterschiedlichen globalen Regionen verflochten ist. Der Call gliedert sich in drei Themenfelder: 1. Theoretische Perspektiven auf Zukunft und Widerstand, 2. Empirische Analysen von Klimabewegungen und Transformationskonflikten, 3. Globale Verflechtungen, Solidaritäten und Machtasymmetrien des Klimaaktivismus.

Interessierte sind eingeladen, bis zum 9. August 2026 einen Extended Abstract (2–3 Seiten) sowie eine Kurzbiografie (max. 150 Wörter) einzureichen. Ausführliche Informationen finden sich hier.

Debatte

Zeitlichkeit und Wirtschaftswachstum

Heute veröffentlichen wir in unserer Blogpost-Reihe zum Thema Zeit einen Text von David Bockelt, in dem das Verhältnis von Zeitlichkeit und wirtschaftlichem Handeln beleuchtet wird.

Der Beitrag richtet seinen Blick auf den Zusammenhang zwischen den temporalen Dispositionen und dem wirtschaftlichen Handeln der Menschen. Anhand von vergangenen Geschichtsbildern und Zukunftsvorstellungen lässt sich nachzeichnen, wie sich auch die ökonomische Reflexion und Praxis wandelte. Zeit, Zeitlichkeit und Geschichte können demnach als sinnvolle Kategorien der Reflexion über ökonomische Ideengeschichte etabliert werden.

Geschichtsbilder im Wandel der Zeit 

Das antike Geschichtsbild speiste sich aus einem spezifischen Wirklichkeitsbegriff, der auf Anschauung, Evidenz und Gegenwart fußt. Die antiken Griechen fragten nicht nach einem telos der Geschichte, sondern nach ihrem logos. Im Rückgriff auf den eben erwähnten Wirklichkeitsbegriff besteht dieser logos in der periodischen Wiederkehr des immer Gleichen: Die Geschichte durchläuft zyklische Stadien von Aufstieg und Verfall, was zwar für Variationen in der konkreten Ausprägung der Ereignisse sorgt, es ist jedoch nicht vorstellbar, dass sich Gegebenheiten durch den Zeitverlauf hindurch fundamental verändern. Die Zukunft hält nichts Neues bereit. Dies zeigt sich in den kaum explizierten Zukunftserwartungen dieser Zeit: Ein individuelles Gefühl des Überlebt-Werdens kann sich aufgrund der Vorstellung der geschichtlichen Quasi-Statik nicht einstellen. Ein systematischer Wachstumsgedanke lässt sich nicht in Einklang bringen mit dem antiken Geschichts- und Zeitbild (Koselleck; Hölscher).

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