Exil

Service, Veranstaltungen & CfP

Workshop: „Diaspora und Exil aus postmigrantischer Perspektive: philosophisch, sozialkritisch, (queer)feministisch analysiert“ (Berlin)

Am Campus Berlin der FernUniversität Hagen findet am 12. und 13. November 2026 ein Workshop mit dem Titel „Diaspora und Exil aus postmigrantischer Perspektive: philosophisch, sozialkritisch, (queer)feministisch analysiert“ statt. Die Veranstaltung wird von Thomas Bedorf und Olga Shparaga organisiert und widmet sich der Frage, wie sich postmigrantische Beziehungen heute – insbesondere im Exil und in diasporischen Gemeinschaften – herausbilden und welche Bedeutung sie für Integration und Demokratie haben.
Das Programm findet sich hier. Der Workshop ist für Interessierte geöffnet, Anmeldungen sind bis zum 2. November 2026 an folgende Adresse möglich: diaspora.postmigrantisch@fernuni-hagen.de.
Veranstaltungen & CfP

CfP: Diaspora und Exil aus postmigrantischer Perspektive

Philosophische, sozialkritische und (queer)feministische Analysen postmigrantischer Perspektiven auf Diaspora und Exil stehen im Fokus eines Workshops, der am 12. und 13. November 2026 auf dem Campus der FernUni Hagen in Berlin stattfindet. Im Mittelpunkt der von Olga Shparaga und Thomas Bedorf organisierten Veranstaltung stehen Fragen nach postmigrantischen sozialen Beziehungen, diasporischen Netzwerken, Zugehörigkeit, Care-Arbeit, politischer Organisierung sowie Solidarität und Widerstand in gegenwärtigen Exil- und Diasporakontexten. Abstracts (max. 500 Wörter) für 25-minütige Beiträge können bis zum 20. Juni eingereicht werden. Die Kontaktadresse sowie auch alle weiteren Infos, finden sich im vollständigen Call, der online zur Verfügung steht.
Debatte, Lesenotiz

Dialog zwischen einer Exilantin und einem Staatsbürger – Lesenotiz zu Judith Shklar über „Verpflichtung, Loyalität, Exil“

Die in Lettland geborene amerikanische Philosophin Judith Shklar bezeichnet ihre Auseinandersetzung mit politischer Verpflichtung und Loyalität als „Dialog zwischen einer Exilantin und einem Staatsbürger“. In der Kontrastierung der auch in der politischen Philosophie marginalisierten Perspektive der Exilierten zeigt sich erneut Shklars Gespür für die Spannungsfelder der politischen Philosophie. Im von Hannes Bajohr übersetzten und herausgegebenen Sammelband Verpflichtung, Loyalität, Exil (Mattes & Seitz Berlin, 2019) untersucht Shklar in zwei Essays ihres Spätwerks die unterschiedlichen Funktionslogiken der Begriffe „Loyalität“ und „Verpflichtung“. Wie der Herausgeber in der Vorbemerkung betont, ist die Frage nach politischer Loyalität und Verpflichtung sowohl in den USA als auch in der EU hochaktuell: Shklar zufolge werden in politischen Debatten um die Integration von Exilierten die systematischen Unterschiede zwischen Loyalität und Verpflichtung verwischt – und damit die Grenzen dessen, was der liberale Staat legitimerweise überhaupt von seinen Bürger*innen verlangen kann. Die Forderung nach einer – vorgeblich liberalen – „Leitkultur“ beispielsweise kann unter diesem Blickwinkel nur als kritikwürdig gelten. Die begriffliche Analyse bleibt damit nicht bloß eine philosophische Fingerübung, sondern wird direkt auf ihre politischen Implikationen hin untersucht – eine Rückbindung ganz im Sinne realistischer Ansätze der politischen Philosophie.

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