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Tagungsberichte

Tagungsbericht: The Politics of Nature, Science and Technology – Philosophical Perspectives (Freiburg, 19. September 2025)

Moderne Gesellschaften sind nicht nur bei der Bewältigung drängender Herausforderungen – Klima- und Umweltkrise, Gesundheit, militärische Konflikte – auf scheinbar neutrales, hochspezialisiertes Wissen angewiesen, sie sind in allen sozialen Strukturen von ihm durchdrungen. Langdon Winner (1980) formulierte es treffend: „technologies are not merely aids to human activities, but also powerful forces acting to reshape that activity and its meaning„.

Doch die vermeintliche Neutralität dieser Techniken wird zunehmend hinterfragt – etwa in den Debatten um rassistische Algorithmen. Umstrittene Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Geoengineering erscheinen den einen als utopische Befreiungstechnologien, den anderen als Dystopien einer sich verselbständigenden Rationalität, die sich politischer Kontrolle entzieht. Gleichzeitig wird die Diskussion über den Einsatz technischer und wissenschaftlicher Expertise in der Demokratie längst von einer Erosion des Vertrauens in die Wahrheitsorientierung und Objektivität der Wissenschaften überlagert. Die epistemische Autorität wissenschaftlicher Wahrheit ist selbst fragil geworden.

In diesem Spannungsfeld stellte sich die von Dominik Buhl und Martin Baesler organisierte Konferenz „The Politics of Nature, Science and Technology: Philosophical Perspectives“, die am 19. September 2025 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg stattfand, der Frage, wie ein Verständnis wissenschaftlicher Objektivität jenseits von Neutralität aussehen kann. Ziel war es, einen Mittelweg aufzuzeigen zwischen (1) einer radikalen Kritik an der modernen Wissenschaft, die den Menschen von der Natur entfremdet und damit die Krisen der Moderne hervorgerufen habe, und (2) der lösungsorientierten Ideologie, die technologische Innovation als Allheilmittel aller gesellschaftlichen Probleme betrachtet. …

Service, Veranstaltungen & CfP

CfA ZPTh-Schwerpunktheft „Disruption, Bedrohung, Resilienz“

Als Gastherausgeber*innen suchen Dagmar Schulze-Heuling, Christoph Deppe und Gary S. Schaal Beiträge für ein neues Schwerpunktheft der Zeitschrift für Politische Theorie zum Thema „Disruption, Bedrohung, Resilienz – Politische Theorie im Angesicht aktueller Herausforderungen“. Der Schwerpunkt nimmt insbesondere die Frage in den Blick, wie demokratische Ordnungen Resilienz erreichen können angesichts technologischer Transformationen, sicherheitspolitischer Bedrohungen und demokratischer Erosionsprozesse. Abstracts (max. 1.000 Wörter zzgl. Gliederung) können bis zum 30. April 2026 an d.heuling@hsu.hamburg gesendet werden. Alle weitere Informationen finden sich hier im Call.

Alte Veranstaltungen und CfP

Symposium: „Social Justice and Technological Futures“ (Tübingen)

Vom 02.-03. Mai veranstaltet das Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen in Kooperation mit anderen Institutionen ein internationales Symposium zum Thema „Social Justice and Technological Futures“, das gegenwärtige technologische Entwicklungen sowie technologische Zukunftsvisionen aus einer genuin gerechtigkeitstheoretischen Perspektive beleuchten will. Mehr Informationen zum Thema, den Beitragenden und zur Anmeldung findet ihr hier.

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: „Gender, Technik und Politik 4.0“

Die Zeitschrift „Gender“ sucht für ein Heft zum Thema „Gender, Technik und Politik 4.0 – Über digitalen Kapitalismus, disruptive Technologien und neue Regime der Unsicherheit“ nach politikwissenschaftlich-theoretischen Beiträgen, die den Zusammenhang von Gender, Technik und Politik untersuchen. Abstracts (auf Deutsch oder Englisch) werden bis 4. Juni erbeten. Der vollständige Call ist hier zu finden.

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