{"id":23086,"date":"2020-11-19T10:00:41","date_gmt":"2020-11-19T09:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theorieblog.de\/?p=23086"},"modified":"2020-11-25T15:56:33","modified_gmt":"2020-11-25T14:56:33","slug":"die-sozialphilosophie-und-die-rede-vom-neuanfang-in-corona-zeiten-form-und-risiko-eines-reizvollen-versprechens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theorieblog.de\/index.php\/2020\/11\/die-sozialphilosophie-und-die-rede-vom-neuanfang-in-corona-zeiten-form-und-risiko-eines-reizvollen-versprechens\/","title":{"rendered":"Die Sozialphilosophie und die Rede vom Neuanfang in Corona-Zeiten. Form und Risiko eines reizvollen Versprechens"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">\u201e<em>Alle Geburt ist Geburt aus Dunkel ans Licht;<br \/>\ndas <\/em><em>Samenkorn mu\u00df in die Erde versenkt werden und in der<br \/>\n<\/em><em>Finsternis sterben, damit die sch\u00f6nere Lichtgestalt<br \/>\n<\/em><em>sich erhebe und am Sonnenstrahl sich entfalte<\/em>\u201c<br \/>\n(<a href=\"https:\/\/books.google.cl\/books?id=4apHAAAAQBAJ&amp;pg=PT18&amp;hl=de&amp;source=gbs_toc_r&amp;cad=4#v=onepage&amp;q&amp;f=true\">F. W. J. Schelling<\/a>).<\/p>\n<p>In Krisenzeiten wie den heutigen ist immer mehr die sozialphilosophische Rede von strukturellen Wendepunkten zu beobachten. Weil die Kontingenz des Bestehenden in solchen bewegenden Zeiten besonders hervortritt, werden Ideen von Normalit\u00e4t entt\u00e4uscht und stehen stattdessen neue \u00dcberlegungen zu einer anders gestalteten Zukunft auf der Tagesordnung. Angesichts dieser Ungewissheit verspricht die Idee des \u201eNeuanfangs\u201c eine M\u00f6glichkeit, mit dieser Situation umzugehen. Dieser Beitrag geht der Frage nach, was die Idee des Neuanfangs im Rahmen der Sozialphilosophie bedeutet und welche Konsequenzen sie f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Situation hat. Besonders interessant erscheint heute die Idee des Neuanfangs im Kontext der Coronakrise, insofern sie den Beginn einer neuen Zeit ank\u00fcndigt, die, wie bei Schelling, <em>dialektisch<\/em> als \u201eGeburt aus Dunkel ans Licht\u201c vorkommt [I]. Diese Neuanfangsdiagnose sagt aber nicht nur viel dar\u00fcber aus, wie die Hoffnung auf eine neue Gesellschaft intellektuell verankert ist, sondern auch, wie Sozialphilosoph*innen solche Umst\u00e4nde bewerten und wie sie sich selbst darin miteinbeziehen. Die Rede vom Neuanfang kennzeichnet also nicht nur die Epoche, sondern auch denjenigen, der sie anspricht [II]. Im Lichte dieser \u00dcberlegungen werden die Schwierigkeiten, mit denen der Diskurs \u00fcber den Neuanfang zu tun hat, ebenso deutlich. W\u00e4hrend er zuerst mit dem Risiko einer Art voluntaristischer Beobachtung der Gesellschaft konfrontiert ist, kann er zweitens gleichsam auf einen narzisstischen Gestus sto\u00dfen, der die Neuanfangsdiagnose durch die eigene intellektuelle Gr\u00f6\u00dfe affiziert [III]. Nach der Thematisierung solcher Risiken, die oft mit der Rede vom Neuanfang in der Sozialphilosophie verbunden sind \u2013 d.h. voluntaristische bzw. narzisstische Elemente \u2013 werden am Ende einige \u00dcberlegungen zu einem konstruktiven Umgang mit der Idee des Neuanfangs in Corona-Zeiten aufgestellt [IV].<!--more--><\/p>\n<p><strong>I. Die Dialektik der Neuanfangsdiagnose<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage nach dem Neuanfang ist immer dialektisch zu verstehen: <em>kein Neuanfang ohne ein vorheriges, oft dramatisches Ende<\/em>. Die Coronakrise hat diese Erkenntnis wieder in Erinnerung gebracht. Wahrscheinlich seit Francis Fukuyamas ber\u00fchmtem Werk \u201e<a href=\"https:\/\/www.zvab.com\/servlet\/BookDetailsPL?bi=22751101845&amp;searchurl=hl%3Don%26kn%3Ddas%2Bende%2Bder%2Bgeschichte%2Bfukuyama%26sortby%3D20&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-image2\">Das Ende der Geschichte<\/a>\u201c, das vom Untergang der Sowjetunion und dem Anfang einer unbestreitbaren Verschr\u00e4nkung von Demokratie und marktwirtschaftlich basiertem Liberalismus erz\u00e4hlt, ist der Diskurs \u00fcber solche Trennungslinien, die die Geschichte in ein \u201evorher\u201c (altes) und ein \u201enachher\u201c (neues) separieren, nicht so pr\u00e4gnant gewesen. Aktuell spricht ein gro\u00dfer Teil der Sozialphilosoph*innen \u2013 sowie der B\u00fcrger*innen \u2013 von einem <em>Neuanfang der Weltgesellschaft<\/em>. \u201eAm Ende\u201c sei in diesem Fall, wie der slowenische Sozialphilosoph Slavoj <a href=\"https:\/\/www.rt.com\/op-ed\/481831-coronavirus-kill-bill-capitalism-communism\/\">\u017di\u017eek<\/a> pointierte, das kapitalistische System, das nun vom Coronavirus einen schweren Schlag \u2013 einen \u201eKill-Bill\u201c-Schlag \u2013 bekommen hat und aufgrund globaler Zusammenarbeit zu neuen Formen des Zusammenlebens, ja zu einem Neuanfang, kommen k\u00f6nnte. Die dialektische Bewegung ist nat\u00fcrlich auch dabei zu sp\u00fcren: \u201eVielleicht verbreitet sich [in der Coronakrise] ein anderes, ideologisches und viel n\u00fctzlicheres Virus: [\u2026] das Virus des Denkens einer alternativen Gesellschaft, einer Gesellschaft jenseits des Nationalstaates, einer Gesellschaft, die sich in Form von Solidarit\u00e4t und globaler Zusammenarbeit aktualisiert\u201c, so <a href=\"https:\/\/www.rt.com\/op-ed\/481831-coronavirus-kill-bill-capitalism-communism\/\">\u017di\u017eek<\/a>. Die Hoffnung liegt im Unbekannten, dessen Kontingenz anzieht und Sozialphilosoph*innen sogar in eine Art voluntaristische Versuchung bringen kann, weit \u00fcber eine n\u00fcchterne Analyse der gegebenen Umst\u00e4nde hinauszugehen. Die Faszination f\u00fcr eine andere Welt l\u00e4sst sich somit nicht nur durch die M\u00f6glichkeiten erkl\u00e4ren, die sich aus den Krisen ergeben, sondern auch durch die Perspektive der Beobachter*innen auf solche Krisenzeiten. Insofern bezieht die Rede immer auch <em>den Redner<\/em> mit ein.<\/p>\n<p><strong>II. Die Eigenliebe der Neuanfangs-Diagnostiker*in<\/strong><\/p>\n<p>Anstatt blo\u00df bei der Neuanfangsdiagnose zu bleiben, ist es ratsam, die Diagnostiker*innen ebenso in Betracht zu ziehen, insofern solche Beobachtungen nicht vom Himmel fallen, sondern von Sozialphilosoph*innen gemacht werden. Was sagt also die Rede vom Neuanfang \u00fcber die <em>Neuanfang-Diagnostiker*in<\/em>? Und wieso ist es wichtig, dieser Frage nachzugehen, um \u00fcber die Idee des Neuanfangs zu reflektieren? Betrachtet man die Geschichte des sozialphilosophischen Denkens, wird deutlich, wie gleichsam besessen es von der Rede des Neuanfangs gewesen ist. Dabei geht es nicht nur darum, dass bestimmte Trennungslinien zwischen alten und neuen gesellschaftlichen Epochen eingezogen werden, sondern auch darum, dass sich Sozialphilosoph*innen selbst als <em>Neuanf\u00e4nger*innen<\/em> angesehen haben. Richard Rorty hat in \u201e<a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/cl\/academic\/subjects\/philosophy\/philosophy-social-science\/contingency-irony-and-solidarity?format=PB&amp;isbn=9780521367813\">Contingency, Irony and Solidarity<\/a>\u201c darauf hingewiesen, wie sich verschiedene Denker*innen als wahre Neuvertreter*innen der (sozial)philosophischen Tradition betrachteten. W\u00e4hrend sich Hegel laut Rorty als den neuen (Sozial)Philosophen im Gegensatz zum veralteten Kant sah, tat Nietzsche dasselbe bez\u00fcglich Hegel, Heidegger bez\u00fcglich Nietzsche und Derrida bez\u00fcglich Heidegger. Die Anziehungskraft des Neuanfangs kennt kein Ende. Die Entwicklung der eigenen (sozial)philosophischen Identit\u00e4t, die bei jedem Neuanfangsanspruch erkennbar wird, ist demnach nicht nur dadurch zu gewinnen, dass sich auf bestimmte Traditionen berufen wird, sondern auch dadurch, dass \u201esich\u201c laut <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/geschichte_der_soziologie-_57091.html\">Wolf Lepenies<\/a> \u201evon bestimmten Traditionsbest\u00e4nden\u201c distanziert bzw. dass das Ende der vorherigen sozialphilosophischen Geschichte angek\u00fcndigt wird. Dabei geht es um ein grundlegendes Charakteristikum der (Sozial)Philosophie, eine Art intellektuell <a href=\"https:\/\/elibrary.duncker-humblot.com\/zeitschriften\/id\/31\/vol\/56\/iss\/2031\/art\/11178\/\"><em>narzisstischen Gestus<\/em><\/a>, der sich, wie ein Virus, \u00fcberall auszubreiten scheint. Dieser narzisstische Gestus hat weniger mit einem psychologischen Element und mehr mit der selbstreferentiellen Art und Weise zu tun, mit der die (Sozial)Philosoph*innen normalerweise vorgehen. Er besteht in jener Perspektive, die die Disziplingeschichte in ein Altes und ein Neues separiert und sich selbst der richtigen, erneuernden Seite jener Trennungslinie zuordnet, um von diesem Standpunkt aus den angeblich \u201erichtigen Neuanfang\u201c <em>endg\u00fcltig<\/em> zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><strong>III. Das doppelte Risiko der Rede vom Neuanfang<\/strong><\/p>\n<p>Sei es in Bezug auf die Diagnose (Husserls <em>Noema<\/em>) oder die agierende Diagnostiker*in (Husserls <em>Noesis<\/em>), die Semantik des Neuanfangs ist so anziehend wie risikovoll. Einerseits erweist sich die Corona-Krisendiagnose, begriffen gleichzeitig als m\u00f6gliches Ende des Kapitalismus und gesellschaftlicher Neuanfang, als umstritten \u2013 wenn nicht sogar als voluntaristisch. Die von \u017di\u017eek geteilte, alte Hoffnung auf den Widerspruchszauber, d.h. auf die alte sch\u00f6pferische Kraft der Dialektik, ist nicht ohne m\u00f6gliche Risiken zu konzipieren. Wie ein anderer Fan dialektischer Bewegungen, n\u00e4mlich Karl Marx, behauptet, wird die Dynamik komplex, wenn das kapitalistische System im Fokus steht. Laut <a href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me03\/me03_009.htm\">Marx<\/a> ist letzteres nicht nur eine Art sachliche Gewalt \u00fcber die Menschen. Es ist ebenfalls eine Realit\u00e4t mit der besonderen F\u00e4higkeit, sich angesichts jeder Krise neu zu erfinden und zu behaupten. Gegen\u00fcber Katastrophenszenarien erzeugt der Kapitalismus jedes Mal neue Waffen der Resilienz. In diesem Rahmen kann \u017di\u017eeks Neuanfangsdiagnose Gefahr laufen, in eine Art <em>voluntaristische Prognose<\/em> zu m\u00fcnden \u2013 so wie auch <a href=\"https:\/\/elpais.com\/ideas\/2020-03-21\/la-emergencia-viral-y-el-mundo-de-manana-byung-chul-han-el-filosofo-surcoreano-que-piensa-desde-berlin.html\">Byung-Chul Han<\/a> behauptet \u2013, die weit \u00fcber eine n\u00fcchterne Analyse des gesellschaftlichen Zustandes hinausgeht, um eigene W\u00fcnsche \u00fcber das Ende des Kapitalismus als \u201eobjektive\u201c Feststellungen zu verkaufen. Andererseits erweisen sich die aus der Sozialphilosophie stammenden Neuanfangs-Diagnostiker*innen in der Coronakrise oft als besessen von dem geschilderten narzisstischen Gedankengang, der den reinen Gegenstand durch die <em>eigene intellektuelle Gr\u00f6\u00dfe<\/em> zu blenden riskiert. In dieser Perspektive wird z.B. der Fallibilismus, der auf die Fehlbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnis verweist, f\u00fcr ein Prinzip gehalten, das wirkt, doch blo\u00df im Diskurs. Dabei wird also \u00fcbersehen, dass der Grundfehler der Sozialphilosophie eben in einem unerf\u00fcllbaren Anspruch besteht, n\u00e4mlich jedes Mal eine Art endg\u00fcltige Sozialphilosophie entwickeln zu wollen, als ob dabei <em>endlich<\/em>, wie <a href=\"https:\/\/www.zvab.com\/servlet\/BookDetailsPL?bi=30748045421&amp;searchurl=an%3Dfriedrich%2Btenbruck%26hl%3Don%26sortby%3D20&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-title5\">Friedrich Tenbruck<\/a> behauptet, die \u201erichtigen Argumente und Theorien\u201d \u00fcber die (Neuanfangs)Zeit doch triumphieren k\u00f6nnten. Die Eigenliebe, das sieht man schon bei Narziss in der griechischen Mythologie, kann t\u00e4uschen und problematisch werden \u2013 sie kann einem dadurch zur \u00dcberzeugung bringen, dass man selbst an einem historischen Wendepunkt steht, n\u00e4mlich auf der \u201erichtigen Seite\u201c der \u201ewahren Trennungslinie\u201c, ohne den narzisstischen Geist zu bemerken, der zu dieser Diagnose gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p><strong>IV. Schluss mit dem Neuanfang?: nein, aber mit Vorsicht und vor allem als Praxis!<\/strong><\/p>\n<p>Aus der vorherigen Analyse von Form und Risiken der sozialphilosophischen Rede vom Neuanfang nach dem Coronavirus ergibt sich eine letzte Reflexion. Zwar impliziert diese Rede eine doppelte Gefahr, die in dem beschriebenen theoretischen Voluntarismus bzw. dem narzisstischen Gestus besteht. Nichtsdestotrotz hei\u00dft dieser zweidimensionale Ruf nach Vorsicht nicht, dass diese Idee des Neuanfangs als solche lieber ausgeschaltet werden sollte \u2013 ganz im Gegenteil. Diese \u00dcberlegungen streben vielmehr danach, aufzuzeigen, wie die Idee des Neuanfangs angesichts ihrer Risiken konstruktiver <em>wirken<\/em> kann. Letztere k\u00f6nnte bzw. sollte darum mit einem Auge auf die erw\u00e4hnten Schwierigkeiten entfaltet werden, um im Geiste einer n\u00fcchternen, fallibilistischen Kritik und Intervention neuen Schwung zu gewinnen. Insofern impliziert der Neuanfang immer eine <em>t\u00e4tige Negation<\/em> <em>des Bestehenden<\/em> \u2013 daher das <em>neu<\/em> des Neuanfangs. Aus diesem Grund besteht die Herausforderung darin, solche voluntaristischen bzw. narzisstischen Elemente, mit der die Sozialphilosophie oft zu tun hat, unter Kontrolle zu bringen, um aktive Kritik und praktische Intervention auszu\u00fcben, aus denen eine neue gesellschaftliche \u00c4ra, d.h. heute ein Neuanfang nach der Coronakrise, mit Merkmalen einer <em>konkreten Utopie<\/em> \u2013 a l\u00e0 <a href=\"https:\/\/www.zvab.com\/servlet\/BookDetailsPL?bi=30213821624&amp;searchurl=an%3Dbloch%26hl%3Don%26sortby%3D20%26tn%3Dgespr%25E4che%2Bmit%2Bernst&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-image1\">Bloch<\/a> \u2013 <em>mitkreiert<\/em> werden kann. Der Sozialphilosoph <a href=\"https:\/\/www.zvab.com\/servlet\/BookDetailsPL?bi=30565475721&amp;searchurl=an%3Dmax%2Bhorkheimer%26hl%3Don%26sortby%3D20%26tn%3Dgesellschaft%2Bim%2Buebergang&amp;cm_sp=snippet-_-srp1-_-image11\">Max Horkheimer<\/a> hat diese Perspektive nicht umsonst als inneres Motiv der <em>Kritischen Theorie<\/em> definiert und in einem Satz zusammengefasst: \u201eWorin besteht aber der Optimismus, den ich mit Adorno (\u2026) teile? Darin, da\u00df man versuchen mu\u00df, trotz alledem das zu tun und durchzusetzen, was man f\u00fcr das Wahre und Gute h\u00e4lt. Und so war unser Grundsatz: theoretischer Pessimist zu sein und praktischer Optimist\u201c. Alles im allen geht es hierbei letztendlich darum, <em>theoretischen Pessimismus<\/em> bzw. <em>theoretische Bescheidenheit<\/em> zu entfalten, um jedem narzisstischen Voluntarismus zu entgehen und auf dessen theoretisch realem Grund <em>praktischen Optimismus<\/em> f\u00fcr den Versuch einer aktiven Errichtung einer besseren Welt auszu\u00fcben. Es kommt also darauf an, ebenso nah dem Motto von <a href=\"https:\/\/www.dissentmagazine.org\/online_articles\/campaigns-and-movements\">Rortys<\/a> Idee einer <em>Politik<\/em> <em>durch Kampagnen<\/em>, weniger von einer angeblich erkennbaren neuen \u00c4ra zu reden und mehr an der Entwicklung eines solchen Zustandes konkret mitzuwirken. Vielleicht wird man dadurch am Ende bzw. <em>a posteriori<\/em> feststellen k\u00f6nnen, wie aus solchen praktischen T\u00e4tigkeiten in der Tat eine neue Epoche zustande <em>kam<\/em>.<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/uai.academia.edu\/RafaelAlvear\"><em>Rafael Alvear<\/em><\/a><em> ist Postdoktorand in Soziologie an der Universit\u00e4t Adolfo Ib\u00e1\u00f1ez (Chile). <\/em><em>Er ist Forschungsstipendiat der \u00bbCONICYT\u00ab (Chilean National Comission for Scientific and Technological Research), arbeitet zu gesellschaftlichen Krisen und ist Mitherausgeber der Zeitschrift \u00bbCuadernos de teor\u00eda social\u00ab.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAlle Geburt ist Geburt aus Dunkel ans Licht; das Samenkorn mu\u00df in die Erde versenkt werden und in der Finsternis sterben, damit die sch\u00f6nere Lichtgestalt sich erhebe und am Sonnenstrahl sich entfalte\u201c (F. W. J. Schelling). 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