{"id":14375,"date":"2015-04-27T09:05:44","date_gmt":"2015-04-27T07:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theorieblog.de\/?p=14375"},"modified":"2025-03-14T15:30:43","modified_gmt":"2025-03-14T14:30:43","slug":"cfp-jenseits-der-person-die-subjektivierung-kollektiver-subjekte-leipzig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theorieblog.de\/index.php\/2015\/04\/cfp-jenseits-der-person-die-subjektivierung-kollektiver-subjekte-leipzig\/","title":{"rendered":"CfP: Jenseits der Person. Die Subjektivierung kollektiver Subjekte (Leipzig)"},"content":{"rendered":"<p>Am 7. und 8. April 2016 wird in Leipzig eine Tagung zur Subjektivierungsforschung stattfinden. Im Fokus steht dabei die Frage, inwiefern nicht nur Einzelne, sondern auch &#8222;Organisationen, Netzwerke, Gemeinschaften \u2013 Unternehmen, Vereine, Familien, soziale Bewegungen, St\u00e4dte, Staaten usw. \u2013 als Subjekte adressiert\u00a0und formiert werden&#8220;. Abstracts sollen bis zum\u00a029. Mai 2015 an:\u00a0tobias.peter@soziologie.uni-freiburg.de gesendet werden. Zum vollst\u00e4ndigen Call geht es nach dem Klick.\u00a0<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Die Untersuchung von Subjektivierungsweisen und Subjektpositionen ist inzwischen ein fester Bestandteil sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung. Gemeinsamer Ausgangspunkt dieser Analysen ist die Abkehr von der Vorstellung eines souver\u00e4nen und autonomen Subjekts. Im Zentrum sowohl der Theoriebildung als auch empirischer Analysen steht die Frage, auf welche Weise das vielfach bedingte, gesellschaftlich kontextualisierte und in sich gebrochene Verh\u00e4ltnis des Einzelnen zu sich selbst geformt wird und sich selbst formt. Das Subjekt figuriert nicht l\u00e4nger als Ausgangspunkt und Essential, sondern als Fluchtpunkt und Effekt ebenso unhintergehbarer wie unabschlie\u00dfbarer Definitions-, (Selbst-)Modellierungs- und Politisierungsanstrengungen. Forschungen in dieser Perspektive haben insbesondere im Rahmen diskursanalytischer Zug\u00e4nge, aber auch dar\u00fcber hinaus in den letzten Jahren erheblich an Breite gewonnen.<br \/>\nIm Fokus steht dabei bisher nahezu unhinterfragt die Anrufung des Einzelnen als Subjekt und die Arbeit an seiner Subjektivierung. Ausgeblendet bleibt demgegen\u00fcber, dass auch Organisationen, Netzwerke, Gemeinschaften \u2013 Unternehmen, Vereine, Familien, soziale Bewegungen, St\u00e4dte, Staaten usw. \u2013 als Subjekte adressiert und formiert werden. Leitbildprozesse und Marketingstrategien versehen ihre Adressaten mit einer corporate identity und modellieren sie auf diese Weise als Subjekte. Unternehmensberatungen versuchen ihre Klienten als schlagkr\u00e4ftige Einheit zu formen, und Qualit\u00e4tsmanagementprogramme zielen auf die permanente Verbesserung des organisationalen Subjekts. Zivilgesellschaftliche Bewegungen oder Netzcommunities versuchen sich als Kollektivsubjekte zu erm\u00e4chtigen, ohne Organisationen sein zu wollen. Sportteams m\u00fcssen sich als Mannschafts- oder Vereinssubjekte formieren, um erfolgreich zu sein und zur identit\u00e4ren Projektionsfl\u00e4che werden zu k\u00f6nnen. Umgekehrt werden bestimmte Kollektivakteure als Problemsubjekte \u2013 die \u201edysfunktionale\u201c Familie, das korrupte Unternehmen, der rogue state \u2013 identifiziert, korrektiven Subjektivierungsma\u00dfnahmen unterzogen und im Extremfall aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Die Tagung soll theoretische Perspektivierungen und methodische Zug\u00e4nge der Subjektivierungsforschung f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Untersuchung kollektiver Akteure fruchtbar machen. Dabei stehen insbesondere folgende Fragen zur Diskussion:<br \/>\n&#8211; Welche diskursiven Strategien der Anrufung und Adressierung werden in Anschlag gebracht, um Organisationen, Netzwerke und Gemeinschaften als Kollektivsubjekte zu konstituieren?<br \/>\n&#8211; Welche politischen Formen der Mobilisierung und Selbstkonstitution machen viele Einzelne zu einem Vielheitssubjekt?<br \/>\n&#8211; Welche Technologien lassen sich identifizieren, mit denen kollektive Subjekte gef\u00fchrt werden und sich selbst f\u00fchren?<br \/>\n&#8211; Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten, aber auch welche Austauschprozesse und \u00dcbersetzungen zwischen personaler Subjektivierung und der Subjektivierung von Kollektiven lassen sich finden?<br \/>\n&#8211; Welchen Erkenntnisgewinn k\u00f6nnte die Perspektive der Subjektivierung kollektiver Subjekte gegen\u00fcber anderen Ans\u00e4tzen der Organisations-, Netzwerk- und Bewegungsforschung bieten und was k\u00f6nnen Subjektivierungsanalysen umgekehrt von der Organisations-, Netzwerk- und Bewegungsforschung lernen?<\/p>\n<p>Erw\u00fcnscht sind theoretisch und empirisch orientierte Beitr\u00e4ge zur Subjektivierung von Organisationen, Gruppen und Gemeinschaften, Bewegungen und Netzwerken. Bitte senden Sie Ihre Abstracts bis zum 29. Mai 2015 an: tobias.peter@soziologie.uni-freiburg.de<br \/>\n\u00dcber die Annahme der Vorschl\u00e4ge wird bis zum 30. Juni 2015 entschieden. Die vollst\u00e4ndigen Manuskripte der angenommenen Beitr\u00e4ge (max. 45.000 Zeichen) sollen bis Ende Februar 2016 fertiggestellt und den Teilnehmerinnen der Tagung vorab zug\u00e4nglich gemacht werden. Eine Ver\u00f6ffentlichung der Tagungsbeitr\u00e4ge ist geplant.<\/p>\n<p>Programmkomitee:<br \/>\nProf. Dr. Thomas Alkemeyer (Institut f\u00fcr Sportwissenschaft, Carl-von-Ossietzky-Universit\u00e4t Oldenburg)<br \/>\nProf. Dr. Ulrich Br\u00f6ckling (Institut f\u00fcr Soziologie, Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg)<br \/>\nDr. Tobias Peter (Institut f\u00fcr Soziologie, Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg)<br \/>\nProf. Dr. Martin Saar (Institut f\u00fcr Politikwissenschaft, Universit\u00e4t Leipzig)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7. und 8. 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