Zur Zukunft der Politischen Theorie im 21. Jahrhundert

Debatte

Podcast: Franziska Martinsen – Das europäische Subjekt der Menschenrechte

Der zweite Podcast unserer Vorlesungsreihe “Zur Zukunft der Politischen Theorie im 21. Jahrhundert” hat die Kinderkrankheiten fast überwunden und steht nun in guter Soundqualität mit nur gelegentlichem Ruckeln zur Verfügung. Leider musste uns Paula Diehl kurzfristig absagen, weshalb es nächsten Montag den vorgezogenen Vortrag von Holger Zapf geben wird, während wir hoffen Paula Diehl in der folgenden Woche begrüßen zu dürfen.

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Mit den Grenzen der Menschenrechte beschäftigte sich Franziska Martinsen in ihrer Habilitation, aus der der Vortrag „Das europäische Subjekt der Menschenrechte“ hervorgegangen ist. Schon im Titel steck das Paradox, das sich als zentrales Problem durch den gesamten Vortrag zieht: Die Gleichzeitigkeit von universellem Geltungsanspruch der Menschenrechte und der Partikularität ihrer europäischen Genese. Franziska Martinsen richtet deshalb einen genealogischen Blick auf das Menschenrechtssubjekt und zeigt u.a. unter Rückgriff auf postkoloniale Kritik, durch welche Ausschlüsse es gebildet wurde und weiter stabilisiert wird: Das Subjekt der Aufklärung benötigt das Unaufgeklärte und so entpuppen sich die Menschenrechte als die Rechte des weißen (reichen) Mannes. Die mit diesen impliziten anthropologischen Annahmen verbundene Naturalisierung entspricht das in der Philosophie und politischen Theorie weitverbreitete moraltheoretische Verständnis der Menschenrechte. Der moraltheoretischen Lesart, in der die Subalternen nur als leidtragende Objekte von Barmherzigkeit vorkommen, möchte Martinsen – im Anschluss an Hannah Arendts berühmtes Recht Rechte zu haben – eine politische entgegenstellen. Menschenrechte sind in dieser nicht vornehmlich passive Eigenschaften, sondern aktiv zu artikulierende Ansprüche der Selbstermächtigung.

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Podcast: Christian Volk – Staat und Souveränität in der transnationalen Konstellation

Wie vergangene Woche angekündigt präsentieren wir euch heute den ersten Podcast zur Vortragsreihe „Zur Zukunft der Politischen Theorie im 21. Jahrhundert“, der am 26.04.2016 an der Universität Göttingen gehalten wurde. Aller Anfang ist schwer, weshalb die Tonqualität des hervorragenden Vortrags  leider zu wünschen übrig lässt. Wir tun unser bestes, um den Podcast nächste Woche in besserer Tonqualität anbieten zu können. Nächste Woche folgt: Franziska Martinsen – Das europäische Subjekt der Menschenrechte.
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Der Vortrag „Staat und Souveränität in der transnationalen Konstellation“ geht auf die Arbeit des DFG-Projekts „Der Begriff der Souveränität in der transnationalen Konstellation“ zurück, das Christian Volk geleitet hat und fasst die zentralen Ergebnisse zusammen. Christian Volk fragt, ob sich das Politische in Zeiten der Globalisierung mit dem Begriff der Souveränität noch angemessen beschreiben lässt und ob dieser seine normative Fundierungsfunktion dadurch eingebüßt hat. Durch die Trends in der globalen Rechtsentwicklung, wie die Zunahme der durch den UN-Sicherheitsrat erlassenen Sanktionen, die Einschränkung des Konsensprinzips in der internationalen Politik, das Entstehen neuer Gerichte und Tribunale und das Hinzutreten neuer Völkerrechtssubjekte wird das Konzept der Souveränität zunehmend herausgefordert, wenn nicht gar gänzlich in Frage gestellt. Volk zeigt durch den Vergleich von zwei Autorenpaaren, wie die Struktur des Souveränitätsbegriffs selbst eine angemessene Lösung für die diagnostizierten Probleme verstellt. Hans Kelsen und Carl Schmitt, Dieter Grimm und Jean Cohen werden als „feindliche Brüder“ (Wolfgang Eßbach) gegenüber gestellt und so die Ontologie des Souveränitätsdenkens herausgearbeitet. Volk macht deutlich, wie das souvernänitätstheoretische Denken den Blick auf den Netzwerkcharakter gegenwärtiger politischer Praktiken, die Vielzahl von neuen Akteuren und die spezifische transnationale Prägung der gegenwärtigen Politik verstellt.

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Zur Zukunft der Politischen Theorie im 21. Jahrhundert: Podcasts zur Vorlesungsreihe

Plakat_Zukunft_der_Politischen_Theorie-001Ab kommenden Montag werden die Vorträge der bereits angekündigten Vorlesungsreihe „Zur Zukunft der Politischen Theorie im 21. Jahrhundert“, die Helene Gerhards und ich dieses Sommersemester an der Universität Göttingen veranstalten, als Podcast hier auf dem Theorieblog veröffentlicht – sowohl als Folien-Video-Podcast als auch als Audio-Stream und Download. Im Idealfall präsentieren wir euch jeden Montag einen neuen Vortrag aus der Reihe. Es ist uns wichtig, dass die Themen und nicht, wie in der Politischen Theorie üblich, die einzelne Autoren im Fokus stehen: Es geht uns um neue Problemfelder und nicht um alte oder neue Klassiker. Es geht nicht darum sich „sklavisch“ entlang von Theoriesträngen zu hangeln, sondern mit einem flexiblen, im besten Falle lösungsorientierten Set von (normativen, dekonstruierenden, hermeneutisch gewonnenen, kritischen usw.) Argumenten die Forschungsfragen zu beantworten. Ziel der Vortragsreihe ist es einen multiperspektivischen Blick auf sich erst entwickelnde, am Anfang, Neuanfang oder Umbruch stehende Forschungsfelder zu werfen. Worum geht es im Einzelnen?

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