Wehrhaftigkeit

Debatte, ZPTh-Debatte

Crossdressing der Disziplinen? Literaturwissenschaft und die Politik des Bekenntnisses

Im Rahmen der aktuellen ZPTh-Debatte auf dem Theorieblog antwortet heute Astrid Séville auf den Kommentar von Albrecht Koschorke zu ihrem Beitrag „Kitsch und Krise“.

Für Autoren akademischer Texte gilt üblicherweise, was wir als Maxime aus dem britischen Königshaus kennen: never complain, never explain. Sie vermeiden es, irritierenden Besprechungen eine Verteidigung des eigentlich Gemeinten hinterherzuschicken und grübeln stattdessen im Stillen über Interpretationen, Intentionen und womöglich unglückliche Formulierungen, statt sich darüber zu freuen, überhaupt gelesen zu werden. Die weitgehend entintellektualisierte Universität und die Zwänge des Publikationswesen erschweren riskantes und lustvolles Lesen und Schreiben; Kontroversen sind oftmals vorsichtig oder strategisch. Umso erfreulicher ist das Format des Theorieblogs, einen Beitrag aus der Zeitschrift für Politische Theorie nicht nur kommentieren zu lassen, sondern den Autor auch respondieren zu lassen. Dass Albrecht Koschorke meinen Essay „Kitsch und Krise“ kommentiert hat, freut und ehrt mich sehr. Gerne nehme ich daher die Gelegenheit wahr, zu antworten.

Debatte, Service, ZPTh-Debatte

Militarisierung der Politikwissenschaft? Kommentar zu Astrid Sévilles ZPTh-Beitrag „Kitsch und Krise“

Vor Kurzem ist die neue Ausgabe der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTh) erschienen! Das aktuelle Heft ist mit einer Reihe spannender Beiträge gefüllt: Unter der Rubrik „Abhandlungen“ diskutiert Kolja Lindner verschiedene Perspektiven materialistischer Eurozentrismuskritik, und Finn Starken untersucht in seinem Aufsatz die Frage: „Wie stabil ist Rawls‘ Modell der Eigentumsdemokratie?“

Neben diesen beiden Abhandlungen versammelt das Heft zudem drei essayistische „Standpunkte“ zum Thema „Lost in emancipation. Das Ende vom Ende der großen Erzählungen“ – eingeleitet von Frauke Höntzsch. Fast 50 Jahre nachdem Jean-François Lyotard in seinem Buch „La condition postmoderne“ (1979) das „Ende der großen Erzählungen“ diagnostizierte, gehen Walter Reese-Schäfer, Astrid Séville und Sara Gebh in ihren Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven der These vom gegenwärtigen „Ende des Endes der großen Erzählungen“ nach. Astrid Sévilles Essay „Kitsch und Krise“ haben wir für die Debatte auf dem Theorieblog ausgewählt. Er steht damit zugleich hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

Außerdem enthält die aktuelle Ausgabe ein Interview von Christian Marks mit Nikita Dhawan zum Thema „Die Aufklärung und Europa zwischen Versprechen und Verhängnis“ sowie zwei besondere „Ideengeschichtliche Fundstücke“: eine Rezension Carl Schmitts zu Otto Kirchheimers Buch „Political Justice. The Use of Legal Procedures for Political Ends“ (1961) mit einem Kommentar von Hubertus Buchstein, sowie einen Wiederabdruck von fünf Briefen Robert A. Dahls mit einer Einleitung von Stefan Meyer. Das Heft schließt mit einem Nachruf auf Michael Becker (1958-2024) von Hans-Joachim Lauth.

Wir freuen uns sehr, dass Albrecht Koschorke mit einem Kommentar zum Beitrag von Astrid Séville die ZPTh-Debatte auf dem Theorieblog im Folgenden eröffnen wird. Astrid Séville wird später in Form einer Replik darauf antworten. Wie immer sind alle herzlich eingeladen, in den Kommentarspalten mitzudiskutieren! Wir wünschen eine gute Lektüre und übergeben nun das Wort an Albrecht Koschorke.

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