Der Fall Brosius-Gersdorf oder zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik

Am 11. Juli 2025 sollte der Bundestag drei von der Regierungskoalition nominierte Kandidat*innen für das höchste Richter*innenamt der Republik wählen. Nominiert waren von der Union Günter Spinner und von der SPD Ann-Kathrin Kaufhold sowie Frauke Brosius-Gersdorf. Am Wahltag zeichnete sich in der Unionsfraktion eine dermaßen große Skepsis gegenüber der Kandidatur Brosius-Gersdorfs ab, dass die Wahl aller Kandidat*innen vertagt wurde. Die nötige Zweidrittelmehrheit für die Wahl in das Bundesverfassungsgericht drohte für Brosius-Gersdorf nicht erreicht zu werden. Jens Spahn verpasste es, seine Fraktion geschlossen für die Abstimmung zu gewinnen.  

Ob Spahn darin Absichten verfolgt, wird sich zeigen. Mich interessiert, dass eine Wahl ins BVerfG verschieden begründet werden kann, entsprechende Gründe aber wechselseitig unfähig sind zu überzeugen. Hier wird eine Spannung zwischen (Rechts-)Wissenschaft und Politik sichtbar, innerhalb derer keiner das bessere Argument für sich beanspruchen kann. Verschiedene Kommunikationslogiken treffen aufeinander, während beide Seiten die gleiche Frage stellen: Was qualifiziert für ein Richter*innenamt? Sie geben auch die gleiche Antwort: Es verpflichtet zur Neutralität. Sie geben diese Antwort allerdings in völlig verschiedenen Sprachen – der des Wissens und der des Meinens.  (mehr …)

Weiterlesen

CfA: Seminar und Workshop „Militant Democracy“ in Berlin mit Jan Werner Müller

An insgesamt sechs Terminen vom 10. Juni bis 1. Juli 2014 veranstaltet Jan Werner Müller an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Seminar mit anschließendem Workshop zum Thema: „Protecting Democracy: Transatlantic Normative and Empirical Perspectives“. Jan Werner Müller lehrt politische Theorie in Princeton und hat zuletzt eine politische Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. (mehr …)

Weiterlesen

Konferenz: The Paradoxes of Constitutionalism (18.07-20.07, Dresden)

Vom Montag, den 18.07, bis Mittwoch, den 20.07, findet im Rahmen des Dresdener SFB „Transendenz und Gemeinsinn“ eine Konferenz zu „Paradoxes of Constitutionalism“ statt. Unter anderem geht es um die Frage von Dynamik und Beharrlichkeit, Verfassung jenseits des Staates und das Verhältnis von Konstitutionalismus und politischem Prozess. Kurzentschlossene Besucher dürfen sich unter anderem auf Matthias Kumm, Pasquale Pasquino, Solongo Wandan oder Patricia Popelier freuen. Eine Anmeldung ist nicht nötig und die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des SFB statt. Alle Infos und der genau Ablauf im Programm.

Weiterlesen