Souveränität – ein umkämpfter Begriff

Rezension zu Hent Kalmos und Quentin Skinners „Sovereignty in Fragments. The Past, Present and Future of a Contested Concept“, Cambridge University Press, 2010.

Der Begriff der Souveränität ist im Zuge der weltgesellschaftlichen Konstellation grundsätzlich in Frage gestellt: Ist der Begriff der Souveränität weiterhin geeignet, die politischen und rechtlichen Entwicklungen einzuordnen, zu beschreiben und verstehbar zu machen? Der von Hent Kalmo und Quentin Skinner herausgegebene Sammelband „Sovereignty in Fragments“ greift diese Debatte auf. In einer vorzüglichen Einleitung plädieren Kalmo und Skinner für einen interdisziplinären Dialog beim Nachdenken über Souveränität: da der Souveränitätsbegriff heute in so unterschiedlichen Bezügen verwendet werde, ließe sich nur durch einen solchen Dialog verhindern, dass man zentrale Bedeutungsdimensionen des Begriffs ausblendet und so ein unbrauchbares heuristisches Konzept erschafft – mit weitreichenden normativen Implikationen. Für die Politische Theorie bedeutet das, dass die rechts- und sozialwissenschaftlichen Diskurse das „Material“ für die Reflexion liefern; gleichzeitig heißt das aber, dass man auch bereit sein muss, sich von diesem „Material“ irritieren zu lassen. (mehr …)

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Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt: Nachruf auf Wilhelm Hennis

Der Kommentar zu unserer heutigen Lage erschien vor fünfzehn Jahren. „Geld oder Währung. Ist der Euro alles?“, hieß ein Zeitungsartikel im Januar 1997. Was die europäische Malaise präzise beschreibt – die Rhetorik der Alternativlosigkeit, die das Politische „unter dem Druck der Termine“ auf das Vollziehen von Sachzwängen reduziere, die Hybris einer modernen Finanzlogik, die bei einer Gemeinschaftswährung von scheinbar „Unwesentlichem“ wie den Eigentümlichkeiten nationaler Volkswirtschaften und „geopolitischer“ Umstände glaubte abstrahieren zu können – gegen all das erhob der Freiburger Politikwissenschaftler Wilhelm Hennis am Vorabend der Euro-Einführung vehement Einspruch. (mehr …)

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CfP: Doktorandentagung Bürgerbeteiligung in Frankfurt

Am 6. und 7. September findet in Frankfurt eine Doktorandentagung zu Fragen der Bürgerbeteiligung am politischen Entscheidungsprozess statt. Es soll um die Entstehung neuer Partizipationsformen, ihre Gründe und Form gehen – und das nicht nur in Demokratien. Angesprochen sind eher empirisch arbeitende Doktoranden. Wer sich aber versuchen möchte, ist aufgefordert bis zum 31. März 2012 ein Expose an Elena Sebastian (sebastian@soz.uni-frankfurt.de) zu schicken. Alle Infos hier im Call for Papers.

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CfP „Die Bürger und ihr Staat“

Das „Internationale Zentrum für Kultur- und Technikforschung“ der Universität Stuttgart sucht Vorschläge für eine deutsch-französische Nachwuchstagung am 3. – 5. November zum Thema „Die Bürger und ihr Staat“ – es geht um Repräsentation, Partizipation, politisches Vertrauen, Bürger/citoyen-Semantiken und um Variationen des Bürger-Staat-Verhältnisses in der Gegenwart.

DoktorandInnen können Vorschläge von max. 2 Seiten, plus CV und Empfehlungsschreiben, bis zum 1. Juli 2011 einreichen. Alles Weitere – für Frankophone und -phile zweisprachig – gibt es hier.     [via DVPW] (mehr …)

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CfP: Religion – Staat – Zugehörigkeit

Die Graduiertenschule des Münsteraner Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne“ veranstaltet zusammen mit der Hans-Böckler-Stiftung am 4./5. November 2011 eine Tagung zum Thema „Religion – Staat – Zugehörigkeit“ an der Uni Münster. Die Tagung beschäftigt sich mit den Beziehungen religiöser und nationalstaatlicher Konstruktionen von Zugehörigkeit in Westeuropa und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Angesprochen sind ausdrücklich Promovierende, die hier die Gelegenheit erhalten, ihre Forschungsergebnisse zur Diskussion zu stellen. WissenschaftlerInnen aller sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächer sind eingeladen, bis zum 15. Juli ihren in deutscher oder englischer Sprache verfassten Beitragsvorschlag bei den Organisatorinnen einzureichen. Details zu Bewerbungsmodalitäten und Inhalt der Tagung gibts hier.

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CfA: 2 x Postdoc in Oxford

Nach Harvard am Morgen jetzt noch Oxford am Nachmittag: Im Projekt „State of the State“ werden zwei zweijährige Fellowships ausgegeben. Offen ist das Ganze für Politikwissenschaftler, aber auch Rechtwissenschaftler, Soziologen, Geschichtler und so. Die neuen Fellows sollen im September 2011 an Fragen der Transformation des Staates zu arbeiten beginnen und wer dabei sein will, sollte sich bis zum 28. Februar beworben haben. Alle Infos hier.

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Neu im Netz II: Beiträge zur Staatsdiskussion

Der digitale Gründungsboom in der deutschen Politikwissenschaft setzt sich fort: Mit www.staatsdiskussion.de ist soeben ein weiteres Projekt online gegangen. Auf der Website werden die Working Papers der von Samuel Salzborn und Rüdiger Voigt herausgegebenen Reihe „Staat – Souveränität – Nation. Beiträge zur aktuellen Staatsdiskussion“ im Volltext zur Verfügung gestellt. Ziel und Anliegen des Projekts ist es, die staats- und souveränitätstheoretische Diskussion zu intensivieren und einem breiteren Publikum vorzustellen. Das erste Paper ist bereits online und hier abrufbar.

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Hat Gunther Teubner den Staat wiederentdeckt?

In einem hoch anregenden, aber nicht minder streitbaren Vortrag auf der Tagung „Transnationalismus in Recht, Staat und Gesellschaft“ scheint Gunther Teubner den Staat wiederentdeckt zu haben. In seinem Vortrag mit den Titel „Transnational Corporations and the Global Legal System“ vertritt er die These, dass der Prozess globaler Konstitutionalisierung aus dem Zusammenspiel von privaten und staatlichen Akteuren hervorgeht.

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