Sozialkritik

Veranstaltungen & CfP

CfP: Diaspora und Exil aus postmigrantischer Perspektive

Philosophische, sozialkritische und (queer)feministische Analysen postmigrantischer Perspektiven auf Diaspora und Exil stehen im Fokus eines Workshops, der am 12. und 13. November 2026 auf dem Campus der FernUni Hagen in Berlin stattfindet. Im Mittelpunkt der von Olga Shparaga und Thomas Bedorf organisierten Veranstaltung stehen Fragen nach postmigrantischen sozialen Beziehungen, diasporischen Netzwerken, Zugehörigkeit, Care-Arbeit, politischer Organisierung sowie Solidarität und Widerstand in gegenwärtigen Exil- und Diasporakontexten. Abstracts (max. 500 Wörter) für 25-minütige Beiträge können bis zum 20. Juni eingereicht werden. Die Kontaktadresse sowie auch alle weiteren Infos, finden sich im vollständigen Call, der online zur Verfügung steht.
Debatte, Lesenotiz

Das Bedürfnis der Sozialkritik: Franck Fischbachs „Manifest für eine Sozialphilosophie“

Cover Fischbach (c) Transcript VerlagAuf Seite der „Beherrschten“ (71) manifestiert sich im neoliberalen Zeitalter mehr und mehr das Bedürfnis einer eingreifenden Sozialkritik – das ist die wunderbar konkrete und parteiische Motivation, die Franck Fischbachs  Manifest für eine Sozialphilosophie (jüngst auf Deutsch erschienen) konsequent antreibt (10, 17). Fischbach versucht hier die Sozialphilosophie als einen selbstbewussten und eigenständigen Diskurs der praktischen Philosophie zu etablieren, der dieses kritische Bedürfnisses reflexiv begleiten soll. Das Provokante dieses Versuches ist nun, dass er systematisch gegen die als hegemonial empfundene „klassische“ bzw. liberale politische Philosophie (bes. Rawls) gerichtet ist: Ihr Fokus auf die normativen Grundlagen einer gerechten politischen Ordnung produziere nämlich einen Begriff des Politischen, der letztlich apolitisch bleibt, weil er nicht das Soziale als einen „gespaltene[n] und grundsätzlich konfliktuelle[n] Raum“ (12) in den Blick bekommt, in dem jeder Impuls der Kritik jedoch operiert. Auf diese „Konfliktualität“ (87) insistiert dagegen Fischbach! Dadurch gibt er der Kritik ihre nötige Arena. Aber unterbestimmt bleibt dabei, wie sie dann in dieser Arena wiederum philosophisch und gesellschaftstheoretisch fundiert bzw. verortet werden soll. …

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