CfP: Anarchismus und Sexualität(en)

Für einen geplanten Sammelband mit dem Titel „Anarchismus und Sexualität(en)“ lädt Maurice Schumann noch bis zum 1. Dezember 2025 zur Einreichung von Beitragsvorschlägen ein. „Der Sammelband soll“, so heißt es im hier zu findenden Call for Papers, „unterschiedliche, sich z.T. sicherlich auch gegenseitig widersprechende Positionen aus dem anarchistischen Lager versammeln.“ – und zwar mit Blick auf unterschiedlichste Formen und Aspekte von Sexualität, von Sexualerziehung bis zu sexuellen Subkulturen. Die Veröffentlichung des Bandes ist für 2026 im Verlag Syndikat A geplant.

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Die christlichen Wurzeln der Kritik. Lesenotiz zu Michel Foucaults „Die Geständnisse des Fleisches. Sexualität und Wahrheit 4“

Die Veröffentlichung von Foucaults viertem Band der Geschichte der Sexualität, Die Geständnisse des Fleisches (Berlin: Suhrkamp 2019), wurde von der Foucault-Community und der interessierten Öffentlichkeit gespannt erwartet. Vom lange unter Verschluss gehaltenen Band erhofft sich die Leser_innenschaft neue Erkenntnisse nicht nur zum Thema des Buches – die Reflexionen der Kirchenväter bis Augustinus zu Sexualität und Lebens­führung –, sondern zu Foucaults Werk im Allgemeinen und den großen Fragen nach Macht, Freiheit und Kritik, die dessen Rezeption bestimmen. Und tatsächlich bietet der Band überraschend neue Einsichten, in deren Lichte sich die herrschende Meinung zu Foucaults Freiheits- und Kritikbegriff als falsch herausstellt. Heute ist die These verbreitet, dass Foucaults Arbeiten zur antiken Ethik und parrhesia als Beitrag zu ei­nem normativen Freiheitsbegriff gewertet werden können. Dagegen zeigt Die Geständnisse des Fleisches, dass die für Foucault und unsere Gegenwart relevante Freiheit, die Fähigkeit zur reflexiven Selbst- und Machtkritik, ihren Ursprung in den Subjektivierungen des frühen Christentums hat, das Subjektivität zum ersten Mal an kritische Machtreflexion koppelt. (mehr …)

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