Sondierungen. Tagungsbericht „Challenging the Banality of Racism“

Anlass des zweitägigen Workshops Challenging the Banality of Racism. Political Theory as Race Critical Theory (Okt. 2015, Gießen) war die Kritik an bestehenden Konzepten Politischer Theorie. Diese, so Mitveranstalterin Jeanette Ehrmann, seien nicht in der Lage den Einfluss der Kategorie ‚Rasse‘ zu reflektieren, zu analysieren und zu konzeptionalisieren. In der Folge versage die Disziplin der Politischen Theorie an dieser für die postfaschistischen und postkolonialen Gesellschaften fundamentalen Ordnungskategorie. Diese Leerstelle anzugehen war Ziel aller Beiträge. (mehr …)

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Wiedergelesen zum 60. Geburtstag: Flammende Worte, brennende Heime. Zur Aktualität von Judith Butlers »Haß spricht«

Wiedergelesen-Beitrag: Judith Butler: Excitable Speech. A Politics of the Performative. New York, London: Routledge 1997 (dt.: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin: Berlin-Verlag 1998/Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2006).

Sollen rassistische Kommentare im Internet gelöscht werden? Soll man die Neuauflage von Hitlers Mein Kampf unterbinden? Soll die AfD aus den Debatten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ausgeschlossen werden? Es gibt einen guten Grund, alle diese Fragen mit ja zu beantworten: Hassrede führt zu Gewalt. Sie verletzt die Angesprochen, und zwar nicht nur psychisch, sondern früher oder später auch physisch. Wie Justizminister Heiko Maas sagte: „Verbalradikalismus ist immer auch die Vorstufe zu körperlicher Gewalt.“ Die flammenden Worte besorgter Bürger und Politiker führen letztlich zu den brennenden Heimen, von denen wir in letzter Zeit viel zu viele gesehen haben. Darum endet hier die Redefreiheit. – Diese Argumentation ist verständlich. Doch sie richtet mehr Schaden an, als sie hilft.

Diese Auffassung hat Judith Butler in ihrem Klassiker Haß spricht vertreten. Heute, am 24. Februar 2016, begeht sie ihren 60. Geburtstag. Mit ihrem Buch ergriff sie das Wort in einer amerikanischen Debatte um die Redefreiheit. (mehr …)

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Die deutsche Stimme der FAZ

Die FAZ ist eine erstaunliche Zeitung: Diesen Mittwoch gab es auf der Geisteswissenschaften-Seite den wohl bisher klügsten und differenziertesten Beitrag (Paywall) zur unseligen Sarrazin-Debatte von dem Münchner Soziologen Armin Nassehi. Nur zwei Tage später findet sich im Feuilleton ein Stück von Regina Mönch zur sogenannten „Deutschenfeindlichkeit“ von muslimischen Jugendlichen, das an plumpem Ressentiment in der hiesigen Presselandschaft wohl nur noch von Leitartikeln in der National-Zeitung – oder den Leserkommentaren auf faz.net – überboten wird. (mehr …)

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Wehlers Logik

Kaum hatte sich der Bielefelder Sozialgeschichtler Hans-Ulrich Wehler im „Fall Sarrazin“ mit einem kleinen, in der Zeit erschienenen Essay zu Wort gemeldet, jubilierte Jürgen Kaube in der FAZ: „Es ist nicht untertrieben zu sagen, dass dieser Beitrag der Debatte eine völlig neue Wendung gibt. Sie wird die SPD in fast unlösbare Argumentationsschwierigkeiten bringen – von den nicht-lesenden Verfassungsorganen ganz zu schweigen.“ (mehr …)

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