politische Philosophie

Debatte

Die Politische Philosophie von Julian Assange und Wikileaks

Der Philosoph Peter Ludlow von der Northwestern University, Fachmann für virtuelle Realitäten und Sprachphilosophie, hat auf dem Blog von Brian Leiter einen Artikel zur politischen Philosophie Julian Assanges veröffentlicht. Der Text ist etwas länger als ein klassischer Blogbeitrag, dafür aber recht informativ. Ludlow stellt zunächst Assanges Verständnis von „Verschwörungen“ dar, untersucht dann die These, dass „Verschwörungen“ notwendigerweise zu Schädigungen führen und fragt schließlich, ob Leaks das beste Mittel im Kampf gegen „Verschwörungen“ sind.  Das alles ist ganz interessant, allerdings werden die wirklich spannenden Fragen (wie ist die Gefährdung von Informanten durch Wikileaks einzuschätzen?, sind „Verschwörungen“ generell schlecht?, verstärkt die Veröffentlichung nicht letztlich die Geheimhaltung von sensiblen Daten?, etc.) von Ludlow nur formuliert aber nicht weiter diskutiert. Trotzdem ist das endlich mal eine Verschwörungstheorie, die den Namen verdient.

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Kant in Reykjavik (ECPR)

Peter Niesen hat uns gebeten, auf eine von ihm mitorganisierte Sektion bei der ECPR General Conference an der University of Iceland im August 2011 hinzuweisen. Der Titel der Sektion lautet „Kantian Approaches to Political Normativity“, die einzelnen Panels beschäftigen sich mit:  „Kant on freedom of speech“, „Kant on International Trade“, Kantian Approaches to Bioethics“, „The Unconditionality of Political Norms“ und „Force and Freedom: Author meets Critics“. Bei dem letzten Panel geht es, wie der Titel schon nahelegt, um Arthur Ripsteins Rekonstruktion von Kants politischer Philosophie, die unter dem Titel „Force and Freedom“ letztes Jahr bei HUP erschienen ist. Ripstein wird an dem Panel teilnehmen und auf Kritiker antworten. Wer es nächstes Jahr nicht nach Island schafft, dem sei hiermit zumindest Ripsteins großartiges Buch empfohlen! Die Deadline für Abstracts ist der 01.02.2011, die kompletten Calls finden sich nach dem Klick: …

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: „Personhood“ und afrikanische Philosophie

Themen der politischen Theorie und Philosophie reichen in viele Disziplinen, so auch in die Afrikanistik, die sich nächstes Jahr in Uppsala zum vierten Mal zur „European Conference on African Studies“ trifft. Im Rahmen der Konferenz wird es auch ein Panel mit dem Titel „Whose ideas of persons? Theories of personhood in African Philosophy and Anthropology: epistemological and political issues“ geben. Dabei soll der Begriff der „personhood“ als Grundlage für Handlungstheorien, sozio-politische Ordnungsvorstellungen und die Möglichkeiten interkultureller Verständigung geprüft und diskutiert werden. Den CfP gibt es hier. Deadline ist der 22. Dezember 2010.

Alte Veranstaltungen und CfP

„Moralische Klarheit für erwachsene Idealisten“: Susan Neiman diskutiert mit Sigmar Gabriel

Susan Neiman, Philosophin, Rawls-Schülerin und Direktorin des Potsdamer Einstein-Forums, diskutiert am 19.11.2010 im Willy-Brandt-Haus mit Sigmar Gabriel, Lehrer, Schröder-Schüler und Vorsitzender der SPD,  über moralische Klarheit, Verantwortung und die Bedeutung von Werten für die Politik. Grußworte und Einführungen werden von Julian Nida-Rümelin und Wolfgang Thierse beigesteuert.  Ein ausführliches Programm findet sich hier, zur (notwendigen!) Anmeldung geht es hier entlang.

Debatte

Die Leerstelle, die bleibt – zum Tod Claude Leforts

Er war einer der praktischen Philosophen, die heute die Landschaft des kritischen politischen Denkens besonders in Frankreich prägen: Claude Lefort. Er starb am 3. Oktober im Alter von 86 Jahren.

Lefort beharrte stets darauf, dass das Politische jenseits des Staates zu denken sei und auf der Unmöglichkeit, die Einsicht in eine konfliktreiche Welt des Sozialen in eine Theorie der einzig richtigen Gesellschaftsordnung zu überführen. Vehement und mit aller rhetorischen Schärfe verteidigte er die Disharmonie im Stimmengewirr der Moderne, überzeugt von der Gefahr des Totalitarismus, die einer mit sich identischen, sich in ein organisches Ganzes auflösenden Gesellschaft verbunden war. So war die Demokratie für Lefort keine Regierungsform zur Erzeugung und Stabilisierung gesellschaftlicher Ordnung, sondern ein beständiger Ausdruck der lebensweltlichen Heterogenität, die sich keinem Entwurf sozialer Ordnung widerspruchsfrei zu fügen gewillt ist. …

Debatte

Brian Leiter sucht den Super-TheoretikerIn

Brian Leiter, der Don Corleone der Philosophie-Blogszene, veranstaltet gerade wieder eine seiner berühmten Abstimmungen. Diesmal wird nicht der wichtigste Philosoph aller Zeiten gesucht (das gab es damals: Griechischer Doppelsieg, Preußen Bronze, Schottland abgeschlagen auf Platz vier) und auch nicht die bedeutendsten Moralphilosophen bzw. -Philosophinnen (das war gestern, anlässlich des Todes von Philippa Foot…nun ja) sondern diesmal geht es um die politische Philosophie des 20. Jahrhunderts. Wer mag kann hier abstimmen.

Debatte

„Contextual turn“ in der politischen Philosophie? Rückblick auf die IWM International Summer School „Religion in Public Life“

„Religion in Public Life“ lautete das Thema der diesjährigen IWM International Summer School in Philosophy and Politics des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM). Zwei Wochen lang, vom 4. bis 17. Juli, diskutierten 40 DoktorandInnen, Postdocs und ProfessorInnen aus aller Welt in Cortona (Italien) über die Zusammenhänge von Politik, Religion, Öffentlichkeit, Demokratie und Moderne. Für die vier thematisch spezialisierten Seminare lässt sich im Rückblick neben dem offiziellen Thema der Summer School eine weitere übergeordnete Fragestellung formulieren: Wieviel historische und soziologische Empirie verträgt die politische Philosophie? Besonders deutlich wurde das in dieser Frage zum Ausdruck kommende Spannungsverhältnis zwischen universellen Prinzipien einerseits und partikularen kulturellen, historischen und sozialen Kontexten andererseits in Debatten über die Kritik an der Vorstellung einer einheitlichen Moderne, das Verhältnis von Religion und Demokratie und die demokratische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit pluralistischer Gesellschaften. …

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CfP: Graduate Conference in Political Philosophy (Pavia)

Mal wieder ein sehr schöner Call, der sehr breit gehalten ist und zu einer Reise nach Italien einlädt: Es geht um eine Graduiertenkonferenz in Pavia (Norditalien) am 16. und 17. September 2010. Papervorschläge für die Konferenz müssen bis zum 23. Mai erarbeitet und eingereicht werden werden. Der Call ist sehr offen gehalten, fest steht aber schon, dass Adam Swift („Parents‘ Rights, Children’s Schools: Shaping Values, Conferring Advantage“) und Valeria Ottonelli („Equal Respect, Democracy and Political Agency“) die Keynotes halten werden und es ein thematisches Panel zu Toleranz und Respekt geben soll. Den CfP findet ihr hier, die Hinweise auf der veranstaltereigenen Homepage sind noch nicht aktualisiert, sollen es aber bald werden.

Debatte

Die Frage nach dem Ort kritischer Gesellschaftstheorie – Eva Illouz über „Die Errettung der modernen Seele“

Das neue Buch von Eva Illouz ist wunderbar zu lesen, hoch anregend, aber in seinem kritischen Potential zu diskutieren. Worum geht es? Im Grunde möchte Eva Illouz erklären, wie es dazu gekommen ist, dass wir in einer durchpsychologisierten Gesellschaft leben, in der Selbsthilfegruppen, Ratgeberliteratur und –sendungen oder der „therapeutisch-emotionale Habitus“ fester Bestandteil unserer Kultur geworden sind, die so wenig wegzudenken sind wie der selbstverständliche Gang zum Psychotherapeuten. …

Debatte

Mehr Philosophie zum Hören

Cord hatte vor kurzem ja schon schon auf die BBC Sendung „In Our Time“ hingewiesen. Über Twitter bin ich jetzt auf „Philosophy Bites“ gestoßen. Die beiden Macher der Seite laden interessante Leute ein und interviewen sie etwa zehn bis zwanzig Minuten. Das Ergebnis lässt sich direkt auf der Website oder per Podcast anhören. Im Archiv finden sich unter anderem Thomas Pogge, Brian Leiter, Michael Sandel, Allen Buchanan, Quentin Skinner, Peter Singer…

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