Pluralismus

Debatte, ZPTh-Debatte

Crossdressing der Disziplinen? Literaturwissenschaft und die Politik des Bekenntnisses

Im Rahmen der aktuellen ZPTh-Debatte auf dem Theorieblog antwortet heute Astrid Séville auf den Kommentar von Albrecht Koschorke zu ihrem Beitrag „Kitsch und Krise“.

Für Autoren akademischer Texte gilt üblicherweise, was wir als Maxime aus dem britischen Königshaus kennen: never complain, never explain. Sie vermeiden es, irritierenden Besprechungen eine Verteidigung des eigentlich Gemeinten hinterherzuschicken und grübeln stattdessen im Stillen über Interpretationen, Intentionen und womöglich unglückliche Formulierungen, statt sich darüber zu freuen, überhaupt gelesen zu werden. Die weitgehend entintellektualisierte Universität und die Zwänge des Publikationswesen erschweren riskantes und lustvolles Lesen und Schreiben; Kontroversen sind oftmals vorsichtig oder strategisch. Umso erfreulicher ist das Format des Theorieblogs, einen Beitrag aus der Zeitschrift für Politische Theorie nicht nur kommentieren zu lassen, sondern den Autor auch respondieren zu lassen. Dass Albrecht Koschorke meinen Essay „Kitsch und Krise“ kommentiert hat, freut und ehrt mich sehr. Gerne nehme ich daher die Gelegenheit wahr, zu antworten.

Debatte

William E. Connolly (1938–2026): Theoretiker des Konfliktiven in einer „Welt des Werdens“

Am 25. Februar 2026 ist William E. Connolly gestorben. Er war nicht nur ein brillanter und origineller Denker, sondern vor allem auch ein Demokratietheoretiker, der es wie kein anderer verstanden hat, philosophische Untersuchungen zum „Sein“ des Demokratischen mit einem kritischen diagnostischen Blick auf aktuelle Herausforderungen für Demokratien zu verbinden. Gegenwärtig ist besonders deutlich, wie fragil demokratische Ordnungen und wie gefährdet Formen des politischen Umgangs sind, die eine Offenheit gegenüber Pluralität und Differenz zum Ausdruck bringen. In dieser Situation ist die große Bedeutung von Connollys Werk deutlicher denn je. Eine analytische Sensibilität für die Fragilität von demokratischen Ordnungen und ein Plädoyer dafür, Demokratie als eine stets neu zu belebende Praxis zu verstehen, sind die roten Fäden, die sein Werk durchziehen.

Alte Veranstaltungen und CfP

Konferenz: Politische Meinungsverschiedenheiten (Berlin)

Im Rahmen des Forschungsprojekts “Tiefe Meinungsverschiedenheiten” findet am 30. und 31. Oktober 2017 an der HU Berlin die Konferenz „Politische Meinungsverschiedenheiten“ statt. Sie hat das Ziel, Perspektiven der Philosophie (Erkenntnistheorie, Politische Philosophie) und Politischen Theorie auf Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren und zu verbinden. Zu den Vortragenden gehören Fabienne Peter, André Bächtiger und Kai Spiekermann. Die Teilnahme ist kostenlos, aber die Plätze sind beschränkt. Die Anmeldung erfolgt an Kerstin Helf (kerstin.helf@hu-berlin.de). Das vollständige Programm findet Ihr hier.

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Politische Meinungsverschiedenheiten (Berlin)

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Tiefe Meinungsverschiedenheiten“ findet im Oktober an der HU Berlin eine Tagung zu politischen Meinungsverschiedenheiten statt. Im Zentrum steht dabei die Analyse politischer Meinungsverschiedenheiten aus der Warte der Erkenntnistheorie, wobei die moralische und politische Dimension des Phänomens aber nicht unter den Tisch fallen soll. Der Call ist demnach für Forscher*innen aus verschiedenen Disziplinen interessant. Hotel- und Reisekosten aus Europa werden übernommen. Deadline ist der 16.07. Hier geht es zum Call.

Jobs & Stipendien

CfA: Mitarbeiterstelle in Münster

Der Lehrstuhl für „Politische Theorie mit dem Schwerpunkt Politik und Religion“ (Prof. Dr. Ulrich Willems) der WWU Münster sucht Verstärkung. Baldmöglichst ist eine für vier Jahre befristete Mitarbeiterstelle (50%, 13 TV-L) mit Möglichkeit zur Promotion zu besetzen. Vorausgesetzt werden ein sehr gut abgeschlossenenes Studium der Politikwissenschaft, sehr gute Englischkenntnisse sowie Interesse an der Verfassung kulturell, religiös und moralisch pluraler Gesellschaften. Bewerbungsfrist ist der 24. Februar. Die Stellenausschreibung im Wortlaut findet sich hier oder nach dem Klick.

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Mobilisierung von Recht in der pluralisierten Gesellschaft (Berlin)

Am 19. und 20. Mai findet in der Evanglischen Hochschule Berlin ein disziplinenübergreifender Workshop zu Mobilisierung von Recht in der pluralisierten Gesellschaft. Es geht um Fragen des Rechtzugangs, zur aktivierende Wirkung von Rechtsnutzung und auch um Fragen von Integration und Emanzipation mit und durch Recht. Wer teilnehmen möchte, ist aufgefordert bis zum 10. Januar 2017 einen Abstract einzureichen. Alle Infos zur Veranstaltung findet ihr hier oder unter dem Strich. …

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Politische Ikonographie und Differenzrepräsentation

Die politische Visualisierung von Einheit und Macht ist mittlerweile hervorragend erforscht – wie aber verhält es sich mit der politischen Ikonographie von Differenz und Pluralität? Ein Sonderheft des „Leviathan“ wird 2017/2018 – herausgegeben von den Theorieblog-Redakteuren Sebastian Huhnholz und Eva Hausteiner – dieser Frage nachgehen und sucht nach passenden Beiträgen. Vorschläge aus den Politikwissenschaften, insbesondere der Politischen Theorie und Ideengeschichte, aber auch aus relevanten Nachbardisziplinen, sind bis zum 15. April willkommen, alle weiteren Infos nach dem Klick. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Ringvorlesung: Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften (Frankfurt)

Auch in diesem Semester wird es in Frankfurt wieder eine große Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ geben. Thema diesmal sind Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften. Die Ringvorlesung findet jeweils Mi2015-2015_Ringvorlesung_Normenkonfliktettwochs, um 18:15 Uhr. Unter anderem wird es um Staatsgewalt und die Minderheitenfrage in der Türkei gehen (Kabir Tambar) und um Toleranz und religiöse Pluralität am Beispiel von Kopftuch und Burka (Rudolf Steinberg). Den Auftakt macht am 28.10 Alison Dundes Renteln mit einem Vortrag zum Recht auf Namen und Namensänderungen. Das ganze Programm könnt ihr hier einsehen. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Debatte

„Beyond Rawls and Consensus“: Wege der Regierung pluraler Gesellschaften jenseits des politischen Liberalismus

Istanbul steht aufgrund der Proteste gegen den autoritären politischen Kurs von Ministerpräsident Erdogan dieser Tage im Mittelpunkt der internationalen Medienöffentlichkeit. Die Bilder von Demonstrant/innen, die sich mit echten und improvisierten Gasmasken vor den Tränengaswolken zu schützen suchen und von Wasserwerfern oder Gummigeschossen der Polizei niedergestreckt werden, beherrschen die Titelseiten der Zeitungen. Nur wenige Tage bevor die Situation mit der ersten brachialen Räumungsaktion des Taksim-Platzes und des Protestcamps in dem dahinter gelegenen Gezi-Park am 11. Juni erneut gewalttätig eskalierte, kamen politische Theoretiker/innen und Philosoph/innen zu einer Tagung an der Fatih-Universität in Istanbul zusammen, um über  „Pluralismus und Konflikt“ zu diskutieren. …

Alte Veranstaltungen und CfP

Summer School zu Diversität (Dublin)

In Dublin findet vom 10. bis zum 14. Juni eine Summer School zum Thema: „The Challenge of Complex Diversity: Theoretical and Empirical Perspectives from Europe and Canada“ statt. Die Summer School ist Teil des Forschungsnetzwerks RECODE („Responding to Complex Diversity in Europe and Canada“) und es soll um Themen wie religiöse und linguistische Pluralität, aber auch Solidarität jenseits des Nationalstaats gehen. Wer teilnehmen will, hat bis zum 15. März Zeit sich zu bewerben. Beschreibung, Sprecher und alle Infos hier als PDF.

Erinnert sei bei der Gelegenheit auch an die schon verbloggten Summer Schools in Budapest und Barcelona

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