Phänomenologie

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Online-Vorlesungsreihe „Political Phenomenology in Debate“

Die Online-Vorlesungsreihe „Political Phenomenology in Debate“ geht im Wintersemester 2026/27 in eine neue Runde. Unter dem Titel „Resistance(s)“ versammelt die gemeinsam mit dem Intercontinental Phenomenology Research Seminar (IPRS) ausgerichtete Reihe sechs Online-Vorträge. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Widerstand in Körpern, sozialen Beziehungen, Institutionen und geteilten Welten erfahren wird – und wie er neue Möglichkeiten von Freiheit und gesellschaftlicher Transformation eröffnen kann. Die Vorträge finden zwischen dem 12. Oktober und dem 14. Dezember 2026 jeweils montags um 16:15 Uhr online statt. Gäste sind jederzeit willkommen. Das Programm und weitere Informationen findet ihr auf dem Flyer oder über die Website.

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Workshop: „Phänomenologie und Kritische Theorie“ (Berlin)

Die Workshops in Political Phenomenology gehen am 24. Oktober 2026 in Berlin in die zweite Runde. Unter dem Titel „Phänomenologie und Kritische Theorie“ widmet sich der Workshop dem Verhältnis von phänomenologischer Erfahrungsanalyse und Kritischer Theorie. Im Zentrum stehen Textdiskussionen zu Beiträgen von Alexis Gros und Gail Weiss sowie die gemeinsame Frage, wohin sich die Politische Phänomenologie als Forschungsfeld weiterentwickeln lässt.
Der Workshop findet von 11.00 bis 17.00 Uhr auf dem Campus der FernUniversität in Berlin statt (Neues Kranzler Eck, Kurfürstendamm 21, 3. OG, 10719 Berlin). Hier geht’s zum Programm.
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CfP: On Displacement

Die Fachzeitschrift Metodo. International Studies in Phenomenology and Philosophy lädt Beiträge für das Sonderheft „On Displacement“ ein, welches von Michaela Bstieler und Marco Cavallaro betreut und herausgegeben wird.

Im Zentrum steht die Frage, wie Erfahrungen von Vertreibung, Entwurzelung und Desorientierung angesichts von Krieg, Flucht, Klimawandel oder sozialer Verdrängung das Verhältnis von Subjekt, Ort und politischer Ordnung verändern. Gefragt wird, wie sich Displacement phänomenologisch beschreiben lässt und welche Konsequenzen dies für Konzepte wie Zugehörigkeit, Staatsbürgerschaft, Demokratie, Grenzen, Macht und Klimagerechtigkeit hat. Der Call dürfte somit auch für Wissenschaftler*innen aus der Politischen Theorie und politischen Phänomenologie interessant sein. …

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Workshops „Political Phenomenology“, Würzburg und Berlin

Die politische Phänomenologie hat sich in den letzten Jahren zu einem lebendigen Forschungsfeld entwickelt und ist mittlerweile international verbreitet. Anlässlich dessen wird in diesem Jahr zu zwei eintägigen Workshops in Political Phenomenology eingeladen. Sie richten sich an fortgeschrittene Master Studierende sowie Promovierende, die sich mit Theorien und Praktiken der Politischen Phänomenologie befassen. Die Workshops sollen ein Ort sein sich mit diesen Theorien kritisch zu befassen und sie systematisch weiterzuentwickeln. Der Fokus wird dabei auf die leib-körperliche, zeitliche, intersubjektive und historisch-generative Dimension von Erfahrung gelegt. Gegenstand ist die gemeinsame Diskussion aktueller Neuerscheinungen sowie die Vorstellung eigener Forschungsprojekte.

Der erste Workshop wird am Freitag, den 17.04.2026 in Würzburg stattfinden; der zweite am Samstag, den 24.10.2026 in Berlin.

Um eine vorherige Anmeldung unter contact[at]polit-phen.org wird gebeten. Mehr Informationen zum Programm gibt es hier.

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Veranstaltungshinweis: Online-Vorlesungsreihe zur politischen Phänomenologie

Die TU Darmstadt, Fernuniversität Hagen und die Husserl-Archive Köln laden zur dritten Online-Vorlesungsreihe zur politischen Phänomenologie ein. Mit Schwerpunkt auf methodologischen Grundlagen untersucht die Vorlesungsreihe sechs Schlüsselbegriffe aus der phänomenologischen Tradition und entwickelt sie im Hinblick auf politische Fragestellungen weiter: Feld, Situativität, Pluralität, körperliche Differenz, Quasi-Transzendentalität und Stil. Mehr Informationen und das Programm gibt es hier.

 

Debatte

Fanon Schwerpunkt: Fanon als Stiftungsfigur politischer Phänomenologie

Frantz Fanon ist zu einem bedeutenden Referenzautor kritischer Theoriebildung geworden. Ist sein Denken in der deutschsprachigen Debatte lange Zeit vorrangig in der Interpretationslinie des Postkolonialismus verhandelt worden (Kerner 2015; Kerner 2021; Ehrmann 2014; Thompson 2015), lässt sich gegenwärtig eine vertiefte Rezeption in der politischen Philosophie und Theorie feststellen. Zwei Diskurse lassen sich dabei hervorheben: Fanons eindringliche Analysen der kolonialen Kontinuitäten haben sich zum einen als äußerst anschlussfähig an Radikale Demokratietheorien erwiesen, insofern seine antikoloniale Widerstandstheorie an die Forderung einer „Politisierung des Volkes“ (Fanon 1966, 154) geknüpft ist. Zum anderen hat Fanon mit seinen erfahrungsgesättigten Denkfiguren und -motiven die politische Phänomenologie geprägt.  …

Debatte

Fanon Schwerpunkt: Soziogenese und das Genre des Menschseins. Sylvia Wynter als Leserin Frantz Fanons

PROUD FLESH: 

Isn’t it such a tragedy, what has been done to Fanon’s name? In the 1980s especially, when Fanon is revisited in academia in the West, it’s a real moment of… ignorant exploitation. 

SYLVIA WYNTER: 

An ignorant exploitation – to take what he had said into the terms of this Western system of knowledge… 

PROUD FLESH: 

That’s why they’re only interested in just a few pages of Black Skin, White Masks (1952). 

SYLVIA WYNTER: 

But they don’t want to go to the fundamental issue. Once he has said ontogeny-and-sociogeny, every discipline you’re practicing ceases to exist. 

Frantz Fanons Denken war der Universität seit jeher verdächtig. Seine Qualifikationsarbeit in Medizin, 1951 unter dem Titel „Versuch über die Aufhebung der Entfremdung des Schwarzen“ eingereicht, wurde mit der Begründung abgelehnt, sie genüge wissenschaftlichen Standards nicht. Nachdem Fanon seinen Doktortitel mit einer in nur zwei Wochen abgefassten Arbeit über die Friedreich-Ataxie, eine neurologische Erkrankung mit psychopathologischen Folgen, erlangt hat, erscheint die abgelehnte Arbeit 1952 – Fanon ist gerade 27 Jahre alt – im renommierten Verlag Seuil, mit einem vom Verleger Francis Jeanson vorgeschlagenen Titel. Schwarze Haut, weiße Masken wird in den folgenden Jahrzehnten in die verschiedensten Sprachen übersetzt und erlebt eine globale Wirkungsgeschichte.  …

Debatte

Fanon Schwerpunkt: Erkenntnis und Ausschluss: Fanons politische Theorisierung der gelebten Rassismuserfahrung

Frantz Fanon entwickelt im fünften Kapitel, Die erlebte Erfahrung des Schwarzen, des 1952 erschienenen Schwarze Haut, Weiße Masken (SHWM) eine existenzielle Erkenntniskategorie körperlich-sozialer Verfasstheit des rassifizierten Subjekts, die werksübergreifend als Schlüsselmoment seiner Auseinandersetzung mit kolonialem Rassismus zu verstehen ist. Erlebte Erfahrung, so aus der aktuellen Übersetzung des französischen Titels L’expérience vécue du Noir – treffender ist gelebte Erfahrung, was verdeutlicht, dass Erfahrung nicht passiv erlebt wird, sondern leiblich durchdrungen ist. Der Körper wird nicht nur als rassifiziertes Objekt adressiert, sondern ist das Medium, durch das die koloniale Gewalt direkt vermittelt wird, worauf er psychisch und physisch reagiert. 

Das Kapitel ist ein Plädoyer für eine Phänomenologie des Politischen, die race und das Spektrum von der rassifizierten Alltagserfahrung, so wie dem rassistischen Polizieren oder in sozialen Institutionen, wie der forensischen Psychiatrie, wo schwarze Körper als verdächtig gelesen werden, bis hin zur kolonialen Gewalt der postimperialen big politics, zum Ausgangspunkt nimmt. Fanon entfaltet in seinem Bericht leiblich-existenzieller Rassismuserfahrung, ergänzt durch seine Beobachtungen als Philosoph und Arzt in der kolonialen Psychiatrie, eine Kritik an Konzepten der Subjektivität, Anerkennung und Freiheit, die auch für die normative politischen Theorie zentral sind. Dieser politisch-phänomenologische Theoriezugang bietet an, Rassismus nicht nur als Ideologie oder System zu erforschen, sondern an rassifizierte Realitäten zurückzubinden.  …

Veranstaltungen & CfP

Online-Vorlesungsreihe zur Kritischen und Politischen Phänomenologie

Im kommenden Wintersemester findet eine Online-Vorlesungsreihe zur Kritischen und Politischen Phänomenologie statt, die sich mit aktuellen Krisen und politischen Fragen im Bereich der Naturverhältnisse beschäftigt. Dabei wird versucht, ein interdisziplinäres Verständnis der dynamischen Beziehungen zwischen menschlicher Erfahrung und der „natürlichen“ Welt zu entwickeln, indem klassische und zeitgenössische phänomenologische Ressourcen genutzt und mit Themen wie der mehr-als-menschlichen Welt, der Umweltpolitik oder dem Aktivismus konfrontiert werden. Die Vorlesungsreihe, die von Philosoph*innen der TU Darmstadt, der FernUniversität in Hagen und der Universität zu Köln organisiert wird, steht allen Interessierten offen. Los geht es am 14. Oktober mit einem Vortrag von Sophie Loidolt, Gerhard Thonhauser und Steffen Herrmann. Das Programm mit Zoom-Link und weiteren Informationen findet sich hier.

Tagungsberichte

Tagungsbericht: Demokratie als Streitganzes

Viele der heutigen Zeitdiagnosen attestieren unserer Demokratie, dass sie sich in einem prekären Zustand befindet. Als die zwei zentralen Herausforderungen sind ein aufstrebender Populismus und postdemokratische Tendenzen zu nennen, die für angespannte Konfliktlinien entlang divergierender Lebensstile sowie einen schleichenden Prozess der Aushöhlung demokratischer Partizipationsmöglichkeiten stehen. Steffen Herrmann, dessen Habilitationsschrift „Demokratischer Streit: Eine Phänomenologie des Politischen“ am Ende vergangenen Jahres in Gestalt eines Buchforums an der Universität Wien besprochen wurde, vertritt die These, dass durch eine sich gegenwärtig verschärfende gesellschaftliche Spaltung ein genuin politischer Streit um die gemeinsame Lebensgestaltung aus dem Fokus gerät. Mit seinem Buch will Herrmann die Bedeutung des politischen Streits als produktives demokratisches Element betonen. Der Tagungsbericht orientiert sich argumentativ am Hergang des Buchforums. So wird zunächst Herrmanns Konzept von Demokratie als „Streitganzem“ beschrieben, um sodann zu prüfen, inwiefern die Methode einer politischen Phänomenologie in besonderer Weise ermöglicht, jenes Konzept nicht nur zu analysieren, sondern auch praktisch zu erweitern.  …

Alte Veranstaltungen und CfP

Vorlesungsreihe: Critical and Political Phenomenology

im kommenden Wintersemester richten Sophie Loidolt (Darmstadt), Thomas Bedorf (Hagen), Steffen Herrmann (Hagen) und Thiemo Breyer (Köln) gemeinsam eine Online-Vorlesungsreihe zu kritischen und politischer Phänomenologie aus. In dieser sollen Vorzüge und Vorteile einer kritisch-politischen Phänomenologie gegenüber konstruktivistischen und normativen Theorien des Sozialen und Politischen diskutiert werden. Unter anderem tragene Johanna Oksala zur kritischen Phänomenologie des Klimewandels und Gail Weiss zur Rolle des virtuellen Publikums in Protesten für soziale Gereichtigkeit vor. Den Anfang macht am 16.10 (18:15 Uhr) Elisa Magrí (Boston) mit einem Vortrag zu „Describing the project of critical phenomenology: challenges and promises“. Insgesamt sind sechs Vorlesungen in englischer Sprache geplant. Das ganze Programm und alle Infos, wie man teilnehmen kann, gibt es hier auf der Projektwebseite: http://indebate.ophen.org/.

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