In den letzten Jahren hat sich eine Abkehr sowohl von Nachhaltigkeitsverpflichtungen als auch von demokratischer Regierungsführung vollzogen. Auch wenn demokratischer Rückschritt und ökologische Krise oft miteinander verflochten erscheinen, verstärken sie sich nicht immer gegenseitig. Demokratie und Nachhaltigkeit sind auch keine natürlichen Verbündeten. Schließlich kann das Versprechen der Demokratie auf allgemeine Freiheit und Gleichheit selbst im Widerspruch zu Vorschlägen stehen, dass heutige Gesellschaften das Wirtschaftswachstum politisch einschränken müssen (sofern Wachstum gleichbedeutend mit Ressourcenverbrauch ist). Um dieser möglicherweise intrinsischen Spannung zu begegnen, konzentriert sich diese interdisziplinäre Konferenz auf ein politisches Konzept, das einen Rahmen für die Konzeptualisierung notwendiger Beschränkungen bieten könnte: die Idee der republikanischen Freiheit, bei der die individuelle Freiheit durch die „Freiheit anderer“ sowie durch die Regeln und Richtlinien, auf die sich die politische Gemeinschaft als Ganzes geeinigt hat, eingeschränkt wird. Die Teilnehmer untersuchen das Verhältnis zwischen republikanischen Einschränkungen der individuellen Freiheit und möglichen wirtschaftlichen Beschränkungen sowie das Verhältnis zwischen demokratischer Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum (sowohl auf der Ebene der Ideen als auch der Praxis).
Klimawandel
CfP „The Politics of Limits“ am Centre for Global Cooperation Research (UDE)
Am 8. und 9. Dezember 2025 richtet das Centre for Global Cooperation Research der Universität Duisburg-Essen die interdisziplinäre Konferenz “The Politics of Limits: Sustainability and Democracy in Times of Changing Climates” aus. Ausgehend von einem republikanischen Freiheitsbegriff stehen Fragen nach inhärenten Spannungsverhältnissen zwischen Freiheit, notwendigen Einschränkungen, demokratischen Gerechtigkeitsansprüchen und ökonomischen Wachstum im Fokus der Diskussionen. Die Organisator:innen freuen sich über Abstracts (max. 200 Wörter) zu möglichen Vorträgen bis zum 31.7. Nähere Informationen finden sich im Call for Papers.
Kongresssplitter: It’s socio-ecological conflict time, Democracy! Betrachtungen einer Politischen Soziologie sozialer Ungleichheit
Kongresssplitter zu Panel Mi A 20 – Ökologische Konflikte und die Konturen der kommenden demokratischen Gesellschaft
Konflikte, Konflikte und nochmals Konflikte plus demokratietheoretische Ausführungen ließ das Panel „Ökologische Konflikte und die Konturen der kommenden demokratischen Gesellschaft“, organisiert von André Brodocz (Erfurt) und Vincent August (Berlin), vermuten. Eine arbeitssoziologisch fundierte und demokratietheoretisch interessierte Politische Soziologie sozialer Ungleichheit als “Brille” des Autors auf die Beiträge, die eine akteurssensible Betrachtung der Reproduktion bzw. Veränderung bestehender Macht- und Ungleichheitsverhältnisse leisten kann, fördert neben interessanten Erkenntnissen auch mindestens drei Leerstellen zutage. (mehr …)
Call for Abstracts: „Klimawandel zwischen Recht, Politik, Wirtschaft und Ethik“
Das Journal „vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik“ hat einen Call for Abstracts zum Themenschwerpunkt „Klimawandel zwischen Recht, Politik, Wirtschaft und Ethik“ veröffentlicht, der auch Fragen der politischen Theorie und Philosophie adressiert. Mögliche Fragen sind z.B.:
Online-Buchpräsentation: Die Rechte der Natur
Am 7. Dezember (16-18 Uhr) präsentiert Tilo Wesche am Max-Weber-Kolleg in Erfurt sein Buch „Die Rechte der Natur“. Das Buch behandelt unter anderem die Fragen, inwiefern eine Rechtspraxis, die der Natur Rechte zugesteht, zur Bewältigung des Klimawandels beitragen kann und wie sich solche Rechte begründen und anwenden lassen. Moderiert wird die Veranstaltung von Hartmut Rosa und es gibt Kommentare von Carsten Herrmann-Pillath (Erfurt) und Judith Möllhoff (FU Berlin). Die Buchpräsentation findet online statt und wer teilnehmen möchte, ist gebeten, sich vorher anzumelden. Alle Infos finden sich hier.
CfP: Themenschwerpunk “Klimakrise und Weltuntergang” in der Berliner Debatte Initial
„,Schwelle zum globalen Klimakollaps‘, ,Kipppunkte erreicht‘, ,letzte Generation‘ – die Warnungen werden drängender: Der Klimawandel stellt die Menschheit vor existentielle Fragen. Das Ende einer für Menschen bewohnbaren Welt ist nicht auszuschließen. Sind wir noch zu retten? Wie ernst ist die Lage? Sind die Untergangswarnungen lediglich Teil des medial vermittelten Kampfs um Aufmerksamkeit? – Und irgendwie geht es weiter, auch wenn wir noch nicht wissen, wie?“
Unter dem Stichwort „Weltuntergang“ plant die Zeitschrift Berliner Debatte Initial einen Themenschwerpunkt, bei dem Untergangsszenarien und -ängste im Zeichen der Klimakrise analysiert werden sollen. Dabei soll es einerseits um den Blick auf die existentiellen Probleme des Klimawandels und seine Folgen, und andererseits um die Diskursmuster und -strategien zur Wahrnehmung und Bewältigung dieses Problems gehen. […]
CfP: Zum Themenschwerpunkt „Weniger“ der INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft
Im Lichte der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, demografischer Wandel oder den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sucht die Zeitschrift INDES für ihr Heft 3/2023 Beiträge rund um das Topos „Weniger“: Fragen zum Umgang mit Imperativen des Verzichts, künftigen Zumutungen und Veränderungsnotwendigkeiten bis hin zur verpönten „Verbotspolitik“, aber auch Beiträge, die sich abseits der Großbaustellen mit einem „Weniger“ beschäftigen, sind willkommen. Beitragsvorschläge können bis zum 20. März eingereicht werden. Die Frist zur Einreichung der Beiträge ist der 9. Juni. Der vollständige Call kann hier eingesehen werden.
CfP: Tagung „Transmutations of the Eco-Emancipatory Project“ (Wien)
Das Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) der Wirtschaftsuniversität Wien veranstaltet vom 13. bis zum 15. September eine Tagung zum Thema: „Normalisation – Adaptation – Acquiescence? Transmutations of the Eco-Emancipatory Project“, bei der Wissenschaftler aller Disziplinen eingeladen sind, ein Paper einzureichen, u.a. zu den Fragen: Stößt das emanzipatorische Projekt mit dem Klimawandel an natürliche Grenzen? Wie verändert sich durch die neuen ökologischen Gegebenheiten das Verhältnis von Staat und Gesellschaft? Und welche neuen Konfliktlinien entstehen? Einsendeschluss für ein Absract (400 Wörter) ist der 28. Februar (ign@wu.ac.at). Der vollständige Call kann hier als PDF eingesehen werden.
Philosophie für das Silicon Valley: Longtermism
Wenn es in der Philosophie so etwas wie populäre Trends gibt, dann gehört der Longtermism gegenwärtig sicher zu den einflussreichsten. Longtermism beschäftigt die Frage nach der moralischen Verantwortung auf lange Sicht. Es ist ein Trend der weniger in Academia als in Podcasts, populären Büchern und privaten Stiftungen stattfindet. Im Silicon Valley erfreut er sich großer Popularität. Zuletzt ist ihm größere Aufmerksamkeit zugekommen, weil einer seiner prominentesten Förderer, der inzwischen bankrotte Krypto-Unternehmer Sam Bankman-Fried, sich als Betrüger herausgestellt hat. Einer der wichtigsten theoretischen Vertreter des Longtermism ist der Shooting Star William MacAskill, junger Assistenzprofessor für Philosophie in Oxford, zeitweise jüngster Philosophieprofessor weltweit. In seinem neuen Buch „What We Owe the Future“ möchte er die zentralen Thesen des Longtermism einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Elon Musk sieht das Buch nah an seiner eigenen Philosophie. Bill Gates nennt MacAskill einen „Data nerd after my own heart”.
Online-Diskussion: Politisch(es) Denken im Anthropozän (05.07.)
Am 05.07.2022 findet um 18:00 Uhr eine Online-Diskussion zum Thema „Politisch(es) Denken im Anthropozän: Herausforderungen und aktuelle Positionen“. In der Debatte sollen sowohl die Problemlagen als auch die diskursiven Entwicklungen rund um das Anthropozän aus verschiedenen (fachlichen) Perspektiven des politischen Denkens beleuchtet und erörtert werden. Organisiert und moderiert wird die Veranstaltung von Lorina Buhr (Erfurt), Diskussionteilnehmer:innen sind Petra Gümplová (Universität Jena), Leander Scholz (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung), Elmar Flatschart (Universität Wien) und Elisabeth Heyne (Museum für Naturkunde Berlin). Die Registrierung für die Veranstaltung ist hier möglich.
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