Karl Jaspers und „Die Schuldfrage“ – Fragmente produktiver Schuld
Karl Jaspers’ Werk Die Schuldfrage ist achtzig Jahre alt. Sein jüngeres Hofiert-Werden als Gründungstext der Bundesrepublik oder Initialzündung einer Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld böte genug Material für eine zelebrierende Jubiläumsrede. Die öffentlichen Anfänge der Schuldfrage sind bei genauerem Blick jedoch von zweifelhafterer Natur: Mangelnder Absatz einer enttäuschenden Erstauflage und geringe Resonanz in Zuschriften legen keine derartig fundamentale Wirkung nahe. Eine aufmerksame Leserin, die sich seine Gedanken zur (deutschen) Schuld „wieder und wieder durch den Kopf“ gehen ließ, hat Jaspers jedoch in seiner ehemaligen Promovendin Hannah Arendt jenseits des Atlantiks gefunden (Arendt/Jaspers: 17. August 1946).
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