Karl Jaspers

Debatte

Karl Jaspers und „Die Schuldfrage“ – Fragmente produktiver Schuld

Karl Jaspers’ Werk Die Schuldfrage ist achtzig Jahre alt. Sein jüngeres Hofiert-Werden als Gründungstext der Bundesrepublik oder Initialzündung einer Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld böte genug Material für eine zelebrierende Jubiläumsrede. Die öffentlichen Anfänge der Schuldfrage sind bei genauerem Blick jedoch von zweifelhafterer Natur: Mangelnder Absatz einer enttäuschenden Erstauflage und geringe Resonanz in Zuschriften legen keine derartig fundamentale Wirkung nahe. Eine aufmerksame Leserin, die sich seine Gedanken zur (deutschen) Schuld „wieder und wieder durch den Kopf“ gehen ließ, hat Jaspers jedoch in seiner ehemaligen Promovendin Hannah Arendt jenseits des Atlantiks gefunden (Arendt/Jaspers: 17. August 1946).

Debatte, Lesenotiz

Lesenotiz zu Hannah Arendts „Sechs Essays/Die verborgene Tradition“

Lesenotiz zu Hannah Arendt: Sechs Essays/Die verborgene Tradition (= Kritische Gesamtausgabe/Complete Works. Critical Edition, Bd. 3, Göttingen 2019).

Für Politische Theoretiker*innen, die sich für Hannah Arendt interessieren, hatte das lange Warten im Herbst vergangenen Jahres endlich ein Ende: Die Veröffentlichung der Kritischen Arendt-Gesamtausgabe ist angelaufen. Aber hat sich das Warten auch gelohnt? Nach dem fulminanten Auftakt durch Band 6 The Modern Challenge to Tradition: Fragmente eines Buches, gibt der gerade erschienene Band 3 Sechs Essays/Die verborgene Tradition nun weiteren Aufschluss über diese Frage. Er ist Anfang Januar recht zeitnah nach dem Marx-Band als zweites Buch des voluminösen, insgesamt auf 17 Ausgaben angelegten Projekts erschienen. Laut Editionsplan sind die Sechs Essays zugleich der einzige für 2019 geplante Band. …

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