Lesenotiz: Reicht uns das? Politische Theorie als bloße Begleitung

Was kann und soll politische Theorie? Diese Frage will Oliver Flügel-Martinsen mit „Befragungen des Politischen. Subjektkonstitution – Gesellschaftsordnung – Radikale Demokratie“ beantworten. Sein Ziel ist es, die „Implikationen und Konsequenzen des Denkens des Politischen für zentrale Themen und Aufgaben politischer Theorie zu reflektieren.“ (S. 2). Das Denken des Politischen (in Abgrenzung zu Politik) befindet sich angestoßen von frankophilen Theorieentwicklungen auch in Deutschland in den letzten Jahren in der Diskussion. Nun hat Flügel-Martinsen eine Studie zum Politischen, zu dessen ideengeschichtlicher Grundlage und demokratietheoretischen Implikationen vorgelegt, die sich erstens recht deutlich von Marcharts einschlägiger Monografie „Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben“ abgrenzt und zweitens eine erstaunliche Antwort auf die Ausgangsfrage gibt: Aufgabe politischer Theorie ist die bloße reflektierende Begleitung der Kämpfe sozialer und politischer Bewegungen. (mehr …)

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Doppeltagung: Politik, Widerstand und Tanz

Zwei parallele Tagungen locken vom 11. bis 14. November an die Justus-Liebig-Universität Gießen: „Dance, Politics & Co-Immunity“ fragt nach der Verbindung zwischen Tanz und Politik, während „Thinking – Resisting – Reading the Political“ eher kulturtheoretisch das Politische und, damit verbunden, Konzepte des Widerstandes erkunden will. Gemeinsame Keynotespeaker sind Jacques Rancière, Simon Critchley, Brian Massumi/Erin Manning und Oliver Marchart. Auch ansonsten wird es neben parallelen Vorträgen gemeinsame Abendveranstaltungen, Performances etc. geben. Die schicke Konferenzwebsite bietet weitere Infos und das Programm.

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