Buchforen, Debatte

Herausforderungen des Ozeans als politischer Raum: Kommentar zu Isabel Feichtners Bodenschätze 

„Bodenschätze“ ist ein Wort, das Assoziationen hervorruft – Bilder von Gold und Edelsteinen, aber auch von Konflikten und Umweltzerstörung. Isabel Feichtner stellt in ihrem Buch Bodenschätze. Über Verwertung und Vergesellschaftung den ‚Schatz‘ des Berliner Stadtbodens als Spekulationsobjekt und die ‚Schätze‘ der Tiefsee, genauer Rohstoffe am Ozeanboden unter der Hohen See, in den Fokus. Gerade letzteres ist kein gängiger Gegenstand politiktheoretischer Auseinandersetzungen – auch wenn es die eine oder andere Ausnahme gibt. Aber es ist ein Gegenstand von unzweifelhafter Aktualität: Aktuell wird im Rahmen der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) ein Mining Code verhandelt, um den Tiefseebergbau zu regulieren. Parallel wirbt eine steigende Zahl von Staaten und Konzernen für ein Moratorium eben dieses Tiefseebergbaus, während die Administration Trump II zugleich einiges daran setzt, selbst das bestehende völkerrechtliche Regime zu unterlaufen.  

Indem sie Logiken der Verwertung nachzeichnet und die Bedeutung des Rechts, aber auch gesellschaftlicher Vorstellungen und politischer Praxis bei der Konstituierung des Ozeans als rechtlichen und politischen Raums zum Gegenstand macht, verdeutlicht Isabel Feichtner die Grundlagen und die Relevanz dieser Auseinandersetzungen. Es bleiben aber auch Fragen offen, die zur politiktheoretischen Reflexion einladen: Inwiefern ist der Ozean als besonderer politischer Raum zu verstehen und wie kann und soll er regiert werden?   …