Hegemonie

Service, Veranstaltungen & CfP

CfP: Interregnum. Zwischen Demokratie, Digitaler Umwälzung und Globalen Hegemoniekämpfen, 11.-13. Dezember, Bremen

Welt im Umbruch oder Umbruch der Welt? Verschiebungen der globalen Hegemonie, Krieg als etabliertes Mittel zur Durchsetzung staatlicher Interessen mittels Militär und Handel, der Aufstieg eines internationalen Autoritarismus und soziale Entfremdung. Bisherige Ordnungssysteme haben längst den Zugriff auf effiziente Krisenlösungen verloren, und es bilden sich neue Wege der Macht und Kontrolle heraus. Die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaften (DNGPS) wird sich mit dieser Umbruchszeit beschäftigen, wobei der Begriff des Interregnums, angelehnt an Gramsci, ins Zentrum gerückt wird: „Die Krise besteht gerade in der Tatsache, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann.“

Die 12. Fachtagung der DNGPS findet vom 11.-13. Dezember 2026 an der Uni Bremen statt, in Kooperation mit dem Rosa-Lux-Club und dem Arbeitskreis Kritischer Jurist:innen. Die Tagung gliedert sich in folgende Themeblöcke: Internationale Beziehungen; Technologie und Demokratie; Parteien und Parlamente unter Anpassungsdruck; Kritik, Utopie und Universität; Politische Theorie der Demokratie; Faschismustheorie; Politik und Geschlecht; Die Krise mit den Männlichkeiten; Die Zukunft des Sozialstaats.

Beitragsvorschläge können von Bachelor- und Masterstudierenden sowie Promovierenden (in der Anfangsphase) bis zum 30. August eingereicht werden. Mehr Infos gibt es hier.

Veranstaltungen & CfP

Gramsci und Buchanan in Berlin: Zwei Veranstaltungen, ein Termin (21./22. Mai)

Die Qual der Wahl oder Sowohl als auch? Ende Mai finden in Berlin gleich zwei Veranstaltungen statt, die die Herzen des theorieinteressierten Publikums höher schlagen lassen:

  • Am 21. Mai 2026, von 14:30 bis 19:15, stehen an der HU Berlin, ein Jahrhundert nach ihrem Entstehen, Gramscis Gefängnisbriefe und -hefte im Fokus eines internationalen – und englischsprachigen – Symposiums. Dabei geht es um die Fragen: In welcher Beziehung stehen die Gramscis Briefe zu ihrem historischen Kontext und zu zeitgenössischen Analysen des Faschismus? Wie können uns Gramscis Konzepte – wie Hegemonie, passive Revolution und Internationalismus – helfen, aktuelle politische Entwicklungen zu verstehen? Und wie relevant sind seine Überlegungen heute angesichts neuer Formen des Autoritarismus und ihrer Verflechtungen mit dem globalen Kapitalismus? Beiträge liefern Ursula Apitzsch, Jeanette Ehrmann, Saskia Kroonenberg, Sandro Mezzadra, Liesbeth Schoonheim, Neelam Srivasteva und Christian Volk. Um Registrierung wird gebeten. Alle weiteren Informationen und das Programm finden sich hier.
  • Ein Workshop zu Allen Buchanans Buch Ideology and Revolution (2025) findet wiederum am 21. und 22. Mai 2026 an HU und FU statt. Nebem Allen Buchanan selbst tragen dazu auch Julian Culp, Robin Celikates, Enzo Rossi, Regina Kreide, Manon Westphal und Stefan Gosepath bei. Los geht es am 21. Mai um 17 Uhr im Kolloquium Sozialphilosophie an der HU. Am 22. Mai trifft man sich dann an der FU zum Weiterdiskutieren. Das komplette Programm mit allen Informationen findet sich hier.

Wir wünschen allen gute Diskussionen.

 

Alte Veranstaltungen und CfP

CfP: Hegemony, Crisis, Intervention (Bremen, 7.-9. Oktober 2020)

Vom 7. bis 9. Oktober 2020 wird in Bremen die Tagung „Hegemony, Crisis, Intervention. New Perspectives on Emancipatory and Radical Democratic Discourses“ stattfinden. Aus Anlass des 35. ‚Geburtstags‘ von „Hegemony and Socialist Strategy“ soll an den drei Tagen diskutiert werden, welche Perspektiven sich vor dem Hintergrund von jüngeren Entwicklungen wie dem Erstarken rechter politischer Kräfte, wachsender Ungleichheit oder auch der Klimakrise aus einer kritischen (Wieder-)Beschäftigung mit dem Werk von Laclau und Mouffe ergeben. Dir Organisator*innen Michalina Golinczak, Martin Nonhoff und Milos Rodatos laden dazu ein, bis zum 31. Januar 2020 entsprechende Vorschläge einzureichen. Der weitere Fahrplan und zusätzliche Informationen finden sich im vollständigen Call for Papers.

Debatte

Warum Solidarität kein ‚leerer Signifikant‘ ist

— Nach Ulf Tranows Auseinandersetzung mit Solidarität als analytischem und normativem Begriff diskutiert Stefan Wallaschek in unserer Solidaritäts!?-Debatte heute die grundsätzliche Frage, ob Solidarität ein leerer Signifikant oder ein umkämpftes Konzept ist. —

 

We don’t demand solidarity; we appeal to solidarity“
Jodi Dean ‚Reflective Solidarity‘ (1995)

Solidarität ist in aller Munde. Dabei erleben wir nicht nur eine diskursive Referenz auf Solidarität von linken Akteuren bei Protesten und Demonstrationen, sondern auch von konservativer und sogar rechtsradikaler Seite wird der Begriff gegenwärtig genutzt. Bei dieser Akteurs- und Diskurslage könnte man verleitet sein, Solidarität als ‚leeren Signifikanten‘ zu bezeichnen. Solidarität würde dann als bedeutungsleer gelten, der sich begrifflich alles aneignet und damit so flexibel ist, dass sich auch benachbarte Begriffe unter diesem Banner subsumieren ließen. So intuitiv dies erscheinen mag, werde ich im Folgenden argumentieren, dass dies das Laclau’sche Konzept des ‚empty signifier‘ zu sehr vereinfacht und obendrein die Spezifik des Solidaritätsbegriffes verpasst. Vielmehr handelt es sich, so mein alternativer Vorschlag, bei Solidarität um ein ‚contested concept‘ im Anschluss an Gallie, der die diskursive Umkämpftheit und begriffliche Varianz hervorhebt …

Debatte

Aus der ‚Mitte der Gesellschaft‘? Eine Kritik der vorherrschenden Deutungen von Pegida

Die öffentliche Debatte über Pegida wird durch die Frage nach der sozialen und politischen Herkunft der Demonstrierenden geprägt. Handelt es sich um besorgte Bürger aus der Mitte der Gesellschaft? Sind das Neonazis? Oder ist Pegida die politische Manifestation des Extremismus der Mitte? Derlei Etikettierungen verleiten dazu, den Diskurs von Pegida als politischen Ausdruck einer gegebenen Gemeinschaft zu begreifen. Doch sollte Pegida vielmehr als eine Form der Vergemeinschaftung verstanden, analysiert und bekämpft werden. …

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