Marx‘ Aktualitäten – Ein Konferenzbericht

Die gegenwärtig behauptete Aktualität des Denkens Karl Marx‘ wird zumeist mit der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise begründet. Wie Rahel Jaeggi jedoch in ihrer Rede zur Eröffnung der vom 20. bis 22. Mai an der Humboldt-Universität zu Berlin veranstalteten „Re-thinking Marx“–Konferenz betonte, gibt es noch zahlreiche andere Gründe, um sich wieder intensiver mit dem Werk des radikalen Philosophen und Kritikers der politischen Ökonomie auseinander zu setzen. Sie fügte hinzu, dass angesichts der Vielseitigkeit des Marxschen Œuvres der Ausdruck „Aktualitäten“ treffender sei. Die Hauptorganisatorin der internationalen Tagung bemerkte zudem,  dass es manchmal schwierig sei, anatomisch ausgedrückt, die genaue Position des Kopfes oder der Füße im Marxschen Werk auszumachen. Damit spielte Jaeggi auf Marx‘ berühmte Bemerkung an, worin er Hegels Dialektik als auf dem Kopf stehend bezeichnet hatte – eine Formulierung, die im Verlauf der Konferenz immer wieder herangezogen wurde. (mehr …)

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Adorno Lecture 2011: Pippin über Kunst als Philosophie

Vom 6. bis zum 8. Juni steht in Frankfurt die diesjährige Adorno-Lecture an, diesmal mit Robert Pippin als Vortragendem. An den drei Abenden geht es jeweils von 18:30 bis 20:00 Uhr um „Kunst als Philosophie“ (und ganz viel um Hegel und Heidegger wie der Beschreibung zu entnehmen ist). Ort ist der Hörsaal 1 in der Mertonstr. 17-21 (mehr Infos: hier). Man darf gespannt sein, ob Pippin – der zuletzt sogar über Western in ihrem Zusammenhang zur Philosophie publiziert hat, in die großen Fußstapfen treten kann – nicht nur denen von Adorno, sondern auch die der Vortragenden der vergangenen Jahre wie  Luc Boltanski, Horst Bredekamp oder Quentin Skinner.

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Breaking (Sonntags-)News: Marx als Hegelianer

Soeben erreicht uns ganz exklusiv die Nachricht, dass auf der großen Berliner Marx-Konferenz „Re-thinking Marx“ – die nächstes Wochenende (20.-22.05) an der Humboldt-Universität stattfindet – zur ohnehin illusteren Sprecherschar (u.a. Wendy Brown, Saskia Sassen, Axel Honneth, Moishe Postone und Étienne Balibar) auch noch Terry Pinkard gestoßen ist. Sein Vortrag ist betitelt „Should Marx Have Been a Hegelian?“ und er fügt sich perfekt ins Line-Up der sonntagabendlichen Endrunde ein.

Sicher ein Highlight an einem ohnehin theorieschweren kommenden Wochenende: Samstag von 18-21 Uhr findet schließlich auch noch in Frankfurt die Diskussion zwischen Judith Butler und Gayatri Chakravorty Spivak unter dem Titel „What is Critique“  statt. Über die neue Konkurrenz politiktheoretischer Veranstaltungen zu großen Samstagsabendshows wird man zwar nochmal nachdenken müssen – aber vielleicht nicht am kommenden Wochenende, da gibt es wirklich zu viel Spannenderes zu erfahren…

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Tagungsbericht: Aktualität als Moment der Tradition – Marburg auf der Suche nach der Kritischen Theorie

Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften der Marburger Universität gelten gemeinhin als Fachbereiche, deren Mitglieder eine lange Tradition kritischen Denkens fortführen. In dieser Tradition steht auch der 1978 verstorbene Soziologe Heinz Maus. Sein 100. Geburtstag wurde von der Arbeitsgruppe Kritische Theorie daher zum Anlass genommen, ihn vom 25. bis 27. März mit einer Tagung zu ehren und die Frage nach der Aktualität jener Tradition zu stellen. Unter dem Titel „Aktualität und Traditionalität – Zur Aufgabe kritischer Theorie“ lockte die Tagung zahlreiche Lehrende und Studierende auf den Marbuger Campus der Geisteswissenschaften, der von Bergen, Burgen und Flüssen derart umringt ist, dass man gerne glaubt, hier einen gut geschützten Ort kritischen Denkens gefunden zu haben. (mehr …)

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Philosophischer Meisterkurs mit Axel Honneth: Das Recht der Freiheit – Grundzüge einer demokratischen Sittlichkeit

Der diesjährige philosophische Meisterkurs des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover fand vom 15.-19. September 2010 im St. Jakobushaus in Goslar statt. Die Meisterkurse stellen eine Mischung aus Workshop und Konferenz dar: Neben intensiven, vormittags stattfindenden Arbeitssitzungen mit dem „Meister“ – in den vergangenen Jahren waren dies u.a. Hans Joas, Charles Taylor und Ottfried Höffe – gab es für die TeilnehmerInnen (eine gute Mischung aus Studierenden, Promovierenden, Promovierten und Professoren) die Möglichkeit, in am Nachmittag platzierten Parallelsessions eigene Arbeiten zu präsentieren. (mehr …)

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